Pflegegeld

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Beitrag von acaena - 10.11.11 - 07:33 Uhr

Hallo,
meine Mutter lebt seit Anfang des Jahres in einem Pflegeheim, ca. 500km von mir entfernt. Sie wollte damals unbedingt in ihrer Umgebung bleiben. Sie hat dort viele Bekannte. Nun ist es aber so, dass sie mittlerweile gar niemand mehr besuchen kommt. Ich selbst kann nur 1-2 mal im Monat dahin. Deshalb überlege ich, ob wir sie nicht doch zu uns holen.
Dann kann ich sie wenigstens jeden Tag besuchen usw.
Zur Zeit kann sie den Pflegesatz selbst bezahlen. Allerdings wurde jetzt die Pflegestufe 3 beantragt. In dem Heim, wo sie jetzt ist würden ihr dann noch 100,--€ bleiben, was schon recht knapp ist für Medikamente, Frisör etc.
Würden wir sie zu uns holen, müsste sie deutlich mehr bezahlen für den Heimplatz. Ihr Erspartes wäre dann ziemlich schnell weg. Im Moment ringe ich mit mir, was ich machen soll. Es gibt ja auch finanzielle Hilfen, aber ich weiß nicht, wo ich mich hinwenden soll.
Ist da das Sozialamt zuständig? Oder gibt es das nicht mehr?

lg Heidi

Beitrag von arkti - 10.11.11 - 08:39 Uhr

Als erster wird dann geguckt wie es finanziell bei dir ausschaut bzw bei deinen Geschwistern wenn du welche hast.

Beitrag von acaena - 11.11.11 - 07:02 Uhr

Danke für deine Antwort. es ist mir schon klar, dass erst die Geschwister herangezogen werden. Mir ging es eher um allgemeine Informationen dazu.

Beitrag von siomi - 10.11.11 - 09:54 Uhr

Zuerst wird das Sozialamt prüfen ob du oder deine Geschwister unterhaltspflichtig sind. Falls sie Sozialhilfe bekommt, könnt ihr den Umzug vergessen. Das Sozialamt wird nicht freiwillig mehr bezahlen, nur das ihr sie öfter besuchen könnt.

LG

Beitrag von zwiebelchen1977 - 10.11.11 - 10:20 Uhr

Hallo

DAs ist absoluter Quatsch. Ich arbeite selbst im Altenheim. Wir haben viele BEwohner, die aus ihrer Heimat zu uns gezogen sind, weil die Kinder hier leben. Und das Sozialamt zahlt die Kosten, obwohl das Haus teuer ist, als das Alte.

Bianca

Beitrag von siomi - 10.11.11 - 10:42 Uhr

Siehst du, ich auch und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie nicht zahlen. :-p

Beitrag von zwiebelchen1977 - 10.11.11 - 10:51 Uhr

Das ist dann aber eher die Ausnahme. Dann war da noch was anderes im Spiel. Grundsätzlich kann man sich das Heim aussuchen, indem man wohnen möchte(auser Rezidenzen, die extrem überteuert sind). Und dann MUSS das Sozialamt zahlen.

Bianca

Beitrag von siomi - 10.11.11 - 11:06 Uhr

Ich kenne es nur so. Wir hatten im letzten Jahr häufiger den Wunsch von Bew. zu wechseln, da ein neues Heim in deren Nähe aufgemacht hat. Das hätte ca 200E im Monat mehr gekostet und wurde vom Sozialamt jedes Mal abgelehnt. Auch Widerspruch war zwecklos. Selbiges weiß ich von anderen Häusern in anderen Bundesländern.

Also behaupte bitte nicht das ich absoluten Blödsinn erzähle. Vielleicht ist das eine Glückssache ob es genehmigt wird oder nicht, jedenfalls ist es nicht die Regel.

Beitrag von zwiebelchen1977 - 10.11.11 - 11:11 Uhr

Nun ja. Wir hatten im letzten Jahr 7 Bewohner, die zu uns aus eimen anderen Haus gekommen sind und unser Haus hat 300 Euro mehr gekostet. War nie ein Problem. Es muss halt der Einzelfall gebrüft werden

Sieh mal hier
http://www.diakonie-baden.de/PDF_Dateien/Publikationen/wunsch-undwahlrecht_flyer.pdf

BIanca

Beitrag von acaena - 11.11.11 - 07:38 Uhr

Danke für den Link, der hilft mir schon mal ein Stück weiter. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich sie wirklich hierher hole. Mal möchte sie , mal nicht. Außerdem habe ich noch zwei Brüder, der eine wohnt noch weiter weg und kümmert sich nicht, der andere wohnt ganz in der Nähe hat aber zu ihr seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr.
Ich habe auch gar keine Ahnung, inwieweit die beiden ein Mitspracherecht haben, wo unsere Mutter wohnen soll. Die Betreuungsvollmacht habe allerdings nur ich. Zur Bezahlung herangezogen würde wahrscheinlich nur einer der beiden. Der andere hat eine Privatinsolvenz am laufen.

lg Heidi

Beitrag von acaena - 11.11.11 - 07:28 Uhr

Auch dir Danke für deine Antwort. Es ist mir schon klar, dass erst die Geschwister herangezogen werden. Mir ging es eher um allgemeine Informationen dazu und wo ich die herbekomme. Die Links hier haben mir ja schon weitergeholfen.
Ich weiß ja auch noch gar nicht, ob es wirklich so kommen soll. Mache mir halt Gedanken darüber.

lg Heidi

Beitrag von zwiebelchen1977 - 10.11.11 - 10:19 Uhr

Hallo

Zuersteinmal wird geschaut, was deine Mutter noch an Ersparten hat(bis auf den Freibetrag von 3500 Euro). Dann wird zuerst das aufgebraucht. Bevor dann das Spzialamt einspringt, sind zuersteinmal die Kinder dran.

Dann erst wird das Sozialamt einspringen.

Bianca

Beitrag von wasteline - 10.11.11 - 16:36 Uhr

Wenn es an ihrem Wohnort keine Familie gibt, dann wird das Sozialamt keine Probleme wegen des Umzugs bereiten. Und bis Kinder unterhaltspflichtig werden, müssen sie schon ziemlich gut verdienen

http://www.monero.de/geld-sparen/verbraucherrecht/muessen-kinder-pflegeheim-aufenthalt-der-eltern-zahlen.html

Beitrag von acaena - 11.11.11 - 07:40 Uhr

Danke für den Link, der hilft mir schon viel weiter. Mir war bisher nicht so recht klar, wo ich mich hinwenden soll.
Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich sie wirklich hierher hole. Mal möchte sie , mal nicht. Außerdem habe ich noch zwei Brüder, der eine wohnt noch weiter weg und kümmert sich nicht, der andere wohnt ganz in der Nähe hat aber zu ihr seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr.
Ich habe auch gar keine Ahnung, inwieweit die beiden ein Mitspracherecht haben, wo unsere Mutter wohnen soll. Die Betreuungsvollmacht habe allerdings nur ich. Zur Bezahlung herangezogen würde wahrscheinlich nur einer der beiden. Der andere hat eine Privatinsolvenz am laufen.

lg Heidi

Beitrag von lavala - 10.11.11 - 20:18 Uhr

Du solltest das zuallererst mit Deiner Mutter besprechen, ob sie das überhaupt will.

Beitrag von acaena - 11.11.11 - 07:50 Uhr

Danke für deine Antwort. Genau da stehe ich eben vor einem riesigen Problem, dass mir ziemlich zu schaffen macht. Im Frühjahr hatte ich bereits einen Heimplatz hier - den wollte sie nicht. Also habe ich abgesagt. Zwei Tage später wollte sie plötzlich doch, da war der Platz natürlich weg.
Es ist immer noch so, mal will sie, mal nicht. Für mich ist es insofern schwer, dass ich eben nur 1 oder 2 Mal im Monat hin kann. Mehr ist finanziell und auch zeitlich nicht drin. Es ist jedes Mal ein riesiger organisatorischer Akt für mich. Es macht mich traurig, dass ich nicht die Zeit für sie habe, die ich eigentlich aufbringen müsste.
Sie war immer ein sehr aktiver Mensch, hat bis 67 gearbeitet und war viel auf Reisen. Sie hat Musik gehört und irre viel gelesen. Heute braucht sie immer jemanden, der ihr ein Gerät anschaltet. Das Heim ist zwar sehr gut, die Pfleger sind klasse im Umgang mit den Leuten. Das war`s aber auch schon. Angebote gibt es nicht bzw. kaum. Egal wann ich komme, die alten Leutchen sitzen um den Anmeldstresen und gucken vor sich hin.
Das ist hier bei uns ganz anders: Kirche, KiGa, Schule, Musikangebote etc.
Ach, ich weiß auch nicht. Es ist so schwer für wen anders entscheiden zu müssen .....

lg Heidi

Beitrag von lavala - 11.11.11 - 09:50 Uhr

Das ist für Dich natürlich eine schwere Entscheidung, weil Du quasi für Deine Mutter mitentscheiden musst. Hast Du eine amtliche Betreuungsvollmacht? Dann steht darin, was Du alles allein entscheiden kannst. Du musst die Brüder nicht fragen, wenn sie nicht in die Vollmacht einbezogen sind.

Vielleicht hilft es Di bei der Entscheidungsfindung, wenn du mal sehr detailliert aufschreibst, was in einem Heim in Deiner Nähe anders wäre und welche Belastungen / Veränderungen bei einem Wechsel auf Dich und natürlich Deine Mutter zukommen.

Wenn Du jetzt zu Deiner Mutter fährst, kannst Du Dich ihr nur allein widmen, die Zeit gehört dann ganz ihr. Wie wäre es in der Nähe? Da musst Du auch Deine Situation gabz realistisch betrachten.

Könnte und würde Deine Mutter die vielfältigeren Angebote überhaupt nutzen? Und weißt Du ganz sicher, dass diese Angebote in den Heimen auch real bestehen und von den Heimbewohnern genutzt werden? In Prospekte kann man viel hineinschreiben.

Wie fühlt sich Deine Mutter in dem Heim, macht sie auf Dich einen zufriedenen Eindruck? Der Umzug in ein anderes Heim könnte für sie eine sehr schwere Belastung bedeuten.

Ich habe Dir das alles hier aufgeschrieben, weil ich selbst voll im Großmutteralter bin und weiß, dass sich im Alter die Ansichten zu Lebensumständen und auch die Lust an Lebensaktivitäten sehr verändern kann.

Ich wünsche Dir für Deine Entscheidung viel Kraft!