Hilfe! Krankheit, Überforderung und Zukunftsängste

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Beitrag von julia3ho - 16.11.11 - 17:48 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

vorab, ich habe eigentlich keine konkrete Frage, bin aber für jeden Tipp dankbar.

Zu meiner Situation:

Ich habe einen kaufmännischen Beruf gelernt, bin alleinerziehend mit zwei Kindern. Ich studiere nebenberuflich BWL und habe zwei Halbtagsjobs. Einer davon ist eher sehr entspannt (Beraterin im Bereich EDV), der andere extrem fordernd und in 20 Wochenstunden fast unmöglich zu schaffen (Assistentin des GF). Beide Jobs mache ich von Herzen gern.

Die Gegend in der ich wohne ist sehr ländlich geprägt und wirtschaftlich schwach, daher bin ich heilfroh, recht gutbezahlt Vollzeit beschäftigt zu sein. Unterhalt für die Kinder werde ich nie bekommen, was die finanzielle Situation verschärft.

Großer Sorgenpunkt: beide Verträge sind befristet bis Januar, beide sollen aber weitergeführt werden.

Und jetzt bin ich krank.

Es hat vor Wochen angefangen mit ständigen Kopfschmerzen, dann Rückenschmerzen, beides habe ich mit Schmerzmitteln in den Griff gekriegt. Organische Ursachen wurden nicht gefunden. Zudem heule ich nur noch. Ohne Witz, es gibt keinen Grund, mein Leben läuft super. Aber ich fange an zu heulen, sobald ich Abends zu Hause bin und höre erst morgens bei Arbeitsbeginn auf damit. Mein Chef nennt mich "Sonnenscheinchen", meine Kinder hingegen bekommen von sonniger Laune nichts zu spüren. Leider habe ich nun Probleme mit dem Magen und das so heftig, dass ich heute beim Arzt war. Und krankgeschrieben bin für zwei Wochen.

Jetzt habe ich natürlich fürchterlich Angst, dass dies so kurz vor Vertragsende gleichzeitig das Ende meiner beruflichen Zukunft bedeutet. Ich hatte mir so fest vorgenommen, bis Januar durchzuhalten, dann kann ich ruhig zusammenbrechen. Aber doch nicht jetzt!

Was soll ich nur tun?

Am Montag wieder zur Arbeit gehen und hoffen, dass ich mit Medikamenten noch ein paar Wochen durchhalte?

Einen der Jobs aufgeben und künftig etwa auf Hartz4-Niveau leben? Oh gott, welch ein Graus.

Das Studium aufgeben? Und immer nur die Assistentin bleiben?

Ach, ich danke Euch fürs Zulesen und Danke auch für den ein oder anderen Rat.

Liebe Grüße
Julia

Beitrag von zwillinge2005 - 16.11.11 - 18:08 Uhr

Hallo,
Nur zum Verständniss Deiner Situation. Hast Du Dein Abi ebenfalls in der Abendschule gemacht oder während der ersten SS? Mit 27 Jahren Kinder von 7 und 9 Jahren. Abgeschlossene Ausbildung ohne familiäre Unterstützung-damit währest Du hier bei Urbia ein echter Exot (zumindest unter den Ratsuchenden, nicht unter den Beratenden).
Wie hast Du denn die 4-Fach Belastung gemeistert, als die Kinder jünger waren?
Bis Januar durchhalten ist ein guter Plan. Ausserdem kommt vor ALGII erstmal ALG I. Und vielleicht ein anderer Job.

Liebe Grüße, Andrea

Beitrag von julia3ho - 16.11.11 - 18:26 Uhr

Hallo!

Danke für Dein Interesse :-)

Mag sein, dass ich ein Exot bin.

- Mein Großer kam 2002

- Schulabschluss 2003 (auf einer winzigen kirchlichen Privatschule geht das)

- Hochzeit und zweites Kind 2004

- Beginn der Ausbildung 2006 und Abschluss 2009, mit anschließender Übernahme

- Trennung 2008 und Scheidung ein Jahr später

- Studium noch ganz frisch (seit Januar) :-)

So sieht mein Lebenslauf, bis auf ein paar Schönheitsmakel, doch fast ordentlich aus!

Und tatsächlich, bisher ist mir das alles irgendwie leichter gefallen. Ich habe ja schon während der Ausbildung 40 Wochenstunden gearbeitet. Aber das Lernniveau war auch ein ganz anderes, als jetzt an der Uni. Und die Arbeit war weniger. Der Druck ebenfalls. Vielleicht war ich auch einfach noch ein bisschen frischer.

Beitrag von mami18052010 - 16.11.11 - 18:37 Uhr

Für mich klingt das ganz verschärft nach Burn-out! Die Symptome, die dein Körper dir zeigt, könnten ein Warnschuss sein! Deshalb solltest du die zwei Wochen AU auch "genießen"! Nimm dir mal ne Auszeit! Zur Not lass die Kinder über die Tage sogar bei den Großeltern!

Wenn du dein Tempo, das du heute an den Tag legst, schon über Jahre durchziehst, dann ist das kein Wunder! Dein Ehrgeiz in allen Ehren, aber dass du drauf gehst dabei, das sollte es dir nicht wert sein!

Beitrag von october - 16.11.11 - 18:40 Uhr

Hallo,

ich kann dein Dilemma sehr gut nachvollziehen. Ich bin selbst alleinerziehend und arbeite Vollzeit. Damit komme ich schon manchmal an meine Grenzen. Du hast ja darüberhinaus ein Kind mehr, die Belastung durch 2 Jobs und das Studium.

Du musst jetzt schauen, wo du kurzfristig Entlastung reinbringen kannst. Hast du Resturlaub, den du bei einen der Jobs nehmen kannst? Kannst du die Kinder kurzfristig vielleicht für einen Woche woanders unterbringen? Kannst du das Studium ein Semester aussetzen?

Du musst dringend irgendeinen Druck rausnehmen. Eigentlich müsstest du sogar aus allem raus, denn deine Symptome klingen sehr stark nach chronischer Erschöpfung, Burn-Out.

Lg Annika

Beitrag von helly1 - 16.11.11 - 21:31 Uhr

Hallo

für mich klingt das auch nach Burn-Out. Am Besten suchst du dir einen guten Psychologen, der wird dir helfen können!

LG & gute Besserung
helly

Beitrag von tina_b84 - 17.11.11 - 13:38 Uhr

Hallo!

Ganz ehrlich? Ich würde an deiner Stelle das BWL-Studium schmeißen. Ich habe selber BWL studiert (Abschluss 2009) und kann dir sagen, dass es nicht garantiert ist, dass du hinterher nen besseren Job kriegst, als du jetzt hast. Ich bin mitten während der Wirtschaftskrise fertig geworden, habe zwar mittlerweile nen gute Stelle - aber einige meiner ehemaligen Kommilitonen schlagen sich immernoch mit Jobs rum, die schlechter sind als deine zwei!

Wenn du "mehr" sein willst als Assistentin, muss dir klar sein, dass das auch mehr Verantwortung und mehr Überstunden bedeutet, unregelmäßige Arbeitszeiten etc. Willst du das wirklich?

Ist denn einer deiner beiden Halbtagsjobs ausbaufähig? Januar ist ja bald und die Vertragsverlängerung steht an... ich würde einfach mal fragen, ob es nicht möglich wäre, deine Stunden aufzustocken. Und dann halt nur noch einen Job machen.

LG, Tina