Hallöchen, meine Tochter ist 3 Jahre und so langsam beginnt die schöne Zeit der Gesellschafstspiele!
Und es kam, wie es kommen mußte und wohl sehr normal ist- sie mag so gar nicht verlieren und verändert die Spielregeln und ist bockig.
Bei meinem Neffen fand ich es immer so schade, er war sehr pfiffig und konnte sehr früh alle Gesellschaftspiele, aber jeder am Tisch hatte dann ein schlechtes Gewissen, wenn er ein Pasch hatte, weil Noel dann die Würfel durch das Zimmer geschleudert hat und nicht mehr spielen wollte. Er hat dann auch ein paar Jahre gar nicht mehr gespielt, weil er nicht verlieren wollte.
Ich bin eine absolute Spieleeule und will noch ganz viel mit meinen Kindern spielen, darum frag ich hier:
Wie geht man am besten damit um?
Immer gewinnen lassen ist doch blöd, das mach ich nur, wenn ich schon 2x gewonnen hab und ihr wieder Motivation geben will.
Wie macht ihr das und mit welchem Erfolg? Können eure Kids verlieren?
Wie "verlieren" üben?
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Beitrag von mondbaer - 20.11.11 - 11:50 Uhr
Beitrag von musician - 20.11.11 - 13:31 Uhr
Hallo,
das geht wohl den meisten Kindern so.
Wir haben auch früh mit Gesellschaftsspielen angefangen und anfangs einfach den Wecker gestellt - mit 3 auf ca. 10 -15 Minuten (so übt man mit den Kindern ja auch sehr gut Konzentration).
Und nach der Zeit war das Spiel zuende - ohne gewinnen und verlieren.
Und das hat sich dann gesteigert.
Wir haben auch nie einen Wirbel um gewinnen oder verlieren gemacht, ABER wir spielen seit 2 Jahren JEDEN ABEND (wir sind seeeehr "verspielt").
So weiß unser Junior auch, dass er morgen wieder die Chance hat. Aber wie gesagt, es geht uns um die Qualitytime und nicht ums gewinnen - und ich finde, dass kann man Kindern auch wunderbar nahebringen. Spaß am Spiel und nicht am gewinnen.
Am besten fängst Du mit Spielen an, die ihr an sich schon gut gefallen (buntes Tiermemo z. B. oder Flohspringen).
Viel Spaß.
LG
Beitrag von sassi31 - 20.11.11 - 14:03 Uhr
Hallo,
das Kind grundsätzlich NIE gewinnen lassen. Entweder, es gewinnt oder eben nicht. Dem Neffen von meinem Ex habe ich immer gesagt, dass die Hauptsache ist, das Spiel macht Spaß. Wer dann am Ende gewinnt ist doch total egal. Und er hat tatsächlich nie geheult, wenn er gegen mich verloren hat. Bei allen anderen hat er immer geheult ohne Ende, weil er es gewohnt war, das er immer gewinnt.
Und ansonsten würde ich das Spiel konsequent wegräumen, wenn das Kind anfängt zu heulen oder gar mit Spielsteinen, Karten und Würfeln wirft. Dann ist das Spiel damit eben beendet. Hat bei meinem kleinen Cousin wahre Wunder bewirkt.
Gruß
Sassi
Beitrag von babybaer4 - 20.11.11 - 15:00 Uhr
Hallo,
anfangs haben wir Spiele gespielt wo wir als Team gespielt haben zb Obstgarten.
Danach kamen langsam andere Spiele und ich habe ihn auch gewinnen lassen und habe ihm dann gratuliert.Aber ab und an musste er auch verlieren .Anfangs hat er sich natürlich geärgert aber mit der Zeit hat er gerlernt auch 5 mal hintereinander zu verlieren und mich neu rauszufordern
Lg Sabine
Beitrag von marion2 - 20.11.11 - 15:28 Uhr
Hallo,
3jährige kann man für Spiele in der Regel nur begeistern, wenn man sie wenigstens am Anfang oft genug gewinnen lässt.
Meine Kinder können verlieren, aber sie haben da echt keinen Spaß dran.
Gruß
Beitrag von bine3002 - 20.11.11 - 19:30 Uhr
Ich denke, man sollte altersgemäße Spiele spielen, wo die Kinder gute Chancen haben, aus eigenen Stücken zu gewinnen. Memory ist ein guter Anfang, wo die Kinder meist sehr viel besser sind als die Großen.
Meine Tochter spielt viel und kann in der Regel sehr gut gewinnen. Aber es gibt Ausnahmen. Wenn wir z. B. ein neues Spiel spielen und sie nach 5/6 Runden immer wieder verliert, reisst auch ihr Geduldsfanden und sie verschwindet unter dem Tisch und schmollt. Wenn möglich lassen wir sie dann mal gewinnen ohne dass sie es merkt. So ist sie für neue Runden wieder motiviert und hat auch kein Problem mehr damit zu verlieren.
Wenn gewinnen lassen nicht möglich ist, etwa weil es sich um ein Glücksspiel handelt, dann spielen wir einfach ein Spiel bei dem sie bessere Chancen hat.
Beitrag von zahnweh - 20.11.11 - 20:09 Uhr
Hallo,
bei meiner (4 Jahre) ist es denke ich noch nicht ausgebrochen. Mal schauen, ob es noch kommt.
Wir spielen sehr viel. Fast täglich ein Spiel.
Allerdings achte ich auf eine gute Tagesform! Wenn sie schon müde oder quengelig ist, fange ich gar nicht erst an.
Gewinnen lassen mache ich gar nicht. Das hat meine Oma bei mir immer gemacht. Ich habe sie sehr schnell durchschaut und die "Gier nach mehr" war schnell da. Auch spürte ich, dass es mit dem Gewinnen was auf sich haben musste, etwas besonderes, sonst würde sie keinen Wirbel darum machen und mich gewinnen lassen.
Bei meiner mache ich es so. Gewinnen lassen: nein.
Regeln anpassen: ja
das heißt, wir legen VORHER die Regeln fest. Für die Erwachsenen die schwerste Variante, für sie die leichteste (zunehmend schwerer) damit sie eine faire Chance hat.
Gewinnt sie: "schau du hast gewonnen"
gewinne ich: "oh, ich habe gewonnen, spielen wir was anderes?" eher beiläufig.
Wenn sie mitten im Spiel einen Schreianfall bekommt, sich aufregt, weil die Figur nicht so ziehen darf, wie sie das in diesem Moment will .... dann bleibe ich ruhig, gebe ihr einen Moment Zeit. BEVOR sie das Spielbrett schleudern kann, nehme ich sie zur Seite.
Manchmal beruhigt sie sich, dann spielen wir weiter.
Beruhigt sie sich nicht, spiele ich das Spiel vor ihrer Nase alleine fertig. Den Spaß lasse ich mir nicht verderben.
Auch schön, damit haben wir angefangen: Spiele bei denen ALLE gleichzeitig gewinnen. Oder andere Spiele, bei denen man die Regeln so verändert, dass alle gewinnen oder keiner.
- das erste Mitmach Spiel von Ravensburger (ab 2,5 Jahre)
- der Riese Grobian (für Ältere)
noch geht es ganz gut. Aber ich gebe keine Garantie, dass es sich nicht noch ändert
Beitrag von froehlich - 20.11.11 - 20:27 Uhr
"Wie macht ihr das und mit welchem Erfolg? Können eure Kids verlieren?"
Mit drei Jahren? No way....
.... . Tröste Dich, diese "nicht-gewinnen-können-Phase" ist völlig normal - ich kenne kein Kind, das von Anfang an das Verlieren im Spiel gelassen hinnimmt. Und ganz ehrlich? Ich fürchte, das kann ziemlich lange so gehen!!! Unser Großer (heute 8) kann erst so seit ein, zwei Jahren mit "Anstand" bei Gesellschaftsspielen verlieren, unser Kleiner mit 2 kommt gerade in die "jetzt-pfeffere-mal-das-Spielbrett-durch-den-Raum" Phase. Ich würde da auch nicht weiter puschen. In diesem Alter sind Kinder einfach noch nicht fähig, "verlieren" zu abstrahieren - sie denken nun mal nur von sich aus und fühlen sich persönlich gekränkt, beleidigt....die ganze Palette. Da nutzt es auch nichts, wenn wir Erwachsenen sagen: guck mal, ist doch nur ein SPIEL. Ist es eben in dem Moment für die Kids nicht. Da hilft nur: gelassen bleiben, selbst gutes Vorbild sein - und, klar: ab und an gewinnen lassen, sonst bleibt die Motivation zum Spielen irgendwann aus. Hab Geduld. Es ist wirklich eine Frage der Zeit. Der eine kann's früher, die andere später. Aber mit 3 sehe ich da noch keine Chance.
Gruß, babs
Beitrag von silbermond65 - 20.11.11 - 21:07 Uhr
Ich schließe mich sassi an.
Meine Kinder habe ich nie absichtlich gewinnen lassen.Meine Tochter ist jetzt 4 und kann auch ganz gut verlieren.
Verlieren muß man nicht üben ,sondern von anfang an lernen,daß man eben mal gewinnt und mal verliert.
Beitrag von hailie - 21.11.11 - 00:08 Uhr
Fangt doch mit Spielen an, bei denen es keinen Verlierer gibt. Da gibt es für das Alter ja einige.
Ich habe meine Tochter auch nie gewinnen lassen... sie hat aber auch kein Problem mit dem Verlieren. Dann spielen wir halt noch eine Runde. 
Hätte sie ein Problem damit, dann hätte ich das wie gesagt erstmal so umgangen.
LG
Beitrag von sunny42 - 21.11.11 - 08:48 Uhr
Hallo liebe Mondbaer,
warum hörst Du nicht auf dein Gefühl in der jeweiligen Situation?
Ich glaube nicht, dass man generell sagen kann, man muss das so oder so machen.
Jeder kennt doch sein Kind am Besten und jede Mutter kann sich in ihr Kind hineinspüren.
Dann weiß man auch was gerade richtig ist.
Meine Große war meist motiviert mich zu schlagen und ich wusste sie verträgt es meistens wenn ich ganz normal spiele. Der Kleine braucht oftmals Balsam für sein Selbstbewusstsein um sich und seine Fähigkeiten wahrnehmen zu können, also lass ich ihn, wenn ich es für richtig halte, auch einfach mal gewinnen.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von siomi - 21.11.11 - 08:49 Uhr
Ich kann heute noch nicht verlieren.
Dabei haben das meine Eltern jahrelang "geübt".
Beitrag von mondbaer - 21.11.11 - 09:46 Uhr
Vielen lieben Dank für eure Antworten!
Ja, wir haben auch Spiele, wo keiner verliert- allerdings spielt sie die gerad nicht sooo gern!
Und wo ich so drüber nachdenke- sie kommt eh sehr auf meinen Mann- und der ist mit fast 40 noch ein ganz furchtbarer Verlierer!
Vielleicht ist das wirklich eine Sache, die angeboren ist!
Mir macht verlieren so gar nix aus, hauptsache das Spiel macht Spaß!
Danke!
Beitrag von paulasmami - 22.11.11 - 13:31 Uhr
Guckst Du "King of Queens"?
Sorry, aber ich musste die ganze Zeit an die Folge denken, in der Carry auf Spielabenden schummelt, wel sie nicht verlieren kann. Und schließlich stellt sich heraus, dass Arthur früher wie ein Irrer gejubelt hat, wenn er gewann und sie (als kleines Kind) verlor
.
Mir ging und geht es 100%tig genauso. Ich hasse verlieren und schaffe es nur unter Aufbietung aller schauspielerischen Fähigkeiten und einem innerlich gesprochenem Mantra mein Gesicht zu wahren, ehrlich.
Am alleralleralllerschlimmsten für mich ist es, wenn das einer der Mitspielenden weiß, und sich dann extra freut, wenn er gewinnt.....boah, Puls 300.
Ich weiß auch nicht woher das kommt, war als Kind so, ist heute so! Komischerweise bin ich sonst nicht sehr ehrgeizig und so übertrieben auf das Gewinnen im Leben fixiert, aber bei Gesellschaftsspielen- keine Chance.
Und meine Tochter zeigt ähnliche Tendenzen.....

LG
Steffi
Beitrag von fbl772 - 22.11.11 - 11:00 Uhr
Hallo Mondbär,
mein Kleiner fand die ersten Gesellschaftsspiele mit 20 Monaten toll und da haben wir es einfach so gemacht, dass wir gar nicht so direkt gesagt haben "Juhu, jetzt hast du gewonnen", sondern einfach so lange weitergespielt haben, bis alle fertig waren. Irgendwann sind wir dann dazu übergegangen zu "erster Sieger und zweiter Sieger".
Ich wollte ihm damit vermitteln, dass er Spass am Spiel hat und nicht unbedingt am Gewinnen alleine. Zur Zeit (er ist fast 3,5 Jahre) hat er keinerlei Interesse an Gesellschaftsspielen, sondern wir sind seit Monaten in der Ritterturnierphase und er sagt zumeist vorher "jetzt gewinnst du" oder "jetzt gewinne ich". Dann sind auch jegliche Spiele toll wie "wer als erster die Treppe hoch ist / in der Küche ist / ausgezogen ist etc. ...". Er ist also - vermutlich eher typisch Junge - gerade in der "Kräftemessenphase" - höher schneller weiter.
Es kommt es aber ganz stark auf seinen Müdigkeitsgrad an - je später am Nachmittag/Abend, desto geringer natürlich die Frustrationstoleranz.
Ich denke, dass es ganz normal ist, dass sie das "Verlieren" erst lernen müssen. Wichtig ist ja die Nachahmung. Wenn wir also beim Spiel selbst "große Trauer" haben, weil Junior gewonnen hat, dann übernimmt er dieses Verhalten natürlich auch 
Ein guter Ehrgeiz ist aber immer wichtig - im späteren Leben (so, das war das Wort zum Dienstag
)
VG
B
Beitrag von mondbaer - 22.11.11 - 11:31 Uhr
Super Idee, ich danke dir!
So werd ich es auch machen, mit erster Sieger und zweiter Sieger, das hört sich gut an!
Beitrag von babschken - 23.11.11 - 13:37 Uhr
Meine beiden haben das Verlieren gelernt, indem sie verloren haben. Ich käme nie auf die Idee, meine Kinder gewinnen zu lassen. Spiele, die sie nicht von selbst gewinnen können, sind nicht altersgemäß.
Wenn es nach einer "Niederlagenserie" mal schwierig wird, dann erzähle ich, dass man bei der Sache bleiben muss und dann irgendwann auch mal wieder gewinnen wird. Ich halte das für eine wichtige Lektion im Leben.
