Da ich immer so gern gelesen habe hier und mir fest vorgenommen habe wieder was zurückzugeben schreibe ich heute endlich auch mal meinen Geburtsbericht um euch auch eine spannende Geschichte zu bieten.
Mein ET war der 29.08.11 und ich war schon ganz gespannt wann und vor allem WIE es nun endlich losgehen würde. Meine Zwillinge, die 2006 geboren waren kamen 7 Wochen zu früh und per Kaiserschnitt zur Welt ohne das ich Wehen hatte. Also alles Neuland für mich und ich habe natürlich das ganze Internet nach Informationen durchforstet. An ET+1 hatte ich dann die sog. Zeichnungsblutung und hab mich so gefreut ein Zeichen zu bekommen das es nun doch endlich losgeht denn mein Wasser und meine Füße machten mir doch schon ziemlich zu schaffen und die 1. Woche Urlaub meines Freundes war auch schon rum. An ET+2 und 3 setzten immer mal wieder sowas wie Kontraktionen ein die am Abend des 1. Sept. anhielten. Ich spürte sie nur unterhalb des Schambeins und empfand sie als sehr drückend und trotzdem später doch schmerzhaft. Da ich nun nicht wusste ob es nun DIE Wehen sind, fuhren wir gegen 1 Uhr in der Nacht mal ins KH (2 min mit dem Auto). Die Hebamme hat alles aufgenommen, CTG gemacht und nach dem Mumu geschaut und naja auf dem CTG war nicht wirklich was zu sehen und der Mumu war gerade mal weich :o(
Sie gab mir noch 2 Buscopan mit und schickte mich erstmal wieder heim. Meinem Freund hab ich gesagt er soll bisl schlafen. Ich konnte leider nicht schlafen....nahm ne Buscopan allerdings hat die mich nur während den Wehenpausen wahnsinnig schlapp und müde gemacht. Die 2. half auch nicht viel mehr. Die Wehen kamen so alle 8-12 min irgendwann hatte ich nicht mehr auf die Uhr geschaut. Um 4 wollte ich nicht mehr daheim bleiben und fuhr mit meinem Freund wieder ins KH. Also wieder CTG und Mumu immernoch weich. Ab in die Wanne was auch nicht so toll war lediglich der Bauch hat nicht mehr so gestört. So zog sich das ganze über den Tag hinweg....ich war hundemüde und immernoch alle 10 min Wehen. Ne PDA wollten sie mir nicht geben da ich schon einen KS hatte. Irgendwann am späten Nachmittag des 2. Sept. konnte ich nicht mehr es ging nichts vorwärts, die Schreie im Kreissaal machten mir unheimlich Angst und ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Jetzt dachte ich ernsthaft über einen erneuten KS nach. Dabei wollte ich das gar nicht und hab mich wie eine Versagerin gefühlt (hinterher). Da ich keine PDA so bekommen hätte bot mir die Oberärztin dann nach 20 Std. Wehen den KS an, denn der Mumu war da gerade mal nen halben cm auf. Ich willigte ein wenn auch mit Bedenken aber ich konnte nicht mehr.
Mein Freund sah auch nicht sehr glücklich aus. Nun nachdem alles vorbereitet war ab zum Anästhesisten und das Gespräch ergab nix PDA da Bandscheibenvorfall, also Vollnarkose. Oh Mann nun hatte ich doch schon Bammel. Ich lag auf dem OP Tisch und hab gezittert, auch vor Angst. Dann bin ich eingeschlafen.....
....aufgewacht unser Prinz ist am 2. Sept. um 19:49 Uhr geboren wog 3570 g und war 30 cm , KU war 35,5 cm. Das Fruchtwasser war wohl schon grün. Also ich bin aufgewacht und hatte nur aua aua aua gejammert, hab dann was bekommen dann ging es erstmal. Mein Freund kam mit dem Kleinen rein aber ich war noch zu benebelt um diesen Moment irgendwie richtig mitzubekommen. Es war auch nur kurz. Denn wie ich gleich erfahren musste lag ich auf der Intensivstation. Die Oberärztin, die mich operiert hat, kam rein und erzählte mir in benebelten Zustand das etwas schief gegangen sei. Durch den 1. KS waren wohl soviele Verwachsungen und meine Blase wurde verletzt also die Harnblase. Außerdem hatte ich zuviel Blut verloren und bekam Blutkonserven. Das alles hatte ich erst ein paar Stunden später registriert. Es kamen ständig irgendwelche Ärzte in mein Zimmer und sahen aus als hätten sie alle ein schlechtes Gewissen. Tja das Ende vom Lied war ich musste noch 2 Tage auf Intensiv bleiben weil ich zu hohen Blutdruck hatte und mein Puls war zu hoch.
Dann musste ich noch 2 Wochen im KH bleiben wegen der Blase....tja also alles so wie ich es mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt habe. Aber ich liebe mein Baby über alles und er entschädigt mich für alle.
Alles Liebe euch Schwangeren
Caleidoskop mit Felix
Wenn alles anders kommt....Unser Felix geb. am 2. Sept.
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Beitrag von caleidoskop - 08.11.11 - 20:24 Uhr
Beitrag von cherrycologne83 - 09.11.11 - 09:08 Uhr
Herzlichen Glückwunsch! 
Ich hab eine kurze Frage:
Ich hab ziemlich Angst vor der Geburt. Kann ich dann, wenn ich das Gefühl habe, es nicht mehr zu schaffen oder die Kräfte einfach nachlassen, mich spontan für einen KS entscheiden? Geht das so einfach?
Alles Gute!!
Steffi & Püppi (36. ssw)
Beitrag von bophut - 09.11.11 - 09:26 Uhr
Guten Morgen Steffi,
Du hast ja gestern auch schon auf meinen Bericht geantwortet und scheinst wirklich sehr verunsichert zu sein, was die Geburt betrifft.
Ich denke, das ist völlig normal und geht jeder Frau so, auch wenn sie schon Kinder geboren hat.
Mit meinen beiden Kindern bin ich nicht die Erfahrung in Person, aber ich denke, wenn Du Dich auf das einlässt, was kommt und Dir immer bewusst machst, dass Du mit jeder schmerzhaften Wehe Deinem Kind näher kommst (und vor allem dem Ende der Geburt), dann ist das eine gute und positive Einstellung. Ich habe mir ja immer vorgestellt, wie fürchterlich es werden wird. Ich war darauf vorbereitet, etwas zu erleben, dass ich nicht ertragen werde. Das und vor allem die Freude auf die Geburt (ich wollte es ja unbedingt erleben und sehen, ob ich es schaffe) haben dazu geführt, dass das Geburtserlebnis so positiv für mich war und ich gern daran zurück denke. Und wenn Du mittendrin bist, scheinst Du auch manches nicht mehr zu registrieren (so fühlte es sich mitunter für mich an). Ich habe einfach das gemacht, was die Hebamme mir gesagt hat und es funktionierte.
Ob Du Dich selbst spontan umentscheiden kannst, ist mir nicht bekannt. Ich denke, wenn eine Indikation da ist, werden sie einen Kaiserschnitt machen, oder wenn es einen Geburtsstillstand gibt. Aber denke nicht, dass ein Kaiserschnitt ein Spaziergang ist.
Also, Kopf hoch und versuche, positiv an die Sache zu gehen, dann wird es auch klappen.
Viele Grüße!
Beitrag von cherrycologne83 - 09.11.11 - 09:29 Uhr
DANKEEE! 
Chakka!! Ran an die Murmel!
Beitrag von svala - 09.11.11 - 19:29 Uhr
Hallo Steffi,
nein, im Regelfall geht das nur, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Wenn man einen Wunschkaiserschnitt will, dann muss man das mitteilen, bevor man Wehen hat, weil es dann eben ein Eingriff ist der nicht medizinisch indiziert ist. Da werden besondere Anforderungen an die Aufklärung gestellt, da ein KS ja auch nicht so ganz ungefährlich ist - insbesondere für die Mutter.
Wenn eine Frau erstmal Wehen hat, dann gibt es in einem seriösen KH nur noch die Möglichkeit eines sekundären KS oder NotKS bei einer entsprechenden medizinischen Indikation. Das liegt daran, dass eben viele Frauen während der Wehen ein Stadium erreichen, in denen sie um den KS betteln obwohl sie ihn eigentlich nie wollten. Eine juristisch wasserdichte Aufklärung einer solchen Patientin ist aber nicht möglich und es gibt genug Frauen, die dann nach dem KS - vor allem wenn was schiefgehen sollte - ihre Entscheidung ggf. bereuen. Dann müsste das KH im schlimmsten Fall auch mit einer Klage rechnen.
Allerdings gilt als medizinische Indikation für einen KS grundsätzlich auch die mütterliche Erschöpfung. D.h., wenn es wirklich so wäre, dass Du nicht mehr kannst, dann kann das KH einen sekundären KS machen. Allerdings eben nicht nur, weil Du es Dir wünschst, sondern weil eben objektiv dann auch die Voraussetzungen vorliegen, indem die Ärzte eben sicher sind, dass Du jetzt wirklich nicht mehr kannst.
Ich würde mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit denen dir Ärzte und Hebammen helfen können und werden, wenn Du das Gefühl hast nicht mehr zu können. Und wenn es wirklich nicht mehr geht, dann wirst Du auch einen KS bekommen. Und ganz ehrlich, ich würde nicht wollen, dass man mir einen KS macht, nur weil ich vielleicht mal bei einer schlimmen Wehe sage, dass ich nicht mehr kann.
Viele liebe Grüße
Svala (NotKS 2008 in der Austreibungsphase nach 2 h Presswehen und jetzt 28 SSW in der Hoffnung spontan entbinden zu können)
Beitrag von caleidoskop - 09.11.11 - 20:05 Uhr
danke deine Antwort ist sehr mitfühlend...fühlte ich mich nicht ohnehin schon besch***** hat mich dein Beitrag nun noch weiter runtergerissen ein völliger Versager zu sein. Merci
Beitrag von rosebud-78 - 09.11.11 - 23:20 Uhr
hallo caleidoskop...
fühl dich bitte nicht als versager, denn du hast ja wohl mehr als genug stunden mit dem wehenschmerz zu kämpfen gehabt...
irgentwann ist die kraft und (vielleicht) auch die motivation nicht mehr ganz so präsenz um eine spontane geburt durchzuhalten. ich habe zwei kinder spontan geboren. deshalb kann ich den wehenschmerz nachvollziehen. ich kann auch nachvollziehen, daß man irgentwann an dem punkt kommt, wo man nicht mehr will, nicht mehr kann...
du hast dich absolut richtig entschieden, du sagtest ja, daß fruchtwasser war grün. d.h., dein kind stand unter stress. und wenn man das aus dem gesichtspunkt sieht, kann man ja von versageb gar nicht sprechen... 
also, herzlichen glückwunsch zu deinem mäuschen... 
liebe grüße angela
Beitrag von svala - 10.11.11 - 19:24 Uhr
Hallo,
ich verstehe jetzt zwar nicht, warum Dich mein Beitrag runtergerissen hat
, es tut mir aber trotzdem leid.
Es war übrigens auch eher eine Antwort an Steffi und weniger an Dich, deswegen habe ich ja auch auf ihren Beitrag geantwortet. Sie wollte wissen, ob ein Wunschkaiserschnitt jederzeit möglich ist und ich meine, dass ich ihr diese Frage sachlich beantwortet habe
.
Ich gehe übrigens davon aus, dass Du einen sekundären KS hattest und keinen Wunschkaiserschnitt, da es eben so lange nicht voran ging. Was ist schlimm daran?? Klar, ein KS - vor allem wenn man sich eine spontane Geburt gewünscht hat - ist immer was an dem man zu knabbern hat, aber da bist Du sicher nicht alleine. Mein Kleiner wäre bei der Geburt beinahe gestorben. Ich habe mir auch sehr eine spontane Geburt gewünscht gehabt. Auch bei mir kam es anders. Ich habe noch auf dem Kreißsaalbett für mich völlig überraschend einen NotKS bekommen. Da gab es vorher keine Aufklärung mehr sondern es ging einfach der Alarm los und viele Ärzte und Schwestern stürzten in den Raum, schmissen OP - Besteck auf den Wickeltisch, mir wurde Desinfektionsmittel auf den Bauch gekippt und dann war ich plötzlich weg. Ich bin eingeschlafen mit dem Gedanken, dass ich meinen Kleinen vielleicht nie lebend sehen werde. Auch in bin auf der Intensivstation wach geworden. Mein Kind konnte ich erst am dritten Tag sehen, da er auf der Kinderintensivstation eines anderen Krankenhauses lag und ich nicht aufstehen konnte um zu ihm zu fahren. Ich glaube daher, dass ich durchaus ein bisschen nachfühlen kann, wie es Dir geht.
Aber sich als Versager zu fühlen, nur weil es spontan nicht geklappt hat, ist Quatsch. Ich sehe das heute so, dass ich mir für mich eine spontane Geburt gewünscht habe und für mein Kind, dass es gesund auf die Welt kommt. Wie gerne verzichte ich auf ein spontanes Geburtserlebnis, wenn ich dadurch sicherstellen kann, dass mein Kind keinen schaden nimmt.
Du hast sicher in Deiner Situation die richtige Entscheidung getroffen - für Dein Kind. Das ist kein versagen sondern einer der größten Liebesbeweise für Dein Kind.
Viele liebe Grüße
Svala
Beitrag von caleidoskop - 10.11.11 - 19:49 Uhr
tut mir Leid habe ich womöglich falsch aufgefasst weil es mir nahe geht dieses Thema nach dem ganzen Desaster. Aber man wird so schnell abgestempelt wenn man sich auch noch freiwillig für einen KS entscheidet. Hinterher ist man immer schlauer.
Euch auch alles Gute....
lg C. deren Hormone noch nicht richtig im Lot sind
Beitrag von svala - 10.11.11 - 20:03 Uhr
Hallo,
das hast Du wirklich falsch verstanden
. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist. Ich habe mir oft gesagt, dass ich eigentlich froh bin, dass die Ärzte das für mich entschieden haben und ich gar nicht mehr gefragt wurde
. Aber dafür habe ich mir auch lange Vorwürfe gemacht, dass ich das Leben meines Kindes aufs Spiel gesetzt habe und nicht "gespürt" habe, dass es ihm so schlecht geht
.
Du hast Alles versucht und dann noch viel in Kauf genommen um Deinem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Versuche es so zu sehen. Und ich bin mir wirklich sicher, dass die Ärzte den KS bei Dir nur gemacht haben, weil es eben den medizinischen Grund gab, dass es nicht vorwärts ging und nicht - weil Du es unbedingt gewollt hättest. Es ging einfach nicht mehr, genau wie bei mir und sehr vielen Frauen vor und nach uns auch.
Viele liebe Grüße
Svala
Beitrag von caleidoskop - 11.11.11 - 07:37 Uhr
Ja hinterher denkt man sich halt doch warum habe ich nicht länger ausgehalten.....und warum gehts bei anderen so schnell und die stecken die Schmerzen gut weg? Hätte vorher nie gedacht das ich mir darüber Gedanken mache....beim 1. KS war das nicht so weil ich es nicht in der Hand hatte. Es hilft ein wenig darüber zu schreiben. Mir wird das auch alles erst jetzt bewusst.
Beitrag von fain - 10.11.11 - 22:43 Uhr
Wieso konnte man dir wegen dem vorangegangenen KS keine PDA geben?
Beitrag von caleidoskop - 11.11.11 - 07:35 Uhr
Also die OÄ, die mich später auch operiert hat meinte die Gefahr eines Gebärmutterrisses ist bei einem vorangegangen KS da und mit einer PDA würde man ja nichts merken wenn was passiert. Ich hab keine Ahnung ob das so Gang und Gebe ist aber sie wollte mir keine geben. Aber durch den Bandscheibenvorfall den ich mal hatte wäre eine PDA sowieso aussichtslos gewesen.
lg
