Wählen sollte Pflicht sein....oder?

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Beitrag von marion0689 - 27.11.11 - 14:38 Uhr

Hallo und einen schönen ersten Adventssonntag!!!

Ich komme gerade aus dem Wahllokal ( Volksentscheid zu S21 ) und lese nun, dass die Wahlbeteiligung noch geringer ist als bei den Landtagswahlen im März.

Alle motzen, schimpfen. Aber wenn es dann an die Wahlen geht, bleibt ja doch ein Großteil zu Hause.
Wieso??
Viele werden sagen, dass das ja sowieso nichts bringt, die tun ja sowieso was sie wollen.

Was ja mit Sicherheit nicht so ist, wenn die Wähler denn mal alle wählen würden in den entsprechenden Personen zeigen: So nicht!
Aber stattdessen bleiben viele einfach daheim und grummeln vor sich hin.

Wer nicht wählt, solle halt auch nicht schimpfen.

Wie seht ihr das? Sollte das Wählen ( wie in einigen anderen Ländern ) zur Pflicht werden??

Eure Meinungen sind gefragt :)

LG!

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 15:57 Uhr

Ich finde die niedrige Wahlbeteiligung an diesem "Volksentscheid" vollkommen verständlich.
Es war ja kein Volksentscheid, der durch den Willen des Wählers initiiert worden ist, dazu hätte man wohl auch nie die notwendige Stimmenanzahl erreicht.
Es handelt sich um ein medienwirksames taktisches Manöver der Politik, um das weitere Vorgehen mit einer Pseudolegitimation zu versehen.

Ich finde schon das Zustandekommen abstrus: Da wird ein Gesetz im Landtag abgelehnt und eben diejenigen, die für die Ablehnung verantwortlich waren, stimmen dann einem Volksentscheid über eben dieses Gesetz zu, absurd, oder?

Noch lustiger ist aber ja der eigentliche Inhalt der Abstimmung, es geht nämlich darum, ob "...Kündigungsrechte wahrgenommen..." werden sollen.
Es steht tatsächlich genau so schwammig zur Abstimmung, da steht nicht "die Kündigungsrechte" oder "das Kündigungsrecht", sondern nur allgemein <irgendwelche>"Kündigungsrechte".
Nun hat in den Verträgen bislang noch niemand irgendein Kündigungsrecht seitens des Landes entdeckt, also worüber stimmt man hier eigentlich ab?

Das Ganze ist eine Farce und mit einem tatsächlichen Volksentscheid hat dieser Vorgang nichts zu tun. Zu einem solchen würde für mich gehören, dass die Entscheidung tatsächlich auf das Volk zurückgeht (ob das wirklich in jedem Fall wünschenswert ist, darüber lässt sich natürlich auch streiten) und nicht eine "von oben" aufgesetzte Abstimmung einer Entscheidung der Politiker einen volksnahen Anstrich verpassen soll.

Beste
l-c

Beitrag von malwiederich - 27.11.11 - 18:50 Uhr

Genau so isses!
Lächerlich der Schayc ;-). Ich war tropzdem und das bei der Schweinekälte #snowy...wenigstens gab es danach gleich nen Glühwein #verliebt.

LG,

Loli

PS: @ Marion: Bei uns waren eigentlich recht viele Leute zur Abstimmung.

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 19:28 Uhr

Gib's zu, du warst vordringlich wegen des Glühweins zur Abstimmung ;-)

Grüßle
l-c

Beitrag von malwiederich - 28.11.11 - 11:08 Uhr

psssscht..bist du wohl still:-[!

Oh Mann, hier uffem Dorf waren ja noch verhältnismäßig viele ihre Zettelchen abgeben. Aber bei weniger als 50% Beteiligung kann man ja auch nicht erwarten, das 2,5 Mio. mit mir sind, gelle?

Beim Glühwein-Schlappern habe ich dann auch ein paar getroffen, die zwar dat Dingens abgegeben haben, aber nicht wirklich kapiert haben, worum es eigentlich geht. Über diese Erkenntnis half dann ein 2. Glasl auch nicht#heul.

Grüßle zurück!

Beitrag von white-blank-page - 27.11.11 - 21:04 Uhr

Genau deswegen sah ich keinen Sinn darin, wählen zu gehen. Ich las das kleine Gesetz durch, dachte darüber nach.

Dachte dann: "Häh?!? WAS genau soll ich jetzt wählen?"

Und habe es letztlich gelassen, das Wählen.

Ich denke, wenn jemand möchte, dass der Bürger wählen geht, muss er diesem Bürger auch verständlich mitteilen, worum es geht. Das ist hier nicht geschehen, finde ich.

In dem Gesetzestextchen ging es um den von dir besagten Kündigungsschutz. Heute in aller Munde geht es darum, ob ein Baustopp durchgesetzt werden kann oder nicht. Sicher gibt es einen Zusammenhang, aber er wurde nur spärlich erklärt. Das hätte besser geplant und durchgeführt werden müssen.

Wie dem auch sei. Deswegen bin ich nicht wählen gegangen.

Einen schönen Abend wünsche ich dir.

White.

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 21:14 Uhr

In meinen Unterrichtsabenden über Projektmanagement geht es zu Beginn des Kurses immer zunächst einmal darum, welche Ursachen Projekte am häufigsten zum Scheitern bringen.
Unangefochten an der Spitze steht dabei nach mehreren neueren und auch schon teils bis zu 20 Jahren alten Erhebungen "mangelnde Kommunikation".
Alle anderen Dozenten und auch fast alle Teilnehmer der Kurse bestätigen das.

Nicht weiter überraschend, oder?

Dir auch einen schönen Abend und eine gute Nacht
l-c

PS: Auf Platz zwei folgt: Unklare oder unvollständige Projektziele :-)

Beitrag von white-blank-page - 27.11.11 - 21:24 Uhr

Und dann sage mir einmal: Wenn das alles kein Geheimnis ist, dann wissen das doch auch diejenigen, die diese Wahl auf die Beine gestellt haben. Also war wirklich alles nur eine Farce? Wieder einmal Volksverdummung? Sollen wir DENKEN, wir können etwas bewirken, wenn wir nur zur Wahl gehen?

Oder werden da oben doch alle einfach nur falsch beraten?

#gruebel

Das kann und will ich nicht glauben.

Was soll ich denn überhaupt noch glauben?

Nicht in einer Sinnkrise, aber immer desillusionierter,

White. Mit hochgezogener Augenbraue.

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 22:10 Uhr

Mit Volksverdummung hat das in diesem Fall wahrscheinlich nur mittelbar zu tun; glaube ich jedenfalls.
Die Fronten waren ja bereits arg verhärtet, als die Schlichtung versucht wurde.
Nach den Wahlen sah sich die SPD in einer ungewohnten Rolle, die Grünen um Kretschmann wohl auch.

Die "Volksverdummung" wie du das nennst, war ja bereits im Koalitionsvertrag festgehalten. Es kann also nicht recht sein, dass der Wähler das erst jetzt bemerkt.
Die Frage, die sich mir stellt, ist vielmehr, wieviel will der Wähler denn überhaupt von diesen Dingen wissen?
Es besteht doch offenkundig eine Diskrepanz zwischen den tatsächlich recht komplizierten Zusammenhängen, die ja nicht nur Bäume in einem Park beinhalten, sondern auch wirtschaftliche Probleme, Chancen und Risiken, die sich die Vorgängerregierung ja auch noch zum Teil selbst eingebrockt hat, auch grundlegenden Fragen zu Genehmigungsverfahren für Großprojekte und damit im Endeffekt auch noch wirschaftliche Fragen, die sogar für die Konjunktur in Deutschland einen Effekt haben könnten und andererseits einem schlichten "Nein zu S21" mit dem Hinweis auf alte Bäume.
Ich sage nicht, dass alle Gegner von S21 sich ausschließlich auf diese Bäume konzentrieren, oder nur auf "brauchen wir eh nicht" oder ähnlich simple Thesen, aber die Parkschützer, die jetzt groß auftreten, stelle ich unter diesen Verdacht.

In meinen Augen wäre ein "guter Wähler" jemand, der sich mit der Sache auseinandersetzt, sich nicht nur über die gängigen Medien informiert, sondern auch selbst Dinge recherchiert und sich Gedanken macht.
Jemand, der auch zwischen den Zeilen liest und eben auch ein solches eher (wenn nicht rein) politisches Manöver verstehen kann, und trotzdem oder gerade deswegen zur Abstimmung geht.
Was denkst du, wieviele Nutzer hier entsprechen diesem Ideal?

Liebe Grüße
l-c

Beitrag von white-blank-page - 27.11.11 - 22:23 Uhr

Der Mensch an sich ist sehr bequem und geht gern den einfachen Weg. Solang er "gut durchkommt", juckt ihn der Rest wenig.
Ich habe auch nur den Anfang von der Diskussion um den Bahnhof verfolgt. War beeindruckt, was der Sittler für eine Meinung transportiert hat. Habe mich aufgeregt, als aufkam, dass nicht klar sei, wie der Wassereinbruch zu handeln wäre (Stuttgart steht ja wohl quasi auf Wasser und die Röhren sollten aus Beton sein, und scheinbar sei unklar gewesen, was in ein paar Jahrzehnten geschehen solle, wenn diese Rohre von Wasser zersetzt wären- Wenn ich mich richtig erinnere).

Und irgendwann habe ich aufgehört, zuzuhören, ich gestehe es.

Ich habe dann andere Vorhaben vor Augen gehabt, andere Dinge wie die Asse und ihr Atomschrott zum Beispiel, die eine politische Entscheidung ist, die uns nie, nie, nie wieder loslassen wird, aber niemand ist verantwortlich zu machen.

Und niemand regt sich auf. DAS wundert mich.
Doch. Ich rege mich da auf.

Ich finde die Angelegenheit "Asse" viel schlimmer als den Bahnhof in Stuttgart. Aber das ist ein anderes Thema. Was ich sagen will, ist: Solang der Mensch keine grossen Einschränkungen hinnehmen muss, bewegt er sich nur ungern mehr als notwendig. Wir sind alles faule Säcke. Das meine ich ernst und ohne Augenzwinkern.

Idealismus bekommt heute kaum noch ein Kind beigebracht.

Ich fahre dennoch mit 14 anderen Menschen zur critical mass, um auf den Bedarf an einem Mehr an Radwegen in der Stadt aufmerksam zu machen. Weil ich denke, da kann ich vielleicht etwas bewirken.

Andererseits habe ich mich entschlossen, bei dieser Wahl nicht mitzumachen. Ob das nun gut war oder nicht, weiss ich nicht. #gruebel

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 22:42 Uhr

Nun, da könnten wir ja jetzt uferlos weiterdiskutieren.
Ich gebe Dir da vollkommen recht, was die Trägheit angeht, aber hey, sich informieren war früher nicht so einfach, wie es heute mit dem Internet ist. Vielleicht hinkt hier tatsächlich die Medienkompetenz der Menschen hinterher, aber wir Menschen sollten daran arbeiten!

Gerade in dieser Hinsicht finde ich die Piraten sehr interessant, aber die beginnen ja bereits jetzt, sich und ihre Idee mit nichtöffentlichen Fraktionssitzungen in Berlin zu zerlegen, leider.

Die Asse ist ein Problem, auch Gorleben, das sehe ich genauso.

An beidem haben die großen Volksparteien mitgewirkt, man schiebt sich die Schuld zu...
Insofern finde ich Herrn Kretschmann in den letzten Tagen sehr glaubwürdig, wenn er als Ministerpräsident von BW ganz klar stellt, dass auf der Suche nach einem "Endlager" auch in BW gesucht werden soll/muss.
Das imponiert mir sehr, wenn ich auch mit manchen Strömungen der Grünen (und mancher Entwicklung dieser Partei) nicht sonderlich einverstanden bin.

Immerhin bringt Herr Kretschmann bislang noch einiges an Ehrlichkeit in die Umweltpolitik zurück, jedenfalls sieht es für mich derzeit so aus.

Ich glaube, ich bin meilenweit entfernt vom topic ;-)

Beitrag von white-blank-page - 27.11.11 - 22:49 Uhr

Ja, der Kretschmann hat jetzt aber auch echt mal eine Chance für die Grünen. Ich wünsche mir, dass das zu etwas führt.

Ich denke, das Internet überfordert den einfachen Menschen mit diesem regelrechten Datenüberfluss.

Was ist "gut", was "schlecht"? Wer sagt mir, was gut und was schlecht ist?

Die Asse ist eine tickende Zeitbombe. Wenn das strahlende Zeug da durchsickert und im Grundwasser landet. Wenn es in die umliegenden Flüsse gelangt. Dann strahlt nicht nur der Berg.

Und bislang hat NIEMAND einen offiziellen Plan, wie mein Horrorszenario aufgehalten werden kann. UND: Es regt niemanden auf. Als seien alle fremdgesteuert. #zitter

Ist doch egal, ob das off topic ist. Wichtig ist es allemal. :-)

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 23:14 Uhr

Ohje, jetzt bringen wir die Ursprungsdiskussion wohl wirklich um :-)

Das Internet überfordert mit seiner Datenflut nur denjenigen, der nicht über die nötigen Filterkriterien und eben auch über das nötige Wissen verfügt, die Informationen zu filtern.
In diesem Thema bin ich ganz bei den Piraten, ein wenig bei <hier die verantwortliche Politikerin für Bildung einsetzen!> und ein wenig bei Josef Joffe, der in der letzten Ausgabe der Zeit gefordert hat, dass Schüler auch heutzutage noch Kenntnisse in Geschichte brauchen, um gegenwärtige Ereignisse bewerten zu können, da Excel und Word dazu nicht ausreichten.
Der Datenflut müsste man Herr werden, indem man mehr und bessere Möglichkeiten für "Normalnutzer" programmiert, um die jeweils gewünschten Daten zu filtern; nach Themen und Duplikaten, nicht nach Inhalten! Dazu gehört dann wieder die Kompetenz des Nutzers, diese Tools auch zu nutzen, und schon wieder Joffe.. auch zu interpretieren.

Die Asse, je, das ist eine schlimme Geschichte! Aber wir machen ja munter weiter, auch der Quecksilbermüll aus Energiesparlampen wird dort eingelagert... merkt das noch wer? Merken das die Grünen noch? Sollten nicht gerade die Grünen da mal ein paar Gutachten in Auftrag geben, was man mit der Asse tun könnte?

Da vermisse ich ein wenig den Einsatz der Grünen, ich gebe allerdings zu, dass ich mich speziell damit auch noch nicht die Bohne in der Sache beschäftigt habe #hicks

Ach, bald kommt die Lichtgestalt der CSU ja wieder, dann haben wir wieder jemanden, der abschrei.. uns sagt, wo es lang geht!
http://medien.wdr.de/radio/vonderleyens/wdr2_leyens_20111127_1150.mp3

Beitrag von clementi - 28.11.11 - 10:18 Uhr

Hallo le-cochon,

“Ich finde die niedrige Wahlbeteiligung an diesem "Volksentscheid" vollkommen verständlich.
Es war ja kein Volksentscheid, der durch den Willen des Wählers initiiert worden ist, dazu hätte man wohl auch nie die notwendige Stimmenanzahl erreicht.
Es handelt sich um ein medienwirksames taktisches Manöver der Politik, um das weitere Vorgehen mit einer Pseudolegitimation zu versehen."

Genau so sehe ich das auch.

Und den Münchnern steht genau so ein Entscheid bezüglich der neuen Flughafen-Startbahn ins Haus.

Hinterher werden wieder alle rummosern, dass sie das so gar nicht gewollt haben (war beim Nichtraucher-Begehren schon so).

Ich werde auch weiterhin meine Kreuzchen machen, weil ich das als meine private Bürger-Pflicht ansehe, wobei ich es nicht gut fände, wenn man mir das aufzwingen würde. Das würde mich dann doch zu sehr an eine Diktatur erinnern.

GLG

Beitrag von alizeeceline - 27.11.11 - 19:05 Uhr

Ich habe meine und die Wahlscheine von meinem Mann gleich zerrissen, als sie im Briefkasten lagen. Ich war noch nie am Bahnhof in Stuttgart und mir ist es gleichgültig, ob der Bahnhof unterirrdisch ist und wieviel das kostet. Hier wird man nur noch mit Stuttgart 21 belästigt, obwohl wir am anderen Ende von Baden-Württemberg wohnen. Echt nervig.
Mein Mann meint eh, die Wahlen werden manipuliert, wer weiß, wer weiß... :-p
Auch zu den anderen Wahlen werde ich nicht mehr gehen. Die Parteien, die ich wähle, haben noch nichtmal die 5% Hürde geschafft. #contra

LG

Ich hoffe, jetzt ist ENDLICH Ruhe zu dem Thema Stuttgart 21. Ich werde mal schnell Google befragen, was das Volk heute überhaupt entschieden hat. #aha

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 19:33 Uhr

Dieser Beitrag rief mir in Erinnerung, dass ich die Eingangsfrage, ob man vom Wahlrecht zur Wahlpflicht übergehen sollte, nicht beantwortet habe.

Nach Deinem Beitrag lehne ich das entschieden ab.

Falls aber eine Gesetzesvorlage dazu eingebracht werden sollte, fordere ich einen Test auf Allgemeinbildung und Intelligenzquotienten, von deren Ausgang die Verpflichtung zur Teilnahme an einer Wahl abhängig zu machen ist.
Insbesondere sollte das Ergebnis der Tests für jeden Bürger einzeln ermittelt werden und nicht vom Ehegatten übertragen werden können!

Beste
l-c

Beitrag von 71068 - 01.12.11 - 09:42 Uhr

Aus meinem Herzen durch deinen Kopf, direkt gepostet - dankeschön!

Beitrag von clementi - 28.11.11 - 10:20 Uhr

Hallo alizeeceline,

Du hast Deinen Mann aber schon vorher gefragt, bevor Du den Wahlschein zerrissen hast?

GLG

Beitrag von alizeeceline - 28.11.11 - 10:31 Uhr

:-D Nein ich habe ihn nicht gefragt.
Aber da ich zur letzten Wahl auch alleine gegangen bin und er sowieso nicht hingehen wollte, war es schon in Ordnung. Beschwerd hat er sich jedenfalls mit keinem Wort.

PS: Der Bahnhof soll ja nun doch gebaut werden. Wie spannend. #gaehn

Beitrag von bambolina - 27.11.11 - 20:00 Uhr

Ich hab einige Pro und Kontras im Kopf und konnte mich nicht wirklich entscheiden zumal es mich auch nicht wirklich betrifft. Bei einem "Zwang" hätte ich einen leeren Stimmzettel abgegeben.

Eins freut mich dennoch, dass durch die Wahlen die endlosen Diskussionen und Streitereien endlich vom Tisch sind.

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 20:07 Uhr

"Eins freut mich dennoch, dass durch die Wahlen die endlosen Diskussionen und Streitereien endlich vom Tisch sind."

DER war jetzt gut!
Haben doch die Gegner schon angekündigt, die Proteste nicht aufzugeben, auch wenn der Volksentscheid ergibt, dass kein Rückzug der Landesregierung erfolgen soll.

Im anderen Fall, der Volksentscheid ergibt, dass "Kündigungen wahrgenommen" werden sollen, wird die Bahn sich auf Verträge berufen, die nicht durch die Landesregierung gekündigt werden können, auch dann wird endlos weiter diskutiert werden, wie man denn nun dieses Bürgervotum umsetzen könnte...

Also ich sehe da kein Ende, hat so ein bisschen was von Gorleben, da musste die Protestfolklore ja auch dieses Mal noch einmal so richtig ausgekostet werden...

Beste
l-c

Beitrag von bambolina - 27.11.11 - 20:25 Uhr

Also ich glaube nicht, dass sich die "oberen" noch weiter bekriegen. Wenn ein "für" steht, dann haben die Gegner nichts mehr in der Hand. Ein paar übereifrige Gegner werden da noch weiter protestieren, was das Zeugs hält, aber wenn der VOLKSentscheid für ein Weiterbau steht, wird das auch durchgezogen. Auch die werden des protestierens irgendwann lahm und müde.

Wir hatten auch das Problem, für oder gegen U-Strab. Nach jahrelangem Zoff (Unterschriftensammlungen, Demos) wurde es immer wieder verschoben, abgelehnt und im Endeffekt dennoch durchgezogen.

Irgendwelche Hochrechnungen im I-Net stehen bei 57% ja weiterbauen und 43% nein.

Beitrag von le-cochon - 27.11.11 - 20:47 Uhr

Seltsame Sichtweise mit "den oberen".
Das Ding war politisch im Landtag entschieden, allerdings hatte man wohl ausgehandelt, dass man über ein lustiges Konstrukt, SPD stimmt gegen den Gesetzentwurf, danach dann aber für den Volksentscheid, die Pseudoentscheidung suchen wollte.
Und da soll man sich jetzt nicht als Wähler etwas seltsam behandelt fühlen?

Exakt das wird sich auch ein Großteil der Demonstranten denken, vor allem aber gehen die ja mit missionarischem Eifer an die Sache, was Kompromisse im demokratischen Sinn seit jeher erschwert.
Ich glaube nicht, dass durch diese Farce die Proteste ein Ende haben und ich glaube auch nicht, dass es keine neuen Folgen von "Und täglich grüßt das Murmeltier" bezüglich der Streitereien über die Finanzierung von Mehrkosten und/oder deren Ursache geben wird.
Aber die Zeit wird ja zeigen, wer von uns beiden in ihrer/seiner Einschätzung näher an der Wirklichkeit ist :-)

Beste
l-c

Beitrag von bambolina - 28.11.11 - 11:10 Uhr

Was ist an der Sichtweise seltsam? Ob das im Landtag entschieden war, spielt in meinen Augen keine Rolle. Es gab Gegner die den Beschluss nicht akzeptieren konnten und somit wurde das an einem Volksentscheid abhängig gemacht.
Mit welchen Argumenten können die Baugegner noch kommen? Landtagsabstimmung, Volksbeschluss - was als Nächstes?
Und selbst wenn wieder "etwas" kommt...
Die Bauarbeiten werden (vorerst?) weiter fortschreiten und je weiter die Fortschreiten, desto weniger ist ein Rückzug möglich. Jeder Tag wo gebaut wird kostet Geld und ich glaube kaum dass die irgendwann mal ihre die 100-Millionen-Löcher (oder mehr) wieder zubuddeln.
Klar wird weiter demonstiert, aber für mich ist das im Winter nur ein hoffnungsloses "Allerwertesten-abfrieren".
Aber du hast Recht - wir werden irgendwann mal sehen wer mit seiner Abschätzung näher lag ;-)

lg bambolina

Beitrag von mamavonyannick - 27.11.11 - 20:32 Uhr

Hallo,

ich würde gern bei wirklich wichtigen Themen mit entscheiden. Und ich würde gern selbst entscheiden, was mir wichtig ist und was nicht.

vg, m.