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Beitrag von kulka74 - 27.11.11 - 11:26 Uhr

... ist es her, das mein Mann mir den Boden unter den Füssen weggerissen hat und sich mein ganzes Leben was ich mir so gewünscht habe, wie eine Seifenblase aufgelöst hat...

Und wie ist es? Es geht irgedwie... Mittlerweile haben sich die Panik Attaken, die ich am Anfang hatte etwas gelegt, dafür kam so eine Art Dämmerzustand... Wahrscheinlich wurden es andere depresiv nennen, ich mag den Begriff nicht...

Ich schleppe mich vom Tag zu Tag und versuche mein Bestes zu geben...

Ich habe festgestellt, das ich Leute um mich herum habe, die versuchen mich aufzufangen, dafür bin ich so dankbar. Es sind so kleine Sachen, wie mich mal zu Joggen zu zwingen, mich zum Frühstück einladen, mal eine Nachricht schicken. Es tut so gut solche Menschen zu haben!

Das Haus ist verkauft und ich suche nach einer Wohnung. Bis jetzt ist noch nichts in Sicht, da habe ich aber noch ein wenig Zeit, muss erst im Frühjahr raus.

Ich gehe zum Therapeuten um mich in Grif zu kriegen. ICH: eigentlich eine starke, inteligente und selbstbewuste Frau... Ich hätte nie gedacht, NIE, das ich mal so tief unten werde dass ich eine Therapie brauche, doch das tue ich und ich stehe auch dazu.

Doch es tut immernoch so weh zu wissen, das der Mann, den ich so geliebt habe, dass er mich so "kaput gespiellt" hat... So viel schlimmes getan und gesagt hat... Der selbe Mann, der mir noch vor einem halben Jahr erzählt hat, wie stolz er auf unser 10 Jahre Ehe ist. Ein Paar Wochen später war ich im nur noch ein "Betonklotz am Bein". Ja, es war derselbe Mann....

Ich versuche nach vorne zu schauen. Nicht weit nach vorne, zuerst habe ich mit morgen angefangen. Ich setzte mir ganz kleine Ziele und versuche sie so weit es geht umzusetzten. Wie das Badezimmer putzen. Etwas zu essen kochen. Ein Paar Sachen aussortieren. Adventskranz hinstellen. Kleine Sachen bei den ich kurz vergessen kann wie es mir geht... Kurz aufhören zu heulen.

Grosse Ziele habe ich auch schon, so zu sagen: mal wieder lachen, mal wieder schlafen können. Nicht verbittern. Irgendwann auch mal wieder glauben und vertrauen, vieleich mal auch irgendwann wieder lieben. Nich so wie ich jetzt geliebt habe, so was werde ich nie wieder zulassen. Bedingungsloss werde ich nur noch einen Menschen lieben: meine Tochter. Und keinen anderen. Ob ich diese Ziele auch umsetzten werde? Keine Ahnung... So weit denke ich erst mal nicht...

Ich dürfte das beste aus unserem Leben bei mir behalten: MEINE TOCHTER. Und für sie lohnt es sich auch weiter zu machen. Damit sie auch wieder glücklich ist, damit sie auch wieder so viel lacht wie früher. Damit sie sich keine Sorgen mehr machen muss, dafür ist sie noch viel zu klein.... Deswegen muss ich auch aufstehen und weitermachen.

Danke für das zuhören, mit dem Schreiben bin ich wieder ein kleines Päckchen loss geworden...

K

PS. Das Bad ist sauber, das Essen gekocht, ich war laufen. Heute ist ein guter Tag.

Beitrag von sonnenkind1977 - 27.11.11 - 17:35 Uhr

Weißt Du was? Du bist auf dem richtigen Weg :-) ganz ehrlich! Du sprichst in der Vergangenheit von Deiner Liebe zu ihm, und es liest sich auch so, dass er jetzt auf den Knien rutschen würde, er könnte nicht zurück zu Dir. Du siehst, was Deine Freunde für Dich tun, Du weißt, dass Du Dich manchmal hängen lässt, aber all das gehört dazu. Und irgendwann kommt der erste Tag, an dem Du abends merkst, dass Du viel gelacht hast und vor allem nicht an die Zeit vor 4 Monaten gedacht hast :-)

Sich emotional trennen braucht Zeit, noch mehr, wenn man getrennt wird. Und diese Zeit muss man sich nehmen und eine Phase nach der anderen durchstehen. Solange man nicht in einer Phase steckenbleibt, ist alles gut und muss leider so sein!

Weiterhin Dir alles Gute!

Beitrag von kulka74 - 27.11.11 - 17:45 Uhr

Danke!

Ich wünsche nur, es wäre schon vorbei, aber es geht leider nicht, da muss ich irgendwie durch... Das ich mal so tief sein werde hätte ich nie gedacht. Aber es hilft alles nicht...

Viele Grüße

K

Beitrag von lunacy - 28.11.11 - 13:42 Uhr

Liebe Kulka,

Du scheinst wirklich auf einem guten Weg #liebdrueck

Ich habe mir damals vorgenommen, meinen Sohn trotz dem wie schlecht es mir geht mindestens ein Mal am Tag zum Lachen zu bringen. Und wenn ich ihn einmal durchkitzle. Und wenn das Kind erstmal lacht tut das so gut, dass ich meist mitgelacht habe ;-) Es hilft. Wirklich.

Konzentriere Dich erstmal auf Dich und auf Deine Tochter. Ihr könnt so viel Schönes zu zweit machen, irgendwann wirst Du auch daran wieder Gefallen finden, versprochen. Du musst nur damit anfangen! #klee

Beitrag von kulka74 - 30.11.11 - 12:11 Uhr

Danke, ja ich glaube ich bin auf dem guten Weg.

Auch wenn erst mal ganz am Anfang...

Ich versuche mit meiner Tochter schöne Sachen zu unternehmen, sie motiviert mich unglaublich! Jeden Tag wir ein Bisschen besser, auch wenn ich manchmal 5 Schritte zurück gehe.

Komischerweise hilft mir das schreiben in solchen situationen unglaublig viel. Ich kann damit meinen Schmerz in Worte fassen und in die Welt abschicken, danach wird die last ein wenig weniger.

Jetzt heisst es nur noch:Weihnachten und Silvester überstehen. Und mein Geburtstag. Und Hausverkauf un den Umzug. Und dann, irgendwann im Sommer werden keine Meilensteine mehr da sein, ich hoffe ab da kann ich wieder atmen. Ah ja, die Scheidung wird dann auch noch kommen, aber bis es so weit ist möchte ich wieder schlaffen können, lachen können und mit erhobenem Kopf durch den Tag gehen können! Das ist mein Plan!

K

Beitrag von svenjaneumann - 02.12.11 - 10:07 Uhr

Ich kenne dich nicht aber ich fühle mich dir sehr nahe!
Mir geht es auch so. Aber ich habe die Trennung gewollt.
Bin auch fix und alle...aber du gibst mir Kraft.

Danke für die tiefen Worte und Offenheit. Du kannst wirklcih sotlz auf dich sein!#liebdrueck

Ich wünsche dir alle Kraft der Welt....und noch viel mehr.
Auch eines Tages einen neuen Partner an deiner Seite. Und lass ihn an dich ran....denn es gibt nichts schöneres. Nicht alle sind so wie dein Ex.

Alles Gute für die Zukunft und mach weiter so.

Gruß :-)

Beitrag von ohneahnung - 02.12.11 - 19:48 Uhr

Hallo Kulka,

ich verfolge deine Beiträge und kann dich sehr gut verstehen. Ich kenne das, sich aufraffen zu müssen und kleine Ziele zu setzen. Das ist aber nicht immer einfach, wenn man große und weite Ziele gewohnt ist. Ich konnte mir anfangs auch nichts in der Zukunft vorstellen, weiter als ein paar Tage konnte ich nicht schauen. Jetzt kommt so langsam das Ein oder Andere wieder, aber manchmal gehts dann eben doch nicht.

Ich bin vor ziemlich genau 14 Jahren verwitwet und hatte damals 3 Kinder die ich als Aufgabe hatte, da habe ich funktioniert. Heute wo ich wirklich alleine bin, weil meine Tochter bei meiner Frau ist, denke ich oft schlimme Dinge. Ich hatte schon wirklich schlimme Tage, ähnlich wie du, aber rückwirkend erkenne ich auch, dass sich manches verändert...manches aber leider auch noch nicht.

Ich habe Hoffnung, dass alles seinen Sinn hat und sich alles geben wird, verliere deine Hoffnung nicht.

Gruß