Keine Wehe, keine Traumgeburt, aber dennoch...

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Beitrag von sue472 - 21.11.11 - 15:28 Uhr

Hallo Ihr alle,

es ist schon einige Zeit her, dass ich meine beiden Mäuse auf die Welt gebracht habe. Ich hatte ein nicht so tolles Erlebnis und brauchte daher einige Jahre um damit klar zu kommen.

Ich schreibe den Bericht nun dennoch, da ich finde, dass auch so etwas dazu gehört und man sich nicht verstecken muss, wenn man nicht in der Lage war sein Kind zu gebären. Ich hatte einen Traum von einer normalen Geburt ohne viel Technik und ohne viel Stress…

Hannah ist am 21. Mai 2007 geboren worden. Sie war 10 Tage über dem Termin und ich hatte eine ausgewachsene SS-Diabetes. Eigentlich wird damit am Termin entbunden, da es die Gefahr eines Plazentakollapses gibt. Und weil ich Ärzten nicht so vertraue, habe ich mich mit einer Beleghebamme auf die Geburt vorbereite. Diese kam aber nicht. Wir haben dann am 17.Mai angefangen die Geburt einzuleiten. Am 18. bin ich ins Geburtshaus gegangen, damit wir eine regelmäßige CTG Kontrolle haben um am 20. Mai in die Klinik. Ich glaube ich habe alle Wehen fördernden Mittel bekommen, die jede Fachrichtung kennt und hatte keine einzige.

Hannah hat dafür in meinem Bauch verrückt gespielt und ich habe 2 Tage und Nächte nicht geschlafen. Und nicht eine Wehe. Mein Mann war immer an meiner Seite und ich wusste, wie sehr er sich auf die Geburt freut und wie sehr er das alles miterleben wollte, aber keine einzige Wehe.

Am 21. Mai wurde dann um 6:30 beschlossen, dass ich eine Sektio haben werde. Ich wurde nicht gefragt und somit habe ich das auch nicht entschieden, es wurde angeordnet. Genau da war mein Mann eben nach Hause gefahren um zu Duschen und sich frisch zu machen. Er hatte gerade noch Zeit sich wieder etwas anzuziehen und kam in den Kreissaal, als ich schon fertig für den Transport war. Keine Zeit mehr für Gespräche und meine Tränen.

An die Sektion kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern, nur noch, dass ich auf einmal das Gefühl hatte zu schweben, als das Gewicht aus mir heraus geholt wurde, aber an viel mehr nicht. Das war um 8:02 Uhr. Hannah hatte Probleme mit der Atmung und war auch gleich weg und meinen Mann habe ich hinterher geschickt um auf sie aufzupassen. Es war nichts schlimmes, aber ich habe sie nicht gesehen und nicht gehalten bis ich wieder im Kreissaal war und das war wirklich schlimm für mich. Ich habe sehr lange daran rumgedacht und gefühlt und nach ihrem ersten Geburtstag wurde es besser.

Weihnachten 2009 kam dann meine Mira auf die Welt. Ich hatte einen geplanten Kaiserschnitt wegen eines Leistenbruches, wegen dem ich auch die letzten 4 Monate liegen musste. Termin war der 30.12. Aber ich bekam Wehen, einfach so und wir sind aus der ganzen Familie aufgebrochen um unser Kind zubekommen und es war eine wunderschöne Situation (die sehr weh tat). Diesmal hat die Hebamme mich, wenn auch nur proforma gefragt, ob ich nicht doch natürlich entbinden möchte und ich durfte „NEIN“ sagen. Ich hätte es nicht geschafft und es wäre für mich auch wirklich gefährlich gewesen. Die Sektion war sehr schön und harmonisch und ich hatte Mira danach einige Minuten auf dem Arm.

Seitdem ist es nicht mehr schlimm nie geboren zu haben, auch wenn es meinem Mann und mir fehlt und ein 3. Kind nicht möglich ist. Wir haben so viel und verglichen damit ist es nichts, was fehlt.

Danke für Eure Aufmerksamkeit
Sue

Beitrag von widowwadman - 21.11.11 - 18:32 Uhr

"Seitdem ist es nicht mehr schlimm nie geboren zu haben"

Du hast doch zweimal geboren. Auch ne Bauchgeburt ist ne Geburt

Beitrag von sue472 - 21.11.11 - 20:47 Uhr

Hi Du,

ja, es fühlt sich für mich nur nicht so an.

Ich hatte die Mäuse im Bauch und jemand hat sie rausgeholt und im ersten Fall wurde ich nichtmal gefragt.

Ich emüfinde es als einen Unterschied, mehr nicht.

Liebe Grüße
Sue

Beitrag von sternchen185 - 22.11.11 - 19:08 Uhr

Ich finde es sehr gut, dass du deine Geburtsberichte hier reinstellst. Ich kann nachvollziehen, dass es beide Male (und beim ersten noch viel mehr) schlimm war, das Kind nicht natürlich zur Welt bringen zu können.

Auch wenn du es nur beim zweiten Kind selbst entschieden hast, du hättest wie du schriebst wohl das Leben der Kinder aufs Spiel gesetzt, wenn du darauf bestanden hättest KEINE Sektio zu machen.

Ich verstehe deine Sehnsucht, die deinen worten nach zu urteilen, ungestillt bleiben wird, ABER ich höre auch wie sehr du deine Kinder liebst und wie wertvoll sie dein Leben gemacht haben. Letztlich ist es doch DAS was zählt.

alles Gute dir
Kristin

Beitrag von tanjaklein - 24.11.11 - 20:57 Uhr

Hallo,
Mir geht's auch so.
Nur das ich weder wusste was ich bekomme( mein Mann hatten uns so auf den überraschungs Moment gefreut ob junge oder Mädchen)
Und im entscheidenden Moment, lag ich mit Narkose im op:-(
Das schlimme, ich lag ja zu anfang wach im op.
Nur da ich zum krampfen begann vor Schmerzen, narkotisierte mich der Arzt einfach und ich war im entscheidenden Moment nicht wach:-(
Wenigstens mein Mann bekam den entscheidenden Moment mit :-)

Alles gute dir
Tanja