schimpfworte und hauen

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Beitrag von cicada - 17.11.11 - 19:02 Uhr

hallo zusammen,

ich muss jetzt mal hier fragen, ob jemand von euch das auch kennt:

ich habe zwei söhne (2,5 und 5 jahre alt) - beide sind glücklicherweise sehr lebhaft und durchsetzungsstark.

mein "problem" ist, dass mein großer bei jeder "kleinigkeit" (für ihn sicher eine große sache) seinen kleinen bruder kneift, schubst, haut und anschreit. sei es, dass der kleine ein rotes auto in der hand hat, was der große dann unbedingt haben muss (wir haben ja auch nur das EINE auto )

jetzt ist es also an der tagesordnung, dass ich - nachdem mein großer mal wieder nicht an sich halten konnte - ihn immer wieder zum kurzgespräch bitte, ihn frage, was denn los sei, er sich doch an mich wenden sollte, wenn er sich ärgert, dass hauen aber keine lösung ist. es passiert immer wieder.

auch der kleine fängt jetzt öfter an, den großen zu hauen. natürlich kriegt er es dann doppelt und dreifach zurück.

ich möchte meinen großen nicht immer in sein zimmer schicken, ich möchte verstehen, was mit ihm los ist, ich möchte ihm helfen können....

das gleiche ist mit schimpfworten - wenn er seinen willen nicht bekommt, rennt er beleidigt in sein zimmer, ruft noch "du scheißfrau" oder "du scheißmann".... oder andere dinge, die ihm grad einfallen.

im nächsten moment kommt er dann wieder an, als wäre nichts gewesen und sagt "entschuldigung" - das wiederholt sich sehr oft.

ich lese und lese und erfahre, dass es zum teil auch normal ist, trotzdem möchte ich diese situation in erster linie für ihn verbessern.

habt ihr dazu eine idee??

lg, cica

Beitrag von juliz85 - 17.11.11 - 19:23 Uhr

Hallo!
ich finde, du solltest deinem Großen bei solchen "Ausrastern" nicht so viel Aufmerksamkeit schenken, also Gespräch etc. In der Situation, wenn er wütend ist, aht er sicher keinen Sinn für ein Gespräch und zum anderen schenkst du ihm Aufmerksamkeit (positive Verstärkung) für eine Sache die negativ ist. Vielleicht wäre es besser, den Kleinen aus der Situation zu nehmen, also ihr beide geht (mit dem roten Auto) in ein anderes Zimmer und spielt. Der Große kann nachkommen, wenn er sich an die Regeln hält.
Die Schimpfworte würde ich auch ignorieren. Da gilt das gleiche: Aufmerksamkeit wirkt als Verstärker in dieser Situation.
Über beide Sachen könnt ihr später im Ruhigen sprechen.
lg julia

Beitrag von marion2 - 17.11.11 - 19:24 Uhr

Hallo,

hier: "(wir haben ja auch nur das EINE auto )" musste ich lachen.

Wir hatten ZWEI rote Autos. Gleicher Hersteller, gleiches Modell, gleicher Farbton, für die abgenutzen Augen eines Erwachsenen also IDENTISCH.

Mein Sohn hatte einen Freund zu besuch (da muss er so 4 oder 5 gewesen sein) und sie haben sich um eins von diesen Autos getritten. Begründung war: Es sei schöner als das andere.... #schock #augen #rofl

"dass hauen aber keine lösung ist" Das siehst du so. Womöglich funktioniert es bei einem 2,5jährigen besser als die Bitte seine großen Bruders.

"dass hauen aber keine lösung ist" ist übrigens eine schlechte Formulierung. Kinderhirne verarbeiten anders als Erwachsenenhirne. Wenn du Pech hast, bleibt von deinem schönen Satz nichts übrig als die Verbindung von Hauen und Lösung.

Versuche Mal, anders zu formulieren. Das könnte schon helfen.

"ich möchte verstehen, was mit ihm los ist, ich möchte ihm helfen können...."
Das ist ganz einfach. Er ist in Rivalität mit seinem Bruder. Das sind Geschwister übrigens immer. Die einen mehr, die anderen weniger. Am Ende stehen meist richtig gute Geschwisterbeziehungen unter Erwachsenen (falls dich das vorab schon mal trösten kann ;-) ).

"du scheißfrau" oder "du scheißmann" solltest du nicht überbewerten. Fäkalien stehen bei vielen 5jährigen hoch im Kurs. Wenn er dich so betitet, kannst du dich waschen gehen und ihm sagen: "ich muss ja schlimm stinken". Außerdem können "scheißfrauen" keine Nasen putzen, keine Geschichten vorlesen und auch sonst nichts tun, was irgendwie schön und gar nicht scheiße wäre. ;-)

"im nächsten moment kommt er dann wieder an, als wäre nichts gewesen und sagt "entschuldigung" - das wiederholt sich sehr oft."
Das ist in dem Alter noch "Phrasen dreschen", aber wichtig. Richtig entschuldigen können sich Kinder meist erst ein wenig später. Trotzdem ist es gut und wichtig, dass er es macht.

Gruß Marion

Beitrag von cicada - 17.11.11 - 19:50 Uhr

hallo marion,

vielen dank für deine ausführliche antwort - du hast mich in einigen punkten zum nachdenken animiert - dinge, die sich hier schon so "festgefahren" haben (z.b. das viele reden nach dem streit etc.), werde ich versuchen, mit etwas anderen augen zu sehen.

ich bin ein "harmoniesüchtiger" mensch, mag keinen streit und schon gar nicht bei meinen kindern (obwohl ich von meiner mutter weiß, dass ich mich früher mit meiner 2,5 jahre älteren schwester bitter gestritten habe) - es scheint ein stück weit dazuzugehören - auch wenn ich es anders angenehmer finden würde....

lieben dank, cica ;-)

Beitrag von thyme - 18.11.11 - 07:34 Uhr

Statt dem Grossen auch noch mit Aufmerksamkeit zu belohnen kannst du mal versuchen, den Kleinen extrafest trösten, in den Arm nehmen, kuscheln und den Grossen eine Weile lang ignorieren.

lg

Beitrag von zaubertroll1972 - 18.11.11 - 10:50 Uhr

Hallo,

solche Ausdrücke würde ich nicht ignorieren!
Ich würde meinem Kind klar und in aller Deutlichkeit sagen daß ich keine Scheißfrau bin und ich nicht so genannt werden möchte. Auch Du betitelst Dein Kind nicht als Scheißkind und das sind keine Ausdrücke die man hören möchte.
Mein Sohn hat diese Phase nie durchgemacht aber bei anderen Dingen habe ich so gehandhabt. Bei einem Ignorieren hätte ich nur die Bedenken daß mein Kind dadurch lernt, daß solche Wutausbrüche und Ausdrücke erlaubt und in Ordnung seien.

LG Z.