Hallo!
Entschuldigt den wirren Betreff. Es geht um Folgendes: Seit diesem Schuljahr bin ich als Beamtin wieder berufstätig und habe pro Kalenderjahr 4 "Urlaubs"tage, die ich nehmen darf, wenn eines der Kinder krank ist. Nun hat sich mein Mann informiert, wie die Lage bei ihm aussieht. Bisher hatte er Gleitzeit genommen, wenn ich aus welchen Gründen auch immer nicht fehlen durfte.
Mein Mann ist Angestellter in einem mittelständischen Unternehmen. Er bekam nun folgende Auskunft von seinem direkten Chef: Wenn er im Krankheitsfall der Kinder zu Hause bliebe, bekäme er seinen Lohn von der Krankenversicherung erstattet - mit 40% Abzug. Wir nagen nicht am Hungertuch und würden das finanziell sicher überleben. Ich bin auch keine Prinzipienreiterin, in diesem Fall kann ich es aber wirklich nicht glauben! Stimmt die Auskunft des Arbeitgebers?
Grüße
Luka
Kinderkrankentage - Er darf nicht zu Hause bleiben?
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Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 09:03 Uhr
Beitrag von trish1982 - 15.11.11 - 09:05 Uhr
ja leider bei mir bezahlt der Arbeitgeber auch keine Kindkranktage. Das übernimmt die Krankenkasse. mit Abzug...
alles Mist!
Beitrag von ayshe - 15.11.11 - 09:08 Uhr
In dem genannten Link zur Rechtslage könntest du etwas darüber erfahren:
http://www.urbia.de/forum/28-finanzen-beruf/3375565-kind-krank/21411081
Beitrag von enelya - 15.11.11 - 09:08 Uhr
Hallo,
ja, sie stimmt.
Dein Mann kann sich 10 Tage frei stellen lassen, zur Betreuung der Kinder, wenn diese krank sind.
Er bekommt dann vom Kinderarzt einen Krankenschein für's Kind und gibt seinem Chef eine Kopie davon (als Nachweis). Den Krankenschein füllt ihr dann auf der Rückseite aus und schickt ihn zur Krankenkasse.
Die Krankenkasse holt sich dann vom AG die Informationen zum Gehalt und zahlt euch dann ca 2/3 des Lohnes als Ersatzleistung.
Alternativ kann dein Mann auch Urlaub einreichen, da bekommt ihr 100% seines Lohnes. Besteht nur die Frage, hat man soviel Urlaub "über" und macht der Chef das jedesmal so kurzfristig mit? Kinder werden ja gern über Nacht krank.
LG,
Enelya
Beitrag von enelya - 15.11.11 - 09:11 Uhr
Ach ich vergaß: diese 2/3 Lohnersatz sind ja immer noch besser, als unbezahlt zu hause zu bleiben, oder? 
Außerdem ist das ja meist nur für wenige Tage. D.h. bei 2 Tagen Kind-Krank wird auch nur für diese 2 Tage der Lohnersatz gezahlt. Die restlichen Tage natürlich voll. Daher ist es meist ja nicht soooo viel, was einem fehlt.
LG,
Enelya
Beitrag von aurum79 - 15.11.11 - 09:12 Uhr
Guten Morgen,
ja, so kenne ich das auch, ich muß bei meinem AG eine Freistellung beantragen, damit ich zu Hause bleiben kann, Geld gibt es dann von der KK anteilig. Ich finde die Regelung in Ordnung.
Liebe Grüße!
Claudia
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 09:25 Uhr
"Ich finde die Regelung in Ordnung."
Ich weiß nicht, irgendwie finde ich es nicht in Ordnung. Ich bin nicht zu Hause aus Jux und Dollerei, sondern weil sich eben jemand um das Kind kümmern muss! Ich fände es jetzt aus meiner Sicht selbstverständlich pro Kind eine bestimmte Anzahl von Tagen nehmen zu dürfen. Wir sind auf das Geld nicht angewiesen, aber in der Haut einer alleinerziehenden Mutter oder eines geringverdienenden Ehepaars möchte ich in diesem Fall auch nicht stecken...
Grüße
Luka
Beitrag von bezzi - 15.11.11 - 09:29 Uhr
Dann würde kein Arbeitgeber mehr freiwillig Eltern einstellen, wenn er für die Kind-krank-Tage auch noch bezahlen müsste.
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 09:36 Uhr
"Dann würde kein Arbeitgeber mehr freiwillig Eltern einstellen, wenn er für die Kind-krank-Tage auch noch bezahlen müsste."
Na ja, die Auswahl wäre dann aber denkbar gering
.
Grüße
Luka
Beitrag von widowwadman - 15.11.11 - 10:33 Uhr
Mal wieder dieses Anspruchdenken - bei uns gibt's nur unbezahlten Urlaub bei kranken Kindern, und nichts mit Erstattung.
Das fuehrt a) dazu dass man als Mitarbeiter etwas kreativer wird um ne Loesung mit dem Chef zu finden - ich park dann z.B. mein krankes Kind vorm Fernseher und arbeite von zuhause aus und b) dazu dass nicht jedes Huesterchen dazu fuehrt, dass Mammi unnoetig ne Woche daheim bleibt, weil sie abwarten will bis das Kind mindestens 3 Tage fieberfrei ist
Beitrag von crumblemonster - 15.11.11 - 12:22 Uhr
Hallo,
teilweise kann ich Dich verstehen.
Aber nicht immer kann man das Kind vor dem Fernseher parken bzw. von zu Hause aus arbeiten. Meine beiden Großen sind Fernseheulen. Aber sind sie krank, haben sie überhaupt keine Lust auf Fernsehen. Die Kleine ist noch viel zu klein, um sie vor dem Fernseher zu parken.
Ich habe die Möglichkeit, einen kleinen Teil meiner Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Aber eben nur einen kleinen Teil. Die meisten (z. B. Verkäuferin) haben keine Möglichkeit dazu.
Was das 'Hüsterchen' betrifft bzw. die fieberfreie Zeit (meiner Meinung nach reichen auch ca. 24 Std), stimme ich Dir zu. Ich schicke meine fieberfreien Kinder auch mit einer Rotznase in den Kindergarten bzw. den Großen zur Schule, so lange sie sich fühlen. Sonst müßte ich ja spätestens ab Oktober bis mind. März zu Hause bleiben.
Leider gibt es aber auch hier die Kehrseite.... viele Eltern schicken ihre Kinder schon in den Kindergarten, obwohl sie eben noch nicht fieberfrei bzw. nicht wieder vollständig gesund sind. Das bedeutet für mich, das im letzten Monat meine 10 Krankentage aufgebraucht sind, weil sich meine Tochter immer wieder im Kindergarten neu mit irgendwelchen Viren angesteckt hat.
Übertragen lassen kann ich mir auch nichts (mein Mann ist privat krankenversichert) und es wird dann schon recht knapp, weil ich eben ab sofort keine (nicht mal eine anteilige) Erstattung bekomme. Ich habe leider auch nicht die Möglichkeit ein krankes Kind z. B. bei den Großeltern abzugeben....
LG
Beitrag von widowwadman - 15.11.11 - 15:32 Uhr
Ich hab auch keine Grosseltern als Notloesung, und mit leichtem Fieber, wenn sich das Kind sonst wohlfuehlt darf sie auch in die KiTa- da hat auch die Leitung nichts dagegen. Nur bei Infektionskrankheiten wie bakterieller Bindehautentzuendung, MagenDarm Geschichten, Windpocken etc muessen die Kinder zu Hause bleiben.
Meine kindbedingten Fehlzeiten (inklusive Daheim-Arbeitstage) liegen weit unter 10 Tagen
Beitrag von crumblemonster - 15.11.11 - 15:37 Uhr
Hallo,
nee, bei uns darf nicht mal leichtes Fieber sein.
Allerdings habe ich die Hoffnung, daß es besser wird. Die Großen sind ja auch nicht mehr so häufig krank.
Aber die Kleine hat ja erst im August mit dem Kindergarten angefangen und wird demnächst erst ein Jahr. Da nimmt sie natürlich noch alles mit
. Aber sie wird älter und damit hoffentlich 'robuster'.
Und ich habe ja auch gesagt, daß Du durchaus recht hast, was bei einigen Eltern bereits 'krank' bedeutet. Da fange ich noch nicht mal an, darüber nachzudenken, ob ich Medis gebe oder nicht....
LG
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 15:42 Uhr
"dass nicht jedes Huesterchen dazu fuehrt, dass Mammi unnoetig ne Woche daheim bleibt, weil sie abwarten will bis das Kind mindestens 3 Tage fieberfrei ist"
Genau das Gegenteil beobachte ich bei arbeitenden Müttern.
Die Kinder werden in den Kindergarten oder in die Schule geschickt, obwohl sie nicht fieberfrei sind oder in der NAcht gespuckt haben. Eben WEIL der Arbeitgeber ihnen auf das Dach steigt. Früher fand ich das unmöglich. Heute immernoch, aber jetzt verstehe ich es. Ich habe heute erst meinen 2. Tag wegen meines kranken Kleinkindes frei genommen und das Grummeln am Telefon, als ich anrief, war nicht zu überhören.
Deine "kreative" Lösung "ich park dann z.B. mein krankes Kind vorm Fernseher und arbeite von zuhause aus" in allen Ehren, aber das ist wohl nur beim geringsten Teil der Arbeitnehmer realisierbar.
Vielleicht ist das wirklich Anspruchsdenken, aber schreit Deutschland nicht nach mehr Kindern, bzw. Rentenzahlern? Ich habe drei Kinder und meinen Job dahingehend erledigt
. Der rote Teppich wird mir deswegen nicht gerade ausgerollt. Im Gegenteil. Die Bedingungen Kinder und Arbeit zu verbinden sind in meinem Umfeld immer noch miserabel. Ich habe ja Gott sei Dank noch meinen Mann, der im Laufe des Jahres immer wieder Urlaubstage nimmt, um Engpässe in der Betreuung zu umschiffen.
Natürlich ist man mit mehreren Kindern auch mehr vom Problem der Kinderkrankheiten betroffen. Das ist eben für mich eben der Widerspruch: Einerseits will man sie, die Kinder. Hat man sie, wird einem das Leben nicht unbedingt leicht gemacht. Und es ärgert mich dann schon, wenn man nicht einmal im Falle von Krankheit, mit gutem Gewissen zu Hause bleiben und sein Kind gesund pflegen darf.
Grüße
Luka
Beitrag von sassi31 - 15.11.11 - 15:34 Uhr
Wieso findest du das nicht in Ordnung? Was hat dein AG mit euren Kindern zu schaffen? Warum soll er einen Mitarbeiter ohne Gegenleistung bezahlen?
Kinder sind und bleiben Privatsache.
Beitrag von carrie23 - 15.11.11 - 16:53 Uhr
Du bist aber daheim um DEIN Kind zu betreuen und nicht das des Arbeitgebers und für dein Kind bist du verantwortlich.
Beitrag von aurum79 - 15.11.11 - 20:11 Uhr
Hallo Luka,
da kann ich mich nur den obigen Antworten anschließen, mein AG kommt mir oft entgegen, was Urlaubsplanung, Feiertagsarbeit und Wunschfrei angeht. Warum soll der AG mir das "kindkrank" bezahlen? Eine Bekannte von mir wird nicht freigestellt, die bekommt Minusstunden geschrieben und muss das aufarbeiten...Alleinerziehende und Wenigverdiener haben meiner Erfahrung nach ein anderes Networking, da wird arbeiten gegangen und das Kind ist bei Oma oder einer anderen Bezugsperson.
Zum Glück denkt mein AG da anders ("Ein krankes Kind gehört zur Mutter"), ich strapaziere sein Verständnis aber nicht mehr als nötig.
Grüße!
Claudia
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 22:38 Uhr
"Zum Glück denkt mein AG da anders ("Ein krankes Kind gehört zur Mutter"), ich strapaziere sein Verständnis aber nicht mehr als nötig."
Das geht mir doch nicht anders! Ich hatte zwei Kinder, war mit dem dritten schwanger und hatte bis zum Mutterschutz keinen einzigen Fehltag. Jetzt drehen sich die Dinge jedoch ein wenig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind erkrankt nimmt eben mit ansteigender Anzahl der Kinder zu
. Das merke ich gerade, wobei bisher nur der Jüngste richtig krank war bzw. gerade ist.
Jetzt geht es mir auch noch gut, weil meine Mutter einspringen kann. Das wird ab nächstem Frühjahr nicht mehr der Fall sein, zudem tingelt mein Mann beruflich in der Weltgeschichte rum und da macht man sich eben Gedanken, wie das der Rest der arbeitenden Welt regelt.
Liebe Grüße
Luka
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 09:19 Uhr
Nachtrag:
Mein Mann ist privat versichert, die Kinder auch. HAt er dann überhaupt irgendeinen Anspruch?
"Privatversicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld"
Grüße
Luka
Beitrag von kittythecat - 15.11.11 - 09:25 Uhr
Hallo,
da müsst ihr in die Vertragsbedingungen seiner PKV schauen, also welcher Leistungsumfang vereinbart ist.
Unabhängig von einem etwaigen Anspruch gegen die Versicherung würde ich einen Blick in den Arbeitsvertrag werfen. Wenn § 616 BGB nicht explizit ausgeschlossen ist, dann besteht daraus ein Anspruch auf volle (!) Bezahlung des "Kind-Krank-Tages", jedenfalls lt. Rechtssprechung wohl für ca. 5 Tage im Jahr bei betreuungsbedürftigen kranken Kindern bis 12 Jahre.
VG,
kitty
Beitrag von susannea - 15.11.11 - 13:40 Uhr
Dann hat er diese Tage in der Regel nicht.
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 15:43 Uhr
...das wird ja immer besser...
Beitrag von susannea - 15.11.11 - 15:51 Uhr
Das habt ihr doch billigend in Kauf genommen bei dem Abschluss der privaten Versicherung, so etwas sollte man auch immer bedenken!
Beitrag von luka22 - 15.11.11 - 15:55 Uhr
Wenn man jung ist, dann kommen einem solche Fragen nicht in den Sinn
.
Wir werden es überleben! Mein Mann wird wohl auch in Zukunft Gleitzeit oder Urlaub nehmen, ich konnte es nur nicht glauben, dass die Regelung so lautet.
Ich als Beamtin habe 4 Tage pro Kalenderjahr - ohne Abzüge. Das sind ja dann paradiesische Zustände! 
Grüße
Luka
Beitrag von susannea - 15.11.11 - 16:09 Uhr
Tja, man muss leider bei solchen Dingen langfristig denken.
