An die Tagesmütter - erzählt mal...

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Beitrag von elaschnela - 24.11.11 - 19:41 Uhr

Hallo,

beruflich möchte ich mich im Laufe des nächsten Jahres verändern.
Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und habe als Erzieherin in einem Kinderheim gearbeitet.
Das Alter der Kinder lag dabei zwischen 6 und 18 Jahren.

NUn habe ich überlegt, mich mal über den Tagesmutterjob zu informieren.
Am 01. Dezember habe ich diesbezüglich einen Termin hier auf dem JUgendamt.

Vorher habe ich aber noch einige Fragen an euch:

Wie viele Kinder betreut ihr?
Wie groß sind eure Wohnungen bzw der den Kindern zur Verfügung stehende Raum?

Wie sieht euer Alltag aus?
Wie gestaltet ihr den Tag mit den KIndern?
Wie regelt ihr die Betreuungszeiten (von...bis...)?

Könnt ihr davon leben?

Beitrag von jetteraake - 26.11.11 - 23:25 Uhr

Hi,
also ich arbeite mittlerweile nicht mehr als Tagesmutter, aber ich kann dir gerne davon berichten.
BIn gelernte Erzieherin, habe immer im Kindergartenbereich gearbeitet.

Vom Jugendamt habe ich nach der Geburt meines ersten Sohnes eine Genehmigung für bis zu 3 Kinder gleichzeitig zusätzlich bekommen. Wir haben die Kinder überwiegend Kinder im Kleinkindalter (jünger oder gleichaltrig wie mein sohn damals) in unseren regulären Alltag und Haushalt integriert. Wir haben 120 m2 Wohnfläche, hatten damals ein Kinderzimmer eingerichtet bzw. Spielmaterial im Wohnzimmer und im Garten einen Sandkasten (haben aber in 2 minuten laufnähe einen Spielplatz.
Der Bedarf meiner Familien lag vor allem in der Vormittagsbetreuung (zu der Zeit gab es bei uns im Dorf noch keine Krippengruppe) - Betreuungszeit also von 8 bis 12.30 (hätt allerdings auch länger betreuut, bzw. eher genommen, so lange es zu unserer Familienstruktur gepasst hätte - also ab ca 7. Uhr ist bei uns kein Problem gewesen, da waren eh alle schon auf, und am nachmittag bis 17 Uhr wäre auch machbar gewesen, haben wir auch einzelne Tage gehabt.
Meine Kinder kamen immer nur an unterschiedlichen Tagen, sprich der eine hatte 2 tage, die andere kam für 3 Tage, der dritte kam vier Tage die woche und das vierte Kind kam nur nach bedarf (da jedes Kind keinen vollen Platz in Anspruch genommen hat, konnte ich auch mehr betreuen)

Den tagesablauf habe ich ähnlich wie im Kindergarten/Krippe gestaltet. Früh bringen, spielen, angeleitetes spiel, dann kurze liedchen, fingerspiele kniereiter etc. danach Brotzzeit / Obst dann sind wir in der Regel raus in den Garten, oder haben eben drinnen weiter gespielt.

Könnt ihr davon leben? - das ist in meinen augen die beste Frage - nach alle dem schönen am Tagesmutter sein - NEIN, davon leben hätte ich nicht können - selbst wenn ich alle Kinder Vollzeit gehabt hätte. Ich hatte mit allen eltern eine eigene Stundenlohnvereinbarung (troztdem nur 4,- € die Stunde) , unser Jugendamt zahlt bei Vollzeitbetreuung knapp über 400 ,- € (müßte jetzt nachgucken, genaue summe weiß ich nicht mehr, kam aber ein stundenlohn von ca. 1,7 € raus) Zusätzlich brauchst du für jedes Kind noch eine eigene Haftpflichtversicherung (das ist eine Art Aufstockung der eigenen Versicherung, kostet je Kind noch mal jährlich 22 € extra)

Ich hatte die Möglichkeit mit erst 9 stunden mittlerweile 17 Stunden hier bei uns im Dorf im Kindergarten anzufangen, und habe es nicht bereuut.

Ich weiß nicht wie man das ganze aufziehen müßte um davon leben zu können. so war es noch nicht mal wirklich ein Zuverdienst.

LG Jette