Warum erzählt man einem Kind Unwahrheiten? (z.B. Weihnachtsmann)

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Beitrag von milan-hellfire - 01.12.11 - 23:39 Uhr

Mich würde interessieren, aus welchem erzieherischen Grund man dem eigenen Kind erzählt, der Weihnachtsmann oder das Christkind würde die Geschenke bringen. Oder den Baum schmücken, während das Wohnzimmer verschlossen ist.

Ebenso verhält es sich ja auch mit Ostern, wo angeblich ein Hase Schokoladeneier versteckt.

Auf der anderen Seite habe ich gesehen, dass scheinbar nahezu niemand mehr die lustigen Geschichten erzählt vom Klapperstorch oder dem Fund im Kohlfeld, wenn es um Nachwuchs geht. Sex ist auch kein Tabuthema mehr.

Ich habe bei einem ehem. Schulkollegen beobachtet, dass er Weihnachten auch irgendwie recht geschickt als erzieherische Maßnahme nutzte. "Wenn Du nicht das-und-das machst, bringt Dir das Christkind keine Geschenke". Er war damit aus der Schußlinie, das Christkind ist nun die allmächtig sehende Autorität, die ggf. sanktioniert. Aber ist das wirklich der einzige Nutzen?

Mir persönlich wurde nie so eine Geschichte erzählt, ich wusste immer, wer die Schokoeier im Garten versteckt hat oder dass ich von meinen Eltern Geschenke bekam. Ist das für die Kinder nicht etwas frustrierend, wenn sich herausstellt, dass die Eltern, denen die Kinder blind vertrauen, jahrelang eine Geschichte konstruiert haben? (Natürlich ist das bestimmt nach einem Tag vergessen)

Oder macht es einfach nur einen Heidenspaß für Erwachsene, so etwas zu erfinden? Oder ist es einfach nur eine schöne Tradition?

Beitrag von widowwadman - 01.12.11 - 23:57 Uhr

Wir erzaehlen unseren Kindern von Father Christmas und dass er Geschenke bringt, weil es Spass macht zu sehen wie die Kinder voellig davon verzaubert sind (Bei uns bringt Father Christmas aber nicht alle Geschenke sondern nur ein Hauptgeschenk und den Stocking mit Kleinigkeiten - meine Tochter weiss aber auch dass man unter einander Geschenke macht um sich gegenseitig eine Freude zu machen)

Meine grosse Tochter ist schon ganz aufgeregt, am Wochenende werden wir den Brief mit ihren Wuenschen an Father Christmas schreiben, und am heiligen Abend ein Glas Whisky mit einem Mince Pie und einer Moehre fuer Rudolph neben den Kamin stellen, so dass sie morgens nicht nur die Geschenke, sondern auch das leere Glas, ein paar Kruemel und eine Biss-spur in der Moehre findet.

Den Baum schmuecken wir allerdings alle zusammen.

Wir machen es einfach nur, weil wir es fuer eine schoene Tradition halten, und die Zeit in der Kinder noch echt an sowas glauben koennen doch sehr kurz ist. Es macht uns also Spass, hat aber keinen sonderlichen erzieherischen Naehrwert.

Beitrag von redrose123 - 02.12.11 - 06:48 Uhr

Das mit dem drohen wenn du dann bringt wer auch immer kein Geschenk find ich absurd mit sowas droht man nicht.

Hast du als Kind das nicht schön gefunden die Vorstellung? Ich seh das nicht als Lügen an.

Beitrag von zwillima - 02.12.11 - 06:50 Uhr

Hallo,
es muss doch nicht alles einen erzieherischen Hintergrund haben. Kinder sind noch so herrlich unbedarft und lieben es in fantastischen Geschichten zu versinken. Für eine kurze Zeit im Jahr gebe ich ihnen die Möglichkeit an etwas geheimnisvolles, übersinnliches zu glauben und das wird dankbar angenommen.
Irgendwie ist der Gedanke, dass der Roller zu Weihnachten extra im Himmel nach den Wünschen des Kindes angefertigt wurde viel bezaubernder und spannender, als die Tatsache, dass Tante Erna ihn um die Ecke im Supermarkt gekauft hat.

Theoretisch gesehen ist es eine Lüge, praktisch gesehen ist es eine wunderbare Erfahrung , die ich als Kind selbst machen durfte und mir rückblickend noch heute ein schönes Gefühl gibt. Die Weihnachtszeit war nie so einzigartig spannend für mich wie in der Zeit in der mich meine Eltern an das Christkind glauben ließen.
Und genau das vermittele ich auch meinen Kindern.

L.G.
zwillima

Beitrag von marion2 - 02.12.11 - 07:27 Uhr

Hallo,

ich stehe auf leuchtende Kinderaugen. Da passt der Osterhase/Weihnachtsmann deutlich besser ins Bild als ein Mann, der ans Kreuz genagelt wurde oder ein Baby, dass in der Scheune im Tiermist geboren wurden.

Meine Kinder kennen auch die Geschichte vom Klapperstorch.

Lüge? Nö, das ist keine Lüge.

Mein Sohn legt inzwischen großen Wert darauf, dass seine Schwestern an den Weihnachtsmann glauben. Jegliche Versuche von anderen Kindern, ihnen die "Wahrheit" zu erzählen, werden im Keim erstickt.

Im Übrigen ist es so: Die Nichtexistenz des Weihnachtsmannes wurde nie wissenschaftlich nachgewiesen.

Gruß

Beitrag von njeri - 02.12.11 - 09:17 Uhr

Lustig, mein Großer "unterstützt" unsere Kleine auch sehr im Glauben an das Christkind bzw den Osterhasen.

Also hat er uns wohl die Geschichten weder übel genommen, noch haben sie ihm geschadet.

Beitrag von dominiksmami - 02.12.11 - 11:29 Uhr

ja genau so ist es hier auch.

Laura ist zwar erst 17 Monate alt, aber DOminik ( 10 und schon lange "aufgeklärt") erzählt ihr inbrünstig sämtliche Geschichten rund um Christkind und Weihnachtsmann die ihm einfallen.

Jetzt hat er sich sogar " Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens gewünscht, damit er sie lesen und Laura erzählen kann ( ich fürchte er wird enttäuscht sein...da es ja keine Kindergeschichte war, aber er möchte sie so gern lesen *g*)

lg

Andrea

Beitrag von ameli - 02.12.11 - 12:20 Uhr

Hallo Marion,

das hast Du schön gesagt.
Genau so sehe ich das auch :-)

LG
Ameli

Beitrag von gussymaus - 06.12.11 - 20:32 Uhr

"Im Übrigen ist es so: Die Nichtexistenz des Weihnachtsmannes wurde nie wissenschaftlich nachgewiesen."

die vom kind im stall aber uach nicht... und glaube mir: maria wird es schon noch geschafft haben aus dem mist zu steigen bevor ihre letzte wehe das kind hervorbrachte... stroh ist nicht mist!! außerdem lag das baby in einer futterkrippe, und kein tier sch** freiwillig in seinen futterkasten ;-)

bis in die 50er jahre war es hier bei uns teilweise üblich mit den tieren in einem raum zu wohnen, also im prinzip genauso wie maria und josef damals... aber das willst du sicher gar nicht wissen...

"Lüge? Nö, das ist keine Lüge." das ist schlicht falsch...

lügen: Bedeutung: bewusst und absichtsvoll die Unwahrheit sagen (http://www.duden.de/rechtschreibung/luegen)

aber bau dir ruhig deine eigene wahrheit, wenn du dich damit besser fühlst ;-) sternchen hast du ja rekordmäßig bekommen... von mir aber nicht...

trotzdem schöne weihnachten

Beitrag von marion2 - 07.12.11 - 12:29 Uhr

"die vom kind im stall aber uach nicht... "
Stimmt. Und nur deshalb darf der evangelische Kindergarten meinen Kindern auch ungestraft von der Weihnachtsgeschichte erzählen. (von Rotkäppchen und der Stiefelkatze übrigens auch.)

"außerdem lag das baby in einer futterkrippe, und kein tier sch** freiwillig in seinen futterkasten ;-)"

#rofl, ich sehe grad eine Szene vor meinem geistigen Auge.... Wie die letzte Wehe über der Futterkrippe...und dann schnell weg, bevor die Plazenta kommt.

Steht irgendwo geschrieben, dass das Kind in frischem Stroh zur Welt kam? Meines Wissens kam es im Stall zur Welt und wenn du da nicht frisch ausgefegt und abgespült hast, liegt da definitiv Mist rum. #gruebel

Ist ja auch egal. *schulterzuck*

"lügen: Bedeutung: bewusst und absichtsvoll die Unwahrheit sagen"
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit

Tja, mit den rekordmäßigen Sternchen hab ich jetzt nicht gerechnet... ;-) find ich aber trotzdem gut

Beitrag von lbeater01 - 02.12.11 - 07:59 Uhr

Hallo,

ich selber habe noch keine Kinder. Aber meine Eltern haben mir vom Weihnachstmann und vom Osterhasen erzählt, auch von der Zahnfee.
Es war einfach schön, aber so etwas zu glauben. Auch heute denke ich noch gerne daran zurück und denke mir: Wie schön wäre es, wenn es wirklich den Weihnachtsmann geben würde.

Jemand der mit Rentieren fliegt, alles sieht und Geschenke an alle Kinder der Welt in nur einer Nacht verteilt.

Ich hab tolle Erinnerungen daran.

Bei meinem Bruder (11 Jahre jünger als ich) habe ich dann geholfen. Wir haben in seinem Kinderzimmer gesessen und aus dem FEnster geguckt und gewartet bis das Glöckchen klingelt. Denn dann war der Weihnachtsmann da.

Als er mit 2 oder 3 Jahren das 1. mal den Baum richtig wahrgenommen hat. Wow. Er war sooo überwältigt. Werde ich nie vergessen

Schade das ich kein Kind mehr bin und daran nicht mehr glauben kann.
Es war einfach schön.

Der Weihnachtsmann war so eine Art Superheld, eine Märchenfigur. Irgendwie magisch.

Ich z.B. glaube heute daran,dass mein toter Opa im Himmel auf mich aufpasst.
Wahrscheinlich sitzt er nicht da oben rum und schon gar nicht guckt er ständig auf mich runter. Mein logischer Verstand sagt mir einfach, dass das nicht geht.
Aber die Vorstellung ist einfach schön und hilft.

Als Kind konnte man so etwas einfach glauben, ohne ständig zu hinterfragen und nach einer logischen, wissentschaftlichen Erklärung zu suchen...

Ach jaaa.

Ich will noch mal Kind sein ;-)

Liebe Grüße
Janina

Beitrag von golm1512 - 02.12.11 - 08:21 Uhr

Hier gibt es jedes Jahr ähnliche Diskussionen. Ist das echt so ein Thema?

Miene Kinder kennen das Christkind und den Weihnachtsmann und den Osterhasen und wissen von Anfang an, dass ich bzw. mein Mann dahinter stecken. Die sind ja auch nicht blöd. Sie schaffen sich aber selber Erklärungen, warum es läuft, wie es läuft. Dann hat das Christkind eben nicht die Zeit, ALLE Kinder zu versorgen und die Eltern helfen bei der Verteilung.
Natürlich wissen sie, dass es keine eierversteckende Hasen gibt. Habe ich auch nie behauptet. Trotzdem wollen sie es glauben. Sollen sie doch. Ist ja auch eine nette Geschichte.
Sie wollen das glauben und wissen, dass es doch anders ist. Wo ist das Problem? Sie leben gut damit und wenn sie größer werden, fallen sie nicht aus allen Wolken.
Mit Geschenkentzug habe ich noch nie gedroht. Das ist doch dämlich. Egal, wer die Geschenke bringt.
Wenn ich sauer bin, kann ich in der ersten Person von mir reden und muss die Konsequenzen bzw. die Ausführung der K. nicht irgendwelchen unbekannten Dritten aufs Auge drücken.

Diese Geschichten sind Traditionen, die sich über all die Jahre entwickelt haben. Für mich ist es wichtig, dass meine Kinder sie kennen. 100%ig glauben müssen sie die nicht.

Gruß
Susanne

Beitrag von sunny42 - 02.12.11 - 08:40 Uhr

Hallo mila-hellfire!

Weil eine der wunderschönsten Gaben eines Menschen seine Fantasie ist und wir das auch unseren Kinder zeigen und auch als Erwachsene ausleben dürfen.
Deshalb achte ich allerdings darauf bei direkten Nachfragen meiner Kinder das auch so zu formulieren:

"Wenn man an etwas Glauben möchte und es einem Freude bringt und anderen nicht schadet, dann darf sich daran gerne erfreuen."

Und so wissen inzwischen bei uns alle in der Familie das es keinen Weihnachtsmann gibt, aber wir Glauben gemeinsam an den Zauber unserer Fantasie und lieben es gemeinsam diese tolle Geschichte auszuschmücken.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von nordstern80 - 02.12.11 - 09:59 Uhr

Hey,

als unser Sohn vor einem Jahr ins Wohnzimmer kam und den beleuchteten Weihnachtsbaum und darunter die Geschenke gesehen hat. Die Augen haben so geleuchtet.

Unser Sohn hat letztes Jahr auch eine Rute und einen ermahnenden Brief vom Weihnachtsmann erhalten. Da er so aus dem Ruter gelaufen ist - und was soll ich sagen, es hat funktioniert ihn aus seiner Trotzphase etwas herraus zu holen. Denn wer hat es nicht schon erlebt, das die Kinder mal auf andere Personen mehr gehört haben, als auf die eigenen Eltern???

Und zum Heidenspaß der Eltern - es ist doch schön, wenn die Kinder noch so uneingeschränkt an etwas glauben können.

Achja frustrierend war es für mich nicht als ich heraus fand, das es den Weihnachtsmann nicht gibt.

Grüße

nordstern

Beitrag von queenfirefly - 02.12.11 - 10:29 Uhr

Hallo,

einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen haben mit Weihnachten zu tun. Wunschzettel malen und raus in den Garten legen, damit ihn die Engel holen.

Es klopft an der Tür und tatsächlich hat der Nikolaus was davor gelegt!
Hinter der Wohnzimmertür warten und sich vorstellen, wie Mama gerade mit dem Christkind zusammen die Geschenke untern Baum legt.

Dass ich dann irgendwann mit fünf selbst drauf gekommen bin, dass es das alles nicht wirklich gibt, habe ich überhaupt nicht in schlechter Erinnerung. Danach habe ich mich dann halt darüber gefreut, dass meine Eltern mir so schöne Geschenke kaufen.

Und wenn ich jetzt sehe, mit welch großer Spannung und Verzauberung mein Sohn und seine Freunde auf den Nikolaus und das Christkind warten, stellt sich für mich da gar nicht die Frage, ob man ihnen diesen Zauber gönnt oder nicht.

Hast Du schonmal was vom "magischen Alter" gehört? Dazu zählen die Jahre von drei bis 7 Jahren. In dieser Zeit scheint für Kinder noch alles möglich und sie glauben gerne an magische Gestalten usw. Mein Sohn z. B. war im Urlaub mit einer Kindergruppe im Wald, um die Zwerge zu suchen und ihnen Häuser zu bauen. Das war so toll und er erzählt heute noch davon.

Ich glaube, es gibt einfach eine Zeit, in der diese Fantasien sehr wichtig für die Kinder sind, um die Welt besser zu verstehen. Sie haben etwas tröstliches und wunderbares.

Beitrag von meandco - 02.12.11 - 10:40 Uhr

ich denke das ist unterschiedlich #kratz

also meine schwimu würd das gern als druckmittel benutzen. hat sie aber nur 1x #drache
meine tochter war krank die tage davo (eitrige angina) und es war nikolaustag. sie richtet ihr ein rießen häfen mit suppe und wundert sich weil sie nicht aufisst #klatsch und dann meint die doch glatt: wenn du die suppe nicht isst, kommt heut der nikolaus nicht! :-[:-[:-[:-[mehr hat die nicht gebraucht kann ich dir sagen #drache #cool
und der krampus ist auch so ne sache ... jedes jahr versucht sie wieder meiner tochter damit zu drohen. und jedes jahr erklär ich meiner tochter einfach, dass der krampus nur zu denen kommt, die kindern mit ihm drohen #cool damit ist das thema dann auch sofort wieder vom tisch #rofl

alle anderen feste:

ich mach es weil es einfach so schön ist. ich hab gern ans christkind geglaubt #verliebt war ne tolle zeit. und ich glaub nach wie vor an so was wie magie in unserem leben. wenn auch anders. ich finde die geschichten von weihnachten und wundern einfach schön. und die vom osterhasen auch (obwohl ich es war die mal zu ostern bei den kindern meiner schwester für bittere tränen gesorgt hat #schock hab nicht nachgedacht. war ostersonntag, mein vater züchtet schlachthasen. der hund hat irgendwo ein fell ausgebuttelt und vorm haus liegenlassen. ich musste mit mutter und nichten und neffen in die kirche. im vorbeigehen sagte ich zu meiner mutter (hab überhaupt nicht nachgedacht #klatsch): schau, der ch... (hund) hat den osterhassen gefressen! ;-) ... die kleinere hats gehört und mehr hats nicht gebraucht #schock).

bei uns ist es aber so, dass es diese "wesen" (also nikolaus, christkind, osterhase, später mal zahnfee und co) einfach gibt. die machen das so, und da ist es egal was die kleine macht oder nicht macht. die kommen auf jeden fall. außer eben der krampus. der kommt nur zu erwachsenen die glauben einem kind erzählen zu müssen dass der krampus kommt und es schlägt oder gar holt wenn es nicht tut was sie wollen #cool somit ist für meine tochter der krampus zwar was unheimliches, weil alle angst vor ihm haben, aber einer der kinder beschützt und nicht bestraft ... die oma hat da wohl irgendwas missverstanden #kratz

lg
me

Beitrag von serdes - 02.12.11 - 10:41 Uhr

Hi!

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen, wenn die, so singen oder küssen, mehr als die Tiefgelehrten wissen, wenn sich die Welt ins freie Leben und in die Welt wird zurückbegeben, wenn dann sich wieder Licht und Schatten zu echter Klarheit werden gatten und man in Märchen und Gedichten erkennt die wahren Weltgeschichten, dann fliegt vor einem geheimen Wort das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis

Ich mag dieses Gedicht:-)
Und irgendwie passt es gerade so schön....

Grüsse

serdes

Beitrag von delfinchen - 02.12.11 - 13:03 Uhr

Ich finde es auch toll!!!!

Beitrag von binnurich - 02.12.11 - 11:00 Uhr

wahrheit ist grundsätzlich immer auch ein wenig relativ.

und was spricht gegen Fantasie? du sollst dein Kind nicht anlügen.
Flunkern ist okay.

Ich habe meinem Kind gerade erzählt, dass die geliebte Oma jetzt im Himmel ist.
Auf ihre Frage, ob das wahr ist und wo sie da ist, habe ich gesagt, dass keiner genau weiß, ob und wie das wahr ist, aber das ich das glaube und solange mir keiner das Gegenteil beweist, werde ich das Glauben.

Für uns alle war es nach dem Tod meiner Mutter sehr hilfreich so eine Fantasie zu leben.
Die Vorstellung, Oma und alles was drum herum war ist jetzt weg und hat sich quasi mit der Verbrennung in Rauch aufgelöst ist nicht tröstlich.

ja und beim Weihnachtsmann ist es ähnlich, nur dass es da einen anderen Anlaß gibt - die Tradition, eine schöne Fantasie.
Auf die Frage ob es ihn wirklich gibt, hab ich geantwortet: wer kann das schon wissen. Den wirklichen Weihnachtsmann hab ich noch nicht gesehen, aber es gibt viele liebe Helfer hier auf der Erde, die die Geschenke verteilen.

Beitrag von sommersprossenmaus87 - 02.12.11 - 11:03 Uhr

ich versteh das problem nicht so ganz #kratz

es ist doch schön, wenn kinder illusionen haben und an sowas glauben können oder etwa nicht?

Liest du dann deinem Kind auch keine Märchen (Rapunzel, Schneewittchen,etc) vor, weil es ebenfalls erfunden ist.? Oder Tierbücher in denen Tiere sprechen können?

Kinder merken schon sehr früh, dass es Weihnachtsmann & Co nicht gibt, Experten sagen sogar schon im Kindergartenalter.

naja, und ich finde auch das gerade der Nikolas auch eine geschichtliche Bedeutung hat, schließlich gab es den St.Nikolaus ja wirklich einmal.

Beitrag von dominiksmami - 02.12.11 - 11:25 Uhr

Huhu,

also ich persönlich möchte nicht rund um die Uhr pädagogisch wertvoll sein.

Ich liebe das Strahlen der Kinderaugen wenn sie tolle Weihnachtsgeschichten hören und ich selber habe das Christkind UND den Weihnachtsmann immer wahnsinnig geliebt, obwohl ich schon sehr, sehr früh wußte das es beide nicht gibt.

Mein Sohn weiß das auch schon recht lange und doch schwelgen wir jedes Jahr in diesen fantastischen Geschichten die, die dunkle Jahreszeit erhellen und UNS ( ist ja eine rein persönliche Sache) das Herz so schön wärmen.

Im Übrigen ist mir der christliche Hintergrund zu Weihnachten und Ostern auch recht wichtig, aber ( und da ist es mir egal was andere darüber denken) bei uns hat beides Platz.

Nein... für meinen Sohn war es nie frustrierend und den Spaß haben wir zusammen an diesen Geschichten.

Es ist doch völlig in Ordnung wenn jemand die Fantasie nicht so in seinem Leben haben möchte und lieber alles sofort absolut korrekt und pädagogisch wertvoll erklärt.
Das verstehe ich ebenso wenig wie du die erfundenen Weihnachtsgeschichten verstehst.

Jedem das seine!

lg

Andrea

Beitrag von marada - 02.12.11 - 12:07 Uhr

Hallo,

Unwahrheit ist in diesem Zusammenhang ein zu hartes Wort!

Schon Einstein sagte:
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Aus diesem Grunde "erfindet man Sachen, Dinge, Begebenheiten" die den Menschen Freude bereiten, die anregen zum "Träumen", die Frieden in die Seele einziehen lassen und Glück.

Wir lesen ja auch erfundene Romane und erfreuen uns daran oder gehen zu Opern, Schauspielen usw., dies ist nichts anderes - es bereitet Freude und regt die Phantasie an.

Wir gehen durch den Wald und sehen Dinge die es real so nicht gibt aber sie erfreuen unsere Seele denn wer geht schon durch den Wald und sieht dort die chemischen Abläufe oder die biologischen Zusammenhänge.

LG

marada

Beitrag von milan-hellfire - 02.12.11 - 12:36 Uhr

Ich bedanke mich für die interessanten Antworten.

Dass Kinder anders auf eine magische Geschichte reagieren als wenn die Eltern die Geschenke bereit stellen, daran habe ich so gar nicht gedacht. Eine durchaus reizvolle Denkweise!

Zum Thema Geschichten:
Mein Sohn ist erst 2 Monate alt. Daher lese ich ihm vor, was mir in die Finger kommt. Das kann ein Buch über Zen-Buddhismus sein, die TV-Programmzeitschrift oder der Real-Einkaufsprospekt. Märchenbücher haben wir nicht und ich stehe den Grimm'schen Märchen ziemlich kritisch gegenüber - denn sie sind ja nicht für Kinder gedacht und in ihrer jetzigen Form (zum Glück) stark abgeschwächt.
Des weiteren sehe ich Bücher anders gewichtet als das, was die Eltern sagen. Ein Buch drückt ja auch nur eine Meinung/Geschichte/Phantasie einer anderen wildfremden Person aus.

Meine persönliche Erfahrung mit einer Unwahrheit war im Abitur. Man erklärte uns das Bohr'sche-Atommodell, wonach die Elektronen um den Atomkern sich auf einer planetenähnlichen Bahn bewegen. Einige Zeit später habe ich dann den Welle-Teilchen-Dualismus kennen gelernt, wobei hier nun mit Aufenthaltswahrscheinlichkeiten in verschiedenen Orbitalen mit gleichzeitigem Korpuskular- und Wellencharakter der Elektronen gegeben ist. Im gleichen Atemzug hat man erklärt, dass das Planetenmodell ein einfacheres Erkärungsmodell ist, aber schlichtweg falsch. Diese bewusste Unwahrheit nehme ich dem Schulunterricht immer noch übel. Schliesslich erklären wir unseren Kindern auch nicht erst, dass die Erde eine Scheibe ist und revidieren das dann nach einiger Zeit, nur weil man dann nicht Kontroversen zwischen Gravitation und Zentrifugalkraft oder so dem Kind erklären muss.

Wie dem auch sei - sobald mein Sohn in das Alter kommt, in dem er bewusst Geschenke wahrnimmt, werde ich vielleicht auch eine Geschichte vom whiskeytrinkenden #niko oder was anderem erzählen. Sehr reizvoll!
#danke

Beitrag von dominiksmami - 02.12.11 - 12:46 Uhr

Huhu nochmal,

du scheinst ein reiner Kopfmensch zu sein und da passt soviel Fantasie vielleicht einfach nicht.

Wer es dem Schulunterricht schon übel nimmt das er, obwohl bekannt ist das die Vereinfachung nicht das reale Abbild darstellt, erst die einfache Version und später zur Vertiefung das realistische, aber schwerer zu Verstehende Modell vorgesetzt bekommt, der nimmt natürlich auch übel das es geliebte und gelebte Geschichten gibt, die nicht der nackten Realität entsprechen.

Whiskey trinkender Weihnachtsmann? Sowas habe ich noch keinem Kind erzählt.

Gruß

Andrea

Beitrag von widowwadman - 02.12.11 - 21:01 Uhr

"Whiskey trinkender Weihnachtsmann? Sowas habe ich noch keinem Kind erzählt."

Ist aber die Tradition in England. Dafuer kennt hier niemand das Christkind.