Hallo!
In den letzten Tagen/Wochen, keine Ahnung wie lange, war/bin ich unzufrieden mit mir gewesen, ohne zu wissen, warum. Also eher so unbewußt.
Meine Große (3 Jahre) ist dadurch auch schwieriger geworden.
Aus irgendeinem Grund ist mir heut endlich aufgegangen, was los ist. Ich mag mich zur Zeit als Mutter nicht, mir fehlt gerad die Lockerheit, ich schimpfe und meckere zu viel, erwarte zu viel von der Großen.
Bei der Kleinen fällt es mir noch leicht, locker zu sein, einfach, weil sie noch so klein ist.
Geht euch das auch mal so?
Bei mir gibt es gerad ein paar Probleme in beruflicher Hinsicht, daran liegt es, nehme ich an. Aber jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen....
Wer kennt sowas und gut seit ihr da raus gekommen nach der Erkenntnis?
Selbstreflexion...
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Beitrag von mondbaer - 08.12.11 - 23:11 Uhr
Beitrag von sunny42 - 09.12.11 - 09:14 Uhr
Liebe Mondbaer,
JA das kenne ich auch sehr gut!
Aber es ist schon einmal ein riesiger Schritt wenn man erkennt was los ist und sich im Klaren darüber ist, dass das Verhalten der Kinder einem das eigene Innere zeigt.
Was du tun kannst?
FÜR DICH SORGEN!
Hast Du schon eine Liste mit Dinge die dir gut tun?
Ich habe so eine Liste und sie wird immer länger.
Wenn ich in solch einer Phase bin wie du sie beschreibst, dann habe ich meist keine Lust, aber ich zwinge mich Dinge von der Liste für mich zu tun, denn ich weiß, dass es mir dann besser geht. Gut ist es auch zu schauen was man tut um sich von der Problematik abzulenken. Sozusagen Scheinentspannung. Das kann fernsehen oder Internet zum Beispiel sein. Da verbingt man dann seine Zeit, aber tut im Grunde doch nichts wirklich für sich. Man hatte (z.B. Abends) Zeit für sich aber fühlt sich danach auch nicht erholter.
Ansonsten hilft bei mir schon immer wenn ich mich zwischendurch immer wieder auf meinen Atem konzentriere. Dann komme ich zu mir zurück und finde etwas Ruhe zwischendurch.
Manchmal hilft es auch sich vorzustellen wie es einem als Kind gegangen ist wenn die Mama so angespannt war und gemeckert hat. erinnerst Du Dich noch an die eigene kindliche Anspannung und wie dann erst recht alles schief gegangen ist udn Du nichts recht machen konntest? Auch dieser Gedanke hilft mir, mir wirklich Zeit für mich zu nehmen, denn ich möchte meinen Kindern diese Anspannung so selten wie möglich zumuten.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von sunflower.1976 - 09.12.11 - 09:16 Uhr
Hallo!
Mir geht´s manchmal ähnlich.
Mein kleiner Sohn schläft wegen seiner Neurodermitis nachts ziemlich schlecht. Das heißt, ich habe seit 3 1/4 Jahren fast keine Nacht durchgeschlafen und so langsam merke ich es körperlich und auch psychisch. Ich weiß, dass er mich damit nicht ärgern will, aber trotzdem bin ich tagsüber dadurch oft müde und auch schnell gereizt 
Dazu kommt, dass ich in meinem Fernstudium momentan ein für mich schwieriges Thema habe, für das ich enorm viel Zeit brauche (eigentlich sollte ich auch jetzt lernen und mich nicht mit Urbia ablenken
).
Für mich habe ich überlegt, was ich für ich "brauche", damit es mir besser geht. Ich gehe jetzt ein Mal in der Woche reiten und zudem ins Fitness-Studio. Letzteres ist aber weniger ein Hobby als Notwendigkeit, um meine Knie- und Rückenprobleme abzumildern. Seitdem geht es mir besser, v.a. weil ich auch weniger Knieschmerzen habe, die mich oft belastet haben.
Und ich mache alles, damit der Nachtschlaf bei meinem kleinen Sohn besser wird. Ich habe ihm einen Neurodermitiker-Schlafanzug gekauft, damit er sich nicht im Halbschlaf kratzen kann. Der KiA meinte, dass so ein Schlafsack nicht nötig sei, aber ich sehe das anders. Denn jetzt kann mein plötzlich zwei oder drei Mal in der Woche bis 5:30 nachts durchschlafen 
Und ich habe geschaut, warum mich dieses Uni-Semester so belastet. Das Thema liegt mir nicht (u.a. Statisik) und damit ich mich nicht so unter Druck setze, habe ich mir eine Nachhilfe-Lehrerin gesucht. Das Geld ist es mir wert...
Seitdem ich aktiv dran arbeite, die Ursachen für meine subjektive Belastung abzumildern, geht es mir deutlich besser. Ich bin entspannter mit meinen Kindern, wir haben mehr Spaß zusammen und ich komme auch mit meinem Lernstoff besser vorwärts.
LG Silvia
Beitrag von clementi - 09.12.11 - 10:21 Uhr
Hallo.
ja, das ging mir eine Weile auch so. Bis ich erkannt habe, dass die Beziehung zu meinem Mann sehr verkorkst war (er hat mich auch betrogen, was ich nicht wusste, aber vielleicht geahnt habe).
Ich war unglücklich und transferierte es auf meine Tochter (leider!!). Als mein Mann dann ausgezogen ist, war diese Phase zwar noch nicht vorbei, aber ich konnte besser damit umgehen.
Ich habe dann viele Gespräch mit meiner Mutter gehabt und das hat mir geholfen, vieles klarer zu sehen.
Inzwischen ist zwar noch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (dafür ist meine Tochter, wie ich auch, zu dickköpfig), aber wir sind auf einem guten Weg 
GLG und alles Gute
Beitrag von starshine - 09.12.11 - 14:31 Uhr
Hey, wir sind alles nur Menschen und keiner ist perfekt! Ich denke jeder kennt das. Meine kids sind nun schon grösser und mittlerweile kann ich ihnen sagen, wenn ich merke, dass ich mal "neben der Spur" laufe. Damit wird es dann einfacher und Kinder wissen irgendwann, dass auch ihre Eltern nicht perfekt sind.
Nicht jede Kleinigkeit hat gleich schädliche Auswirkungen für Deine Kinder! Das Leben ist lang und es wird noch ganz andere Situationen zu meistern geben. Trotzdem kannst Du auch einer Dreijährigen schon sagen: hey, Mami hat im Moment ein bisschen Probleme auf der Arbeit und ich glaube, ich war in letzter Zeit vielleicht ein bisschen ungerecht mit Dir. Es tut mir leid und ich werde das wieder hinkriegen.
Ich denke, wenn wir solche Dinge nicht aussprechen, dann laufen wir Gefahr, dass unsere Kinder die Schuld bei sich suchen. Ich habe festgestellt, dass meine Kinder damit immer ziemlich gut umgehen konnten. Sogar wenn ich mal ausgeflippt bin, was mir gerade zu Beginn der Wechseljahre ein paar Mal passiert ist. Ich habe ihnen auch das erklärt und habe mich einfach entschuldigt.
Beitrag von a79 - 09.12.11 - 15:03 Uhr
Ja, sowas kenne ich. Meine Lösung war eine Erziehungsberatung und der Beginn meines Studiums. Mittlerweile bin ich mit mir selbst zufriedener, weil mir das Studium Spass macht und ich eine sinnvolle Aufgabe habe und dadurch bin ich auch im Umgang mit den Kindern wieder lockerer geworden. Trotzdem gibt es immer mal wieder Phasen, in denen ich mir quasi von außen zusehe und wünschte, ich könnte bestimmte Situationen anders anpacken.
Der erste SChritt ist ja immer, zu erkennen, dass irgend etwas nicht so ist, wie es sein sollte oder man es gern hätte. Dann kann weiter überlegt werden: Wie sollte es denn optimalerweise laufen oder von der anderen Seite gesehen, was läuft im Moment ganz schief? Was könnte getan werden, damit problematische Situationen besser händelbar werden? Was wurde schon ausprobiert, was könnte noch versucht werden?
Wenn man sich diese Fragen selbst beantwortet, kommt man oft schon weiter. Zumindest geht es mir so.
LG
Andrea
Beitrag von marion2 - 09.12.11 - 18:22 Uhr
Hallo,
bist du dir sicher, dass deine Erwartungen an deine dreijährige zu hoch sind?
Manchmal muss man mit Erziehung auch einfach mal anfangen. Gerade dreijährige bedürfen eines geregelten Rahmens mit klar gesetzten Grenzen. Wenn du das schleifen lässt, wird sie womöglich ätzend.
Gruß Marion
Beitrag von mondbaer - 09.12.11 - 20:11 Uhr
Hallo Marion, danke für deine Antwort!
Ich denke, dass es das nicht ist. Ich bin sehr streng, was unsere Regeln angeht und weiche auch davon nicht ab, scheue keine Auseinandersetzung mit ihr. Ich bin der festen Ansicht, dass es den Kindern nicht gut tut, wenn sie keine Grenzen um sich fühlen, die klar definiert sind. Sonst schweben sie ja im luftleeren Raum ohne zu wissen, was richtig und falsch ist.
Nein, meine Grenzen setze ich klar und deutlich durch.
Es ist im Moment eher so, dass ich auch bei Sachen, die gar nicht schlimm sind, auffahre. Und ihr vielleicht damit ihre Freiheit verwehre.
Außerdem hab ich so manche Dinge mit Humor schon besser lösen können als mit Meckerei (was ja nicht ausschließt, dass man Regeln trotzdem befolgt/befolgen läßt, sondern einfach die Bereitschaft des Kindes erhöht). Dieser Humor ist auch weg...
Allerdings hat mir die Erkenntnis immerhin schon so viel gebracht, dass ich heute wesentlich mehr ICH war und mit mir als Mutter auch wieder zufrieden!
lg Sandra
Beitrag von marion2 - 09.12.11 - 20:14 Uhr
Tja, dann... 

hattest du eine von den 736 Phasen, die man im Leben eben so durchmacht.

Für deine Tochter womöglich mit der interessanten Erkenntnis verbunden, dass Mütter manchmal keine Freundin sein können.
Sie wirds verkraften. 
LG Marion
Beitrag von mondbaer - 09.12.11 - 21:11 Uhr
Ja, das sagt sie mir auch des öfteren, ich sei nicht mehr ihre Freundin!
Tja, auch unter guten Freunden muß man sich mal die Meinung geigen lassen können!
Ach, sie ist ja schon ein selbstbewußtes kleines Persönchen, deren Willen brech ich so schell nicht!
Danke!
Beitrag von .ka-ka-du - 10.12.11 - 15:46 Uhr
Puuuuh, das kenne ich und manchmal schäme ich mich dafür. Spätestens dann wenn es mir bewußt wird, versuche ich an meinem Glücl zu arbeiten, weil dann auch die Kinder autoamtisch nicht bestraft werden.
Beitrag von binecz - 13.12.11 - 22:16 Uhr
Also ich würde erstmal das schlechte Gewissen beseitigen.
1. sag dir das es so Phasen gibt und immer geben wird. Ob man will oder nicht. Das ist nicht schön, aber das ist in Ordnung. Wir sind alle nur Menschen!
2. Sag das auch deiner Tochter. Das DU gerade schlecht drauf bist und das es dir leid tut das du ungerecht bist oder warst und das du dich hiermit entschuldigst.
Das wird sicherlich euer Verhältnis wieder bessern. Zumindest hast du dann ein STück Gerechtigkeit wieder gut gemacht.
Ansonsten kann ich den Anderen nur zustimmen. Versuch ein wenig Freiraum für dich zu schaffen.
