Hallo,
ich brauche mal eure Meinungen oder auch euren Rat.
Meine Tochter, fast 28 Monate alt, hat ihr Kinderzimmer bei uns in der ersten Etage. In der letzten Zeit weigert sie sich, die Treppen runter zu laufen, die sie nebenbei bemerkt wunderbar ohne Hilfe bewältigen kann. Sie sitzt dann auf den Stufen, schreit, weint und kreischt völlig hysterisch: "Ich kann nicht laufen, ich kann die Treppe nicht runtergehen." Manchmal kommt noch ein: "Ich bin noch zu klein, ich bin ein Baby."
Ich halte mich in meiner Erziehung für konsequent, bin aber, wenn es nicht um etwas lebenswichtiges geht, zu Kompromissen bereit.
Im Fall "Treppenlaufen" habe ich alles probiert, ich habe sie versucht zu überzeugen, dass sie es doch schon kann, habe geschimpft, bin hart geblieben, habe sie auf der Treppe sitzen lassen (war natürlich da, damit ihr nichts passiert), habe sie heruntergetragen und ihr im Anschluss gesagt, dass mich ihr Verhalten traurig macht und ärgert. Nichts hilft 
Ich weiß, sie ist noch klein, aber in anderen Situationen kann man auch relativ gut mit ihr reden.
Ein Gang nach unten dauert in den letzten Tagen gerne mal 20 Minuten oder auch länger, dazu kommt, dass ich im Moment krank und dadurch nicht so belastbar bin. Das Ganze zehrt ganz schön an meinen Nerven und ich frage mich, was das Ganze eigentlich soll? 
Was würdet ihr tun? Wie würdet ihr euch verhalten?
Danke schon einmal für eure Antworten!
"Ich kann nicht laufen!!!"
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Beitrag von mummymia - 07.11.11 - 16:21 Uhr
Beitrag von ellannajoe - 07.11.11 - 17:06 Uhr
Hallo,
ich würde sie auf alle Fälle unterstützen, die Hand reichen und immer wieder mut zu sprechen. Dann vergeht die Angst ganz schnell und sie macht es bald wieder alleine. Manchmal reicht einfach ein aufgeschnappter Kommentar von anderen Leuten, um die Kleinen zu verunsichern und Angst zu machen.
Mach ihr kein schlechtes Gewissen, manchmal sind die Ängste für uns nicht nachvollziehbar, aber für unsere Kinder sehr real.
Beitrag von sarahg0709 - 07.11.11 - 17:21 Uhr
Hallo,
hilf ihr. Nicht indem Du sie trägst und ihr dann sagst, dass Du Dich ärgerst oder traurig bist.
Geh mit ihr zusammen die Treppe. Langsam. Immer mal wieder.
Zum einen kann es sein, dass sie Deine Aufmerksamkeit möchte. Ein Baby bekommt Aufmerksamkeit, also wird sie ein Baby, damit Du ihr Aufmerksamkeit schenkst.
Variante 2: Es tut ihr wirklich etwas weh und sie fühlt sich nicht wohl. Meine Tochter hatte in diesem Alter eine Phase, wo sie das Laufen komplett eingestellt hat, weil sie krank war. Ich muss gestehen, am Anfang habe ich auch gedacht, sie will mich nur ärgern 
Deine Tochter braucht Deine Liebe und Unterstützung.
LG
Beitrag von locke1910 - 08.11.11 - 06:54 Uhr
Hi.
Manchmal haben Kinder Phasen, wo sie scheinbar etwas verlernen bzw regelrecht Angst vor einer eigentlich bekannten Situation entwickeln...
Der Grund kann verschieden sein (Du sagst selber, Du bist gesundheitlich angeschlagen - uU überträgt sie die Unsicherheit darüber auf die Treppe?); ich würde ihr einfach meine Hilfe anbieten...
Wahrscheinlich hilft es Euch beiden, wenn Du ihr da etwas entgegenkommst, auch, wenn es anstrengend ist; ein Machtkampf darüber, ob sie alleine gehen kann oder nicht, empfände ich allerdings als anstrengender
Meine hatten solche Phasen auch immer wieder, ich habe sie kommentarlos hingenommen, weil ich ja weiß, dass sie es eigentlich können und auch wieder "alleine" können werden; Rückfälle im Trockenwerden, Angst vor bekannten Situationen usw - ich habe sie da "abgeholt" und kein großes Bohei gemacht (obwohl ich gestehe, manchmal, wenn eine Sache sich von Kind zu Kind wiederholte, ich schon echt angefressen war -aber jeder der Bagaluten hat das Recht auf "seine" Phase...) und nach recht kurzer Zeit gab es sich von alleine; einfach, weil sie es zb eilig hatten und keinen Gedanken an ihre "Macke" verschwendeten...
Keine Sorge, ich bin mir sicher, Deine Kleine wird, wenn Du gelassen bleibst und ihr die Sicherheit gibst (ohne jetzt explizit die Treppe anzusprechen), bald wieder alleine losgehen
Glg, Locke
Beitrag von mummymia - 08.11.11 - 12:01 Uhr
Danke für eure Antworten, wir werden dann mal weiter sehen!
Liebe Grüße!
Beitrag von dominiksmami - 08.11.11 - 13:46 Uhr
Huhu,
das erinnert mich an was....
ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen, aber wenn ich ernsthaft nachdenke dann muß das wohl gut 25 Jahre her sein.
Ich ging schon seit einigen Jahren reiten ( habe mit 7 damit angefangen) und habe von Anfang an immer viel im Stall mitgeholfen, die Ponys geputzt, gefegt etc.
Plötzlich von heute auf morgen hatte ich Angst hinter den Ponys ( standen damals noch in Ständern *grusel*) herzulaufen...ich hatte wirklich panische Angst sie würden treten wenn ich das mache. Ich bekam auch Angst in den Ständer rein zu gehen um ein Pony rauszuholen.
Ja einmal stand ich wie angewurzelt mit dem Sattel davor und wagte mich nicht auch nur einen Fuß dort rein zu setzen.
Mein Reitlehrer bekam das sehr früh mit, er sah es mir einfach an und ich war wohl nur eine von ganz schrecklich Vielen denen das so ging.
Weißt du was er gemacht hat? Er hat mich einfach, wann immer er Zeit hatte, begleitet, oder mir jemanden geschickt ( von den großen Mädels oder jUngs) der das machte.
Ohne viel "du bist doch schon so lange hier" oder "du kannst das doch schon so gut" Gerede haben sie mir einfach geholfen, gingen mit mir in den Ständer, haben mit mir die Pferde gesattelt und haben mir in schönster Selbstverständlichkeit vorgelebt was ich scheinbar vergessen hatte... Vertrauen zu den eigenen Fähigkeiten, Vertrauen zu den doch so geliebten Tieren und mit und mit kam dieses Vertrauen wieder.
Irgendwann wußte ich wieder ganz genau das ich das KANN und ich konnte es doch richtig gut... stand Tinka bei mir nicht viel ruhiger als bei den anderen wenn ich den Sattel auflegte? Hörte nicht sogar der hibbelige Begood auf zu hibbeln wenn ich ihm die Ohren kraulte? Ja natürlich....ich KONNTE das!!
Was das mit deiner Tochter zu tun hat?
Ich vermute sie hat aus irgendeinem Grund das Vertrauen inre "Treppenlauffähigkeiten" verloren, irgendwann zwischen dem letzten unbeschwerten "Runterhüpfen" und heute ist ihr bewußt geworden das so eine Treppe große Gefahren birgt.
Damit hat sie doch überhaupt nicht so unrecht...Treppen KÖNNEN gefährlich sein, wenn man nicht aufpasst, wenn man sie noch nicht richtig laufen kann oder wenn man ganz einfach nur glaubt man könne es nicht.
Nimm sie an die Hand, hilf ihr wo sie Hilfe braucht und die braucht sie offensichtlich.
Sie ist erst 28 Monate alt 
lg
Andrea
Beitrag von querulantin123 - 08.11.11 - 19:11 Uhr
Meine wird auch lieber getragen. Dann trag ich sie halt.Ich seh da jetzt nicht das Riesenproblem.
Beitrag von anira - 09.11.11 - 09:05 Uhr
HUST BITTE?????
du schimpfst mit ihr das sie keine treppen läuft?
du sagst ihr ds du traurig bist weil sie nicht läuft
du lässt sie dumm auf der treppe sitzen weil du sie nicht tragen willst?
sorry aber wer keine probleme hat macht sich welche
wenn dein kind dich um 6 uhr morgen anschreit weil es süssigkeiten will
oder
ab herd rum spielen will oder
würde ich das ja verstehen
aber DAS
das ist sorry wirklich lächerlich in meinen augen!
mein gott nimm dir dein kind trag es die 12 stufen runter und legt dich im wohnzimmer auf die couch thema ende
Beitrag von zahnweh - 10.11.11 - 00:47 Uhr
Hallo,
das hatte meine in dem Alter auch.
Dann hab ich eben was raufgetragen und bin zu ihr und mit ihr an der Hand rauf. Runter ebenso.
Nach ein paar Wochen fuhr sie mich an "alleine, ich groß!" 
Noch eine Frage:
offene Treppen (mit Lücken zwischen den Stufen) oder geschlossene?
Ich selbst mag die offenen bis heute nicht. Bis zur Pubertät hab ich mich an jeder vorsichtig runtergetastet. Inzwischen gehts, wenn ich keine rutschigen Socken anhabe.
Geschlossene Treppen haben mir nie was gemacht.
Meine ist eher "ich mach und dann seh ich schon obs klappt". Bei offenen Treppen ist sie mal mehr, mal weniger vorsichtig. Je nachdem, ob sie mit den Gedanken woanders ist (kein Problem) oder ob sie die Lücken bewusst sieht (dann fragt sie nach Hilfe)
Beitrag von mummymia - 10.11.11 - 11:29 Uhr
Hallo Andrea, hallo Zahnweh,
vielen Dank für eure Antworten bzw. Denkanstöße 
Nein, unsere Treppe ist geschlossen und das Problem lag auch nur am runtergehen. Rauf gab es nie Gemotze.
Die Kleine ging aber auch nicht an meiner Hand oder mit sonstiger Hilfestellung, sie ging gar nicht.
Ich schreibe "ging", weil sich diese Phase erledigt zu haben scheint. Genau wie früher geht sie die Treppe wieder sicher und vorsichtig herunter, ich freue mich so! 
Und @ Anira: Selbst wenn es nur 12 Stufen wären, könnte ich sie im Moment nicht herunter tragen und auf die Couch legen kann ich mich auch nicht. Ich bin im Moment relativ bewegungsunfähig (Schätzelein, isch hab Rücken!). Ich habe ja geschrieben, dass ich krank bin, klar, ich habe nicht geschrieben, was ich habe, aber trotzdem finde ich den "Tonfall" bei deiner Antwort nicht in Ordnung.
Auf jeden Fall hat sich unser Problem wieder in Luft aufgelöst!
Noch einmal vielen Dank für eure Antworten, es hat ja geholfen. 
Ich scheine meiner Tochter ja das Hindernis, weswegen sie die Treppe nicht mehr laufen konnte, von der Seele geschrieben zu haben. Danke!!!
