das richtige Maß

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Beitrag von louis2005 - 24.11.11 - 09:15 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe einen 6-jährigen Sohn. Er ist im großen und ganzen ein total lieber Junge, hört eigentlich auch gut und wir haben eigentlich keine Probleme.

Manchmal passiert es mir jedoch, daß ich bei Kleinigkeiten überreagiere. Dann werde ich lauter und total streng. Ich kann in diesem Moment auch irgendwie nicht anders. Im Nachhinein tut es mir total leider, ich denke dann die ganze Nacht darüber nach und überlege, wie ich solche Situationen zukünftig vermeiden kann bzw. mich besser "im Griff" halten kann.

Versteht jemand, was ich meine?

Wem geht es auch manchmal so und wie geht Ihr damit um?

Vielen Dank :-)

Beitrag von leviana72 - 24.11.11 - 09:19 Uhr

Hallo,

So wirklich helfen kann ich dir nicht, aber ich kann dich sooooo gut verstehen. Meine beiden, 10 und 5, können auch die reinsten Engel sein. Ab und zu überziehen sie aber doch und da platzt mir manchmal auch der Kragen.

Wenn ich merke, dass ich ungerecht war, rede ich mit ihnen, erkläre, dass ich in dem Moment sauer war und überreagiert habe. Bin doch auch nur ein Mensch;-)
Dann klären wir die Situation und alles ist gut.

LG,

Leviana

Beitrag von woodgo - 24.11.11 - 09:38 Uhr

Hallo,

mir geht es auch manchmal so. Ich geh dann aus dem Zimmer und muß mich erstmal abreagieren. Wenn sich mein Kind dann auch weider im Griff hat, erkläre ich Ihr, warum ich so sauer war.

LG

Beitrag von zwillima - 24.11.11 - 09:49 Uhr

Hallo,

vielleicht hast Du zu viel Stress und solltest Dich ab und zu mal zurück ziehen und entspannen. Bewusst auf Dich achten und wenn Du merkst, dass es in Dir anfängt zu brodeln, abwenden.
Das ist zwar nicht immer einfach und auch ganz menschlich, wenn es nicht jedes Mal funktioniert.
Das nächtelange Grübeln über eine Entgleisung ist überflüssig, wenn Du gleich reagiertst und Dich entschuldigst. "Tut mit leid, ich hab mich gerade so geärgert, dass mir dies oder jenes rausgerutscht ist. Das war ungerecht."
Das schöne dabei ist, dass die Kinder dies auch für sich übernehmen und später selbst so reagieren.
Mit Selbstzweifeln und in sich gekehrtem Grübeln kommt man nicht weiter. Die Mutter, die jeden Tag bestens gelaunt , voller Tatendrang, immer ausgeglichen und ohne jeglichen Fehl und Tadel ist, gibts nur in der Werbung...naja, oder bei urbia ;-)

L.G.
zwillima

Beitrag von marion2 - 24.11.11 - 10:51 Uhr

Hallo,

versuche einfach konsequent deine Erwartungen deinem Kind anzupassen.

Gehst du arbeiten? Wenn nicht, such dir ne Ausgleichsbeschäftigung. Wenn ja, überleg mal ob du Stress von der Arbeit mit nach Hause bringst und auf dein Kind projizierst.

Gruß

Beitrag von jazzbassist - 24.11.11 - 13:06 Uhr

Also ich habe an meinem Spatz grundsätzlich eine ziemlich hohe Erwartungshaltung, so dass ich auch bei - im nachhinein betrachtet - Kleinigkeiten sicherlich mal nicht ganz so prickelnd reagiere. Vielleicht einfach auch nur ... weil es Kleinigkeiten sind und man da so um so verwunderter ist, dass das gerade einfach nicht klappen möchte.

Wie gehe ich damit um ... also mein Kurzer reagiert da immer ganz eigen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt ... der verbarrikadiert sich dann einfach für den rest des Tages im KiZi und spricht kein Wort mehr mit uns oder grallt sich sein Skateboard und haut ab. Ansonsten mache ich eigentlich das gleiche, was ich auch von meinem Sohn erwarte, wenn er einfach mal etwas überreagiert (und sich danach wieder beruhigt) hat. Ich entschuldige mich bei ihm, versuch das irgendwie wieder gut zu machen, (möglicherweise übertriebene Strafen werden wieder aufgehoben #schein), erklär ihm auch einfach mal meine Sichtweise oder Situation (wenn ich beruflich schon mal etwas gestresster als üblich bin o.ä.). Und auch würde ich versuchen, da einfach gemeinsam eine Lösung - für ähnliche Situationen in der Zukunft - zu finden.

Mich selbst da besser im Griff zu haben ... weiß ich nicht, ob das überhaupt nötig ist. Ist ja - auch bei Ihnen - dann schon eher die Ausnahme, dass es mal so weit kommt, hoffe ich. Also ich bin nie davon ausgegangen, dass mein Sohn unter einer Käseglocke aufwachsen muss. Und auch, wenn Sie Kinder mal beim spielen beobachten ... da kann die Stimmung manchmal in Sekundenschnelle wechseln und ein Kind reagiert dann einfach über. Also es kann ja nicht schaden, wenn Kinder die Möglichkeit haben, zum einen zu lernen, wie man dann mit so einer Situation umgehen kann, und zum anderen auch, vielleicht zu erkennen: "Oh, der Papa ist gerade nicht so gut drauf, schone ich ihn ausnahmsweise mal etwas..."

Beitrag von paula74 - 24.11.11 - 13:29 Uhr

Hallo

Wir sind doch alle nicht immer gleich gut gelaunt und total ausgeglichen! Ich schaffe es auch, Dinge mit Humor und Geduld zu lösen, aber ein anderes Mal werde ich doch ein bisschen ruppig.
Ich habe aber danach überhaupt kein Problem, mich für etwas schrofferes Verhalten zu entschuldigen und unsere 5-Jährige kann gut damit umgehen. Manchmal habe ich mit letzterem -vielleicht nicht so pädagogisch sinnvollen- Verhalten sogar mehr Erziegungserfolg...
Ich denke, unsere Kinder sehen so, dass jeder mal Launen haben kann. Wichtig ist, dass man sich wieder verträgt und nicht lange auf den anderen grollt.
Also mein Tip: sag Deinem Sohn beim nächsten Mal, dass Du etwas heftig reagiert hast, nimm ihn in den Arm und dann vergesst es.
Liebe Grüsse
Paula

Beitrag von mrspinkhazard - 24.11.11 - 16:07 Uhr

Hallo ;-)

Also bei meinem Kleinen ist es noch nicht soweit, dass er großen Blödsinn macht, aber ich kann mich noch daran erinnern, wie das bei mir früher ablief...und so werde ich es wohl auch machen...

Beim Abendessen hat jeder erzählt, was er toll fand am Tag und was nicht und klar hab ich dann auch mal gesagt: "Ich fand doof, dass Mama laut geschimpft hat!" Dann wurde ganz ruhig bei leckerem Abendbrot darüber gesprochen. Und im Normalfall habe ich dann auch verstanden, wieso die Mama jetzt eben böse auf mich war. Probier's mit deinen doch mal, reden ist ja sowieso das A und O...und ich denke, in entspannter Atmosphäre klappt's eh besser ;-)

Beitrag von bine3002 - 24.11.11 - 22:28 Uhr

Es ist normal, dass dein Kind nicht immer ein "lieber Junge ist. Und ebenso normal ist es, dass Du nicht immer eine "liebe" Mama bist. Wir sind alle nur Menschen und ich halte es für unmöglich, immer, wirklich immer total gelassen, geduldig und ruhig zu bleiben.

Wichtig ist aber, dass wir uns - im Gegensatz zu Kindern - erwachsen verhalten, d.h. erwachsen streiten, entschuldigen und auch wieder vertragen. Ebenso wichtig ist es, während eines Streits niemals beleidigend und respektlos zu werden. Ein Kind sollte niemals daran zweifeln müssen, dass es trotzdem geliebt wird. Ich denke, dann ist alles in Ordnung.