Mobbing in der ausbildung

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Beitrag von kukuk72 - 03.12.11 - 22:09 Uhr

Hallo,
ich habe ein goßes Problem. Meine Tochter 16 Jahre hat in diesem Jahr eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau angefangen. Anfangs machte ihr die Ausbildung sehr viel Freude aber je mehr und je öfter der Betrieb gegen das Jugendschutzgesetz verstieß ließ auch bei ihr die Freude nach. Ich sprach dann auch einmal den Chef darauf an das es nicht ginge das sie von 17-03.30 Uhr arbeiten kann und anderen Morgen um 10 Uhr wieder da sein sollte. Er meinte da nur...das ist Gastronomie und wir wollten sie austesten......aber bei dem einen mal austesten blieb es nicht...das machte sie dann so fertig das sie kaum noch schlief Magenprobleme bekam u am liebsten alles hinschmeißen wollte. Sie ist dann zum Arzt u wollte sich erstmal für eine Woche krank schreiben lassen- Als dieser Ihren Allgemeinzustand sah schrieb er sie prombt 2 Wochen krank. In dieser Zeit nahm das ganze Theater seinen Lauf sie wurde per SMS oder auf verschiedenen Netzwerk-Seiten beschimpft und hinter Ihrem Rücken wurden Gerüchte erfunden und verbreitet u sie dann als Lügnerin dargestellt. Da sie noch in der Probezeit ist und ihr Chef den Gerüchten mehr Glauben schenkte als Ihr u mir wurde sie heute gekündigt...Muss ich das so akzeptieren??? Was kann ich tun das es meinem Kind wieder besser geht?

Beitrag von susanne85 - 03.12.11 - 22:21 Uhr

hallo

klar könntest jetzt hingehen versuchen mit anwalt und co was anzufechten, aber ob das ganze was bringt , frägt sich

mein tipp, lass sie ein paar wochen zur ruhe kommen, mind. bis januar und dann sucht was neues.

nichts ist wichtiger als die gesundheit

Beitrag von kukuk72 - 03.12.11 - 22:33 Uhr

Hallo Susanne,
danke dir für deine rasche antwort...ja ich habe auch an sowas gedacht aber sie ist ja noch schulpflichtig und müsste jetzt zur berufe oder so...wie wir jetzt erfahren haben ist ihr chef im begriff sie in der gesamten gastrowelt hier bei uns schlecht zu machen sie wäre faul und ständig krank gewesen....was natürlich nicht der wahrheit entspricht seit 1.09. is das jetzt die 1. Krankschreibung auf grund des stresses...

Beitrag von coffeefreak - 04.12.11 - 00:58 Uhr

Hallo kukuk!

Aber da müsste man doch jetzt rechtlich was unternehmen können, nicht?
Ich meine, er kann sie doch jetzt nicht einfach so überall anschwärzen gehen, nur weil sie persönliche Differenzen hatten :-[
gott manche leute echt.

kann sie denn dann im nachbarsort wenigstens sich bei betrieben melden ohne angeschwärzt worden zu sein oder dehnt er seinen kreis da aus?

Beitrag von kawatina - 04.12.11 - 04:55 Uhr

Hallo,

flott zur IHK/Handwerkskammer oder Gewerkschaft und auch zum Arbeitsamt.

Die haben oft Betriebe, die Azubis übernehmen.

Gegen Gerüchte kann man vorgehen, wenn die der üblen Nachrede entsprechen.
das gilt auch für nachtragende komische Chefs.

Die Tochter ist berufsschulpflichtig, soweit richtig. Somit erstmal normal zur Berufsschule schicken, wenn die Aussicht auf eine Stelle besteht oder aber beim nächstgelegenen Berufskolleg anmelden

Dem Kind wird es sicher bald besser gehen - der Betrieb war ja nicht das Gelbe vom Ei. Soll sie froh sein, dort weg zu sein. Diese Art eine Jugendliche auszutesten ist ja so was von daneben. Haben wir auch schon hinter uns -nach der Probezeit - aber so was von danach.. Gastronomie ist eh manchmal eine Sache für sich, was die betrieblichen Umgangsformen angeht - immer noch!

Beitrag von jazzbassist - 04.12.11 - 10:56 Uhr

Also zunächst einmal würde ich die Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz beim zuständigen Ordnungsamt anzeigen. Die sehen das nämlich nicht so gerne und verhängen Busgelder, die so einem kleinen Restaurant richtig weh tun können, weil das bis zu 25.000 Euro sein können. Dann würde ich zur Polizei gehen und Strafanzeige stellen, da die vorsätzliche Missachtung des Jugendarbeitsschutzgesetz eine Straftat wird, sobald sie einen Jugendlichen in ihrer Gesundheit oder Arbeitskraft gefährdet.

Die Kündigung selbst werden Sie aber leider hinnehmen müssen; dass ist nunmal der Sinn und Zweck einer Probezeit - kündigen zu können ohne Einhaltung einer besonderen Kündigungsfrist, ohne Berücksichtigung des Kündigungsschutzgesetzes (weil es noch nicht anwendbar ist) und notfalls auch ohne sinnvollen Grund. Auch in der Berufsausbildung sieht es da grundsätzlich nicht anders aus … etwas anderes wäre gewesen, denn ihre Tochter z.B. gekündigt worden wäre, weil Sie den mehrmaligen Verstoß gegen das JArbSchG nicht hingenommen hat oder sie plötzlich schwanger geworden ist oder die Kündigung als Diskriminierung deutbar ist etc. Aber so: Ja, ein Chef darf in der Probezeit kündigen, auch wenn er ein Vollidiot ist. Genau wird Sie da aber wohl nur ein Anwalt für’s Arbeitsrecht aufklären können (die Erstberatung ist da nicht sooo teuer) … nur in der Situation ihrer Tochter (Ausbildungsstätte hin oder her) ist es wahrscheinlich das Beste, dort nicht mehr zu arbeiten.

Was man tun kann, damit es Ihrer Tochter wieder besser geht … päppeln Sie sie erstmal wieder auf; das ist erstmal das wichtigste.

Beitrag von aprilbaby87 - 04.12.11 - 22:15 Uhr

Hallo liebe Kukuk,
ich bin gelernte Hotelfachfrau, habe aber auch die meiste Zeit meines Arbeitslebens im "Restaurantfach" verbracht und auch z.T. selbst ausgebildet.
Vielleicht kann ich dir ein bisschen weiter helfen.

Zuerst einmal muss ich dir sagen, dass du in der Gastronomie sämtliche Arbeitsschutzgesetze getrost vergessen kannst, die sind in dieser Branche (zumindest in Familienbetrieben) einfach nicht durchsetzbar, da Azubis zumeist einfach nur "billige" Arbeitskräfte/ Sklaven sind.

Ich habe beispielsweise meine Ausbildung kurz nach meinem 17. Geburtstag angefangen und es war in diesem Haus Gang und Gäbe, dass man Überstunden ohne Ende leisten musste (natürlich unentgeltlich und ohne jeglichen Ausgleich) und oftmals nachts um 5 heim kam und um 10 Uhr wieder antanzen musste.

Auch aus anderen Betrieben kann ich bestätigen dass dies leider Normalzustand ist.
Ich kann dir aus meiner Erfahrung heraus nur raten, gemeinsam mit deiner Tochter einen Ausbildungsplatz in einem großen Haus, am besten ein Franchise- oder Kettenhotel, zu suchen.

Zum einen sind diese in der Regel sehr auf Einhaltung der Arbeits- und Jugendschutzgesetze bedacht, zum anderen ist die Ausbildung dort wesentlich strukturierter und intensiver.

Der Lehrling ist in solchen Häusern nicht nur eine billige Arbeitskraft, die es zu verfeuern gilt.

Das Verhalten des Chefs und der Kollegen bestätigt alles, was ich bislang in Familienbetrieben miterlebt habe.

Ihr könnt natürlich rechtlich gegen ihn und die ungerechtfertigte Kündigung vorgehen, aber deine Tochter wird natürlich gerade dann "mit der Katze fressen".
Auf der anderen Seite muss sich deine Tochter natürlich auch darüber bewusst sein, dass sie einen Beruf ausgewählt hat, der von Grund auf hart und in der Regel auch immer beschissen bezahlt ist! #sorry

(Andererseits kann sie, wenn sie sich gut anstellt übrigens mit tollen Trinkgeldern rechnen. Ich hatte Monate , in denen ich alleine von diesen Trinkgeldern leben konnte.)

Du fragst,was du für sie tun kannst:
Schicke sie, soweit das bei euch finanziell möglich ist, nicht mehr in diesen Betrieb. Behalte sie noch ein,zwei Wochen daheim in denen ihr euch gemeinsam nach einer neuen Stelle für sie umseht. Wenn ich mich recht erinnere beginnt auch im Februar immer ein neues Lehr-Halbjahr. Falls sie Blockunterricht hat, gäbe es sicherlich auch die Möglichkeit wenigstens weiterhin die Berufsschule zu besuchen.

Wenn ich euch noch eine Sache ans Herz legen darf...
Ich hatte ursprünglich auch vor ReFa zu lernen, bin aber dann am Hotelfach hängen geblieben, weil man diesen Beruf einfach vielfältiger nutzen kann.
Mann kann mit dieser Ausbildung im Restaurant arbeiten, im Frühstücksservice,am Empfang, im Housekeeping (bspw. als Hausdame), im Marketing, in der Buchhaltung, in der Reservierung usw.. Ich sage immer: von der Putzfrau bis zum Hotelmanager ist einfach alles drin!#schock :-D
Als ReFa hingegen bleibt man immer "Kellner" und hat kaum Aufstiegschancen, bzw. nur sehr erschwerte.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen, du kannst dich gern jederzeit per PN an mich wenden.
Vielleicht sagst du mir, in welcher Stadt ihr lebt. Ich bin ein bisschen rum gekommen und habe manchmal doch die eine oder andere "Connection". :-)

LG,
Aprilbaby

PS.: Es kann übrigens nicht schaden diesen Betrieb bei der IHK anzuschwärzen, unbedingt Dienstpläne aufbewaren!!!

Beitrag von steinchen80 - 06.12.11 - 13:34 Uhr

Hallo,

Ich habe auch eine Ausbildung in der Gastronomie absolviert und einige Jahre im Restaurantbereich mit Ausbildung von Azubis gearbeitet.

Die Arbeitszeiten sind in den meisten Betrieben, besonders in kleineren Häusern nicht ok, aber auch die Einstellung von vielen Azubis ist nicht ok !

Wenn Abends eine große Veranstaltung stattfindet (Bsp.Hochzeit), dann ist meistens 17 Uhr die Zeit in der angefangen wird zu arbeiten und ja... so eine Veranstaltung ist nunmal auch erst so spät zu Ende.
ABER, der AG deiner Tochter dürfte sie, bis sie 18 ist so nicht einteieln... dann muss halt bis dahin Frühdienst (Frühstück) machen.

Ich habe immer geschaut, das die Zeiten halbwegs einhalten werden oder hab mit Azubis gesprochen ob sie das machen möchten und dann versucht an anderer Stelle Ausgleich zu schaffen.

Ich fand es immer schlimm, das diese 16 jährigen Mädels genau das Jugendarbeitschutzgesetz kennen, aber ständig Raucherpausen brauchen und in ihrer Freizeit die halbe Nacht feiern und saufen können - passt meiner Meinung nach nicht zusammen.
Davon mal abgesehen, das die Arbeitszeiten gesetztlich geregelt sind und deine Tochter ein Recht darauf hat, gehört es zu einer Ausbildung in der Gastronomie einfach dazu zu Zeiten zu Arbeiten wo andere frei haben/ schlafen oder das aben nicht immer nach 8 Std. Schluss ist.

Ich glaube nicht das ihr einen Betieb findet, in dem das zu realisieren ist.

Azubis die solche "Probleme" mit den Arbeitszeiten hatten, habe ich konsequent im Frühdienst eingeteilt... es dauert nicht lange - vielleicht 8 Wochen, dann fühlten sich alle, wirklich ALLE "gemobbt" weil sie "nur" Frühdienst machen durften, dabei nicht so viel lernten wie die Azubis die gerne auch Spät arbeiteten und auch kaum Trinkgeld bekamen im Gegensatz zu den Spätdienstleuten.

Noch dazu muss ich sagen, Gastronomie ist kein leicht verdientes Brot - es ist harte Arbeit - dafür ist nicht jeder gemacht, dafür hat nicht jeder die richtige Einstellung.

Mein Rat: meldet den Betrieb bei der zuständigen IHK.

Überlegt euch nochmal, ob deine Tochter es sich vorstellen kann diesen Beruf zu erlernen und dann immer zu machen.
Überlegt euch ob ihr vielleicht sogar froh seid über die Kündigung - ich weiß nicht ob es klug ist dagegen vorzugehen, möchtest du denn wirklich das sie da wieder hingeht ?

Sucht euch, wenn sie es weiter machen will, einen neuen Ausbildungsbetrieb, viele Betriebe übernehmen gern auch mitten im Jahr Azubis - der Mangel ist riesig.
Sucht euch als Ausbildungsbetrieb ein größeres Unternehmen - Hotelkette etc.

Hände weg von Familienbetrieben.

Alles Gute.
Steinchen

Beitrag von kukuk72 - 07.12.11 - 19:08 Uhr

Hallo,
ich danke euch für die Antworten.

@ Steinchen: Ich fand es immer schlimm, das diese 16 jährigen Mädels genau das Jugendarbeitschutzgesetz kennen, aber ständig Raucherpausen brauchen und in ihrer Freizeit die halbe Nacht feiern und saufen können - passt meiner Meinung nach nicht zusammen.
Davon mal abgesehen, das die Arbeitszeiten gesetztlich geregelt sind und deine Tochter ein Recht darauf hat, gehört es zu einer Ausbildung in der Gastronomie einfach dazu zu Zeiten zu Arbeiten wo andere frei haben/ schlafen oder das aben nicht immer nach 8 Std. Schluss ist.

Das stimmt das sehe ich genauso aber es war ja in dem Hotel Gang und Gebe das nur sie im 1. LJ so arbeiten sollte der andere Azubi ebenfalls 1LJ aber schon 18 Jahre hatte immer Frühdienst und geregelte Zeiten weil er nicht im Ort wohnte. Wo ich mir sage auch wenn meine Tochter im selben Ort wohnt kann noch genug passieren wenn sie nachts vor allem am WE nach Hause muss. Klar wenn sie zur Disco gehen müssen sie auch nach Hause aber da sind sie auch nicht allein unterwegs....

Die IHK habe ich angerufen die haben nichts dazu gesagt nur das es ja sein gutes Recht ist in der Probezeit zu kündigen...toll das wusste ich auch und auf meine nachfrage ob man denn da nichtmal etwas unternehmen kann das diese das Jugendschutzgesetz einhalten meinte die gute Frau nur nee da kann man jetzt gar nichts mehr machen...#aerger

Sie wollte den Beruf schon immer lernen sie machte in der Schule mehrere Praktikas und da stand fest das wollte sie machen...aber ich denke mal nach den Erfahrungen die sie jetzt gemacht hat ist sie bestimmt von ab....leider

Na mal schauen was die Berufsberatung morgen sagt....

LG Kukuk#winke

Beitrag von steinchen80 - 08.12.11 - 14:09 Uhr

Hallo :-)

Wenn sie den Beruf gerne erlernen möchte, dann sucht eine neue Lehrstelle in einem GROSSEN Hotel einer Kette. Und lass sie Hotelfachfrau lernen, das ist vielseitiger :-)

Ich Wünsche euch alles Gute.

Steinchen