Ich verstehe das nicht

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Beitrag von jenny133 - 07.11.11 - 09:09 Uhr

Hallo

gehts euch nicht auch manchmal so, das ihr Nachrichten hört und keine Meinung dazu bilden könnt, weil ihr keine Hintergrundinfos habt? Im Moment beschäftigt mich das Thema, das Frankreich und andere Staaten an die Spareinlagen der Bundesbank gehen wollten.

Hier meine Frage dazu: Haben diesie Staaten ähnlichen Reserven in ihren Banken? Stellen die sie auch zur Verfügung? Der Verlust solcher Gelder könnte Deutschland doch auch in den Ruin stürzen?! Wieso wird dann da überhaupt einen Gedanken dran verschwendet?

Das ist was, was mich grade im Moment beschäftigt. Gibt es eine Seite im Netz wo man sich in solchen Fällen die fehlenden Infos holen kann? Das mit der Verrechnung bei der HRE hab ich auch nur am Rande mitbekommen. Sie haben sich um 55 Mrd. verrechnet und die Staatsschulden betrugen berrichtigt dann "nur" noch 82 % des Bruttoinlandproduktes. Wie viel war es denn vorher?

LG
Melanie (die eigentlich gar nicht so doof ist, wie sich das jetzt anhört ;-) )

Beitrag von zeitblom - 07.11.11 - 12:03 Uhr

"Spareinlagen der Bundesbank "

es ging (angeblich) um die Waehrungsreserven der europaeischen Zentralbanken (also nicht nur der deutschen) und nicht um "Spareinlagen".

" Der Verlust solcher Gelder könnte Deutschland doch auch in den Ruin stürzen?! "

es ging um "nur" 15 Mrd € (wenn man den publizierten Geruechten glauben darf)...

"Wieso wird dann da überhaupt einen Gedanken dran verschwendet?"

Falsche Frage...vielmehr warum muss jeder Gedanke publiziert werden???

"Wie viel war es denn vorher?"

Sollte leicht auszurechnent sein: sagen wir, dass vor der Korrektur die deutschen Schulden 2.000.000.000.000 € betrugen, dann entsprechen 55.000.000.000 € knappe 3%

Beitrag von serafina.1 - 07.11.11 - 13:48 Uhr

hi,

sicher sind genaue detailinfos á la zeitblom toll.
nur:
um das, worum es "dahinter" geht, besser zu verstehen,

kannst du gern meine Antwort zur frage "rettungsschirm/ Krise" ein paar threads weiter unten lesen.
Deutschland wird momentan in etwas reingezogen, dessen

vor-und Nachwirkungen ich beschrieben habe.
ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen...:-)
LG
serafina.

Beitrag von ong_xa - 07.11.11 - 18:11 Uhr

"Deutschland wird momentan in etwas reingezogen..."

Nein, Deutschland ist einer der Hauptakteure.

Beitrag von serafina.1 - 08.11.11 - 08:21 Uhr

hi,

ja, es sieht so aus, als sei Deutschland einer der Hauptakteure.
aber der schein trügt.
die politik- auch die deutsche- hat meiner Meinung nach nicht mehr das heft in der hand.

das Debakel der Finanzkrise, die eine politische Krise für ganz europa ist und sich sicherlich als politische Krise noch verschärfen wird, hat sich schon längst verselbständigt.

der Tagespolitik bleibt nur zu versuchen einigermassen die eigene haut zu retten, obwohl ganze europa das Wasser schon bis zum hals steht.
wir werden sehen wo wir in zehn oder 20 Jahren stehen.

bzw. bin ich mir einigermassen -leider- sicher, dass sich meine Meinung als zutreffend herausstellen wird.
europa wird unter diesem Debakel auseinanderbrechen und
es wird zustände geben, die wir uns heute gar nicht auszudenken wagen...

irgendwann wird uns die Krise mindestens

so treffen wie sie heute schon das griechische Volk trifft,
das völlig unschuldig zum Handkuss kommt
und sich noch dazu von Westeuropa verhöhnen lassen muss....-

schlussendlich wird europa als Anhäufung einzelner kleiner Staaten
weltpolitisch eher in der Bedeutungslosigkeit versinken.
und das ist noch das harmloseste.

wie gesagt, wir müssen froh sein, wenn es nicht in ganz europa
zu bürgerkriegsartigen aufständen kommt, wenn die Leute

massenhaft ihr erspartes und ihre Arbeitsplätze verlieren...

was deutschland betreibt ist nur mehr der versuch den grossen Verlust möglichst zu minimieren...wer das gern als aktive rolle beschreibt kann das gerne tun.
ich für meinen teil bleibe gern bei dem was ich als realistisch ansehe,
auch wenn es mir nicht gefällt....

LG

serafina.

Beitrag von zeitblom - 08.11.11 - 10:00 Uhr

"die politik- auch die deutsche- hat meiner Meinung nach nicht mehr das heft in der hand."

Das sehe ich anders. Ganz im Gegenteil liegt alles in der Hand der Politik (und der Waehler), das verloren gegangene Vertrauen der Menschen im Allgemeinen und potentiellen Kreditgebern im Besonderen zurueck zu gewinnen.

Beitrag von serafina.1 - 08.11.11 - 12:54 Uhr

ja und sie geben sich ja grosse mühe dieses vertrauen zurückzugewinnen.
sie stellten sich auch hin und sagten 2008, die Einlagen sind sicher.
obwohl das nicht stimmt und sie nur erreichen wollten, dass die Bevölkerung jetzt nicht noch die Banken plündert ( ihr erspartes abhebt) und somit die Banken gänzlich handlungsunfähig werden...

würdest du wenn du krebs hast es wissen wollen- also von den Ärzten die Wahrheit hören wollen, ganz offen, oder würdest du es vorziehen wenn sie deinen angehörigen die Wahrheit sagen würden und dich "dumm sterben lassen" würden..??
ich muss sagen ich ziehe die Wahrheit vor - auch wenn sie bitter ist-
und in diesem fall ziehe ich eindeutig lieber Tatsachen vor, als mich von "vertrauensbildenden" pseudomassnahmen beschwichtigen zu lassen...!!!

in Wirklichkeit müsste jeder der kann einen Kredit aufnehmen und ein haus oder Grundbesitz kaufen- denn bald wird das geld meines Erachtens nach massiv entwertet werden und der kredit leichter zurückzuzahlen- das haus/ Grundbesitz aber bleibt gleich wertvoll und kostet unterm strich weniger.

ich freu mich dass es anscheinend noch Leute gibt die Politikern vertrauen wollen...
wo wir alle wissen was nötig wäre und was im Gegensatz dazu von der Politik getan wird....
was genau wünscht du dir denn an vertrauensbildenden massnahmen-
und was sollen sie bringen, ausser "opium für das Volk"..???
:-)
LG
serafina.

Beitrag von zeitblom - 08.11.11 - 13:42 Uhr

"obwohl das nicht stimmt "

Wie kommst Du darauf, dass Spareinlagen in Dtl. nicht sicher sind?

"die Wahrheit "

....gibt es nicht, sondern nur mehr oder wenig gut begruendete Meinungen.

"was genau wünscht du dir denn an vertrauensbildenden massnahmen"

Vor allem Haushaltsdisziplin und eine klare Perspektive, dass die Staatsverschuldung in absehbarer Zeit zurueckgefahren wird. Dies gilt natuerlich noch dringlicher fuer Laender wie Italien und Griechenland. Aber auch der deutschen Bevoelkerung (und da gebe ich Dir recht) sollte endlich klargemacht werden, dass die Tage der recht grosszuegigen Wohlfahrtsgesellschaft vorerst vorbei sind. Die Globalisierung und ihre Folgen sind unumkehrbar.

Beitrag von serafina.1 - 09.11.11 - 08:20 Uhr

durch die rettungsschirme wird geld das der Staat eigentlich nicht hat grosszügig an die Banken umverteilt.
was die politik macht ist nur mehr schrittweise schadensbegrenzung.
die aber nicht greift- siehe zig rettungsschirme.:-)
es wird entweder sehr bald oder nach einer etwas längeren wartephase höchstwahrscheinlich dazu kommen, dass Griechenland, aber vielleicht auch portugal und Spanien und eventuell auch noch Italien die europäische Staatengemeinschaft verlassen müssen.-
stichwort staatsbankrott.
die Bevölkerung wird nicht nur in diesen Ländern, sondern auch in Deutschland über kurz oder lang dieses geld wieder in die Staatskassen reinbringen müssen. das heisst es wird viel mehr gespart werden müssen.und zwar ausgabenorientiert, soviel ich momentan dazu sagen kann.
das heisst es wird weniger vom Staat investiert- und der Wohlfahrtsstaat wie wir ihn kennen wird ausgedient haben.
aber auch einnahmenorientiert, durch unterm strich erhöhte Steuereinnahmen.rate mal wer hier zur Kasse gebeten werden wird.die Banken sicher nicht mit Einschränkungen und Limitierungen auf Spekulationsgeschäfte. auch nicht mit einer europaweiten Steuer auf finanztransaktionen. sondern der kleine Otto Normalbürger bzw. Ottilie Normalbürgern werden das ganze wieder finanziell dem Staat zurückzahlen müssen.

dass dann die Kaufkraft leidet, dass Leute deshalb ihre jobs verlieren werden, liegt alles auf der hand.
ja, und wenn damals 2008 alle sparefrohs in Panik ihre bankeinlagen abgehoben hätten wären auch in Deutschland einige Banken in den Ruin geschliddert.
auch die rettungsschirme dienen den Gebern eigentlich mehr als den Nehmern. oder denkst du Deutschland gibt den grossen spendablen guten Onkel für Griechenland aus liebe zu den griechischen bürgern und aus sorge um die griechischen staatsfinanzen???:-)
und ja, auf Dauer bin ich mir sicher dass der euro massiv an wert verlieren wird. damit meine ich "nur" dass die Inflation stark ansteigen wird in den nächsten zehn Jahren.
erspartes wird daher aufgrund der zinslage und aufgrund der Inflation eigentlich sogar wenn wir dafür "grosszügige" Zinsen bekommen an realwert verlieren.d.h. wenn du heute 50.000 euro auf der bank hast und die zehn Jahre dort lässt, -ausser du legst in risikoreichen Produkten an- wirst du in zehn Jahren real an Kaufwert weniger rausbekommen als wenn du die 50.000 euro heute sinnvoll investiert hättest, eben wie ich schon sagte z.b. in Wohnraum.
ich möchte nicht den Eindruck erwecken als sei ich gegen Sparsamkeit oder gegen geld auf der bank. aber in der momentanen situation baut der kluge mann eben vor. es kann gern jeder sein geld auf der bank deponieren. soviel ich weiss sind auch Spareinlagen nur bis zu einer gewissen summe gesichert.und auch diese summe erliegt den folgen der Inflation...
nicht die Globalisierung ist die Ursache für die momentane Misere, sondern die gesetzliche Lockerung in den USA was Sicherheitsvorschriften für Kredite betraf.
die Globalisierung ist in vielen dingen auch sehr wünschenswert.ich bin kein Verfechter einer art klaustrophober Gesellschaftspolitik.... nur bleibt eben der Einfluss der weltweiten finanzwirtschaftlichen Vernetzung nicht nur auf positive Effekte beschränkt.
LG
serafina.

Beitrag von james10 - 09.11.11 - 09:23 Uhr

"durch die rettungsschirme wird geld das der Staat eigentlich nicht hat grosszügig an die Banken umverteilt."

Dazu müßten die Rettungsschirme zunächst einmal funktionieren.
Wenn man der Aussage der Finanzexpertin des ZDF, Anja Kohl, Glauben schenken darf, dann besteht zwar der Rettungsschirm, aber er kann nicht gehebelt (vervielfacht) werden, da kein Geld da ist.
Die Staaten trauen sich untereinander nicht mehr und geben demnach keine Gelder heraus.
Der Effekt des Hebelns des Schirms ist nur möglich, wenn private Investoren Kapital zur Verfügung stellen. Und das ist derzeit nicht der Fall.
Daher ist die derzeitige Situation mehr als brenzlig, denn wo soll kurzfristig das benötigte Geld hergenommen werden, wenn keines da ist, bzw. es niemand investiert?

Und noch eine Anmerkung zum Einlagensicherungsfond:
Die privaten Einlagen sind bis zur jeweiligen Sicherheitsgrenze der Bank gesichert.
Ich möchte nun nicht den Teufel an die Wand malen, aber im Zweifelsfall könnte es schwierig sein, dennoch sofort an sein Geld zu kommen.
Hier mal ein Link,um sich vielleicht näher mit der Thematik auseinander zu setzen:
http://www.bankenverband.de/

Stellt sich allerdings die Frage, ob die Staaten derzeit überhaupt eine Bank Pleite gehen lassen?
Denn auf Grund der komplexen Verflechtung der Banken untereinander, können die Staaten die Folgen einer Bankenpleite gar nicht einschätzen.

Beitrag von serafina.1 - 09.11.11 - 11:03 Uhr

.....oh doch- die Staaten können die folgen einer bankenpleite sehr wohl sehr gut einschätzen:-)
.......UND deshalb tun sie ja alles um es zu vermeiden dass es soweit kommt...;-)
sicher nicht aus irgendwas anderem als Eigeninteresse....!!!

Tatsache ist, dass sich aber das ganze wie eine Seifenblase aufbläht.
geld wird in ein grosses loch reingepumpt aus dem es nie mehr auftauchen wird...
geld über geld- vor allem: geld das wir gar nicht haben....!!!!

wenn der grosse knall kommt,

geht es nicht nur Griechenland an den kragen, sondern so gut wie allen Staaten der EU.
sie werden sich dann in solch einer Krise befinden dass es nach dem Motto läuft: alle gegen alle.
statt ruhiger zustände wird es zu Aufruhr und Bürger-aufständen kommen. und das alles wird nicht nur friedlich ablaufen.
heute gibt es sehr wenig Verständnis für das griechische Volk.
doch wenn es uns selbst trifft werden wir sie hoffentlich irgendwann mal verstehen.
sie haben die Krise nicht verursacht und müssen für das was andere verbockt und verbraten haben den kopf hinhalten, verlieren soziale Sicherheit, einkommen und Arbeitsplatz, und ganz sicher so gut wie ihr sämtliches erspartes, wenn der wert des Geldes inflationär wird.

und wegen der sicherheitsgrenzen der Banken:
wie gesagt, wenn wirklich alle Leute ihre Spareinlagen zeitgleich abheben würden, wären die Banken so gut wie handlungsunfähig und wären ins reine Fiasko gerutscht.
DESHALB und nur deshalb wurde den bürgern 2008 zu beginn der Krise "mitgeteilt", dass ihr geld bei den Banken sicher sei. es ging nicht nur darum die Bürger zu beruhigen, sondern darum, den Staat erstmal durch die bankenpleitendrohung zu lenken wie man ein schiff durch hohe scharfe Klippen lenkt. und wenn den Banken noch ihr ( vom Volk geliehenes) kapital abhanden gekommen wäre wäre das schiff gesunken wie ein nasser Sandsack.
so sieht es aus.

jeder der behauptet man könne die folgen einer bankenpleite nicht einschätzen hält das Volk für dümmer als es ist. man versucht lediglich die folgen nicht offen über die Medien mitzuteilen um massenpanik zu verhindern.

Anfang des letzten Jahrhunderts gab es auch eine Wirtschaftskrise dieses ausmasses. damals wurde nichts vergleichbares unternommen um mit Alibi-aktionen ( rettungsschirm....der nur dazu dient zu verhindern, dass unsere Banken sofort auch mit pleite gehen müssen wenn Griechenland und Konsorten pleite gehen werden...) dem unausweichlichen Debakel vorerst gegenzusteuern.
mit dem Effekt dass geld "einfach so" wertlos wurde.....

erstes Beispiel:
meine urgrosstante hatte ihre gesamte Aussteuer in Aktien und bar-einlagen auf der bank und verlor alles auf einen schlag.soviel ich weiss locker den wert eines Einfamilienhauses.
sie hat diesen Schicksalsschlag nie wirklich überwunden, war über nacht mittellos.

mein urgrossvater hat mit Bauern karten gespielt.... er starb noch vor meiner Geburt, ich kannte ihn nie.... aber er legte den grundstock für das vermögen meiner Familie, indem er von verschiedenen Bauern Grundbesitz " erspielte"....später wurde fast alles in Baugrund umgewidmet und mein grossvater war ein vermögender mann.
die Geldentwertung konnte ihm nichts anhaben, im Gegenteil.

ich möchte hier nicht moralisch urteilen, das steht mir nicht zu.

aber die nackten Tatsachen bleiben doch dieselben, auch wenn fast ein Jahrhundert vorbei ist.
ich jedenfalls hab alles abgehoben und mir ein haus gekauft.
ich möchte nicht, dass meine Kinder mal vielleicht dafür büssen müssen, dass ihre Mutter womöglich alles geglaubt hat was an staatspropaganda ausgegeben wurde und unterm strich einfach eine dumme Nuss war;-)

LG
serafina.

Beitrag von ong_xa - 09.11.11 - 18:42 Uhr

"die politik- auch die deutsche- hat meiner Meinung nach nicht mehr das heft in der hand."

"Die Politik" ist längst nicht so handlungsunfähig wie es manchem scheint - gleichzeitig sind die Akteure an Finanzmärkten in vielen Dingen uneins und treten (zum Glück) nicht als geschlossene Front auf.

Wenn ich von Deutschland als "Akteur" spreche, dann meine ich natürlich nicht nur die Politik, sondern auch die Banken und insbesondere Josef Ackermann. Die deutschen Banken und die deutschen Politiker haben in der Griechenland-Sache viele gemeinsame Interessen.

Den Griechen wird ja nicht nur angeordnet, dass sie Staatsausgaben reduzieren sollen, sondern es wird ihnen auch vorgegeben, welcher Art die Kürzungen sein sollen.

Wenn ich Griechenland beraten würde, dann würde ich zuerst mal das Militärbudget zur Disposition stellen. Das ist nämlich auf die Einwohnerzahl bezogen das 5thöchste der Welt. Warum eigentlich? Welche Gefahr besteht denn da? Niemand weiss es so genau.

Das Militärbudget kommt aber nicht auf die Agenda. Schliesslich sollen die deutschen Waffengeschäfte nicht ins Stocken kommen - aber wenn sich Griechenland aus Russland uralte Panzer zum Preis eines VW Golfs beschafft - als Ersatz für den noch älteren Bestand - dann gibt man diese Info mal eben dem Boulevard, der daraus eine skandalträchtige Schlagzeile macht.

Als nächstes könnte man etwas tun um die Steuereinnahmen in Griechenland zu erhöhen, insbesondere die Reichen des Landes wurden in der Vergangenheit sehr stark geschont. Diesen Vorschlag macht allerdings niemand. Vermutlich möchten die Banken die Kapitalflüchtlinge gerne als ihre Kunden gewinnen und mitverdienen.

Was also bleibt sind Kürzungen bei den Staatsbediensteten und der Sozialleistungen.
Staatliche Investitionen sind tabu und alles was sich irgendwie privatisieren lässt wird verscherbelt. Privatisierungen sind übrigens auch eine gute Einnahmequelle für die Banken und die Wirtschaft.

"schlussendlich wird europa als Anhäufung einzelner kleiner Staaten
weltpolitisch eher in der Bedeutungslosigkeit versinken."

Den Abgesang auf Europa höre ich seit 30 Jahren immer wieder. Diese Szenarien gehen aber davon aus, dass in anderen Regionen alles bestens läuft und hier alles den Bach runtergeht - und der europäsche Niedergang keine Auswirkung auf Andere hätte.

Das ist aber unrealistisch. China, Indien und Russland haben ebenso wie die USA und Brasilien noch Aufgaben vor sich, gegen die unsere Konstruktionsfehler der Währungsunion und die gestiegene Staatsverschuldung noch vergleichsweise klein wirken.

Beitrag von serafina.1 - 09.11.11 - 23:00 Uhr

"Welche Gefahr besteht denn da?"
--------ich würd da einfach mal vorschlagen in einem alten schulatlas :-)
die entsprechende region rauszusuchen und dann ein bisschen den Finger nach Osten und Süden wandern zu lassen....;-)

was china betrifft sehe ich das anders als du. beim rest gebe ich dir recht.

"Abgesang auf europa dreissig Jahre lang!" find ich unangebracht. seit 2008 allerdings finde ich es realistisch. europa wird nicht in die Steinzeit zurückkehren nur weil die EU nicht mehr in ihrer jetzigen form bestehen wird, sondern in einen kern-raum und lose involvierte Staaten zerfallen wird, aber es wird eine sehr harte zeit auf die Bevölkerung von europa zukommen. die Idee eines geeinten europas- oder besser gesagt die Idee der vereinigten Staaten von europa, mit eigenér zentralregierung und allen Befugnissen eines souveränen Staates, als global player - ist meiner Meinung nach durch die Finanzkrise liquidiert worden.
und ich muss sagen, das finde ich sehr bedauernswert.

LG

serafina.

Beitrag von james10 - 10.11.11 - 10:48 Uhr

"die Idee eines geeinten europas- oder besser gesagt die Idee der vereinigten Staaten von europa, mit eigenér zentralregierung und allen Befugnissen eines souveränen Staates, als global player - ist meiner Meinung nach durch die Finanzkrise liquidiert worden."

Nun ja :-) Zumindest lebt die Idee einer europäischen Fiskalunion weiter.
Schäuble und viele andere Politiker, egal welcher Parteien, haben ja bereits darauf hingewiesen. und ich denke, dass ist ein Zeichen dafür, dass sie gerade die Bevölkerung darauf vorbereiten.
Im Hintergrund sind sie sicherlich schon viel viel weiter.

Aber ihr habt Recht. Deutschland und Europa werden sich verändern.

Beitrag von ong_xa - 10.11.11 - 16:55 Uhr

Die Türkei und Griechenland sind beide in der Nato. Griechenland ist in der EU und die Türken wollen in die EU. Das sind keine schlechten Voraussetzungen um über Abrüstung zu verhandeln. Es gibt aber noch nicht einmal Vorschläge in diese Richtung - dabei sollte das doch eigentlich Vorraussetzung sein, um überhaupt über eine Mitgliedschaft / privilegierte Partnerschaft (was auch immer das sein soll) der Türkei zu sprechen.

"was china betrifft sehe ich das anders als du"

China hat mit Sicherheit großes Potential, aber auch jede Menge Probleme für die Zukunft zu lösen. Ich will nicht zu sehr ausschweifen, daher nur in paar Stichpunkte:

- Tibet und Taiwan
- Korea
- Demographie (Folgen der 1-Kindpolitik) und Rassismus
- Wiedersprüche im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System
- fehlende Balance in der Verteilung von Wohlstand und Fortschritt
- Exportabhägigkeit
- Umweltprobleme in den Städten
- Konkurrenz mit Indien

Das fällt mir dazu auf die Schnelle ein, es ist aber noch nicht Alles.

"Abgesang auf europa dreissig Jahre lang"

Es gab in den letzten 30 Jahren eine Menge Schwanenlieder zur EU und zur westlichen Kultur. Das begann in den 80ern mit der Angst vor Japan und Ichiban, später dann die arabischen Staaten, noch später dann die BRIC und nun ist es die Finanzkrise. Es gibt permanent Änderungen in der Welt, aber Trends sind immer endlich.

Beitrag von serafina.1 - 10.11.11 - 19:13 Uhr

in meinen Augen ist die Finanzkrise die einzig ernstzunehmende von allen Interpretationsversuchen eines Grundes für Abgesänge auf die EU....
und in den Achtzigern war europa noch in west und Ost geteilt.
die EU ist heute praktisch dort wo sie immer hin wollte....
wenn nur die von aussen verursachte Finanzkrise nicht wäre.
friede und Einheit auf diesem so besonders schönen Kontinent
wäre das beste für alle Völker die hier leben.....
ich sehe nur dass gerade das was das wünschenswerteste wäre momentan brutal demoliert und zerstört wird. aber erst wenn alle teile einer heilen Welt auseinanderbrechen wird es wirklich allen bewusst werden was da genau passiert ist.
LG serafina.