Wer soll das denn nun wieder verstehen????

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Beitrag von starshine - 06.12.11 - 15:48 Uhr

Es würde jetzt zu lange dauern, wenn ich die ganze Geschichte dazu schreibe, aber aus verschiedenen Gründen wollen meine kids ihren Vater nicht mehr sehen (vielleicht kennt Ihr meine älteren Threads dazu). Der Vater hat ausser einer Vorsprache bei der Vormundschaftsbehörde (so heisst das JA hier in der Schweiz) keine Versuche gemacht, das Besuchsrecht irgendwie einzufordern. Bei einem Anwaltstermin letzte Woche wurde mir jedoch offenbart, dass ich da noch mit etwas zu rechnen habe. Er hat bei diesem Termin auch 2 Mal gesagt, dass er seine Kinder gerne sehen möchte, was ich auch total verstehe, aber ich kann nichts tun, wenn sie nicht wollen.

Heute Morgen standen 2 fertig gekaufte Nikolaussäckchen bei uns vor der Haustüre mit jeweils 2 weissen, gefalteten A4 Blättern dran, auf denen jeweils nur ein Satz draufstand (handschriftlich): Für XYZ vom Nikolaus (Papi) und ein Smiley

Bin ich jetzt einfach nur zickig oder ist das nicht einfach erbärmlich? Da ist keine hübsche Karte dabei oder auch nur ein persönliches Wort wie "Ihr fehlt mir" oder "Ich denke an Euch" oder was auch immer???? Kann mir jemand erklären, warum er diese Gelegenheit nicht wahrnimmt sich an seine Kinder mit ein paar Worten zu wenden?

Sowas will mir ja echt nicht in den Kopf... #kratz

Beitrag von witch71 - 06.12.11 - 16:34 Uhr

Er selbst kann Dir erklären, warum er diese Gelegenheit nicht wahr nimmt, und an seine Kinder persönliche Worte richtet. Vielleicht hat er es einfach nicht getan, weil er weiss, es käme keine Antwort und das würde ihn verletzen.

Hier über ihn herzuziehen, dass er das nicht getan hat, finde ich erbärmlich (entschuldige). :-)

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 11:22 Uhr

hmmm so habe ich das echt noch nicht gesehen! Danke für Deine Sicht auf die Geschichte.

Wenn ich meine Kinder zwingen würde etwas zu antworten, dann wäre das eben leider auch nicht richtig...

Beitrag von redrose123 - 07.12.11 - 12:39 Uhr

Wie alt sind die Kinder denn?

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 14:01 Uhr

10 und 13

Beitrag von redrose123 - 07.12.11 - 14:03 Uhr

Also nicht mehr allzu klein, darf ich fragen was der Vater getan hat schlimmes das sie ihre Ruhe wollen?

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 16:06 Uhr

Alkohol und Drogenmissbrauch, dadurch Ausraster seinerseits über Jahre hinweg. Natürlich auch körperliche Gewalt mir gegenüber und "Vernachlässigung" ihrerseits im Sinne von: er lag besoffen im Bett und ich habe mich gekümmert. Entzug und Rückfall. Nach der Trennung liefen die Vater WEs eigentlich ganz ok. Dann hat er sich im Sommer dafür entschieden innerhalb von 2 Wochen nach Kennenlernen mit einer neuen Frau und deren Kind zusammen zu ziehen und wollte die kids da sofort und komplett mit integrieren. Das war ihnen dann einfach zu viel und sie haben das auch "genutzt" um sich von ihm zu entfernen.

Der Therapeut sagt heute ganz deutlich, dass ich viel zu lange zugeschaut habe und mich nun endlich vor die Kinder stellen muss. Sie hatten noch nie besonders viel Vertrauen in ihn, aber jetzt haben sie gar keins mehr. Sie haben auch Angst davor, dass in "seiner neuen Familie" der gleiche Punk abgeht. der Therapeut sagt, ich muss respektieren, wenn sie sich damit nicht mehr auseinander setzen wollen und sie darin unterstützen.

Ja, ich weiss, dass ich die absolute Arschkarte gezogen habe...

Beitrag von parzifal - 06.12.11 - 16:36 Uhr

Zunächst einmal hab ich ein Problem damit, wenn jemand in nden Raum wirft: "ich kann nichts tun, wenn sie nicht wollen".

Das erweckt auf mich den Eindruck, dass Kinder dann die Chefs sind und man als Erwachsener keine Möglichkeit hat dem Kind etwas zu sagen.

Wenn Du allerdings damit meinst, dass wenn die Kinder nicht in die Schule wollen dies auch nicht müssen und Du "nichts machen kannst", dann ist Deine Meinung wenigstens konsequent.

Wen Du dann aber doch etwas "machen kannst", dann wird es kompliziert.

Wenn es sich schon um Jugendliche handelt mag dies tatsächlich so sein. Wie alt sind denn Deine Kinder.

Und den Nikolausgruß als "erbärmlich" zu bezeichnen kann ich auch nicht nachvollziehen.

Unter "erbärmlich" fallen bei mir ganz andere Sachverhalte.

Beitrag von mmemaman - 06.12.11 - 16:49 Uhr

Ich finde das Nikolaussäckchen auch nicht erbärmlich...

Aber zu deinem Satz, dass die Kinder bestimmen:
Meine Schwester und ich waren damals 8 und 10 Jahre alt und haben uns auch geweigert den Vater zu sehen. Das Gericht hat erklärt, dass wir nicht normal sind und hat uns zu wöchentlichen Sitzungen mit einer Psychiaterin gezwungen. Meiner Schwester war alles egal, sie hatte einfach kein Interesse, aber ich habe sehr gelitten. Wir haben immer mal wieder versucht ihn zu Besuchen, aber mir ging es wirklich schlecht. Unser Mami hat uns nie Steine in den Weg gelegt, wenn wir wollten konnten wir gehen, aber sie hat unsere Entscheidung respektiert. Ich konnte mich erst erholen, nachdem der Kontakt abgebrochen war, bis auf ein, zwei Telefonate einmal im Jahr zu den jeweiligen Geburtstagen.

Er hat auch freiwillig sein Sorgerecht abgegeben, sein Interesse war auch nur pro forma und immer nur in verschiedenen Phasen.

Ihre Kinder sind 10 und 13 Jahre, gerade die 13-jährige würde vor Gericht sehr wohl angehört und darf selber bestimmen - ich dann nach den zwei Jahren hin und her auch. Mir hat es sehr gut getan, dass wenigstens ein Elternteil und zwei Grosselternteile und meine Tante mich ernst genommen haben... die Zeit war echt schlimm.

Beitrag von scullyagent01 - 06.12.11 - 17:08 Uhr

Ich denke, Du warst damals so gar nicht richtig drin in der Materie.

Meine Kinder sind 16 & 14 jahre alt. Auf ihren Wunsch hin habe ich dieses Jahr das Alleinige Sorgerecht eingeklagt. Und obwohl viel ( kindeswohl schädigendes Verhalten ) vorgefallen ist, eine eindeutige Stellungnahme des JA vorlag, haben wir erst das AE bekommen weil der KV verzichtet hat.

Und obwohl die Kinder jedweden Kontakt zu ihrem Vater verweigern, müßte ich sie dazu zwingen, sollte er Umgang verlangen.

Ja, Kinder in diesem Alter werden vor Gericht angehört, den Umgang dürfen sie jedoch nicht verweigern, erst mit erreichen der Volljährigkeit.

Wiedersinning und Paradox, ja, aber geltendes Recht in Deutschland.

Und als Mutter ist man in der Pflicht die Kinder positiv zum Umgang zu motivieren.

Scully

Beitrag von mmemaman - 06.12.11 - 17:38 Uhr

Aus der Sicht eines betroffenen Kindes, muss ich dir einfach widersprechen.

Bei uns wurde es damals akzeptiert. Das lag auch daran, dass ich davon effektiv krank wurde, weil ich mich so gewehrt habe. Unser Mami hat uns zu Beginn auch noch ermuntert ihn zu besuchen, hat uns gefahren und so weiter und so fort, aber - und da hat sie klar Stellung bezogen und sich auch dem Scheidungsurteil widersetzt - wenn ein Kind effektiv krank wird, weil es gezwungen wird, etwas gegen seinen Willen zu tun - und ich habe es gehasst, das war kein "Keine Lust zur Schule zu gehen.", mir ging es damals miserabel - dann wird sie ihr Kind nicht dazu zwingen. Meine Schwester dackelte dann einfach mir nach.

Er hat sich auch nicht sonderlich bemüht, muss man auch sagen. Hat mir auch damals gesagt, dass, wenn ich nicht geboren worden wäre, die Scheidung nie stattgefunden hätte - was im Prinzip auch keine Kindesmisshandlung ist o.ä., aber durchaus Schaden anrichten kann.

Weisst du, ich bin völlig dafür, dass Mann und Frau die gleichen Rechten habe - also vor allem, dass der hauptsächlich erziehende Elternteil und dann der umgangsberechtigte geschützt werden, aber manchmal denke ich auch, dass Kindern mehr Rechte eingeräumt werden müssen. Wie gesagt, dass Gericht hat nach zwei Jahren von mir abgelassen... aber mir hätte es besser getan, wenn ich eher - auch als Kind - respektiert worden wäre und man unserem Mami nicht unterstellt hätte, sie würde uns vorenthalten. Ich habe den Umgang bis zu meinem 22.ten Lebensjahr verweigert und auch seit dann nur sporadisch, meine Schwester spricht bis heute nicht mit ihm.

Mir ist schon bewusst, dass Kinder ihre Meinung auch mal schnell ändern können, so ist es ja nicht - das geltende Recht hat allerdings mich krank gemacht, bis in die späte Jugendzeit.

Beitrag von scullyagent01 - 07.12.11 - 06:31 Uhr

Ich habe nicht aus der Sicht eines Kindes geschrieben, sondern Dir lediglich aufgezeigt, wie die Rechtslage in Deutschland ist: Und da muß man die Kinder zum Umgang "zwingen" wenn der KV darauf bestehen würde.

Ansonsten kann man ( und wird auch ) zu einem Ordnugsgeld verurteilt, im Wiederholungsfalle droht dann der Teilsorgerechtsverlust.

Ich habe gerade die Situation, und einfach nur Glück, das mein Ex die Weigerung seiner Kinder ihn nicht sehen zu wollen kampflos akzeptiert. Wäre dem nicht so, könnte ich als Mutter gar nichts tun , um den Umgang zu verhindern.

Scully

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 11:30 Uhr

Geltendes Recht in Deutschland - wir leben aber in der Schweiz und da sieht es nochmal ganz anders aus.

Ich muss nicht gegen die Empfehlung des Psychologen handeln und ich befolge hier nur seine Anweisungen. Wie andere das finden ist mir ziemlich egal, denn ich werde nicht die psychische Gesundheit meiner Kinder aufs Spiel setzen.

Beitrag von parzifal - 06.12.11 - 17:32 Uhr

Leider fehlt in Deiner Erklärung der Grund warum Du nicht hinwolltest.

Erst ein nachvollziehbarer Griund verdient Respekt.

Ein Kind was mit 8 nicht wohin will kann icht genauso behandelt werden wie ein Jugendlicher mit 16 der etwas nicht will.

Was wäre denn gewesen, wenn Du nicht mehr zur Schule gewollt hättest? Hätte man diesen Grund auch akzeptieren sollen?

Wenn ein Kind schon 13 ist wird der Wunsch sicher gewichtig respektiert werden. Trotzdem sollte aber eine bessere Begründung kommen können als "ich hab keinen Bock", wenn der Grund respektiert werden soll.

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 11:27 Uhr

Hier in der Schweiz geht das noch sehr viel weiter: ab 12 ist das Besuchsrecht freiwillig für die kids und auch eine 10jährige kann man nicht mehr zwingen.

Wir arbeiten mit einem Psychologen an dem Problem und seine Anweisungen sind ganz klar: Aufgrund der Vergangenheit mit dem Vater sollte ich hier gar nichts forcieren sondern habe mich vor meine Kinder zu stellen und ihren Wunsch zu respektieren.

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 11:25 Uhr

hmmm. genau deshalb habe ich die Einleitung so formuliert. Genau um diese Diskussion geht es gerade nicht, denn die genauen Umstände habe ich in früheren Threads dargelegt und Eure Ratschläge gehört....

Erbärmlich finde ich nicht den Nikolausgruss sondern den Umstand, dass man zwar ein ganzes A4 Blatt für einen Satz nimmt, aber kein persönliches Wort dazuschreibt...

Beitrag von redrose123 - 07.12.11 - 12:40 Uhr

Vieleicht ist es wie Witch vermutet, er hat Angst das im besten Falle nichts zurück kommt im Schlimmsten Worte die Ihm wehtun. Ich weis nicht was vorgefallen ist, aber ich denke das er da in dem Alter nichts machen kann, wenn nicht gerade du die Kinder in diese Richtugn geschoben hast, sondern er was schlimmes getan hat....

Beitrag von parzifal - 08.12.11 - 11:30 Uhr

Du solltest trotzdem mal überdeneken wann man "erbärmlich" verwenden sollte.

Dies ist ein sehr heftiger Begriff iund sollte nicht inflationär verwendet werden. Du hast ja kaum noch Steigerungsmöglichkeiten für wirklich "erbämliche" Vorfälle. Und diese möchte ich nicht auf einer Stufe sehen mit Text der auf einem DinA4-Blatt fehlt.

Beitrag von starshine - 08.12.11 - 13:10 Uhr

Ja, da hast Du Recht! Werde das Wort sparsamer einsetzen! :-)

Beitrag von silbermond65 - 06.12.11 - 20:26 Uhr

Bin ich jetzt einfach nur zickig oder ist das nicht einfach erbärmlich?

Du bist einfach nur zickig.
"Erbärmlich" wäre es,wenn da gar nichts kommen würde.Ich wäre schon froh gewesen ,wenn meine Kinder nur einen einfachen Gruß zum Nikolaus vom Vater bekommen hätten.

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 11:34 Uhr

Du hast wohl Recht. Wenn ich mir hier so durchlese, was andere Väter machen, dann ist das hier wohl ne ziemliche Leistung...

Es fällt eben immer schwer einen Menschen intellektuell plötzlich so weit unten anzusiedeln. Man hat ja auch 11 Jahre zusammen gelebt und eigentlich einen anderen Menschen gekannt...

Beitrag von maschm2579 - 06.12.11 - 20:32 Uhr

Hallo

er wird unsicher sein! Ich finde die Geste toll und besser ein weißes Blatt mit 2 Zeilen als nix.

Der Vater meiner Tochter hat nicht mal ne sms geschrieben oder angerufen. Ich weiß aber das er an sie denkt.

Haben die Kids sich denn gefreut? Wie war die Reaktion? Anrufen und bedanken ist schlecht wenn die kids noch an den Nikolaus glauben, falls nicht hätte ich darauf bestanden das die Kinder anrufen.

Ansonsten solltest Du deine Einstellung nochmal überdenken und zur Not macht Ihr halt was zusammen wenn die Kids ihn nicht alleine sehen wollen. machen wir auch so!

lg

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 12:09 Uhr

Ich bin wirklich erstaunt, wie gering die Erwartungen an Väter hier sind.... Nach 11 Jahren Zusammenleben als Familie ist es also völlig ok, wenn man nur eine Zeile schreibt....

Zusammen unternehmen ist bei uns sicherlich nicht angesagt. Meine kids sind alt genug ihre Beziehung zum Vater selbst zu managen ;-)

Beitrag von juki - 06.12.11 - 23:01 Uhr

Huhu...

meine Tochter(7) wäre froh nur einmal in ihrem Leben so einen Zettel von ihrem Vater zu bekommen...!!

Habe die Kids sich denn gefreut?Denn das íst die Hauptsache...oder?

LG

Beitrag von starshine - 07.12.11 - 12:13 Uhr

leider haben sie sich nicht gefreut. Sie wollen den Vater nicht mehr sehen aufgrund der Vergangenheit mit ihm. Die kids wollen die Süssigkeiten gerne zurückgeben...