Guten Morgen.
mein Sohn (8 Jahre) hat sich gestern Abend unmöglich benommen. Wir waren mit Freunden zum Adventsessen und mir war das sehr unangenehm. Alles was ich gesagt habe ging Contra, mit frechen Antworten usw. Das ging solange, bis er sich ein Buch genommen hat und las.
Ich habe ihn dann gestern auch nicht ins Bett gebracht weil ich ziemlich sauer auf ihn war. Das bin ich immernoch. Wie soll ich mich heute nachmittag verhalten ? So tun als wäre nichts gewesen das möchte ich nicht. Ich möchte ihm schon irgendwie zeigen, dass sein gestriges Verhalten nicht akzeptabel war, aber wie ?
Wer hat eine Idee ?
LG, p.m.
wie soll ich mich heute verhalten ?
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Beitrag von patricks_mama - 28.11.11 - 09:25 Uhr
Beitrag von natascha88 - 28.11.11 - 09:35 Uhr
Hallo!
Ich würde einfach nochmal mit ihm reden und ihm klar machen, das es nicht ok war und du das nicht nochmal erleben willst.
Dann würde ich die Sache auf sich beruhen lassen.
Auf keinen Fall einfach ablehnend/genervt reagieren, ohne dass er weiß was dahinter steckt! Dann schaukelt ihr euch entweder wieder in Streit hoch oder es ist für ihn einfach schlimm.
Liebe Grüße,
Natascha
Beitrag von lisasimpson - 28.11.11 - 09:39 Uhr
warum hast du ihm gestern nicht gezeigt, daß sein verhalten nicht akzeptabel ist?
ich halte nichts von ewig langem beleidigt spielen- das bringt euch keinen schritt weiter.
heute würde ich ihn nochmal zur seie nehmen und erklären, warum du ihn gestern nicht ins bett gebracht hast und wie du dich gefühlt hast.
ich würde ihn fragen, was los war und gemeinsam überlegen, wie man das nächste mal, wenn es ihm so geht wie gestern (langeweile, genervt, zu wenige beschäftigung?..) wohl machen könnte und was du am besten machen kannst, wenn du sauer bist
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 09:44 Uhr
Liebe Patricks_Mama,
ich glaube ich würde den Vormittag nutzen mal in mich hineinzuschauen warum ich so lange in diesem Gefühl steckenbleibe. Dein Sohn hat gestern Abend mit seinem Verhalten bei Dir Knöpfe gedrückt. Welche das sind, weißt nur Du. Zum Beispiel könnten es sein: Scham, weil er sich so benommen hat, Wut weil er nicht gehört hat, Hilflosigkeit weil kein schimpfen erhört wurde. Das alles steckt in Dir fest und hat heute nichts mehr mit seinem gestrigen Verhalten zu tun. Du schreibst er hat dann irgendwann ein Buch gelesen, dass heißt er hat sein Verhalten noch am gleichen Abend korrigiert und sich wieder so Verhalten wie Du es für angemessen hältst.
Ich würde also aufhören so nachtragend zu sein indem ich mich Frage warum ich in solchen gefühlen feststecke ( meist sind die einem aus der eigenen Kindheit sehr bekannt), und dann würde ich mir meinen Sohn heute nachmittag in einer ruhigen Minuten zur Seite nehmen und ihm sagen, dass ich gestern ganz schön ärgerlich war weil ich mich so auf den Abend gefreut hatte, dass ich es aber gut fand, dass er dann irgendwann gelesen hat.
Damit schließe ich das Gespräch mit einem Lob und mein Kind wird im positiven Verhalten bestärkt.
Liebesentzug ist eine heftige Strafe weil ein Kind daraus lernt, dass es nur geliebt wird wenn es sich "richtig" verhält. Was richtig ist entscheiden aber die Eltern und wer bitte hat denn die Wahrheit gepachtet? Wer sagt das ein 8 jähriges Kind einen Abend zu dem es keine Lust hat trotzdem perfekt ohne Klagen ertragen muss wie ein Erwachsener es tut?
Er hat seinen Unmut geäußert, dir hat die Art und Weise nicht gefallen und nun gilt es Lösungen fürs nächste mal zu finden statt das Kind zu dressieren ein angepasster Erwachsener zu werden der alles mitmacht was die anderen gerade wollen.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von thea21 - 28.11.11 - 09:48 Uhr
SO eine schöne Antwort, danke dafür!
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 09:55 Uhr
Beitrag von gustav-g - 28.11.11 - 10:57 Uhr
Dein Beitrag gefällt mir sehr gut 
aber für mich kommt er zu spät
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 14:28 Uhr
Ich danke Dir!
Beitrag von lisasimpson - 28.11.11 - 11:14 Uhr
ich freue mich wie immer über deine tollen Antworten!
Einfach schön geschrieben!
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 14:28 Uhr
Beitrag von a79 - 28.11.11 - 12:26 Uhr
Deine Interpretation von dem Lesen des Buches macht mich nachdenklich - das hätte ich ganz anders gesehen und es wäre auch eher als "er ignoriert mich" angekommen...
...und deswegen hätte ich , wie schon unten in meinem Beitrag geschrieben, ihm das Buch weggelegt, damit er mit der Posterin spricht...ist das so falsch?
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 14:27 Uhr
Liebe a79,
ich habe das einfach anders gelesen als Du.
Da die Eltern bei dem Essen ja ihre Ruhe haben wollten, konnte ich mir nicht vorstellen,
dass es gerade eine lange Belehrung gab während er zum Buch griff.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von fbl772 - 28.11.11 - 12:00 Uhr
Hallo,
weißt du was für mich als Kind immer am schlimmsten war .... wenn mein Vater mit mir tagelang nicht geredet hat. Darunter habe ich schwer gelitten.
Das "Trauma" begleitet mich bis heute und ich werde meine Kinder daher niemals ins Bett schicken, ohne dass vorher alles geklärt ist.
VG
B
Beitrag von a79 - 28.11.11 - 12:23 Uhr
Hallo,
Dein Sohn ist fast drei Jahre älter als meiner aber trotzdem finde ich, sollte eine belastende Situatione (ob für einen oder alle Beteiligten) noch vor dem ins Bett gehen geklärt werden. Das handhabe ich auch mit meinem Partner so. Auf diese Weise können sich Probleme nicht so hochschaukeln und man muss nicht ewig allein drüber brüten.
Dass sich Dein Sohn ein Buch nimmt und liest, während Du etwas mit ihm klären möchtest, geht nicht! Da hilft nur - Buch weg...
Ich finde nicht, dass man als Eltern nachtragend sein sollte (auch wenn es manchmal schwerfällt). Dein Sohn ist 8!
Verhalte Dich normal und führe lieber nochmal ein Gespräch über den gestrigen Tag, ganz in Ruhe.
LG
Andrea
Beitrag von patricks_mama - 28.11.11 - 12:47 Uhr
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Antworten.
Ich hatte ja nicht vor, meinen Sohn mit "Liebesentzug", "nicht mit ihm reden" oder gar mit schmollen zu "strafen".
Ich habe nach einer passenden Anregung gesucht, wie ich ihm nochmal verdeutlichen kann, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war. Die Anregungen habe ich bei der einen oder anderen Antwort auch gefunden.
Es kann natürlich sein, dass er gestern abend keine große Lust auf das Adventsessen hatte aber deshalb, finde ich, kann man sich mit 8 Jahren mal 2 Stunden ordentlich benehmen und muss nicht frech sein. Es wird noch viele Situationen in seinem Leben geben, denen er sich einfach mal fügen muss auch wenn er nicht gerade Lust drauf hat.
Es muss auch meiner Meinung nach nicht immer alles auf die Kindern ausgerichtet sein. Man muss nicht permanent versuchen, ihnen alles recht zu machen.
LG p.m.
Beitrag von sunny42 - 28.11.11 - 14:24 Uhr
Liebe patricks_mama,
" Es wird noch viele Situationen in seinem Leben geben, denen er sich einfach mal fügen muss auch wenn er nicht gerade Lust drauf hat."
Das finde ich eine sehr interessante Aussage.
Für mich besteht da allerdings ein entscheidender Unterschied.
Als Erwachsener weiß ich, dass eine Veranstaltung bevorsteht die mich langweilen wird
und dann habe ich eine FREIE WAHL. Ich kann absagen, eine Notlüge erfinden, oder aber entscheiden dass es wichtig ist hinzugehen und es über mich ergehen zu lassen.
Als Kind, weiß ich, dass ich zu einer Veranstaltung muss die mich langweilen wird und ich habe KEINE WAHL!
Wenn einem das als Erwachsener bewusst ist, kann man dem Kind ein wenig mehr nachfühlen und alleine dieses nachfühlen reicht schon um dem Kind das Gefühl zu geben das es ernst genommen wird.
Werde ich ernst genommen (Du x, ich weiß, dass es für Dich heute Abend langweilig wird, aber es ist mir wichtig und deshalb bitte ich Dich, Dich gut zu benehmen. Nimm Dir doch etwas mit womit Du dir die Zeit etwas schöner gestalten kannst.") bin ich frei von Wut und füge mich der Situation.
Wird über meinen Kopf entschieden ("Du kommst mit, da kannst Du sagen was Du willst") bin ich voller Wut und die zeigt sich bei Kindern prompt durch freche Antworten und "schlechtes" Benehmen.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von patricks_mama - 28.11.11 - 14:34 Uhr
Liebe Sunny,
"Als Erwachsener weiß ich, dass eine Veranstaltung bevorsteht die mich langweilen wird
und dann habe ich eine FREIE WAHL."
Das sehe ich anders als du. Aber darum ging es mir in meinem Ausgangspost nicht.
LG, p.m.
Beitrag von schnabel2009 - 28.11.11 - 12:55 Uhr
hallo,
ich würde heute nachmittag einfach mal mit ihm reden und fragen, warum er sich so benommen hat.
sauer sein oder ihn sonstwie bestrafen würde ich nicht, das finde ich einem kind gegenüber zu nachtragend.
lg schnabel
Beitrag von meckikopf - 28.11.11 - 18:55 Uhr
Guten Abend,
also ich finde, Du HAST Deinen Sohn doch gestern schon bestraft, indem Du ihn nicht ins Bett gebracht hast - und ich finde, das REICHT nun und ist wirklich GENUG! Sprich noch einmal in aller Ruhe mit ihm (aber möglichst nicht so, dass es (wieder) in Vorwürfen ausartet!), aber dann muss auch mal wirklich GUT sein. - Bedeutet ja nicht, dass Du nicht sagen darfst, dass Dir sein gestriges Verhalten nicht behagt hat, aber selbst MIR als ausgewachsene Person würde es überhaupt nicht gefallen, wenn jemand so nachtragend wäre. Sag' ihm halt, dass sein Verhalten gestern nicht in Ordnung war, aber dass Du ihm dies verzeihst (als Mutter).
Hat er es dann eigentlich auch selbst eingesehen, dass sein Verhalten nicht richtig war?
<<So tun als wäre nichts gewesen das möchte ich nicht.>>
Wie gesagt... das brauchst Du ja auch gar nicht, denn das wäre schon irgendwie geheuchelt; wenn Du noch sauer bist.
<<Ich möchte ihm schon irgendwie zeigen, dass sein gestriges Verhalten nicht akzeptabel war, aber wie?>>
Ebenfalls wie bereits erwähnt... siehe weiter oben.
Und wegen Liebesentzug... OK... das IST es, wenn Du ihn nicht ins Bett gebracht hast, aber auch Mütter sind nur Menschen mit Gefühlen - und Du hast ihn ja wohl nicht grob verbal beleidigt à la "Hau' ab (in Dein Zimmer) und bleib' da drin; ich will Dich nicht mehr sehen, wenn Du sooo böööse bist!" Oder sowas in der Art. DAS wäre so richtig lieblos. Und ich denke und vermute nun mal auch nicht, dass er schon des öfteren ganz alleine ins Bett gehen musste.
Ich finde diesen Beitrag übrigens auch sehr gut
http://www.urbia.de/forum/21-erziehung/3391311-wie-soll-ich-mich-heute-verhalten/21523607/reply
Sah Deinen Beitrag übrigens jetzt erst, da ich den ganzen Tag außer Haus arbeiten war. Und - hast Du inzwischen mit ihm geredet und was kam dabei heraus? Ihr habt Euch doch auch - HOFFENTLICH(!) - wieder ausgesöhnt?!
Gruß
Beitrag von marion2 - 28.11.11 - 19:35 Uhr
Hallo,
"Ich habe ihn dann gestern auch nicht ins Bett gebracht weil ich ziemlich sauer auf ihn war."
Du bist ja sowas von gemein. 
DEIN Verhalten ist noch weniger akzeptabel als das von deinem Kind.
Wenn er sich immer so daneben benimmt, solltest du es mal mit Erziehung versuchen und ansonsten darfst du jetzt was neues lernen: Auch Kinder haben mal einen schlechten Tag.
Gruß Marion
Beitrag von jazzbassist - 28.11.11 - 20:37 Uhr
>Ich möchte ihm schon irgendwie zeigen, dass sein
>gestriges Verhalten nicht akzeptabel war, aber wie ?
So völlig ohne nachzudenken: Eine Woche Stubenarrest und Fernsehverbot sollten da - bei einem 8-Jährigen - als Pauschalmittel sicherlich noch funktionieren.
Andererseits bin ich mir sicher, dass Ihr Sohn das auch schon mit 4 Jahren sehr genau gewusst hat, dass Sie dieses Verhalten nicht akzeptieren. Daher - ohne Sie oder ihren Sohn zu kennen oder gestern Abend dabei gewesen zu sein - habe ich viel eher den Eindruck, dass es Ihrem Sohn eigentlich genau darum ging: Nämlich ein bisschen an Ihrer Schmerzgrenze zu kitzeln, in dem er sich auf eine Art und Weise verhält, die Sie nicht dulden. Das können Kinder grundsätzlich sehr gut … nur … so völlig aus heiterem Himmel und gänzlich Grundlos wird das bei einem 8-Jährigen meiner Meinung nach nicht mehr vorkommen.
Von daher fände ich es viel viel Interessanter, mal ihren Sohn so fragen, was denn gestern Abend überhaupt mit ihm los war. Mich irritiert in ihrer zweiten Antwort nämlich etwas das »Es kann natürlich sein, dass er gestern Abend keine große Lust (…) hatte.« Das wäre jetzteigentlich auch die erste Vermutung gewesen, die mir so auf der Zunge lag. Nur … mein Sohn hätte sich da spätestens kurz vor der Abfahrt bemerkbar gemacht, dass er das »voll ätzend findet und zu Hause bleiben und X-Box spielen will« und auch, während der Autofahrt hätte er dann eher bereits die schlecht gelaunte, beleidigte Leberwurst gespielt. War das bei Ihrem jetzt auch so, oder fing das Ganze erst dann an, als sie da bereits gemütlich am Tisch saßen?
Im letzteren Falle kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass es dann an »Keine Lust, hier zu sein« liegen kann. Dann hätte ich erwartet, dass erstmal ein quengeliges »Mama, mir ist langweilig, wann fahren wir nach Hause?« kommt, und, dann hätte man gleich zum »Buch lesen« übergehen können. Scheint ja letztendlich auch funktioniert zu haben. Im ersteren Falle … also im alten Testament (Hosae, VIII, Vers 7) … gibt es da etwas, was man in modernerer Sprache als »Wer Wind sät, wird Sturm ernten« kennt. In diesem Falle …
… mir ist zwar recht klar, was sie dann möchten (Dass er sich selbst dann nicht so benimmt, wenn er gegen seinen Willen zu einem Adventsessen geschleppt wird). Mir ist nur absolut nicht klar, wie Sie das erreichen wollen. Wenn er da in solchen Situationen einfach gehorsam zu funktionieren haben muss … wie oben beschrieben: Geben Sie ihm eine Woche Stubenarrest und Fernsehverbot, und, wahrscheinlich wird er dann die nächsten Male wieder gehorsam neben ihnen herdackeln und sich fügen.
Wenn das - so direkt geschrieben - auch kein Klima ist, dass Sie sich wünschen … würde ich mir da einfach mal ihren Sohn schnappen und gemeinsam einen Weg finden, wie man beim nächsten mal so eine Situation besser lösen kann. Das Problem, dass er etwas machen muss, wozu er aber eigentlich keine Lust hat, nur weil Sie das jetzt wollen (oder keine andere Wahl haben etc) … ich glaube, da schreibe ich nichts neues … das ist ja nun wirklich allgegenwärtig in der Erziehung. Es gibt da ganz viele tolle Lösungsansätze … nur … dafür müsste man doch zuerst einmal wissen, warum das jetzt gestern Abend eigentlich wirklich eskaliert ist. Das wäre so das Erste gewesen, wie ich mich dann am nächsten Tag verhalten hätte, mal gemeinsam mit meinem Sohn (wenn sich alle wieder beruhigt haben) zu eruieren, was da plötzlich los war. Ihr Sohn benimmt sich doch sonst nicht so, oder?
Beitrag von ellannajoe - 05.12.11 - 14:41 Uhr
Hallo,
ich finde auch Kinder mit 8 Jahren dürfen ihren Unmut äußern. Leider können Kinder sich aber noch nicht so gut ausdrücken und gehen dann auf Contra. Weißt du denn überhaupt, wo sein Problem lag, oder warst du so beleidigt, dass du ihn noch nichtmal gefragt hast?
Ich denke du solltest dich mit deinem Sohn mal auseinandersetzen und ihn Fragen, warum er denn das Adventsessen so doof fand.
