Wahrheit für mein Kind?

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Beitrag von bananenschaf - 15.11.11 - 11:20 Uhr

Liebe Forumsgemeinde,

ich habe mich gerade neu angemeldet, weil ich mir etwas von der Seele schreiben möchte und Ratschläge wegen eines großen Problems brauche. Zu meiner Geschichte:

Ich bin schwanger (7. Monat) und bin verheiratet. Gleich vorweg: Das Kind ist nicht von meinem Mann, was er natürlich weiß. Ich muss etwas weiter ausholen, um mich verständlich zu machen. Nachdem mein Mann und ich lange versucht haben ein Kind zu bekommen und auch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen mussten, waren wir mit unser Kraft am Ende. Wir hatten uns auseinandergelebt, ständig Streit und konnten uns ein gemeinsames Leben nicht mehr vorstellen. Wir haben uns deshalb einvernehmlich und in aller Freundschaft nach 4 Jahren Ehe getrennt, was für uns beide sehr schmerzhaft war. Wir sind beide aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und ich habe mich in die Arbeit gestürzt, mich auf meine Karriere konzentrieren wollen. In dieser Zeit habe ich viel mit Freundinnen unternommen, war rast- und ruhelos und habe mich schlicht und ergreifend wie eine totale Versagerin gefühlt. Ich war nicht in der Lage schwanger zu werden und nicht in der Lage meine Beziehung zu retten. Ich bin mit der Situation aber schlichtweg falsch umgegangen und habe nur versucht mich in Ablenkungen zu flüchten und mich nicht mit meinen Problemen auseinandergesetzt.

Nach einiger Zeit habe ich einen anderen Mann kennengelernt. Er war das genaue Gegenteil meines Mannes, stammt aus einem anderen Kulturkreis. Es war ziemlich schnell klar, dass das keine Beziehung sein würde, wie ich sie mit meinem Mann hatte, aber ich habe mich wohl gefühlt und wollte nach vorne sehen. Ich muss hinzufügen, dass es sich um eine Fernbeziehung gehandelt hat und wir somit auch selten gemeinsam den Alltag teilen konnten. Als die Beziehung zu ihm dann ernster wurde, habe ich mich um Verhütung gekümmert und sowohl hormonell, als auch mit Kondom verhütet. Nachdem wir uns dann beide auf Geschlechtskrankheiten haben untersuchen lassen und ich genug Vertrauen hatte, haben wir die Verhütung mit Kondom weggelassen. Die "Beziehung" fing relativ schnell an zu kriseln, weil immer deutlicher wurde, dass wir überhaupt nicht zusammen passten. Als klar war, dass ich mich trennen möchte, wurde er immer zudringlicher udn wollte das nicht akzeptieren und ich habe mich immer wieder einwickeln lassen, habe meinen Standpunkt nicht vertreten und hatte wahrscheinlich auch große Angst vor dem Alleinsein. Mein Mann und ich hatten die ganze Zeit immer mal wieder freundschaftlichen Kontakt zueinander, aber er wusste auch, dass ich einen anderen Mann kennengelernt hatte. Wir haben uns in dieser Zeit sehr vermisst, aber hatten zu große Angst vor einem Neuanfang. Als dann irgendwann klar wurde, dass der andere Mann und ich niemals eine gemeinsame Zukunft haben können, trennten wir uns. Ich dachte, dass nach recht kurzem Zusammensein von nur ein paar Monaten, eine Trennung kein riesiges Drama sein würde und zuerst sah es auch so aus. Als ich allerdings nach ein paar Wochen feststellte, dass ich schwanger bin, wendete sich das Blatt recht schnell. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie überrascht ich war, denn in der gesamten Kinderwunschbehandlung, die ich mit meinem Mann durchgemacht hatte, wurde immer wieder von allen Gynäkologen gesagt, dass ich PCOS habe und ohne Hormongabe niemals einen Eisprung haben könne. Zudem habe ich verhütet. Ich war total schockiert, zumal ich immer gesagt habe "Es gibt keine Trotz-Verhütung-Kinder" Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall...

Mein Mann und ich hatten uns zu diesem Zeitpunkt bereits wieder angenähert. Als ich die Schwangerschaft feststellte, war für mich nach dem ersten Schock und ein paar Tagen des Nachdenkens klar, dass ich das Kind niemals würde abtreiben können und es alleine großziehen würde. Ich war der festen Überzeugung, dass mein Mann und ich mit einem "fremden" Kind niemals eine Chance haben würden, dass er mir nie verzeihen würde. Als ich meinem Mann die Schwangerschaft beichtete, hat er allerdings überraschend verständnisvoll reagiert, obwohl er natürlich sehr verletzt war. Wir haben dann beschlossen, dass wir beide darüber nachdenken, ob wir uns unter den Umständen eine gemeinsame Zukunft vorstellen können und eine kleine Auszeit genommen, in der wir keinerlei Kontakt hatten.
In dieser Zeit habe ich dem leiblichen Vater des Kindes von der Schwangerschaft erzählt. Er war sehr wütend, hat getobt und sofort eine Abtreibung von mir verlangt. Ich habe ihn natürlich darauf hingewiesen, dass ich vor dem Hintergrund meiner Kinderwunsch-Geschichte keine Abtreibung durchführen lassen werde, da ich eine gesunde Frau bin, die im besten Alter ist, um Mutter zu werden und dass ich das Kind auch finanziell völlig alleine versorgen kann. Ich habe ihm angeboten, dass er eine Entscheidung für sich treffen darf, ich ihm nicht böse bin, wenn er das Kind nicht sehen will und sich nicht kümmern möchte, dass ich mich aber freuen würde und es dem Kind gegenüber fair fände, wenn er als Vater Anteil am Leben des Kindes hat, soviel er möchte und leisten kann. Leider hat ihn das alles nicht interessiert und er hat auch Tage nach diesem Gespräch immer wieder auf mich eingeredet, dass ich eine Abtreibung vornehmen lassen soll. Die Gründe dafür fand ich aberwitzig: Ein Kind ohne seinen Vater sei nichts wert und ein Vater, der ohne sein Kind leben müsse wäre immer unglücklich. Es sei unter diesen Umständen für das Kind das Beste, nicht auf die Welt zu kommen. Ich war hin- und hergerissen zwischen Wut und Verzweiflung. Einerseits wollte ich meine Entscheidung verteidigen und andererseits hatte ich irgendwie das Gefühl, ihn besänftigen zu müssen. Ich habe mich in dieser Zeit selbst nicht wiedererkannt und gemerkt, dass es mir für das Baby wehtat, dass sein Vater es so vehement ablehnte. Änder konnte ich aber natürlich nichts. Als ich ihm nach zwei anstrengenden Wochen mitteilte (jeden Tag Anrufe und SMS seinerseits), dass ich das Kind definitiv nicht abtreiben werde, ihn aber nicht mehr kontaktieren werde, da er das Kind ja offenbar nicht haben wolle, fing er an, mich zu bedrohen:
Er werde mich überall finden, ich werde keine ruhige Nacht mehr haben, dieses Kind dürfe nicht ohne ihn leben und wenn ich es zur Welt bringen würde, würde er es mir wegnehmen und ich werde es nie mehr wiedersehen. Ich habe ihn angefleht mich in Ruhe zu lassen, mir das Kind nicht zu nehmen, hab mich dabei schrecklich schwach gefühlt. Immerhin wollte ich eine starke Mutter sein, die zu ihrer Entscheidung steht. Dann wiederrum habe ich mich vehement verteidigt und versucht mit nicht einschüchtern zu lassen und ihm die Stirn zu bieten. Als er mir dann gedroht hat, mir auch körperlich etwas anzutun war bei mir endlich die absolute Schmerzgrenze erreicht und ich war bei der Polizei, die mir allerdings nicht besonders behilflich war. Mein Fazit war: Ich muss mich alleine schützen. Da er mich vornehmlich per Telefon (irgendwann bin ich nicht mehr rangegangen), per SMS, per Email etc. bdrohte (immerhin lebt er ja in einer anderen Stadt), habe ich alle Kontaktmöglichkeiten gelöscht. Neue Emailadresse, neue Handynummer usw.

Meinen Mann und meine Eltern habe ich auch darüber informiert, dass er mich bedroht und sie schonmal vorgewarnt, dass da vielleicht etwas passieren kann.
Mein Mann und ich haben beschlossen, dass wir wieder miteinander leben wollen, obwohl wir wissen, dass es nicht einfach sein wird. Wir glauben allerdings daran, dass wir es gemeinsam schaffen können. Ich habe zwar nach wie vor Angst, dass der Vater des Kindes mir etwas antut oder mich weiterhin verfolgt, aber ich will mich davon nicht kaputtmachen lassen. Zum Glück kennt er meine alte Adresse nicht und weiß daher erstmal nicht, wo ich wohne.

So, jetzt habe ich ewig lange geschrieben und komme nun zu meiner eigentlichen Frage: Die Geburt ist zwar noch ein paar Wochen entfernt, trotzdem treibt mich jetzt bereits die Frage um, was ich meiner Tochter eines Tages über ihren leiblichen Vater sagen soll... Meine beste Freundin, die davon weiß meinte, sie würde erstmal gar nichts sagen, aber das finde ich nicht richtig. Aber ich kann doch der Kleinen nicht irgendwann mal sagen, dass ihr Vater sich so schrecklich verhalten hat. Was würdet Ihr tun? Hat jemand von Euch vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? (Ich wünsche es wirklich keiner!!!) Danke für's Lesen des langen Posts. Es hat gut getan, sich das von der Seele zu schreiben.

Beitrag von siomi - 15.11.11 - 11:53 Uhr

Hallo

Eine ähnliche Geschichte hat eine Freundin von mir miterlebt. Sie hat erst mit 16 erfahren, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist. Dementsprechend groß war der Schock und das darauf folgende Familiendrama.

Ich würde es meinem Kind erklären, sobald es alt genug dafür ist um es zu verstehen.

Gruß Siomi

Beitrag von bananenschaf - 15.11.11 - 12:29 Uhr

Ich finde auch, dass jedes Kind ein Recht darauf hat, seine Herkunft zu kennen.
Aber kann ich ihr die volle Wahrheit sagen? Auch, dass ihr Vater wollte, dass ich sie abtreiben lasse und uns bedroht hat? Wenn ich ihr das verschweige, wird sie ihn sicher eines Tages kennenlernen wollen und das halte ich für sehr gefährlich...

Beitrag von siomi - 15.11.11 - 13:39 Uhr

Das mit der gewünschten Abtreibung würde ich vielleicht nicht erwähnen. Du kannst es anders formulieren: "Dein Vater freute sich nicht über die Schwangerschaft und hat mich deshalb verlassen." Klar ist das auch hart, jedoch besser als die Abtreibungsvariante.

Beitrag von pcp - 15.11.11 - 18:46 Uhr

Du hast Recht, je neutraler bzw. positiver Du ihn schilderst umso eher wird sie ihn später auf ein "Podest" stellen und ihre Sehnsüchte auf ihn projezieren.

Erzähl ihr aber so früh wie möglich daß sie 2 Papas hat, wenn sie mit dieser Info aufwächst wird es etwas völlig normales für sie sein. Später kannst Du ihr auch erzählen wie es Dir damals ergangen ist und warum kein Kontakt mehr besteht. Sie wird es verstehen.

Ich war in einer ähnlichen Situation wie Du, wenn auch weniger dramatisch, ich wurde nie bedroht. Ich habe eine Therapeutim um Rat gefragt und meinem Sohn schon im Kleinkindalter von seinem 2. Papa erzählt.

Er hat es sehr gut aufgenommen und es hatte bisher keine Auswirkungen auf seine Beziehung zu meinem Mann, ganz im Gegenteil. Er weiß daß mein Mann sein Herzpapa ist und immer für ihn da sein wird und der andere ihm das niemals bieten kann. Natürlich ist mir bewußt daß es in der Pubertät auch komplizierter werden kann aber das wichtigste ist keine Lügen oder Märchen zu erzählen.

lg

lg

Beitrag von bananenschaf - 16.11.11 - 10:05 Uhr

Lieben Dank für Deine Antwort!

Wie ist die Familie Deines Mannes damit umgegangen? Mein Mann möchte eigentlich nicht, dass wir seine Mutter einweihen. Im Freundeskreis möchten wir das beide nicht thematisieren.

Beitrag von pcp - 16.11.11 - 10:57 Uhr

Mein Mann ist Spanier, seine Familie lebt also nicht in unserer Nähe und wenn wir uns 1x im Jahr sehen ist das überhaupt ein Thema, obwohl sie natürlich Bescheid wissen.

Unsere Freunde wissen alle Bescheid, manche Bekannte und Schulfreunde sind nicht eingeweiht, das kommt aber dann immer so nach und nach. Wir gehen damit nicht hausieren, verheimlichen es aber auch nicht.

Meinst Du daß es gut ist der Familie eine Lüge aufzutischen? Wie soll das funktionieren wenn ihr dem Kind nicht auch etwas vormachen wollt?

Beitrag von mysterya - 15.11.11 - 11:55 Uhr

Also, ich gebe zu ich hab den Roman nicht in allen Wirrungen detailiert zu Ende gelesen, aber ich habe auch ein Kind aus einer nicht glücklich verlaufenen Beziehung und mich kurz nach der Geburt vom Kindsvater getrennt. Es war auch länger nicht klar, ob er sich nun engagiert und wie. Ein Jahr nach der Trennung bin ich dann eine neue Beziehung eingegangen. Bei mir war es so, trotzdem ich die ganze Schwangerschaft über ziemlich allein auf mich gestellt war, hat bei ihm nach der Geburt doch ein wenig was im Kopf klick gemacht. Er ist ja unterhaltspflichtig, verschiedene Ämter sprechen ihn natürlich regelmäßig auf seine Vaterverantwortung an und das Kind ist nun mal da und es hat offenbar doch irgendwie bewirkt, dass er sie sehen wollte.

Ich habe sie ihn auch sehen lassen und ich würde es immer tun, egal wie viel Mist in der Beziehung vorher zwischen uns gelaufen ist. Es sei denn, er wird jetzt z.B. gewalttätig gegenüber dem Kind oder so. Man muss einfach Trennen zwischen, dem Verhältnis Kindvater zu Kindmutter und dem zwischen Vater und Kind. Er kann durchaus Fürsorglichkeit gegenüber dem Kind entwickeln, wo er sie dir gegenüber nicht aufgebracht hat. Wenn er sein Kind z.B. sehen wollen sollte, was man zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht sicher sagen kann, dann würde ich es auf jeden Fall zulassen.

Kinder müssen wissen woher sie kommen, das ist für sie eine exestentielle Grundfrage, auch wenn die Bindung dann nicht so intensiv wird wie bei einem richtigen Familienpapa mit Leib und Seele. Das Gefühl für Verantwortung muss im Kopf mancher Männer (und Frauen) auch erst heran reifen und es mag sich durchaus langsam nachträglich entwickeln.

Bei mir wars so: Er durfte dann meine Tochter 2x die Woche für ca. 2 Stunden bei mir besuchen, damit sie sich an hn gewöhnt. Als sie so ca. 1 1/2 war und mein Freund in die Beziehung kam, wurde das schwierig, seitdem holt er sie an der Tür ab 2x die Woche Nachmittags oder von der Kita. Zahlen tut er nicht... aber er arbeitet auch nicht mehr. Es läuft immer mal besser und schlechter, trotzdem denke ich, dass es gut ist, dass Julie ihren Vater kennt und kennen lernen kann, auch wenn das mit der ein oder anderen Enttäuschungen verbunden ist. Ich würde sagen er steigert sich wenn auch sehr langsam.

Auch wenn sich der Vater nach der Geburt gar nicht kümmern sollte, würde ich meinem Kind so früh es geht, noch im Kleinkindalter möglichst die Wahrheit sagen. Kinder verarbeiten schwierige Themen viel besser als wir denken, wenn wir sie altersgemäß auf Augenhöhe vermitteln. Beziehungsdetails die sich um dich und ihn drehen, sind aber deine Sache. Dein Kind braucht nicht deine Lebensgeschichte zu wissen, das wäre zu viel des Guten. Man kann zum Beispiel sagen:

Ja du hast einen Papa. Jeder Mensch hat einen, aber dein Papa wohnt weiter weg und er möchte lieber für sich allein sein. Mama und Papa kannten sich einmal ganz gut und waren befreundet, aber dann haben sich sich nicht mehr verstanden und deswegen hat jetzt jeder seine eigene Wohnung. Und es ist nun viel schöner mit ihr zusammen in Ruhe zu leben, als Zusammen mit Papa im Streit. Da Kinder bis dahin ohnehin erste Streiterfahrungen gesammelt haben, ist ihnen dieser Gedanke nicht fremd. Vermitteln musst du, dass sie unendlich von Dir geliebt wird. Du solltest auch nicht sagen, dass er sie nicht mag oder nicht liebt (selbst wenn es so ist) das nutzen Kinder doch gegen sich. Sag lieber, dass er sich für ein anderes Leben entschieden hat und das Du auch nicht weißt wieso, aber das sie ein ganz tolles Kind ist. Und das es Papas Entscheidung ist für sich allein zu leben ohne dich und sie. Niemand kann etwas dafür, dass es so gekommen ist. (Sie darf kein Schuldgefühl für die Trennung entwickeln)

Ein verheimlichter Vater ist wie als würde man dem Kind ein Teil seiner selbst wegnehmen. Das kann eine richtig schlimme Erfahrung für das Kind sein. Besonders in der Selbstfindungsphase. Einen Namen, ein Bild, eine Erzählung über ihn zu haben, ist identitätsstiftend. Identität ist die Grundlage eines selbstbestimmten Lebens. Auch wenn das Kind sich dann vermutlich abgrenzt von dem nie dagewesenen Vater, hat es wenigstens eine Vorstellung davon, wovon es sich abgrenzt. Und es kann dann offen mit dir das Gespräch suchen wenn es sorgen hat. Bei Verheimlichung bleibt das Kind mit seiner Verunsicherung allein. Die Identität bleibt ungeklärt... das kann bis hin zu Persönlichkeitsstörungen führen.

Auch wenn also ein neuer Mann in dein Leben kommt, der noch im Babyalter die Vaterrolle übernimmt, solltest du ihn eher als sozialen Vater vermitteln. Als denjenigen, der sie wirklich liebt, so wie sie ist und der sich gern um sie kümmert, aber von dem sie nicht ihre Anlagen hat. Den leiblichen solltest du nicht unerwähnt lassen. Spätestens ab der Pubertät fühlt sich dein Kind wenn es die Wahrheit heraus findet, sonst von Dir betrogen und wird vehement gegen dich rebellieren.

Beitrag von bananenschaf - 15.11.11 - 12:27 Uhr

Liebe Mysterya,

ich danke Dir für Deine Antwort. Ich stimme mit dem, was Du geschrieben hast überein, aber tatsächlich ist meine Situation etwas anders. Ich schreib nochmal in Kurzform, was Du nicht gelesen hast hast:

1. Der Kindsvater hat mich massiv bedroht, mir und auch dem Kind etwas anzutun, wenn ich es nicht abtreiben lasse oder es zu entführen, nur um mir weh zu tun, weil ich nicht das mache, was er will: Das Kind abtreiben. Ich habe Angst, dass meine Tochter in eines Tages sehen will und er ihr dann etwas antut.

2. Ich bin wieder mit meinem Mann zusammen, der dem Kind der soziale Vater sein wird. Ich bin also nicht alleine und er wird von der ersten Sekunde ihres Lebens bei ihr sein.

Was würdest Du unter diesen Umständen tun?

Beitrag von mysterya - 15.11.11 - 13:17 Uhr

"1. Der Kindsvater hat mich massiv bedroht, mir und auch dem Kind etwas anzutun, wenn ich es nicht abtreiben lasse oder es zu entführen, nur um mir weh zu tun, weil ich nicht das mache, was er will: Das Kind abtreiben. Ich habe Angst, dass meine Tochter in eines Tages sehen will und er ihr dann etwas antut."

Ich denke, das sind leere Worte, die dich nur zur gewünschten Handlung bringen sollten. Für ihn geht es hier um sein Geld und seine Unabhängigkeit, da greift mancheiner zu ziemlich fiesen Methoden. Jemand der dem Kind was antun will, würde ich das Kind nicht einfach so geben. Schließlich habe ich eine Schutzpflicht gegenüber meinem Kind zu erfüllen. Und wenn er meint sich geläutert zu haben, sie aber sehen will, würde ich zum Jugendamt gehen und eine Besuchszeit unter neutraler Aufsicht einfordern. Da ist dann jemand vom JA dabei, der objektiv einschätzt, ob es hierbei ums Kindeswohl geht oder nicht und die gemeinsame Zeit des Vaters mit dem Kind begleitet. Ich denke, dass die Drohung aber eher eine Sache zwischen Dir und ihm ist und ich bezweifel, dass ein Mensch, der nicht gerade irre ist, sein eigenes Kind bewusst verletzten würde. Das wäre überdies kriminell und hätte sofort berächtliche Folgen für ihn. Es wäre also auch ziemlich dumm von ihm sowas ernsthaft zu erwägen. Er hätte ganz emotionslos betrachtet nur Nachteile dadurch. Er ist auf jedenfall nicht der erste Idiot der eine Schwangere so unter Druck setzt. Und wäre auch nicht der erste, der sich da nochmal verändert in seiner Einstellung zum Kind. Sei wachsam, aber versuche zwischen dem Verhältnis Ihm und Dir und Ihm und dem Kind zu unterscheiden.

2. Da würde ich Dir zu dem raten, was ich ab: Vater will das Kind nicht sehen geschrieben habe. Ich würde ihr sagen, wer ihr biologischer Vater ist und das es einen sozialen Vater für sie gibt und eben diesen "genetischen". Das darf man einfach nicht verschweigen. Verschweigen würde ich aber, das er Dir gesagt hat, er wolle ihr was antun. Mit so einem Bild vom Vater wird ein Kind unglücklich. Ich würde die Tatsache, dass es diesen Mann gibt und das er woanders lebt und das er nicht zu euch kommt so nüchtern und natürlich wie möglich schildern.

Du musst nur 3 Dinge beachten:

1. Das Kind darf sich nicht als Trennungsgrund sehen.
2. Das Kind darf nicht Zweifel am Potenzial der "Gutartigkeit" des Vaters haben. Also man darf zwar sagen, dass man ihn jetzt nicht mehr mag, das ihr euch sehr gestritten habt und du deswegen sehr traurig warst und ihn nicht mehr sehen möchtest. Das verstehen Kinder. Aber ein Vater, den Du als "Monster" darstellst (auch wenn er sich stellenweise so verhalten hat), hinterlässt beim Kind schnell den Eindruck, das mit ihm selbst auch was nicht stimmt. Das ginge dann gegen das Selbstbewusstsein des Kindes.
3. Das Kind muss sich geliebt und gewollt und ernst genommen fühlen. Möglichst offene, kindgerechte, ehrliche Gespräche sind dazu unerlässlich. Das heißt nicht detailreich. Sprech über deine Gefühle (Du hattest Angst, warst traurig, wolltest einen neuen Menschen an deiner Seite der dich lieb hat) nicht darüber, was der KV wann wie wo getan und gesagt hat.

Beitrag von bananenschaf - 16.11.11 - 10:16 Uhr

Danke für deine tolle Antwort!

Zu den einzelnen Punkten:

1. Trennungsgrund war sie ja auch nicht, da ich erst ein paar Wochen nach der Trennung die Schwangerschaft bemerkt habe. Ich werde ihr sagen, dass ihr Papa und ich uns nicht mehr lieb hatten und ich danach eines Tages gemerkt habe, dass sie in meinem Bauch war.

2. Sie soll niemals denken, dass sie von einem "Monster" abstammt. In meinen Augen ist er das auch nicht. Er hat viele gute Seiten, aber es hat einfach nicht geklappt. Sein Verhalten nach der Trennung ist natürlich unter aller Kanone gewesen, und das werde ich nie vergessen, aber das macht ihn ja auch noch nicht zum Monster. Die Details seines Verhaltens muss sie ja auch nicht genau kennen.

3. Sie wird auf jeden Fall sehr geliebt und natürlich möchten wir, dass sie das fühlt. Mein Mann ist ja auch fast von Anbeginn der Schwangerschaft wieder an meiner Seite gewesen und wird sie wahrscheinlich immer als seine Tochter sehen.

Eine Frage hätte ich noch:

Mein Mann möchte nicht, dass wir seine Familie einweihen, da diese niemals verstehen würden, warum er mich trotz des "fremden" Kindes wiederhaben wollte. Die kleine würde auch wahrscheinlich immer zu spüren bekommen, dass sie nur Enkel zweiter Klasse ist. Ich kann seinen Wunsch nachvollziehen und respektiere das. Aber ist das überhaupt möglich? Ein kleines Kind kann soetwas doch wahrscheinlich nicht für sich behalten und ich will sie nicht dazu auffordern so ein großes "Familiengeheimnis" mit sich rumzutragen. Das wäre nicht fair.

Beitrag von mysterya - 16.11.11 - 10:46 Uhr

"Mein Mann möchte nicht, dass wir seine Familie einweihen, da diese niemals verstehen würden, warum er mich trotz des "fremden" Kindes wiederhaben wollte. Die kleine würde auch wahrscheinlich immer zu spüren bekommen, dass sie nur Enkel zweiter Klasse ist. Ich kann seinen Wunsch nachvollziehen und respektiere das. Aber ist das überhaupt möglich? Ein kleines Kind kann soetwas doch wahrscheinlich nicht für sich behalten und ich will sie nicht dazu auffordern so ein großes "Familiengeheimnis" mit sich rumzutragen. Das wäre nicht fair. "

Schau mal, willst Du die ganze Zeit lügen, immer Angst haben das es heraus kommt? Ahnen sie nicht ohnehin eh schon etwas in der Familie? Immerhin musst du ja Recht bald schwanger geworden sein. Kinder jedenfalls leiden extrem unter Familiengeheimnissen. Euer Kind muss dann einen Teil seiner selbst verheimlichen. Macht reinen Tisch. Wenn seine Familie wirklich so blöd ist, damit nicht klar zu kommen und das Kind schlecht behandelt, müsst ihr eben den Hintern in der Hose haben und mal auf den Tisch hauen und ne klare Ansage machen. Die Situation ist wie sie ist. Und euer Kind wird am allerallerwenigsten etwas dafür können, also sollte es auch nicht zum Geheimniswahrer umfunktioniert werden und die Verantwortung für das Familienheil auferlegt bekommen. Das kann gar nicht gut gehen.

Dann muss dein Freund eben seine Eltern allein besuchen gehen oder sie bekommen sich ein und lernen sich darüber zu freuen. Mein Kind wurde von der Familie meines Freundes super angenommen und es ist ja auch nicht sein leibliches. Nur der Opa tut sich etwas schwer damit, dass hier keine klassische Familiensituation vorliegt. Er hält sich dann manchmal etwas im hintergrund, aber gemein war er noch nie zu ihr. Die Oma liebt sie total. Aber Opa nimmt sie auch an die Hand und auf den Arm und geht mit im Sommer im Garten Blumen einsäen und gießen und so. Die Großeltern meines Freundes finden es auch etwas befremdlich, aber waren nie unfreundlich zu meinem Kind, bringen immer etwas kleines für sie mit. Auch wenn es dann nicht das echte Ururenkelchen ist, ist sie keinesfalls ungeliebt. Wir feiern alle Feste zusammen und gehen gut mitnander um.

Ihr solltet vielleicht nicht erwarten, dass euer Kind genauso wie ein leibliches von den Verwandten angenommen wird, aber ihr habt trotzdem das Recht einzufordern, dass sie gut behandelt wird. Das ist schließlich das Recht eines jeden Menschen, ganz besonders das eines Kindes. Die Kleine Maus wird sich viel geliebter und akzeptierter fühlen, als wenn sie stillschweigen muss oder aufpassen muss, was sie sagt. Wenn du dein Baby erstmal hast, wirst du sowieso merken, dass es ziemlicher Humbuk ist einem Kind früh beizubringen den Mund zu halten und Sachen nicht zu verraten. Wahrscheinlich wird sie es eh irgendwann erzählen. Und was glaubst du was dann los ist?

Beitrag von starshine - 15.11.11 - 12:35 Uhr

Ach wie sich die Bilder gleichen :-) Meine älteste Tochter ist ganz ähnlich entstanden!

Nun, aber zu Deiner Frage: Wenn sie alt genug ist, wirst Du ihr den unterschied zwischen biologischen und sozialen Vätern erklären. Es ist die gleiche Problematik, wie wenn eine Mutter mit Baby eine neue Beziehung eingeht - also weit verbreitet. Unerwähnt wirst Du lassen, dass der biologische Vater die Abtreibung wollte.

Sollte der biologische Vater jemals Anstrengungen unternehmen das Kind sehen zu wollen, dann eben nur betreut. Wenn Du von ihm keinen Unterhalt forderst und ihn die Vaterschaft gar nicht erst anerkennen lässt, dann wird sich das Problem höchstwahrscheinlich gar nicht erst stellen. Ich nehme an, dass Du Dich von Deinem Mann noch nicht hast scheiden lassen? Dann ist das Kind sowieso seins... Der biologische Vater müsste die Vaterschaft einklagen, was ich mir nicht so richtig vorstellen kann.

Kinder sollen ihre Wurzeln kennen. Das ist richtig. Den richtigen Zeitpunkt dafür wirst Du herausspüren. Warte allerdings nicht, bis Dein Kind im Teeniealter ist! Das sollte schon im Kleinkindalter vermittelt werden.

Viel Glück Euch!

Beitrag von bananenschaf - 15.11.11 - 13:33 Uhr

Liebe starshine,

danke für Deine liebe Antwort! Der KV wird die Vaterschaft sicherlich nicht anerkennen und Unterhalt werde ich auch nicht einfordern. Mein Mann und ich sind ja nach wie vor verheiratet und somit ist er ja rechtlich der Vater. Der KV wird die Vaterschaft sicherlich nicht einklagen, da er gar nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, um sich einen Anwalt zu nehmen (auch wenn er in seiner Wut damit gedroht hat). Das beruhigt mich momentan schonmal... Legale Wege sind ihm scheinbar auch nicht wirklich geläufig, weshalb er eben besonders mit Kindesentführung oder Baby-aus-dem-Bauch-prügeln gedroht hat. Ein echtes Herzblatt....

Glaubst Du nicht, dass meine Tochter eines Tages versuchen wird, ihn kennenzulernen? Das ist eigentlich meine größte Angst. Das kann nur ins Auge gehen.

Beitrag von starshine - 16.11.11 - 12:15 Uhr

Die meisten Menschen suchen irgendwann nach den biologischen Eltern. Es ist diese Suche danach: welche Merkmale meiner Persönlichkeit habe ich von ihm/ihr. Verbindet einen mit den biologischen Eltern mehr als nur ein Teil der Gene?

So wie Du den Vater heute kennst, kann das ins Auge gehen, aber bis dahin wird sehr viel Zeit vergehen. Kleinere Kinder akzeptieren in der Regel einfach, dass es da "noch einen Vater gibt, aber der im Moment nicht verfügbar ist". Ausserdem wird für Dein Kind ja ein sozialer Vater da sein und somit werden die typischen "wo ist mein Vater"-Fragen nicht so oft kommen. Das ist im Kindergartenalter zu erwarten und dann später wieder. Also da die Wahrheit sagen.

In der Pubertät, wenn sich die Kinder langsam (oder auch heftiger ;-)) von den Eltern lösen, dann stellen sie manchmal ihre Herkunft generell in Frage und dann könnte der Wunsch aufkommen. Steh Deinem Kind dann einfach erwachsen zur Seite bei der Suche, bereite es aber auch auf evtl. Enttäuschungen vor. Verhindern wirst Du die Suche nicht können und das solltest Du auch nicht.

Ich kenne einige Erwachsene, die sehr darunter leiden nicht zu wissen, wer der leibliche Vater ist. Ihnen fehlt ein Teil ihrer Identität! Ich kenne aber auch einige, die ihn gefunden haben und dann erleichtert festgestellt haben, dass die Prägung durch das Umfeld und die Erziehung viel mehr der Persönlichkeit ausmachen als die Vererbung und wieder andere fühlten sich gleich verbunden mit dem "vermissten" Elternteil und pflegen heute eine gute Beziehung zu diesem. Ein Freund von mir hat vor 3 Monaten erfahren, dass er einen 25 jährigen Sohn hat von dem er nichts wusste. Er wurde darauf gestossen, weil der junge Mann wie sein jüngerer Zwilling aussieht und sich auch genau so "benimmt". Er war total baff zu erfahren, dass er tatsächlich sein Sohn ist. Sie nähern sich gerade an :-)

Also: alles ist möglich und Du wirst herausfinden wie es sich für Euch gestalten wird. Aber belaste Dich nicht allzu sehr mit diesen Gedanken. Das wird ja nicht täglich ein Thema sein.

Beitrag von snowburn - 15.11.11 - 12:56 Uhr

Hallo!

An erster Stelle möchte ich sagen, dass ich unglaublichen Respekt vor dir habe, wie du die ganze Geschichte durchgestanden hast, aber auch vor deinem Mann, dass er das Baby trotzdem annimmt und mit dir zusammen sein möchte. Das würde nicht jeder tun.

Dann kann ich dazu sagen, dass ich selber ein Kind mit zwei Väter bin. Ich bin jetzt 24 und habe meinen leiblichen Vater seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen. Er hat sich nie gemeldet, kein Geburtstagsgruß, keine Weihnachtskarte, nichts.
Meine Mutter hat sich vor meiner Geburt von ihm getrennt und ist eine neue Beziehung eingegangen, kurz nach meinem 4. Geburtstag. Diesen Mann hat sie geheiratet. Seit der Hochzeit meiner Eltern, ist der Kontakt zu meinem leiblichen Vater nicht mehr vorhanden.

Natürlich wusste ich dadurch, dass er sich vorher um mich gekümmert hat, dass ich einen anderen Vater habe, als den, der bei uns wohnt. Aber in den letzten 20 Jahren sind wir so zusammen gewachsen, dass mein neuer Papa und ich eben Vater und Tochter sind. Es hätte natürlich anders verlaufen können, wenn er sich gekümmert hätte, aber so kam es nie.

Zur Zeit läuft die Adoption, sodass ich auch vor dem Staat und dem Gesetz seine Tochter bin und niemand mehr einen Unterschied machen kann. Darüber bin ich sehr glücklich, denn ich will meinen Papa nicht mehr hergeben.

Auch meine ältere "Schwester" hat ähnliches durchgemacht. Schon vor der Geburt hat sie sich vom Vater ihrer ältesten Tochter getrennt. Er hat sich nie um sie gekümmert. 2 Jahre später hat sie neu geheiratet. Der neue Mann ist der Papa ihrer Ältesten. Die ist jetzt 9 und weiß mittlerweile, dass ihr Papa nicht ihr Vater ist. Aber sie hat es sehr gut aufgenommen und es ist ihr egal. Sie braucht ihren Vater nicht, sie hat ja ihren Papa. Das hat sie mir neulich noch gesagt. Schließlich kümmert sich ihr Papa um sie und er hat sie lieb.

Ich denke, irgendwann, so mit etwa 4, wenn die Trotzzeit durch ist, würde ich es deiner Tochter sagen. Dass sie noch einen anderen Vater hat, aber das nicht wichtig ist, schließlich hat sie ihren Papa. Er kümmert sich um sie, seit sie im Bauch ist, wollte sie haben und hat sie lieb. Und das ist viel wichtiger, als ein paar dumme Gensätze.

Ich würde jetzt noch die Adoption vorschlagen, aber ich bezweifel, dass der Vater deines Kindes dem zustimmen wird und alleine kannst du das nicht durchziehen.

Ich wünsche euch alles Gute! Ihr schafft das schon :)

Liebe Grüße

Beitrag von bananenschaf - 15.11.11 - 13:26 Uhr

Danke für deine lieben Worte.

Wenn ich ehrlich bin, bist Du die allererste Person, die mir sagt, dass sie Respekt vor dem hat, was ich mache... Das macht mich stolz, wenn auch ein bisschen verlegen, da mich auch viele Schuldgefühle plagen. Jedenfalls vielen Dank dafür!

Wenn ich das richtig sehe, muss mein Mann das Kind gar nicht adoptieren, da er rechtlich sowieso der Vater ist, da wir ja nach wie vor verheiratet sind und unsere Tochter in der Ehe geboren werden wird. Somit ist sie ja automatisch sein Kind.

Den Kindvater werde ich sicherlich nie wieder kontaktieren. Ich habe nach wie vor Angst vor ihm und verspüre eine große Wut, weil er mich und das Baby so respektlos behandelt.

Beitrag von snowburn - 15.11.11 - 14:32 Uhr

Du hattest einen so üblen Stalker mit deinem Ex-Freund und hast das gemeistert. Warum sollte ich da keinen Respekt haben?

Ihr habt euch einvernehmlich getrennt. Deine Reaktion darauf und den ganzen Stress vorher war nur ganz natürlich und menschlich.

Ich denke allerdings nicht, dass deine Tochter, nur weil sie in eurer Ehe geboren wurde, automatisch seine Tochter ist. Allerdings kannst du ihn als Vater eintragen lassen. Es muss ja keiner wissen, den es nichts angeht. Einen Vaterschaftstest kann man auch nur machen lassen, wenn die Mutter zustimmt. Von daher ;)

Viel Glück euch.

Beitrag von bananenschaf - 16.11.11 - 10:03 Uhr

Ja, als eine Art Stalker kann man ihn schon bezeichnen. Ich habe zuerst versucht, zu verstehen, dass er ausflippt, da ich weiß, dass er die Trennung nicht wollte. Aber auch mein Verständnis hat Grenzen und ich hasse Männer, die Frauen bedrohen. Auf sowas reagiere ich wirklich ganz allergisch (auch wenn eine Frau ihren Mann bedroht natürlich).

Hab mich informiert: Das Kind, das ehelich geboren wird, gilt automatisch als Kind des Ehemannes. Das ist natürlich gut für uns. Mein Mann müsste die Vaterschaft anfechten, wenn er nicht der rechtliche Vater sein möchte oder der andere müsste die Vaterschaft einklagen, was er aber natürlich niemals tun wird.

Beitrag von snowburn - 16.11.11 - 10:19 Uhr

Das klingt sehr gut! Dann wird doch noch alles gut. Und wenn ihr alle irgendwann mal soweit seid, könnt ihr es der Kleinen ja sagen.

Alles gute für euch :)

Beitrag von a79 - 15.11.11 - 14:11 Uhr

Hallo,

ich finde, jedes Kind hat das Recht darauf, seine richtigen Eltern zu kennen, egal wie sich diese verhalten haben und daher würde ich meinem Kind auch von seinem Vater erzählen, vielleicht so ab Kindergartenalter und eben kindgerecht. BEstimmt gibt es auch Bücher zu dem Thema mittlerweile. Wenn Kinder mit dieser "Wahrheit" aufwachsen, hat sie meist weniger negative Auswirkungen, als wenn so etwas durch Zufall oder erst im Jugendalter herauskommt und sozusagen "die Bombe platzt".

LG

andrea

Beitrag von lisasimpson - 15.11.11 - 14:58 Uhr

ich habe leider nicht den ganzen text geschafft #schwitz
aber zur frage wahrheit oder nicht gibt es eine gutes buch von irmela wiemann
"wie viel wahrheit braucht mein Kind", das sichgena udamit beschäftigt.

und kurz gesagt: ja- es wird IMMER eine rolle speilen, für dich, für deinen mann und für das kind.
daher: wenn ihr nicht offen darüber sprecht, spielt das dennoch imemr eine rolle- euer kind wird immer merken, daß etwas aners ist (denn es wird niemals hören: die augen haste von onkel michael, du hast die gleichen haare wie papa; schau mal deine zehen und die von papa an- fällt dir was auf?).
das kind kann nur eine schlußfolgerung daraus ziehen: mit mir stimmt was nicht

das kind kann udn wird das aber niemals in worte fassen (können/ dürfen) und damit aufwachsen im glauben "irgendwas ist mir mir nicht ganz in ordnung"

nimm ihm diese last- und geh von anfang an offen und ehrlich damit um.
das kind hat einen biologischen vater- es wird IMMER etwas geben, was die beiden verbindet.,
es hat einen rechtlichen vater und einen sozialen vater.

Beitrag von any1978 - 15.11.11 - 17:41 Uhr

Hallo,
ich würde von anfang an mit "ziemlich" offenen Karten spielen .
Meine Mann ist auch nicht der Erzeuger meiner Großen aber er ist ihr Papa :-D

Ihr Erzeuger kennt sie gar nicht,wir haben uns getrennt als ich im 6 Monat sw war aber ich hab ihr von anfang an erklärt das es da noch jemandem gibt und auf die frage warum wir nichtmehr zusammen sind antwote ich immer " wir hatten uns nicht mehr lieb"

Mittlerweile ist sie 8 und fragt auch mal mehr ,ich sag ihr immer nur gutes über ihn weil ich nicht möchte das sie sich schlecht fühlt weil er in seinem Leben ne Falsche Entscheidung getroffen hat ,ums mal nett zu umschreiben :-p
Sie guckt sich ab und an Fotos an und wenn sie mal irgendwann darauf drängt ihn kennen zu lernen werd ich mit ihr an seiner Tür klingeln.
Mein Mann kommt auch super damit klar ,die große ist genau so sein Mädchen wie die beiden Kleinen ,er Kümmert sich und sorgt für sie.
Ich sehe es so ,son bißchen schnodder macht einen nicht zum Vater !
Wünsch Dir und deinem Mann das ihr alles so hinbekommt wie ihrs euch vorstellt.

LG
Any

Beitrag von milan-hellfire - 15.11.11 - 17:50 Uhr

Meine Mutter hat es mir ziemlich früh irgendwie erklärt. Hat mich aber nicht sonderlich interessiert; für mich als Kind war derjenige mein Vater, den ich jeden Tag gesehen habe und der sich um mich gekümmert hat. Dass ich nichts von seinem Genpool abbekommen habe, hat unserer Beziehung in keinster Weise geschadet. Ich habe sogar einige Marotten von meinem Vater übernommen ...

Ich persönlich wäre auch ohne diese "Wahrheit" ausgekommen. #kratz Ich wurde auch oft von Freunden gefragt, ob ich ihn denn nicht mal kennen lernen möchte. Habe ich stets abgelehnt, da die biologische Abstammung ihn in meinen Augen nicht plötzlich zu einer nahestehenden Person befördert.

Ach ja, das letzte mal (vor Jahren), als er sich angeblich dem Haus meiner Oma näherte, vertrieb sie ihn angeblich mit einem Regenschirm, den sie ihm über den Kopf schlug. #rofl

Beitrag von fraz - 16.11.11 - 09:28 Uhr

Hallo

Ich habe mit 5 Jahren erfahren, dass mein Vater nicht mein leiblicher Vater, meine Schwester nicht meine leibliche Schwester und mein Bruder "nur" mein Halbbruder ist.
Damals habe ich das einfach so zur Kenntnis genommen, mehr nicht.

Ich denke, wichtig ist, DASS deine Tochter überhaupt einen Vater hat. Das jedenfalls hat bei mir gezählt- und zwar bis ins Erwachsenenalter. Allerdings wird sie vielleicht mal den Wunsch ausdrücken, ihren leiblichen Vater kennen zu lernen. Unterstützt sie darin, soweit es geht, denn sie hat ein Anrecht darauf. Ich bin überzeugt, dass sie unterscheiden kann zwischen einem leiblichen Vater, von dem sie zwar die Gene hat, der sich aber nie um sie gekümmert hat und einem Vater, der biologisch zwar nichts mit ihr zu tun hat, sie aber wie ein eigenes Kind aufgezogen hat.
Wichtig ist aber, dass sie von EUCH aufgeklärt wird, und das möglichst früh.

Alles Gute!