Ich konnte mich nicht verabschieden ...

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Beitrag von caro2512 - 25.11.11 - 14:19 Uhr

Am 18.11.2011 ist mein Papa gestorben, das ist jetzt schon wieder 1 Woche her. Es kam für mich total unerwartet. Mein Papa und ich hatten keinen regelmäßigen Kontakt, wir haben ab und zu telefoniert und uns nach über 2 Jahren im Juli das letzte Mal gesehen. An diesem Tag hat er auch das einzigste Mal seinen Enkel gesehen. Aber das kannte ich nicht anders ... war leider immer so. Trotzdem habe ich meinen Papa über alles geliebt. Und er fehlt mir sehr. Das schlimmste für mich ist, dass ich mich nicht von ihm verabschieden konnte, ihn nicht nochmal umarmen oder sehen konnte. Er lag seit 10 Tagen im Krankenhaus, doch seine Lebensgefährtin hat weder mich noch meine Halbbrüder über den kritischen Zustand informiert. Mich macht das so fertig.

Beitrag von myimmortal1977 - 25.11.11 - 16:25 Uhr

Wenn Du vor seinem Bett gestanden hättest, was hättest Du ihm dann gesagt?

Selbst WENN man die Chance hätte, sich zu verabschieden, bleibt der Mund meistens zu.

Es erfordert eine Menge Mut, das auszusprechen, was zwangsläufig erahnend bald folgen könnte..... Doch würde man einen Menschen in der Tat schon totsagen, bevor der letzte Atemzug getätigt wurde?

Was ist kurz vor dem Tod so anders, anders als in den 2 Jahren, wo eine Möglichkeit bestanden hätte, sich zu sehen?

Ich habe beide meiner Elternteile im Abstand von 10 Jahren in den Tod begleitet.

Ich sage Dir aus eigener Erfahrung, dass die Manschetten, Dinge konkret auszusprechen in dem Moment, wo man vor dem Bett eines Todkranken steht, ganz groß werden. So groß, dass Du Dir Deine Worte vielleicht im Kopf erdenkst, aber nicht in der Lage bist, diese über die Lippen zu bringen.

Die emotionale Lage in so einem Moment ist so atemberaubend und nimm das Wort wörtlich, nicht im positiven Sinne, dass Dir sämtliche Fähigkeiten des normalen Handelns abhanden kommen.

Für manche Menschen ist es auch besser, einen Verstorbenen so in Erinnerung zu behalten, wie er im gesunden Zustand gewesen ist.

Dein Vater ist mit dem Gewissen gegangen, dass Du ihn geliebt hast. Das ist das einzige, was wichtig ist. Ob Du ihm diese Liebe noch Sekunden vor seinem Tod zeigen konntest, ist nicht von Bedeutung.

Er wird es gespürt haben denn die Liebe hat er im Herzen getragen und die Frage die bleibt, ob er gewollt hätte, dass Du ihn so siehst. Meine Mutter fand das ganz schrecklich, hat sich beim Sterben beobachtet gefühlt und fühlte sich mit Besuch sehr unwohl.

Kleiner Tipp: Schreibe an Deinen Vater einen Brief, wo Du ihm alle Dinge schreibst, die Du ihn gern mit auf den Weg geben wolltest....

Er wird es lesen können, denn Dein Vater ist, genauso wie meine Eltern, an keine Zeit an keinen Raum und an keinen Ort gebunden. Sie sind überall, zu jeder Zeit und immer mit uns, in unseren Herzen!

Alles Gute für Dich!

Janette

Beitrag von stoltze-mami83 - 25.11.11 - 23:12 Uhr

....schöner hätte man es nicht schreiben können.

mein Beileid an die Tochter (leider hab ich mir den Namen nicht gemerkt :-( )
und eine #kerze für Ihren Papa