zweisprachig erziehen??ja oder nein und wenn ja wie?

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Beitrag von mekki05 - 23.11.11 - 12:44 Uhr

hallo alle zusammen!

ich mache mir gerade gedanken darüber ob es sinnvoll ist mein kind von anfang an zweisprachig zu erziehen oder eher nicht.was habt ihr für erfahrungen gemacht?fördert das das lernverhalten des kindes auch für später?und wenn zweisprachig erziehen,was ist die beste variante?mein mann ist italiener und spricht beides,deutsch und italienisch.ich muss auch erst italienisch lernen, kann momentan zwar einiges verstehen, aber mich nicht verständigen.

lg mekki

Beitrag von bambolina - 23.11.11 - 12:54 Uhr

Hallo

zweisprachig finde ich immer besser...
Ideal wäre, wenn jeder "generell" mit eurem Kind in der Muttersprache spricht d.h dein Mann sollte nur italienisch reden. Er sollte dabei aber auch konsequent bleiben, da er ja i.d.R. nicht sooft um das Kind rum herum ist wie du.

Wir haben in der Nachbarschaft eine alleinerziehende Mama. Der Papa kommt fast regelmäßig an den Wochenenden und spricht NUR englisch mit seinem Sohn. Der Knirps ist zwischenzeitlich 5 Jahre und versteht alles - in beiden Sprachen.

Sprechen tut er allerdings nur in Deutsch, aber das englische kommt vielleicht auch noch. Wichtig ist ja erstmal das er es versteht.

lg bambolina

Beitrag von binecz - 23.11.11 - 13:43 Uhr

Wenn man zu Hause einen Nativ-Speaker hat, dann finde ich das toll. Dann darf der allerdings auch nur in der "Fremdsprache" mit dem Kind sprechen. So kenn ich das.

Beitrag von lady_chainsaw - 23.11.11 - 13:51 Uhr

Hallo Mekki,

zweisprachig ist toll #pro

Aber es gilt dann: Ein Elternteil = Eine Sprache

Der Papa spricht also nur Italienisch, Du nur Deutsch mit dem Kind.

Wir haben im Bekanntenkreis auch eine Halb-Amerikanische-Familie, das funktioniert echt prima #blume

LG

Karen

Beitrag von tjanzen - 23.11.11 - 16:41 Uhr

Wenn Einer von Euch eine andere Muttersprache hat, dann finde ich zweisprachige Erziehung sogar sehr wichtig.

Das "Italienische" gehört zu Deinem Mann und damit auch zu den Wurzeln Eures Kindes, da fände ich es schade, wenn diese Möglichkeit dem Kind genommen wird.

Also lass Deinen Mann mit Eurem Kind italienisch reden, gemeinsam könnt Ihr dann ja deutsch sprechen - und Du kannst ja gemeinsam mit dem kind auch noch ein bißchen dazu lernen...

Beitrag von biene81 - 23.11.11 - 17:37 Uhr

Wir sprechen mit Emma beide englisch und ich auch deutsch (deutsch ist Umgebungssprache) und sie ist 2sprachig und macht das wirklich toll.
Ich kann - nach meiner Erfahrung - sagen, dass es nicht immer unbedingt 1 Elternteil=eine Sprache sein muss. Unsere Familiensprache ist englisch.

LG

Biene

Beitrag von jazzbassist - 23.11.11 - 19:52 Uhr

Mir fällt in Ihrer Situation kein Grund ein, es nicht zu tun; ganz im Gegenteil sogar. Gerade, wenn ein Elternteil andere Herkunftswurzeln hat, finde ich es sehr wichtig, dass ein Kind diese auch (und auch in der Sprache) kennenlernt.

Bei uns hat das mit zweisprachigen Erziehung eigentlich problemlos funktioniert und wir haben das nie bereut. Ich habe mit meinem Sohn (fast) ausschließlich Englisch gesprochen (auch, wenn ich ihm Abends mal eine Geschichte vorgelesen habe oder wir mal ein Kinderlied gesungen haben etc.) und meine Frau (fast) ausschließlich Deutsch. Gab da zwar auch ab und mal kleinere Schwierigkeiten; sei es ein Kleinkind, dass plötzlich anfing, scheinbar beide Sprachen in einem Satz zu vermischen (was uns einfach etwas verunsichert hatte) oder im Kindergarten plötzlich anfing, zu versuchen, auf englisch mit den Kids zu sprechen, die ihn dann etwas irritiert angeguckt hatten und deswegen ärgerten etc.

Ob dass das Lernverhalten eines Kindes später fördert ... eher nicht. Neurologisch passiert dort nämlich kein Hexenwerk. Kinder haben im Gehirn einfach einen Bereich, den sie etwa bis zum 10. Lebensjahr nutzen können, um die Sprache zu lernen und zu verarbeiten, damit das Kind ohne mühen die Muttersprache erlernen kann. Diesem Teil des Gehirnes ist das ziemlich egal, ob das nun eine Sprache oder auch zwei Sprachen sind - nicht mehr, nicht weniger. Wobei ... es ist natürlich praktisch, die erste (oder zweite) Fremdsprache in der Schule vom ersten Tag an bereits wie die eigene Muttersprache zu beherrschen … hatten wir dann in der Grundschule sowie der weiterführenden Schule :-p

Wenn es Ihnen da eher um das "fördern" des Lernverhalten geht ... also je besser sich ein Kind konzentrieren kann, desto einfacher wird es später lernen (und verstehen) können. Die einfachste Art und Weise, dass zu fördern, ist, zu versuchen, dass Kind für's Klavier- oder Schlagzeugspielen zu begeistern. Beide Musikinstrumente haben gemein, dass die linke und rechte Hand gleichzeitig völlig unterschiedliche Rhythmen spielen müssen. Für das Gehirn ist das eigentlich die reinste Folter, wenn die linke und rechte Hand gleichzeitig etwas anderes tun müssen ... dass aber zu machen (was mit einem Musikinstrument total angenehm ist, wenn einem dass Spass macht), wirkt auf die Konzentrationsfähigkeit wie Doping.

Beitrag von magnoliagarden - 23.11.11 - 21:23 Uhr

Ein wie immer schöner Beitrag, nur dem Absatz zum Instrumentalspiel

"Für das Gehirn ist das eigentlich die reinste Folter, wenn die linke und rechte Hand gleichzeitig etwas anderes tun müssen ... "

möchte ich gerne widersprechen! Das Gehirn ist zum Lernen wie geschaffen und beherrscht weitaus komplexere Vorgänge als rechts und links Unterschiedliches hervorzubringen. Es trainiert unablässig.

Mit Gruß,

Magnolia

Beitrag von coffeefreak - 23.11.11 - 19:52 Uhr

Meine Mutter hat auch hauptsächlich mit mir Kroatisch geredet als ich klein war, meine Grossmutter nur Kroatisch, da sie nichts anderes kann die ersten 2 Jahre und mein Vater Deutsch.
Meine Mutter redete zwischenzeitlich aber in Anwesenheit meines Vaters auch Deutsch mit mir und ich bin in beiden Sprachen fliessend.
Wichtig ist also eine gleichmässige Verteilung beider Sprachen, aber ob das nun wirklich so strikt auf ein Elternteil = eine Sprache beschränkt sein sollte, weiss ich nciht.

Aber von Geburt an damit anfangen würde ich auf jeden Fall.
Ich bin heute echt froh, auch die Muttersprache meiner Mutter zu können.

Beitrag von klari198512 - 23.11.11 - 21:08 Uhr

am besten ist es, wenn du deutsch sprichst und dein mann italienisch. also sollte jeder seine mutersprache sprechen. mein mann spricht arabisch und ich deutsch mit der kleinen. so lernen die kinder nicht die fehler mit, falls man selbst nicht seine eigene sprache spricht.
kinder koennen bis zu 6 sprachen lernen.
spreche von anfang an in deiner sprache mit deinem kind.

klari

Beitrag von morjachka - 23.11.11 - 23:30 Uhr

Hallo!

Ich kann mich den anderen nur anschließen, heutzutage wir Zweisprachigkeit nicht nur toleriert, sie ist sogar in. (Gottseidank)

Beitrag von widowwadman - 24.11.11 - 01:49 Uhr

Wir erziehen unsere Kinder zweisprachig - ich faende es traurig wenn ich ihnen nicht auch meine Sprache und Kultur weitergeben koennte

Wir benutzen die one-parent-one-language Methode, d.h. ich spreche nur Deutsch, mein Mann nur Englisch mit ihnen. Umgebungssprache ist auch Englisch, mein Mann spricht so gut wie kein Deutsch.

Wir haben das Glueck dass meine Tochter ausserdem eine Deutsche Kindergartenfreundin in der selben Konstellation hat, aber trotz allem ist das Englische natuerlich staerker.

Deutsche Buecher, Kinderlieder, Hoerspiele und Filme helfen auch, aber man muss schon dahinter her sein, dass das Kind beide Sprachen annimmt.

Beitrag von a79 - 24.11.11 - 07:17 Uhr

Hallo,

es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die besten Erfolge erziehlt werden, wenn jedes Elternteil in der jeweiligen Muttersprache mit dem Kind spricht. Bei Euch hieße das, Dein Mann spricht mit Eurem Kind italienisch und Du Deutsch. In der Regel haben die Kinder kein Problem damit, eine Sprache der jeweiligen Person zuzuordnen. Übrigens gibt es auch Kindergärten, die auf diese Weise zweisprachig arbeiten (jede Erzieherin spricht mit den Kindern in ihrer Muttersprache). So können die Kinder am Besten beide Sprachen aufnehmen.

LG

Andrea

Beitrag von kieselstein - 24.11.11 - 09:25 Uhr

hallo mekki!
wir haben die gleiche situation wie ihr zu hause. mein mann spricht italienisch (stammt aus der italienisch-sprachigen schweiz) und ich spreche deutsch mit den kindern. wir wohnen allerdings in einer deutschsprachigen umgebung, deshalb haben die kinder viel schneller deutsch gelernt. mein mann hat aber unbeirrt italienisch weitergeredet (auch weil er es bei weitem besser spricht als deutsch) und mittlerweile sprechen beide kinder (7 und 4) beide sprachen.
es ist nicht ganz trivial und braucht manchmal eine gewisse sturheit seitens meines mannes, aber es ist denke ich sehr wertvoll, dass es die kinder können. gerade wenn wir die italienisch-sprachige verwandtschaft besuchen, können sich die kinder problemlos verständigen. das finde ich wichtiger als alle schulischen vorteile, die sich bieten.
liebe grüsse
angela

Beitrag von widowwadman - 24.11.11 - 11:14 Uhr

"es ist nicht ganz trivial und braucht manchmal eine gewisse sturheit seitens meines mannes, "

Das stimmt, es ist nicht so einfach wie sich manche das vorstellen - ich fordere auch meine Tochter auch auf noch mal auf Deutsch zu wiederholen wenn sie mit mir Englisch spricht. Bzw wenn sie was sagt/ein neues Wort lernt, dann bestaetige ich das in der Form "Ja, Daddy sagt "...." und Mama sagt "...." oder frage sie halt ob sie weiss wie das auf Deutsch heisst.

Beitrag von anakri - 24.11.11 - 14:27 Uhr

Hallo Mekki,

ich kann mich den anderen nur anschliessen: zweisprachig aufwachsen ist für Kinder so eine Bereicherung, das sollte man ihnen nicht nehmen!

So leicht lernt man nie wieder (und wie schon von jemand anderem gesagt, werden die ersten Jahre die aufgenommenen ein, zwei oder mehr Sprachen in einer Gehirnregion gespeichert, die für die Muttersprache(n) reserviert ist), alles spätere bleiben nunmal immer Fremdsprachen, egal wie gut man die beherrscht.

Ausserdem ist da eben die Sache, mit einen Teil der Familie nicht kommuzieren zu können, wenn man deren Sprache nicht beherrscht. Wäre doch ziemlich schrecklich, wenn das Kind die eigenen Grosseltern oder Tanten/Onkel, Kusins/Kusinen, etc. nicht verstehen könnte, oder?!

Ich hab mir einen ziemlichen Kopf um die ganze Sache gemacht vor Geburt meines Kindes, da ich im Ausland lebe und sowohl zu Hause als auch 'draussen' meistens französisch spreche. Dann war der Kleine da - und erstaunlicherweise war es mir so natürlich, mit ihm immer deutsch zu sprechen! Ich mache nur Ausnahmen, wenn andere zuhören, damit wir nicht so 'geheim sprechen' und uns zu sehr ausgrenzen.

Ich kann dir nur dazu raten, dir zu der Sache ein bisschen zu belesen. Es ist zB zu bemerken, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder generell so 4-6 Monate den anderen Kindern 'hinterherhinken' was die Sprachentwicklung angeht - Nils ist 17M und spricht immer noch nichts ausser Mama, Papa, Tata, da (und alle Wörter haben noch mehrere Bedeutungen bei ihm). Ausserdem gibt es generell immer eine dominante Sprache, meistens die Sprache der Umgebung (also dt wenn ihr in Dtl / Ö / Schw lebt), auch ist ist die Muttersprache normalerweise besser als die Vatersprache, da sich meistens die Mütter mehr um die Kinder kümmern. Das kann soweit gehen, dass Kinder immer nur die dominante Sprache benutzen, besonders wenn der anderssprachliche (?) sie ja in der dominanten Sprache eh versteht. Aber trotzdem lernen sie beide, und irgendwann (zB im Urlaub in dem Land) kommt das dann raus.

Viel Spass beim Lesen & Erkunden des kindlichen Spracherwerbs (language acquisition, ist das der richtige Ausdruck auf dt?!), das ist eine sehr spannende Welt die da auf Euch wartet! #winke

Anna

Beitrag von monab1978 - 27.11.11 - 13:00 Uhr

"Ich kann dir nur dazu raten, dir zu der Sache ein bisschen zu belesen. Es ist zB zu bemerken, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder generell so 4-6 Monate den anderen Kindern 'hinterherhinken' was die Sprachentwicklung angeht - "

Das kann ich so gar nicht bestätigen. Meine Beiden sprechen Deutsch und Hindi. Mein Grosser hat mit 2 locker Sätze gebildet und ist jetzt mit 3 ein sehr sehr guter Sprecher, so dass es vielen auffällt wie gut er schon spricht - in beiden Sprachen! der Wortschatz ist dabei enorm und die Grammatik super.

Der Kleine ist 19 Monate jetzt und macht 2-Wortsätze auf Deutsch und kann ca 80 Wörter auf Hindi und ca 120 auf Deutsch. Das ist alternsgemäss, wenn nicht sogar vorraus. würde ich sagen.

LG
Mona

Beitrag von anakri - 28.11.11 - 09:55 Uhr

Hallo Mona,

in Linguistik-Fachliteratur wirst du lesen können, dass GENERELL mehrsprachig aufwachsende Kinder eine gewisse Verspätung im Spracherwerb haben. Allerdings ist das gemessen am dem Durchschnitt, und es gibt natürlich immer Kinder, die das einfach schneller, früher oder sogar auch besser hinkriegen als andere, deine scheinen dazu zu gehören.

Mein Sohn ist zwar nicht sehr spät dran, aber schon ein bisschen hinterher, wenn er mit 17M immer noch nur 4-6 Worte sagt und die auch immer noch nicht spezifisch benutzt (Mama bin ich, heisst aber auch 'nimm mich auf den Arm' zu jedem, der da gerade rumsteht!). #rofl

Deutsch & Hindi ist ja auch eine tolle Mischung! #cool

LG, Anna

Beitrag von anico - 24.11.11 - 19:12 Uhr

hallo mekki,

habe mich auch vor kurzem damit auseinandergesetzt :)

die frage ist; wie gut sprechen die eltern die eigene muttersprache und wie konsequent? türkisch z.b. hat keinen der, die, das. meine muttersprache polnisch hat nur der und die. die sonne auf polnisch: der sonne. (männlich). auf unserem spielplatzt vor der tür höre ich sehr oft türkische kinder (6-10j.) falsches deutsch sprechen. "glaubst, was ich in das hand habe?" sowas kann zum problem werden, muss aber nicht.

wir haben uns für den weg entschieden: mein mann (wurzeln italiener, geboren in deutschland und sprechen nur deutsch) und ich sprechen deutsch. meine eltern polnisch. die können es perfekt und ich nur zu 85%. und da die deutsche sprache eine schwere sprache ist, finde ich es in 1. linie wichtig, dass unsere tochter in deutschland sehr gut deutsch spricht und versteht.

eine bekannte ist logopädin. die hat ein kind bei sich, dass ist 4. jahre alt. beide eltern sprechen 2 sprachen und im kiga lernt der junge nun deutsch. er hat nun angefangen zu stottern. er versucht seiner mutter und dem vater zu übersezten. von deutsch in . .., von . . . in deutsch, von . . in . . .! der ist ist völlig überfordert.

meine nichten wurden zuerst polnisch erzogen, jetzt, ab dem 2 lebensjahr, deutsch. schwägerin hat angst, dass sie nicht richtig deutsch lernen. denn, sie tauschen die wörter hin und her und nehmen immer das einfachere wort. wenn man es wort nennen kann, ich verstehe nicht wirklich alles. dieser kuddel-muddel kommt allerdings auch nur davon, weil meine schwägerin erst so und dann so gesprochen hat. jetzt sind sie komplett verwirrt.

dann kommt es auch noch drauf an, ob eine kind sprachprobleme hat oder probleme hat, sich eine sprache zu merken. so ein kleines kind könnte dann ziemliche probleme selbst mit nur einer sprache haben und soll dann aber 2. lernen.

es ist kompliziert.

ist zwar toll, wenn kinder mehrsprachig aufwachsen, doch wäre es auch toll, wenn sie die sprachen dann auch richtig beherrschen. eine gründliche überlegung ist es wert. was ist dir wichtig? danach entscheidest du.

anico

Beitrag von delfinchen - 24.11.11 - 20:31 Uhr

Hallo,

bei zweisprachiger Erziehung ist es vorteilhaft, wenn jedem Elternteil eine Sprache zugeordnet ist. Wäre bei euch ja super. Du sprichst ausschließlich deutsch, dein Mann ausschließlich italienisch :-).

Nebenher kannst du es natürlich mitlernen, solltest es aber nicht mit deinem Sohn sprechen.

LG,
delfinchen

Beitrag von falkster - 25.11.11 - 01:29 Uhr

wenn man die Chance zum mehrsprachigen Aufwachsen hat, dann spricht eigentlich nix dagegen, dies zu tun. Nie wieder hat ein Mensch die Chance so spielerisch mit mehreren Sprachen aufzuwachsen...

Mein (beinahe) Zwoelfjaehriger hat eine chilenische Mutter, demnach wuchs er Spanisch-Deutsch-sprachig auf. Mutter sprach mit ihm Spanisch, Vater Deutsch. Heute spricht er beide Sprachen fliessend und schaltet zwischen ihnen hin und her, als wenn es das Normalste der Welt waere (was es ja letztendlich auch ist).

Meine Tochter (Mitte Dezember 1 Jahr alt) hat eine polnische Mutter und einen deutschen Vater. Mutter spricht kein Deutsch und Vater kein Polnisch. Da wir uns in England kennenlernten sprechen wir beide fliessend und miteinander Englisch.
Hier spricht Mama Polnisch mit unserer Tochter und ich eben Deutsch... Da wir als Eltern miteinander in Englisch kommunizieren, kommt es schon mal vor, dass wir unsere Kleine auch auf Englisch bespielen oder ansprechen...

Aber Dreisprachigkeit ist ja mit Sicherheit auch nicht unbedingt hinderlich im spaeteren Leben... ;-)

Beitrag von pcp - 25.11.11 - 10:10 Uhr

Unbedingt, wenn ihr die Möglichkeit habt. Das Kind profitiert davon.

Mein Mann ist Spanier aber leider beruflich immer ziemlich lang weg, deshalb läßt sich die Zweisprachigkeit bei uns im Alltag kaum bis gar nicht integrieren.

Ewig schade wie ich finde.

lg

Beitrag von h-m - 25.11.11 - 20:51 Uhr

Ich gehöre zu den wenigen, die es etwas gemischt sehen.

Meine Eltern haben auch versucht mich zweisprachig zu erziehen (meine Mutter stammt aus einem anderen Land). Es ging gut, bis ich drei war und in den Kindergarten kam. Ich hab mich SO geschämt, dass meine Mutter mit mir in der anderen Sprache gesprochen hat... die anderen Kinder haben uns in der Garderobe richtig angestarrt und mich ausgelacht und geärgert deswegen. Ich habe dann die Sprache verweigert, meine Eltern versuchten mich zu zwingen, beides zu sprechen, es wurde ein Machtkampf draus, der sehr unschön ausging... Bis heute habe ich keine gute Beziehung zu meinen Eltern und ich führe es z.T. auch darauf zurück, dass sie versucht haben, mir diese Sprache/Kultur aufzuzwingen, obwohl ich nur so sein wollte, wie alle anderen Kinder auch... Ich muss dazu sagen, dass es in unserem Ort damals fast keine Menschen "mit Migrationshintergrund" gab.

Ich habe übrigens alles verlernt. Ich bin zuletzt vor mehr als 20 Jahren bei meinem Verwandten im Geburtsland meiner Mutter auf Besuch gewesen (da war ich noch minderjährig und meine Eltern konnten mich "dank" ihres Aufenthaltsbestimmungsrechts zu einem Besuch dort zwingen).

Beitrag von zahnweh - 25.11.11 - 21:09 Uhr

Hallo,

ich habe mich nur theoretisch mit dem Thema beschäftigt und für uns dann nicht umgesetzt. (im Alltag nicht möglich bei uns, dazu später mehr)

Soweit ich gelesen habe, ist es Sinnvoll, wenn pro Person eine Sprache gesprochen wird.
Bei euch: Papa italienisch, du deutsch.

Jeweils in der Muttersprache bzw. die Sprache, die ihr fließend und gut sprecht.

Im Alltag dann: Papa italienisch, du deutsch (egal wie das Kind antwortet). Auch unterwegs.

So kenne ich es von befreundeten Familien und das klappt super.

Nicht versuchen würde ich, wenn du mit beginnendem Italiensch sprichst. zu deinem Mann ok, aber bleib bei deinen Kindern bei "deiner Sprache".

Dann ist noch die Frage: kann es dein Mann umsetzen? Also IMMER italienisch zu den Kindern zu sprechen? Oder kommt irgendwann die Versuchung, immer öfter deutsch zu sprechen und nur bruchstückweise italienisch?

Bei meinem Kind habe ich mich dagegen entschieden.
Sie hat enge Bezugspersonen, die eine andere Muttersprache haben. Aber diese Bezugspersonen sieht sie 1-3 mal im Monat. Da würde viel Alltag fehlen.

Außerdem sprechen diese Bezugspersonen mit mir deutsch (fließend, aber nicht ganz korrekt). Bei täglichem Sehen und Sprechen würde es gehen. Aber für so selten mal 1-2 Stündchen hat das keinen Sinn gemacht.

Eine weitere Möglichkeit:
Freunde sprechen fließend und gut deutsch, aber mit Akzent und kleinen Fehlerchen.
Da sie ihren Kindern die Sprache richtig beibringen wollten, sprachen sie bis zum Kindergarten NUR in ihrer eigenen Muttersprache mit ihnen. Ermöglichten ihren Kindern aber Kinderkontakte.
Kaum im Kindergarten (mit 3 Jahren) haben die Kinder die deutsche Sprache super gelernt. Anfangs noch ein bisschen schwierig, aber nach wenigen Wochen merkt man nichts mehr. Mit ihren Eltern sprechen sie Muttersprache. Im Kindergarten und mit Freunden deutsch. Ohne Akzent und ohne die Fehlerchen, die ihre Eltern noch "automatisch" machen.

Beitrag von taarah - 27.11.11 - 08:37 Uhr

hallo du. ich selbst ahbe genau das selbe problem. nimm deinem kind nicht die chance auf eine zweite sprache. die ersten drei jahre sollte dein mann hauptsäclig auf italienisch mit dme kind sprechn. aber bitte ein richtiges italienisch und keinen dialekt ;-) sags ihm freundlich :-) der dialekt kommt später wenn das kid in der 2.heimat urlaub macht oder wird von oma und opa beigebracht. in dieser zeit wirst du sehen wie winfach es für dich selbst ist die sprache besser zu erlernen.nicht so perfekt iwe dien mann oder dien kind aber du wirst gut zurecht kommen. Kinder die 2sprachig aufwachsen haben es im späteren leben einfacher 3.oder4. sprachen dazu zulernen. Mir brachte die italienische sprache vorteile im englischen und auch im spanischen. wenn du dir die wirtschaftslage anschaust. sind dieses auch die beiden sprachen die geschätzt und gebraucht werden. hab also keine angst davor. Grundschulen und weiterführende Schulen haben oftals auhc italienische Klassen. Dort wird dein Kind ebenfalls gefördert.