11 jähriger stellt auf stur

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Beitrag von verunsicherte - 05.12.11 - 17:42 Uhr

hallo, ich habe einen jungen bzw 3 ( der große 11 und die twins 9)
aber der große benutzt mein make up um es an die spiegel zu schmieren , macht toilettenpapier klumpen wirft sie zum bad fenster heraus!
er nimmt alles mögliche an sich ! wenn ich frage hast du das ? kommt ein " nein und beschuldige nicht immer mich "

immer wieder finde ich die sachen in seinem zimmer , meistens unter seinem bett !
auf die frage warum er das tut , kommt nur ein schulter zucken und die worte " keine ahnung "
er hat so einen gleichgültigen gesichtsausdruck!

muss dazu sagen meine kinder haben alle adhs ! wir sind grad in der trennung daheim !
der große will nicht mit !die twins freuen sich endlich hier raus zu kommen ! ich habe einen neuen partner was die kinder auch wissen ! der große tut sich sehr schwer damit sich zu entscheiden !

ich dachte ich setze ihn nicht unter druck indem ich sage du musst! aber das war wohl falsch wie ich mir habe sagen lassen ! er müsste ja sonst entscheiden wem tu ich weh , mama oder papa!
das habe ich leider nicht bedacht ! mitlerweile habe ich mit bekommen das sein papa sehr schwer bearbeitet hat !

hat ihm gesagt was er zahlen muss und das er dann kein geld mehr hat , das er ja dann soo alleine ist usw! alles dinge die ein kind nichts angehen!
diese woche soll der umzug fertig werden und ich habe immer noch zu kämpfen !

ich wollte oder will keines meiner kinder hier lassen ! aber tu ich ihm ein gefallen wenn ich ihn zwinge ???????????????????

vorhin sagte er mir er habe nur angst vor der neuen schule ( freunde hat keines meiner kinder , andere kommen nur wenn sie irgendwas wollen oder sonst niemand haben )

ich weiss das grade der große angst hat vor neuem!
aber soll ich ihn schupsen oder was soll ich tun ???????????

will das gute für ihn . will ihn aber nicht im stich lassen ! bin total banane und weiß nicht wo mir der kopf steht !
beim papa kann er aber nicht bleiben weil dieser sich bisher auch nicht gekümmert hat !

oma mit im haus ( habe leider die schlechte seite davon , mehr sag ich grad nicht dazu )

er denkt super , wenn ich hier bleibe passt niemand auf den ganzen tag was ich mache !

jugendamt sagt aber hier darf er nicht bleiben !

bevor mich jemand verurteilt , bitte nachfragen falls etwas unklar ist !
zur oma kurz , ich bin 20 jahre mit meinem mann zusammen und sie hat immer gegen mich gearbeitet ! vorher sagte ich immer , naja ich halte das aus ! aber seit das erste kind da war ging es nicht mehr!

1 kleines beispiel: ich sage 11 uhr es gibt nichts zu essen . oma sagt zum kind " hast gehört ich darf nicht !"
ich dreh mich um und sie steckt kind schnell was zu essen in mund und schickt kind schnell raus in hof damit ich nichts mitbekommen soll!

so sind es tausend sachen! über manches lachen andere ! aber ich habe keine kraft mich jeden tag um rechte zu streiten die eh meine sind !
und wir wohnen in einem haus mit einer küche ohne abgeschlossenen wohnbereich !

danke schonmal

lg die verunsicherte:-(:-(

Beitrag von jazzbassist - 05.12.11 - 20:27 Uhr

Also wenn Ihr Großer Ihr Make-up zum Spiegelbeschmieren missbraucht … naja … da wissen Sie ja, welcher 11-Jährige das wieder sauber machen muss und welcher 11-Jährige Ihnen das Make Up von seinem Taschengeld ersetzten muss. Da würde ich jetzt kein Erziehungsdrama raus machen … da ist die logische Konsequenz (den Schaden wieder in Ordnung zu bringen) wesentlich effektiver. Warum ihr Sohn solche Sachen macht … ich denke, da gibt es gar keinen speziellen Grund für, sondern, diese »Trennungssituation als Ganzes« ist gerade einfach ein bisschen zu viel für Ihn. Betrachten Sie es einfach als seine Art, ganz ganz laut um Hilfe zu schreien, weil er für das, was gerade vorgeht, noch keine Worte hat.

Was die Umzugssituation angeht … also die Sache wäre natürlich wesentlich einfacher, wenn Sie und ihr Ex-Mann? sich dort etwas reifer verhalten würden und eine gemeinsam eine Lösung zu finden, die für Ihren Großen die Beste ist. Ich finde es grundsätzlich nicht verkehrt, einen 11-Jährigen zumindest in die Entscheidung, wo er leben möchte, mit einzubeziehen. Das funktioniert aber nicht, wenn Sie in kleinster Weise wollen, dass er bei Ihrem Ex-Mann lebt (Kinder spüren das natürlich) und ihr Ex-Mann plötzlich anfängt, ihren Sohn ins schlechte Gewissen zu reden … das ist ein ziemlich effektiver Weg, ein Kind für lange Zeit zu traumatisieren. Also das sollten Sie unbedingt unterlassen und hätten hier sicherlich einen Mediator einschalten sollen, der ordentlich vermitteln kann.

Wenn Ihr Sohn aus freien Stücken für sich entscheidet, bei wem er leben möchte (ohne vorher von irgendjemanden beeinfluss worden zu werden) … so habe ich aus Ihrem Beitrag rausgelesen, dass er dann beim Vater leben möchte. Jedoch scheinen die Gründe dafür zu sein, dass Ihr Sohn einfach Angst vor dieser neuen Situation (Neue Schule, Veränderungen etc.) hat. Ich finde, dass ist das normalste auf der Welt (mein Sohn (12) ist im letzten Monat selbst umgezogen, und, er hat zwar immer ganz #cool gespielt, aber in Wirklichkeit war das durchaus auch ein Horror, plötzlich »Das Neue Kind« in der Klasse zu sein, erstmal niemanden zu kennen; die erste Pause niemanden zum spielen haben und alleine durch die Schule zu geistern etc.). Also wenn der Grund, warum er bei seinem Vater leben möchte, eigentlich nicht der Vater ist, sondern nur die Angst vor dieser Veränderung (und das er bei Papa 30 Minuten länger aufbleiben darf) … wenn wir diesen Umstand mal komplett ignorieren: Bei wem wäre er dann a) besser aufgehoben, und bei wem würde er b) lieber aufwachsen? Wenn Sie das sind, sollte er mit umziehen, wenn das selbst dann immer noch der Vater ist, würde ich seinem Wunsch, beim Vater zu bleiben, nachgeben.

Ein Kind gegen seinen ernsthaften Willen zum Umziehen zu zwingen … wir hatten die Situation vor knapp einem halben Jahr (unser Familienleben ist da etwas merkwürdiger :-p) … das hat in kleinster Weise funktioniert. Wobei … wenn ich das Rückblickend betrachte: Meine Frau und ich wussten damals schon, dass das nicht funktionieren wird. Man kennt sein eigenes Kind ja doch noch recht gut. Wie würden Sie dies bei Ihrem Sohn einschätzen? Wäre er dann - wenn Sie ihn gegen seinen Willen mitnehmen - einfach mal 2-3 Tage lang stinkig auf Sie, rotzfrech, würde mal seinen Frust ablassen, und, danach ist das Thema dann aber auch durch? Dann würde ich es machen. Oder haben sie Angst/sind sich ziemlich sicher - dass dann richtig eskalieren wird - angefangen davon, dass ihr Sohn keine Woche auf der neue Schule schafft, bevor sie die Schulleitung am Telefon haben, die ihnen mitteilt, das man ihren Sohn wieder von der Schule schmeißen wird oder irgendwann den Pincode der Alarmanlage ändern, weil sie Angst, dass ihr Sohn abends von zu Hause wegläuft? Auf Grund mannigfaltiger Erfahrungen in diesem Gebiet: Tun Sie es nicht!

Aber, da ich eher den Eindruck habe, dass hier eher nur die »Angst vor dem Wechsel« im Vordergrund steht … nehmen Sie ihn mit und helfen ihm, dass gemeinsam durchzustehen. Zumal … wissen Sie, was ich das schockierendste an Ihrem Beitrag finde? Der Satz: »Freunde hat keines meiner Kinder«. Ich weiß nicht, woran das liegt … aber … ich denke, dass eine neue Schule und eine neue Umgebung eine Möglichkeit für Ihren Großen ist, auch noch mal »ganz von vorne anzufangen« und Freunde zu finden. Die sind nämlich wichtig … unvorstellbar wichtig.

Beitrag von marion2 - 08.12.11 - 13:27 Uhr

Hallo,

dein Großer befindet sich in einer beschissenen Situation. Da war er schon, bevor ihr euch getrennt habt. Als älteres Geschwisterkind von Zwillingen hat man es definitiv schwer, schwerer als ein älteres Geschwisterkind von zwei Einlingsgeschwistern.

Deutlich wird seine Lage schon hier: "nein und beschuldige nicht immer mich" Da wird wohl was dran sein!

Kinder mit ADHS sind zusätzlich belastet.

Jetzt kommt auch noch die Trennung dazu.

Was erwartest du? Dass er sich in sein Schicksal fügt, ganz ohne Protest?

Im Übrigen lässt man sein Kind nicht im Stich, wenn es beim Vater bleibt. Man lässt es im Stich, wenn es beim Vater bleibt, dort aber nicht sein will und nicht zur Mutter darf. Überdenke bitte deine Haltung zur Rolle eines Vaters.

"beim papa kann er aber nicht bleiben weil dieser sich bisher auch nicht gekümmert hat"
Wie sah das Nichtkümmern denn aus?

"jugendamt sagt aber hier darf er nicht bleiben !"

WARUM?

Gruß Marion

Beitrag von snowwhite1974 - 08.12.11 - 15:18 Uhr

Die Tipps von jazzbassist sind hilfreich. Vielleicht solltest Du Dich auch einmal ein bisschen sammeln und versuchen, Ruhe in die Situation reinzubringen. Scheints ihr habt einige Baustellen. Finds wirklich interessant, wie man es schafft, mit drei ADHS-Kindern noch vor der Trennung vom Mann schon wieder einen neuen Partner zu haben - mit dem Du am Ende direkt zusammenziehst?

Viel Erfolg snowwhite