Die Geburt meiner Luna!

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Beitrag von kleines-entlein - 02.12.11 - 14:41 Uhr

Jetzt schreibe ich auch endlich den Geburtsbericht meiner Tochter Luna am 7.Oktober.
Man ist das jetzt schon lang her, kommt mir vor wie gestern und jetzt ist sie schon fast 2 Monate alt.

Am Donnerstag den 6.Oktober war ich morgens noch bei FA. Zu dem Zeitpunkt war alles noch recht geburtsunreif, also erklärte mir mein Frauenarzt, dass am Montag den 11. (ET) noch ein CTG gemacht werden sollte, die nächste VU dann am Mittwoch und am Montag darauf dann eingeleitet werden sollte, eine Woche nach ET. Aber soweit sollte es ja nicht mehr kommen.
Abends dann, so um 22:00 Uhr hatte ich die ersten sehr sehr leichten "Wehen" im 10 Minuten Abstand, aber noch nicht wirklich regelmäßig und nur alle halbe Stunde eine Wehe, die etwas mehr zog. Also ging ich um halb 12 noch in die Badewanne. Da gingen die unreglemäßigen Wehen dann weg und ich hatte in der Badewanne nur eine einzige, dafür aber schon relativ starke Wehe, jedoch wirklich gut auszuhalten. Ich machte mich also noch etwas hübsch für die Geburt, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass es jetzt wirklich los gehen sollte.
Also gingen mein Freund und ich um 00:30 Uhr noch ins Bett. Um halb zwei bin ich dann endgültig wieder aufgewacht und wollte nicht mehr liegen bleiben. Weckte also meinen Freund und richteten noch den Rest hin. Mein Freund sagte noch seinen Eltern bescheid, welche direkt über uns wohnen und um zwei fuhren wir los ins KKH.
Im Gegensatz dazu, dass ich dachte Autofahren mit Wehen wäre wirklich unangenehm, machte es mir recht wenig aus. Hielt mich bei jeder Wehe (alle 7 Minuten) am Kriff über der Autotür fest, warte einfach bis es vorbei war, zog mich etwas hoch und konnte lediglich Gespräche währenddessen nicht leiden.
Um 02:00 Uhr waren wir dann vor dem Kreissaal. Ich lief sogar noch die Treppe in den ersten Stock hoch, obwohl es natürlich auch einen Aufzug gegeben hätte. ;-)
Dann wurden erst alle Formalitäten geklärt und ich ans CTG Gerät angeschlossen. Das auf der Seite liegen war jetzt schon leicht unangenehm und ich war etwas enttäuscht, dass die Wehen auf dem CTG Gerät nicht wirklich schlimm aussahen. Sie kamen jetzt so alle 5-6 Minuten.
Danach wurde ich untersucht. Muttermund schon bei 4cm. Ich war richtig geschockt, dass es schon so weit war, ohne dass die Wehen richtig stark waren und ich bis dahin immer noch dachte, ich würde wieder nach Hause geschickt werden. Bevor es dann in den Kreissaal ging, sollte ich noch mal aufs Klo gehen. Das war um drei. Jetzt wurden die Wehen von Wehe zu Wehe immer stärker und ich wollte mich jetzt nur noch auf das Kreissaalbett legen und bei meinem Freund sein. Im Kreissaal wurde mir dann noch ein Zäpfchen in die Hand gedrückt, damit sich alles nicht so verkrampft, welches ich mir im Klo des Kreissaales gab. #hicks
Mein Freund stützte mich noch auf dem Weg von der Toi zum Bett und dann musste er mich anmelden gehen. Jetzt war ich eine gefühlte halbe Ewigkeit alleine. (Waren bestimmt nur 5 Minuten.) Die Hebamme musste noch den Rest vorbereiten und mein Freund war mich anmelden. Jetzt waren die Wehen schon recht stark und die Wehenpausen waren schon fast nicht mehr vorhanden. Ungefähr um 3:40 Uhr war dann mein Freund und die Hebamme wieder da. Ab da an waren die Wehen fast unerträglich, aber nicht stärker als die stärksten Menstruationsschmerzen, die ich bisher hatte. Aber schlimmer wurde es nicht mehr. Nur eine vereinzelte Wehe, schon am Morgen des 6.Oktobers war so, dass ich gedacht hatte zu sterben. So wurden die Geburtswehen nicht.

Erst ab jetzt ging also für mich der wirklich schmerzhafte Teil der Geburt los.
Ich lag also auf der Seite im Kreisbett, mein Freund hinter mir, die Hebamme vor mir. Bei jeder Wehe klopfte die Hebamme mir auf das Becken, sodass die Wehenschmerzen fast weggingen und so ging es einigermaßen erst mal. Irgendwann ging das auf der Seite liegen nicht mehr. Ich stand also erst auf, lief einmal im Kreis und fand irgendwann die Vierfüßlerstellung einigermaßen erträglich. Jetzt konnte ich nur noch mit dem richtigen Atmen die Wehen erträglich machen. Jedesmal wenn ich es schaffte richtig zu atmen, waren die Schmerzen jedoch immer eigentlich weg. War leider nicht all zu oft, da ich das als sehr schwierig empfand. Nur wenn die Hebamme ihre Hand dort hinlegte, wo ich hinatmen sollte, war es schaffbar.
Trotz allem hatte ich, als die Hebamme sagte, sie wolle mich noch einmal an das CTG Gerät anschließen und noch mal nach dem Muttermund schauen, das Gefühl die Geburt dauerte noch nicht lange und ich könnte das ganze noch stundenlang ertragen. Nur mein Kreislauf hatte gelitten. Was mir schon im Vorhinein klar gewesen war, das passiert auch wenn ich starke Regelschmerzen habe und ich musste spucken, blöderweise hatte ich nichts gegessen in den Stunden vor der Geburt wo das noch möglich gewesen wäre (wirklich blöderweise, weil dadurch mein Magen sich auch deshalb noch beschwerte und ich dadurch lange nach der Geburt noch sehr erledigt war, aber spucken konnte ich dadurch auch nichts).

Als ich mich also auf den Rücken drehte und die Hebamme mich ans CTG anschloss und nach dem Muttermund schaute waren die Wehen dann plötzlich komplett weg. Die Hebamme sagte, es wäre nur noch ein Saum da und wenn ich das Gefühl hätte zu pressen, solle ich mitpressen.
Jetzt war ich erst einmal geschockt. So schnell hätte ich damit nicht gerechnet. Es war vielleicht 4:20 Uhr, wenn überhaupt, also gerade mal eine gute halbe Stunde nach dem mein Freund vom Anmelden wieder gekommen war.
Die schmerzhaften Wehen blieben weg. Das einzige was jetzt immer wieder, mal stärker, mal weniger stark kam, war der Drang zu pressen, den ich auch gut hätte ignorieren können und auch wollen. Da ich jetzt ja schon die ganze Nacht wach war, in der Nacht davor nur wenig geschlafen hatte, und mein Kreislauf so schlecht war, konnte ich einfach nicht mehr. Ich hatte keine Kraft mehr.
Ich lag also auf dem Rücken, konnte mich aus eigener Kraft nicht mehr herumdrehen, nichts und hatte zum Glück noch das Seil, das über dem Bett hing, das meine Rettung war, da es gut tat, mich wenigstens dort noch festhalten zu können und ohne das hätte ich glaube ich nicht mehr pressen können.
Jetzt rief die Hebamme den Arzt an und ich fing an bei der ersten Presswehe leicht mitzuschieben, aber ich hatte jetzt furchtbare Angst. Das hatte ich auch immer schon im Vorhinein gesagt: Schmerzen kann ich aushalten, so etwas wie starke Wehen bin ich von den Regelschmerzen sicherlich gewöhnt (war ja dann auch so), aber vor den Presswehen habe ich Angst, davor dass geschnitten werden würde oder ich reißen könnte, wenn der Kopf kommt.
Und so war es dann auch. Ich traute mich einfach nicht zu pressen. Ignorierte die eine oder andere Presswehe, die Hebamme schien schon leicht säuerlich zu sein (sagte das aber natürlich nicht). Trotz allem war mir ja klar, dass ich pressen müsste und tat das dann auch hin und wieder richtig, sodass es langsam, aber stetig immer etwas weiter ging. Auf dem CTG konnte man erkennen, dass es meiner Maus mal besser und mal weniger gut ging, aber es war ok.
Irgendwann kam der Arzt und jetzt kam mir jede Minute vor wie eine Ewigkeit. Ich hatte so Angst vor dem Köpfchen und vor einem Schnitt. Als es dann dem Ende zu ging war die Angst unerträglich und ich jammerte die ganze Zeit vor mich hin ich könne nicht mehr, was ja der Wahrheit entsprach, und mein Kreislauf war kurz vor dem Zusammenbruch.
Als der Kopf dann kam, schnitt der Arzt tatsächlich und im Gegensatz zu der häufigen Aussage, man merke nicht davon, tat das sehr weh. Danach dachte ich jetzt sei es vorbei, leider schnitt der Arzt danach noch ein weiters Mal und ich war schier am Verücktwerden. Mittlerweile lag ich etwas auf der linken Seite und konnte mein Bein aber auch kaum mehr hochhalten, was ich ja musste. Mein Freund half mir etwas, aber es kam mir alles so schrecklich schwer vor.
Um 5:13 Uhr war meine Maus dann da. Ziemlich schnell also. Der Körper flutschte nach dem Kopft schnell hinterher und als sie so zwischen meinen Beinen lag, dachte ich nur, bitte nehmt sie schnell da weg, da sie mich mit ihren kleine Füßchen immer wieder getreten hat und davor dass sie mich trifft, hatte ich auch Angst und bin leicht zurückgerutscht.
Mein Freund schnitt dann die Nabelschnur durch (er hat alles auch gut überstanden #schwitz wobei er es glaube ich alles schrecklich fand) und die Kleine wurde eingewickelt und ihm gegeben. #verliebt
Während die Nachgeburt kam war sie kurz beim Wiegen.
Jetzt sollte ich mich um 90 Grad drehen, damit ich genäht werden könne, während dem Nähen lag die Kleine auf mir, mein Freund war hinter mir und er sollte mich mit ihr ablenken. Das klappte mehr oder weniger gut, da ich immer noch so Angst hatte, jetzt vor dem Nähen, welches zum Glück nicht so schlimm war, weil es gut betäubt war und ich fast nichts davon spürte.
Danach war leider Schichwechsel und eine schreckliche Hebamme kam. Sie drückte mir jetzt noch grausam auf dem Bauch herum, dass der komplette Rest der Nachgeburt noch herauskommt (ich hatte danach einen richtig tiefen Abtrug von ihrem Ring auf dem Bauch und ich konnte mir einen Schrei nicht unterdrücken), und das ganze danach noch mal. Diese zwei Schreie waren die einzigen während der ganzen Geburt.
Diese schreckliche Hebamme, sie war auch wirklich unfreundlich machte dann auch das erste Foto von meiner Luna und durch diese Hebamme (eine Ordensschwester; ich hab nichts gegen Ordensschwestern, aber diese war die Hölle) konnten wir die erste Stunde mit unserer Maus nicht genießen.
Gegen halb sieben nahm sie uns unsere Maus weg, sie fragte nicht mal, brachte sie ins Kinderzimmer, und ich wurde aufs Zimmer geschoben.

Erst auf Anforderung drei Stunden später, als ich das erste Mal aufs Klo musste, bekam ich sie wieder. Mein Freund war in der Zwischenzeit zum Schlafen nach Hause gefahren, er kam am frühen Nachmittag wieder.

Trotz allem eine insgesamt schnelle und leichte erste Geburt und ich würde jederzeit eine zweite normale Geburt erleben wollen.

Hier die Daten:
Größe: 51cm
Gewicht: 2870g
KU: 32,5cm
#verliebt

Und jetzt mit 8 Wochen ist sie im Gegensatz dazu schon ein richtiger Brummer ;-)

Liebe Grüße, kleines Entlein