Mit 2,5 Jahre altem Kind zur Beisetzung der (Ur-)Oma??

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Beitrag von sternchen185 - 05.12.11 - 20:22 Uhr

Hallo,

die letzte Woche hat uns viele schlechte Nachrichten gebracht. Voller Schock und Trauer mussten wir erst den Tod meiner Großtante verarbeiten, bevor gestern auch noch meine Oma verstarb.

Die Beerdigungszeremonie meiner Oma findet erst in der Kirche statt, dann ist die Urnenbeisetzung. Für mich war eigentlich klar, dass meine Tochter auch mitkommt, zumal sich mein Lebensgefährte (also ihr Papa) ja auch verabschieden möchte und sie auch schon wusste, dass ihre Uroma sehr krank ist.
Meine Tante hat mir aber heut versucht eindringlich "ins Gewissen" zu reden. Sie sagt für die Kleine wäre das viel zu viel und sie solle gar nicht dabei sein.

Ich hatte erst gedacht, dass sie erstmal mitkommt und wenn wir merken, sie kann damit gar nicht umgehen, dass ihr Papa und sie sich dann zurückziehen können. Ich bestehe ja nicht auf ihre Anwesenheit, aber ich glaube sie bekommt es eh schon mit, wie traurig alle sind und da wird sie es ja auch merken, selbst wenn sie nicht am Geschehen teilnimmt.

Was denkt ihr?
Sollte ich sie "schützen" oder ist das zu schwarz/weiß ??

Kristin

Beitrag von dasich1 - 05.12.11 - 20:33 Uhr

Ich finde auch das eine Beerdigung für kinder in dem Alter zu viel ist ich würde versuchen zu erklären das die Ur Oma fort ist, sie in die Gebete einbeziehen, und an enem anderem Tag mit ihr und einer Rose alleine die Ur oma verabschieden, das reicht für so Kleine aus!!!

Beitrag von froehlich - 05.12.11 - 20:35 Uhr

Ich würde meinem Gefühl folgen und sie mitnehmen. So kleine Kinder haben in der Regel ein sehr unverkrampftes Verhältnis zum Tod - sie "begreifen" ihn auf eine Art, die ganz anders ist als unsere... . Wir haben mit unserem älteren Sohn lange Zeit in einem afrikanischen Land auf dem Dorf gelebt, wo der Tod selbstverständlich zum Leben mit dazugehört. Mein Sohn ist damit sehr gut zurecht gekommen. Trauer gehört zum Leben nun einmal auch dazu. Natürlich wird Deine Tochter auf der Beerdigung Deiner Oma manche Menschen weinen sehen, aber das kannst Du ihr ja kindgerecht erklären. Ich glaube absolut nicht, daß Dein Kind Schaden nehmen wird. Im Gegenteil: ich find's wichtig, Kindern solche Erfahrungen nicht komplett vorzuenthalten. Vor allem im Alter Deiner Tochter ist das noch sehr unproblematisch. Und es ist ja auch kein junger Mensch gestorben oder gar ein Kind - da würde ich dann auch anders reagieren.

Mach's so wie Du's für richtig hältst.

Lg, babs

Beitrag von binemaja77 - 05.12.11 - 21:17 Uhr

Hallo Kristin,

erstmal möchte ich Dir/Euch mein Beileid aussprechen...

Ich würde die Kleine mitnehmen. Der Tod gehört nunmal zum Leben dazu. Meine Tochter war etwas älter als Deine als mein Vater, also ihr Opa, vor etwas mehr als 4 Jahren starb. Sie wusste, dass Opa schon alt ist und auch krank ist und das es sein kann, dass er bald im Himmel ist. Als es dann soweit war, haben mir die Erzieher im Kindergarten sehr geholfen, sie auf das Bevorstehende vorzubereiten. Meine Tochter hat ein Bild im Kiga für ihren Opa gemalt (bzw. 2 Bilder (eines für Opa und eines für den lieben Gott damit die beiden sich nicht über nur 1 Bild streiten müssen)) und es wurde dann nach der Urnenbestattung, gemeinsam mit den Kränzen, am Grab niedergelegt.
So hatte sie etwas für Opa und konnte sich von ihm verabschieden.

Sie redet auch heute noch über ihn, obwohl sie sich nicht mehr wirklich an meinen Vater erinnern kann.

Ich würde sie mit einbeziehen...

LG Bine mit Leah und Laura

Beitrag von mami18052010 - 06.12.11 - 11:41 Uhr

Nein, ich würde die Kleine auch nicht mitnehmen!

Ich durfte als 8 Jährige auch nicht mit zur Beerdigung meiner Uroma und ich bin meinen Eltern heut sehr dankbar dafür!

Deine Tochter mag noch nicht verstehen, was da passiert. Aber ihr werdet weinen und Kinder sind sehr empfindlich, wenn die Eltern traurig sind! es könnte ein kleines Trauma für sie werden!

Beitrag von binnurich - 06.12.11 - 13:05 Uhr

Ich bin definitiv für mitnehmen: der Tod ist ein Teil des Lebens, nichts, was es zu verbergen gibt. Der Tod ist weder beängstigend noch verwirrend. Er erzeugt ein Gefühl der Trauer und Traurigkeit ist ein ganz normales Gefühl. Es ist auch okay, wenn kleine Kinder andere Menschen in dieser Situation weinen sehen.

Meine Tochter war sowohl beim Abschiednehmen als als bei der Trauerfeier dabei. Ich hab ihr alles erklärt, was sie wissen wollte, nichts aufgedrängt, was sie nicht interessierte.

Jeder der sagt Nein, kann selbst mit dem Tod nicht richtig umgehen.

Beitrag von arienne41 - 06.12.11 - 17:59 Uhr

Hallo

Nein.

Warum sollte man ein 2,5 Jahre altes Kind da mithinnehmen?

Glaubst du sie wird sich die Zeit ruhig verhalten?

Natürlich gehört der Tot zum Leben aber nicht für Kleinkinder.

Für so kleine Kinder ist es auch nicht begreifbar was tot eigentlich heißt

Beitrag von maxundjan - 07.12.11 - 07:31 Uhr

wenn eure Tochter mit möchte dann nehmt sie mit! Auch kleine Menschen haben das Recht auf einen Abschied. Ihr solltest aber vorher klären wer mit ihr rausgeht, wenn sie nicht mehr "möchte". Diese Möglichkeit solltet ihr in der Hinterhand haben.

Und ich habe noch nie ein kleines Kind in der Kapelle "rumrennen" sehen, die merken schon das es da um etwas besonderes geht.....und oft sind sie stolz drauf, an diesem besonderen teilzunehmen...

Es liegt an uns Erwachsenen, wie die Kinder damit umgehen........

Ich wünsch euch ganz viel Kraft!

Sandra

Beitrag von sandy15230 - 17.12.11 - 00:22 Uhr

Hallo,

Meine Oma ist damals auch verstorben wo ich 2,5 Jahre alt war.Meine Eltern haben mich mit zu Beerdigung genommen.Heute bin ich 33 Jahre alt und ich kann dir alles sagen wie es war was ich gesagt habe.Da sich dieses erlebnis so bei mir eingebrannt hat.Mit meiner anderen Oma sie noch lebt habe ich mich mal darüber unterhalten da sie damals neben mir stand und sie fing an zu weinen weil ich alles wusste ich weiss das ich meine verstorbene Oma gehört habe und angefangen habe zu schreien dass man Oma aus den Sarg lassen soll sie will da nicht mehr schlafen....
Mache es nicht ! Ich habe bis zum heutigen Tag ein sehr gestörtes Verhältnis zum Tot.Und das liegt daran das ich als Kind mitgenommen worden bin