Bin entsetzt! Ermahnung vom Chef wegen langem Krankenschein!

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von loona-25 - 22.11.11 - 09:33 Uhr

Haaaallloooo

mir fehlen fast die Worte. Wollte mal eure Meinung hören. In meiner Firma gibt es 4 Langzeitkrankenscheine,eine Kollegin kam gestern wieder und musste zum Chef.

Er hat sie tatsächlich (durch die Blume) gefragt ob es notwendig war das sie so lange krank war und ob sie kein schlechtes Gewissen den anderen Mitarbeitern gegenüber hat#schock

Halllooooo mir ist echt die Kinnlade runter gefallen!!!

Erstens finde ich geht ihn das mal garnichts an und ausserdem hat sie sich die Krankheit doch nicht ausgesucht! Sie hat zwar kein Geheimnis daraus gemacht was sie hatte,aber dennoch finde ich das echt unverschämt!

Es war auch nichts was darauf hindeuten könnte das sie evtl. mit ihrem Beruf überfordert oder körperlich nicht mehr dazu in der Lage wäre. Sie war einfach krank und jetzt geht es ihr wieder gut.

Die anderen 3 erwartet wohl das Gleiche "wenn" sie wieder kommen und bei dem Gedanken daran könnte ich kotzen.

Was mich wundert ist das wir aber keine Krankheitsvertretungen bekommen haben obwohl zwei schon mehr als 6 Wochen krank sind.

LG loona:-(

Beitrag von scullyagent01 - 22.11.11 - 09:49 Uhr

In kleineren Betrieben passiert das häufiger und ist für mich auch vollkommen nachvollziehbar.

Längere Erkrankungen hat man sich selbst nicht ausgesucht, richtig, aber der Chef muß nunmal seinen Betrieb wirtschaftlich führen. Das ist bei deutlicher verminderter Produktivität bei gleicher Kostenlast eben nicht so einfach, zumal ja auch Krankenvertretungen bezahlt werden müssen.

Bei meiner Freundin lief vor kurzem das Selbe ab. Da sie noch im Januar 12 operiert werden wird, ist jetzt schon klar, das sie wegen gehäufter Fehlzeiten wohl die Papiere bekommen wird.

Scully

Beitrag von cinderella2008 - 22.11.11 - 11:44 Uhr

"zumal ja auch Krankenvertretungen bezahlt werden müssen"

Nach Ablauf von 6 Wochen Krankheit dürfte das kein Problem für den AG darstellen. Dann fällt nämlich die Lohnfortzahlung weg. Warum kann dann nicht in eine Vertretung investiert werden? Kommt am Ende doch auch nicht teurer, als wenn die Stammarbeitskraft da wäre und bezahlt werden müsste.

Beitrag von marion2 - 22.11.11 - 12:23 Uhr

Du hast den Aufwand zum Besetzen einer solchen Stelle, die Einarbeitungszeit und die Übergabe nach Beendigung der Krankheit vergessen.

Beitrag von cinderella2008 - 22.11.11 - 13:12 Uhr

Naja, bei uns wird das so gehandhabt. Meist über Zeitarbeitsfirmen. Die Leute arbeiten sich in der Regel auch schnell ein.

Beitrag von sassi31 - 22.11.11 - 14:55 Uhr

Klingt ja so weit ganz schön. Aber es gibt auch Stellen, da kann man sich nicht mal eben schnell einarbeiten.

Beitrag von cinderella2008 - 22.11.11 - 13:13 Uhr

P.S.

Noch vergessen: Nach Beendigung der Krankheit muss so oder so eine Übergabe stattfinden. Egal ob nun eine Aushilfe eingestellt wurde oder ob die Kollegen die Arbeit zusätzlich übernommen haben.

Beitrag von lichtenstein - 22.11.11 - 16:00 Uhr

Genau dafür gibt es Zeitarbeitsfirmen.

Beitrag von marion2 - 22.11.11 - 16:04 Uhr

Die sind nicht gerade günstig.

Beitrag von scullyagent01 - 22.11.11 - 12:37 Uhr

Die 6 Wochen Lohnfortzahlung müssen da schon erstmal vom AG geleistet werden.

Gehen wir von dem Fall hier mal von durchschnittlichen Zahlen aus:

5 Mitarbeiter sind krank, jeder einzelne kostet den AG mit Bruttolohn, AG Anteil u. sonst. Kosten 3000€ / Monat. Sind bei 5 erkrankten Mitarbeitern 15 ooo € im Monat und 22 500€ bis zur Krankengeldzahlung.

Das sind schon Dimensionen, die ein kleines Büro, eine Arztpraxis oder ein kleine Geschäft an den Rand des Ruins bringen können.

Scully

Beitrag von thea21 - 22.11.11 - 10:14 Uhr

Ermahnung, oder Abmahnung?

Mit ersterem würde ich mir vermutlich müde lächelnd den Hintern putzen.

Beitrag von loona-25 - 22.11.11 - 10:17 Uhr

Nur eine Ermahnung,natürlich kann er uns nichts. Aber trotzdem find ich das unter aller Sau.

Beitrag von ayshe - 22.11.11 - 10:15 Uhr

##
Er hat sie tatsächlich (durch die Blume) gefragt ob es notwendig war das sie so lange krank war und ob sie kein schlechtes Gewissen den anderen Mitarbeitern gegenüber hat#schock
##
Ihr ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, ist unter aller Sau und gehört sich nicht.
Aus reinem Jux oder Bosheit wird sie wohl kaum so lange gefehlt haben.
Für mich klingt das deshalb schon wie eine Unterstellung.

##
Die anderen 3 erwartet wohl das Gleiche "wenn" sie wieder kommen und bei dem Gedanken daran könnte ich kotzen.
##
Immerhin können sie sich schon mal nette Antworten zurechtlegen.

##
Was mich wundert ist das wir aber keine Krankheitsvertretungen bekommen haben obwohl zwei schon mehr als 6 Wochen krank sind.
##
Dafür kann es viele Gründe geben.
Kein Geld, keine Vorausplanung, nicht absehbar, daß es so lange dauert, Bequemlichkeit?

Beitrag von lejana - 22.11.11 - 10:20 Uhr

Hallo,

ja leider gibt es das häufiger.
Mein Mann z.B. war letzte Woche krank. Bzw wir alle, aber irgendwie erwischt es ihn, wenn, dann immer gleich richtig heftig. Tja, fit ist er noch nicht, aber er geht trotzdem seit gestern wieder. Weil als er letzte Woche den Krankenschein abgegeben hat, wurde er da schon "dumm angemacht", obwohl es echt offensichtlich war, wie dreckig es ihm ging. Ich möchte nicht wissen, was wäre, wenn er länger ausfallen würde. Ok, es war zwar nicht der Chef, aber dessen Sekretärin - wer weiß ob sie nicht indirekt dessen Meinung weitergehen hat...

Krankeitsvertretungen hab ich in meinen 14 Berufsjahren und 3 Firmen noch nie erlebt. Wenn nicht sicher ist, wie lang jemand krank ist oder das es nicht sooo lang dauert, kann ich mir das auch ehrlich nicht vorstellen. Die Vertretung muss erstmal eingelernt werden und dazu muss ja auch ein anderer Mitarbeiter abgestellt werden, der das übernimmt. Je nachdem an welche Person man da gerät, kann diese Phase kürzer oder länger sein. Währenddessen bleibt die Arbeit des Kranken UND des Einlernenden weitgehend liegen. Da ist es einfach rentabler, wenn die Arbeit auf die vorhandenen Kollegen verteilt wird. Klar mag es Arbeitsplätze geben, wo das anders ist.

Lg
Lejana mit Junior 10 Monate

Beitrag von kittythecat - 22.11.11 - 10:21 Uhr

Hallo,

kurze Verständnisfrage: Hat sie den eine Ermahnung im Rechtssinne bekommen? Also einen Wisch, der in die Personalakte kommt, oder wurde einfach nur ein ernstes Gespräch geführt.

Bei einer schriftlichen Ermahnung würde ich freundlich auf die Entfernung aus der Personalakte bestehen (auch wenn ein Rechtsanspruch darauf sehr umstritten ist), mit dem Verweis, dass eine Ermahnung nur bei steuerbarem Verhalten berechtigt ist (quasi als Minus zur Abmahnung), bei Krankheit aber kein solches vorliegt. Eine Ermahnung hat ja immerhin sonst keine rechtliche Wirkung für sie.

Bei einem mündlichen "Einlauf" würde ich mir sagen, dass das Leben kein Ponyhof ist und dass es in der Arbeitswelt öfter vor kommt, dass mein Gegenüber etwas halt nicht so toll fand und dann schlucke ich das runter. Ist doch klar, dass er keine Luftsprünge macht, da Krankheit nunmal Mehrarbeit für den Rest und Entgeltfortzahlungsansprüche auslöst. Es gibt auch nicht wenige Arbeitnehmer, die langfristige Erkrankungen ebenso doof finden wie euer Chef, weil sie real durch Mehrarbeit drunter leiden.

An deiner Stelle würde ich es allerdings ganz klar lassen hier den Robin Hood für die "entrechtete" Kollegin zu geben, denn auch du hast eine Loyalitätspflicht gegenüber deinem Chef. Privat kannst du von der Geschichte ja halten was du willst.

VG,

kitty

Beitrag von milan-hellfire - 22.11.11 - 11:54 Uhr

Ich kann den Chef gut verstehen. Es muss nicht mal ein kleiner Betrieb sein; als Abteilung steht auch nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung.

Wenn man krank ist, ist man krank. Alles klar, da sagt auch keiner was. Aber was mich (und auch den Chef bestimmt) nervt ist, wenn der "Heilungsprozess" dann erstmal um 2 Wochen und dann nochmals um 2 Wochen verlängert wird. Unter den Kollegen hat es auch schon rumort, klar verbreitet das schlechte Laune, wenn man die Arbeit von jemandem mittragen muss. Und wenn dann noch eine Woche Urlaub hinten dran geklebt wird, endet spätestens hier die Toleranz.

Oder ein anderer Kollege, der sehr oft nur 2 Tage krank ist (da man bei uns noch keine Krankschreibung vom Arzt für 2 Tage braucht).

Des weiteren habt ihr 4 (vier!) Langzeitkranke. Zwei davon sind schon über 1,5 Monate krank. Eigentlich sollte man sich wundern, wieso Euer Chef noch niemanden entlassen hat. Man kann niemand wegen Kranheit entlassen, aber es gibt immer andere Gründe. Nun gut, ich bin absoluter Hire-and-Fire Gegner, aber es ist nicht soo unüblich, dass man wegen langer Krankheiten irgendwann mal vor der Tür steht.

Beitrag von lichtenstein - 22.11.11 - 16:13 Uhr

Und Dein Patentrezept gegen lange Krankschreibungen wäre welches??? Chemo und Bestrahlung gleich am Arbeitsplatz? Bandscheiben-OP ambulant und im Rollstuhl an den Schreibtisch?? Nach dem Infarkt zum Meeting?

Von einem Unternehmen erwarte ich, dass es einen Notfallplan für längere Ausfälle gibt. Das gehört auch zu den Aufgaben eines AG. Damit es gar nicht erst zu Toleranzproblemen oder Überlastungen kommt. Wenn der oder die Kollegin dann wieder fit ist, heisst die Zauberformel: "Schön, dass sie wieder da sind"

Wenn man mal erlebt hat, wie sich ein krebskranker Kollege Woche für Woche bei der Arbeit quält, aus lauter Angst um den Arbeitsplatz, dann sieht man im "aber es ist nicht soo unüblich, dass man wegen langer Krankheiten irgendwann mal vor der Tür steht. " nicht wirklich ein Kavaliersdelikt.

Beitrag von marion2 - 22.11.11 - 12:22 Uhr

Hallo,

selbst wenn sie deswegen eine Abmahnung bekäme, könnte der Chef sich damit den Popo wischen.

"Was mich wundert ist das wir aber keine Krankheitsvertretungen bekommen haben obwohl zwei schon mehr als 6 Wochen krank sind."
Ihr solltet euch fragen, wie viele von euch verzichtbar wären.

Gruß Marion

Beitrag von formiga - 22.11.11 - 12:27 Uhr

Ich kann jeden Arbeitgeber verstehen, der da mal das eine oder andere kritische Wort fallen lässt - und wenn es nur dazu dient, dass die entsprechende Person nicht jeden möglichen Krankheitstag ausschöpft.

Kleinen Unternehmen können mehrer lange Krankschreibungen durchaus das Genick brechen.

Und dass er nichts machen kann, das würde ich nicht so stehen lassen: Wenn ich längere Zeit ohne vier fest angestellte Arbeitskräfte klarkommen müsste, würde ich mir danach schon mal überlegen, wie viele davon ich auch dauerhaft entbehren könnte.

Dann kommt irgendwann die alte Arbeitgeberregel zum Tragen: "IRGENDEINEN Kündigungsgrund findet man IMMER."

Beitrag von dora80 - 22.11.11 - 16:50 Uhr

Hallo !!

Also bei mir verdrehen die Kollegen schon die Augen wenn man mal einen Tag fehlt !! Da wird man auch hingestellt als wäre man eine faule..........

Aber zu sagen...haben sie denn kein schlechtes Gewissen ? Häää ???!!! Das ist unkollegial !! Der Chef muss doch auch mal in der Lage sein mit reduzierten Kräften aus zu kommen, oder ???? Aber leider gibt es so was nun mal!!

Und wenn dein Chef schon das mit den Gewissen anspricht...so wäre er doch zuständig das er noch jemanden zusätzlich organisiert.

Naja...manchmal hilft: NUR WUNDERN !!!!

LG