Die Geburt unserer kleinen Amelie-Bettina
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wachte ich um 1 Uhr mit Mensschmerzen auf und dachte mir erstmal nichts dabei. Schließlich war ja noch nicht ET (02.11.) Sie ließen mich jedoch nicht mehr einschlafen und somit weckte ich meinen Mann um ca. 5.30 Uhr (hätte eh bald raus gemusst wegen Arbeit).
Wir also gegen 7.00 Uhr ins Krankenhaus und es wurde erstmal CTG geschrieben. Aber nichts zu sehen. Komischerweise waren auch meine Mensschmerzen weg…. naja.
Der Muttermund wurde auch untersucht aber er war immer noch Fingerkuppendurchlässig und wulstig/weich. Also schien sich da noch nichts zu tun.
Die Hebi stellte uns frei ob wir da bleiben oder nach Hause fahren wollen. Ich entschied mich für zu Hause, da es dort wesentlich entspannter für mich war. Mein Mann nahm sich für den Tag Urlaub und passte schön brav auf mich auf 
Wochenlang hatte ich mich auf das Programm von Michael Mittermeier gefreut „Achtung Baby“, das ich mir Freitag Abend ganz gemütlich ansehen wollte. Pustekuchen, denn im Laufe des Tages wurden diese Mensschmerzen (die übrigens immer weiter Richtung Rücken wanderten) stärker und auch die Abstände haben sich dann bei 5-8 Minuten eingependelt. Eine Dusche brachte auch keine Linderung somit war mir klar „Achtung Baby kommt!“ 
Wir dann um ca. 22 Uhr im Krankenhaus, wieder CTG, wieder keine Wehen zu sehen … aber Muttermund mittlerweile bei 3cm … oha! Ach ja und warum sind dann keine Wehen auf dem CTG zu sehen? Weil ich total besch… Rückenwehen hatte!!!! Nix vorne im Bauch oder so, nein nein! Und diese Wehen wurden immer stärker… .
Es war nichts los im Kreißsaal und ich hatte die freie Wahl in welchen Raum ich wolle. Ich entschied mich für den größten und gemütlichsten (ist ja logo *g*).
Dort wurde ich dann wieder brav an das CTG angeschlossen wo die Herztöne der Kleinen beobachtet wurden. Wehen sah man da ja nicht drauf… Immer wenn eine heftige Rückenwehe kam gingen die Herztöne leicht runter, aber waren noch im Rahmen.
Die diensthabende Ärztin kam auch regelmäßig rein und untersuchte mich. Dann hat sie erstmal mit diesem Fingerli die Fruchtblase gesprengt weil sie sehen wollte welche Farbe das Fruchtwasser hat. Es war gaaaaanz leicht grün, also hatte das Baby leichten Stress.
Irgendwann verlangte ich dann nach einer PDA, auf die ich mich in den letzten Monaten soooo sehr versteift hatte. Ich wollte sie unbedingt! Mir wurde ein Zugang gelegt (ein dickes DANKE an die Hebi Olga, sie hat das trotz Mini-Venen und Roll-Venen super gemacht) und dann kam auch schon bald der Anästhesist und dann bekam ich einen kleinen Pieks als Betäubung in den Rücken. Und dann fing er an die PDA zu legen …. Es war die Hölle!
Da ich zu sehr verspannt im Rücken war (wegen der Rückenwehen) und ich am ganzen Körper zitterte, schaffte er es nicht den richtigen Punkt zu finden und traf immer wieder einen bestimmten Nerv, der von Hüfte in den kleinen Zeh zog! Solch einen heftigen Schmerzen habe ich noch nie verspürt und wünsche diesen noch nicht mal meinen Feinden! Nach 2 Versuchen schrie ich nur noch nach Abbruch und wir ließen es dann bleiben. Vor lauter Enttäuschung war ich nur noch am heulen und mir tat es so Leid, dass mein Körper nicht mitmachen wollte. Der Anästhesist konnte absolut nichts dafür und entschuldigte mich sogar noch dafür! Aber ich brauchte unbedingt eine Schmerzlinderung, denn die sch… Rückenwehen brachten mich so langsam um den Verstand. Ich konnte kaum noch zur Toilette laufen, musste sowas von heftig veratmen und tönte nur so durch die Gegend (und das obwohl ich mich im GVK über das Tönen mit A und O lustig gemacht habe). A und O waren meine besten Freunde. Mein Mann war die ganze Zeit bei mir und versuchte mir irgendwie zu helfen. Er streichelte oder massierte mich mit einem Igelball … man tat das gut.
Aber auch er wurde immer müder und seine Augen fielen immer wieder zu. Zwischendurch ist er immer mal wieder auf dem Geburtsbett eingeschlafen, was für mich aber völlig ok war. Ich habe eh nur die ganze Zeit an meinen Mann denken müssen mit den Gedanken, hoffentlich übersteht er das, wie kann ich es ihm angenehmer machen…
Die Hebi hatte mir mittlerweile Buscopan gegeben … was für ein Schrott! Das hilft ja 0,0!
Irgendwann bettelte ich noch nach einem anderen Schmerzmittel, das mich irgendwie müde machte. Immer wieder bin ich zwischen den Wehen weggeratzt, wie mein Mann…
Und die Zeit verging einfach nicht … ich starrte immer wieder auf die Uhr und wartete auf meine Nachsorge Hebi Birgit … Samstag morgen um 7.30 Uhr ging dann die Türe auf und sie kam rein! Da musste ich erstmal vor Erleichterung heulen!
Seit dem Birgit endlich da war, ging dann auch die Geburt voran. Muttermund öffnete sich und ich bekam alle 2 Minuten Wehen. Endlich bekam ich auch ein richtiges Schmerzmittel, kontrollierten jedoch stetig die Herztöne der Kleinen. Sie gingen immer mal wieder runter, aber alles bestens. Der Muttermund war dann auch irgendwann auf 8cm und bekam immer mehr Druck nach unten. Die Wehen waren mittlerweile unerträglich und wollte einfach nicht mehr. Was für eine Erlösung wenn man endlich etwas mit drücken darf. Aber nur leicht.
Meine Hebi hing mir noch einen Wehentropf dran, damit die Wehen in kürzeren Abständen kommen (nicht damit sie stärker wurden denn das hätte mich ins Grab gebracht).
Immer wenn ich presste machte sie den Tropf auf und wieder zu. Der Muttermund war verstrichen und das Köpfchen ging immer weiter runter. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite auf dem Bett und ich krallte mich bei jedem Pressen an ihm fest. Irgendwann ging meine Hebi raus und holte einen Spiegel: oh mein Gott, man konnte schon den Kopf sehen!!! War aber noch nicht ausgetreten…
Und das war dann Ansporn genug… nach ca. 10x pressen und einem Mini-Dammschnittchen (den ich übrigens nicht habe nähen lassen weil der so klein war) brachte ich unsere kleine Zaubermaus um 12.14 Uhr mit 3000g, 49cm Länge und einem Kopfumfang von 34,5cm auf die Welt! Sie schrie sofort und wurde mir auf die Brust gelegt. Und dann liefen meinen Mann und mir erstmal die Tränen! Man war das ein unbeschreibliches Gefühl…
Und dann bekam mein Mann die Ehre und durfte die Nabelschnur durchschneiden. Er strahlte über das ganze Gesicht!
Die Plazenta war schon so locker, dass sie direkt hinterher kam. Sie war gaaaanz minimal verkalkt und wir haben sie gezeigt bekommen. Was für ein Wunder der Natur!
Die Kleine hatte übrigens die Nabelschnur 1x um den Hals gewickelt, was aber nicht weiter schlimm war, denn sie war lang genug.
Wir wurden dann auch erstmal eine Weile allein gelassen und konnten uns in aller Ruhe begrüßen und kennenlernen. Irgendwann kam dann eine Hebamme rein und machte den Apgar Test, den unsere Maus mit 9/10/10 bestand, quasi Bestnote ?
Dann wurde sie gewickelt und es wurde maßgenommen. Dann noch schnell 2 Fußabdrücke und dann bekam ich die kleine Maus wieder und wurde in unser Familienzimmer geschoben wo wir dann bis Dienstag blieben…
Im Nachhinein haben wir übrigens erfahren, dass die Ärztin und die andere Hebamme schon einen Kaiserschnitt machen wollten weil sie dachten ich würde die Geburt nicht schaffen. Zu heftig waren die Wehen und die kleine Maus hatte auch Stress. Aber dank meiner Nachsorgehebamme haben wir alle die Geburt auf ganz natürlichem Wege gemeistert und ich bin ihr so unendlich dankbar! Sie kannte mich vorher schon und haben oft telefoniert, daher wusste sie genau wie sie mich unter der Geburt „anpacken“ musste damit ich weiter machte. Aber den besten Job hat ohnehin mein Mann gemacht. Ohne ihn hätte ich die Geburt nicht überstanden und vermutlich aufgegeben … was für ein Schatz!
Die Geburt unserer kleinen Amelie Bettina am 29.10.2011
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Beitrag von sabstar - 05.11.11 - 16:17 Uhr
Beitrag von sammymaya - 05.11.11 - 16:56 Uhr
Liebe Sabstar,
Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Eurer Kleinen Tochter!!! Toller Bericht!
Als ich die Überschrift sah hab ich nicht schlecht gestaunt und konnte es gar nicht glauben...
Unsere Kleine Maus (ET am 27.11.) soll nämlich auch Amelie Bettina heißen! Wie seid ihr auf die Namenskombination gekommen? Bei mir hieß meine Mutter Bettina....
Alles Liebe und Gute für Euch!!!
Viele Grüße, Steffi
Beitrag von sabstar - 05.11.11 - 17:59 Uhr
Hallo Steffi,
vielen Dank für deine Antwort 
Auch meine Mutter hieß Bettina ... Sie starb am 03.02.2010 mit nur 57 Jahren an Leberkrebs :'-(. Es ging damals alles viel zu schnell und wir alle trauen noch sehr um sie.
Für mich war klar, dass mein Kind den Zweitnamen Bettina tragen wird. Den Rufnamen hat mein Mann ganz alleine ausgesucht. Hat euch auch so ein Schicksalsschlag getroffen?
Liebe Grüße
Sabrina
