Meine Mutter ist gestorben. Gestern Mittag ist sie eingeschlafen, wohl friedlich. Mein Vater hielt ihre Hand und ich bin so verdammt dankbar dafür, dass sie nicht allein war.
Aber ich vermisse sie so! Sie wollte bei der Geburt meines zweiten Kindes dabei sein, sie wollte für uns drei (mich, meinen Großen, mein Baby) im Wochenbett da sein, sie war mein Anker! Der Mittelpunkt der Familie, an dem sich alle festgehalten haben. Und jetzt ist sie einfach so weg...
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Sie hat 20 Jahre gegen den Krebs gekämpft. Erst Brust, dann Schilddrüse, jetzt die Leukämie. Sie war in ihrem ersten Chemodurchgang, davon der fünfte. Einen hätte sie noch machen müssen, dann hätte sie wieder ein paar Jahre gehabt.
Ich hasse diesen Krebs.
Meine wahrscheinliche Tochter wird NIE ihre Oma kennenlernen und das tut so weh. Mein Sohn hat seine Oma verloren, und es tut so weh. Ich konnte mich halbwegs drauf einstimmen, dass sie bald nicht mehr da ist, aber ich habe solche Angst vor der Zukunft. Der eine Kindsvater lebt weit weg von uns, der zweite ist abgehauen. Ich brauche dich doch, Mami!
Wenn ich nur einen Wunsch hätte, dann würde ich mir wünschen, dass meine Mutter noch bis März gelebt und die Geburt ihres zweiten Enkelkindes miterleben hätte dürfen. Ich hab nun solche Angst, meinen Großen auch zu verlieren, mein Baby zu verlieren. Dann wäre mein Leben tatsächlich nur noch sinnlos.
Anne mit Jonathan (4 Jahre, 4 Monate) fest an der Hand und
29. Woche und einem tiefen Loch im Herzen, das nur meine Mami füllen kann...
Dieser verdammte Krebs... Meine Mutter ist für immer weg
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Beitrag von annesusanne - 09.12.11 - 21:28 Uhr
Beitrag von 2mama - 09.12.11 - 21:44 Uhr
Hallo Anne,
mensch, komm mal her








Ich kann gerade gar nicht viel schreiben, aber ich habe meine Mama gerade heute beerdigen lassen müssen
. Der Schmerz ist unendlich tief, wir konnten uns in keinster weise darauf vorbereiten, es kam ganz plötzlich
Ich habe das Gefühl ich zerbreche an dem schmerz

Ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft für die kommende Zeit
.
kathrin
Beitrag von annesusanne - 09.12.11 - 21:57 Uhr
Ich habe es gelesen, ja. Mein herzlichstes Beileid. Ich habe diesen Schritt noch vor mir...
. Aber erst später. Sie will eine Feuerbestattung und vorher muss noch ne Autopsie gemacht werden... Ich hoffe aber, vor Weihnachten ist das erledigt.
Mütter sind für die Töchter, also uns, der Fels, ne? Und wenn sie weg sind, dann ist es ein ganz tiefes Loch. Aber wir kommen da raus! Vielleicht will ich verdrängen oder noch nicht wahrhaben, aber ich muss positiv denken für meinen Sohn und für mein ungeborenes Baby. Sonst dreh ich durch. Und mein Kind hält mich extrem aufrecht. Deine nicht auch?
Mein Großer lenkt mich sehr ab und ich bin so froh, dass er da ist.
....
Beitrag von 2mama - 09.12.11 - 21:59 Uhr
meine Mama wurde auch verbrannt...es ging jetzt aber zum glück alles ganz schnell. mit etwas Aufschlag (an Geld) geht es scheinbar... wir wollten es auch so schnell wie möglich hinter uns bringen...
Richtig realisiert hab ich es heute zum ersten mal, dennoch ist es alles noch so unwahr.
Ja, Kinder lenken einen wunderbar ab... ich hoffe, dass wir es irgendwann schaffen werden, darüber hinwegzukommen
Beitrag von annesusanne - 09.12.11 - 22:07 Uhr
bei uns hängt ja noch diese Autopsie im Raum. Man weiss nur, dass eine Vene im Rücken geplatzt ist und sie daraufhin kollabiert ist, zweimal reanimiert werden musste und dann quasi hinüber war...
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Ihr werdet das schaffen, sicher! Ich finde es so enorm aufbauend, dass ein Teil von unseren Müttern in uns und den Kindern weiterleben. Sie werden immer in unseren Herzen sein und in den Herzen der Kinder (leider meiner Tochter nicht
). Dann wird ein Mensch nie vergessen werden...
Beitrag von 2mama - 09.12.11 - 22:10 Uhr
muss die Autopsie denn sein? Bei meiner Mama stehen auch nur Vermutungen im Raum... Sie wurde auch mehrfach reanimiert, hat es aber auch nicht geschafft
wir werden unsere mamas niemals vergessen... ich habe am meisten daran zu knabbern, dass es so plötzlich kam... man darf nie vergessen, dass ich ohne sie nicht am leben wäre.... ich hätte ihr gerne noch für alles gedankt
Beitrag von annesusanne - 10.12.11 - 22:26 Uhr
Mein Vater möchte die Autopsie... Und wenn er will, ist das natürlich ok. Bin jetzt wieder bei ihm, er wirkt so gefasst. Ist schon Wahnsinn, was Männer so an sich ran lassen und was nicht. Ihm wurde immer beigebracht: Sei stark, zeig keine Gefühle usw. Ist echt schade. Ein Glück, dass ich die letzte Zeit, seitdem ich vom Tod meiner Mutter weiss, bei meinem Ex war, der mich sowas von aufgefangen hat und für mich da war... Ich bin soo dankbar
.
Vielleicht trauere ich anders, weil ich vom Tod "wusste". Meine Mutter hatte seit 5 Jahren Leukämie, die Chemo stand an, es war klar, dass sie nicht ewig macht. Natürlich kam es total plötzlich, aber ich "wusste" irgendwie, dass sie stirbt. Und zwar bald.
Viel schlimmer ist es, wenn es einen eiskalt erwischt, so wie bei dir. Will gar nicht daran denken, wie schlimm das ist...
Sie weiss es, mach dir keinen Kopf! Deine Mutter weiss, dass du ihr dankbar bist! Man ist zwar manchmal pampig zu seiner Mutter und ungeduldig, aber trotz allem weiss sie, dass du sie geliebt hast und dass du ihr dankbar bist
Beitrag von 2mama - 11.12.11 - 11:49 Uhr
Hallo,
dein Vater steht gewiss auch noch unter "schock". Mein Vater weint viel. Wir brauchen uns nur angucken und fangen beide an zu weinen...
Auch wenn ihr euch in gewisser Weise darauf vorbereiten konntet, kam es dennoch plötzlich
Es ist einfach alles schrecklich und tut wahnsinnig weh. Hoffentlich wird der Schmerz irgendwann weniger...
Beitrag von schatzi2005 - 10.12.11 - 00:31 Uhr
Das tut mir so leid, lass dich mal 
Ich weiß genau wie du dich fühlst, meine Mama verstarb im Februar, genau einen Monat nachdem mein Sohn das Licht der Welt erblickte
Genau wie bei meiner Vorrednerin hatte ich auch keine Zeit mich darauf vorzubereiten, denn ich fande sie einfach auf den Boden und alle versuche sie zu reanimieren liefen ins leere

Sie verstarb an einen Lungenödem.
Und seit diesen Tag ist meine heile Welt zusammen gebrochen, seit diesen Tag hat sich alles verändert und auch nach 10 Monaten fehlt sie mir jeden einzellnen Tag.
Meine Mama war für mich auch alles und andersherum.
Dich annesusanne und meine Vorrednerin 2mama, euch zwei kann ich so verstehen, denn mir geht es genauso.
Ich will meine Mama auch zurück

Dieser schmerz wird irgendwie auch nicht besser
Für eure Mamas zünde ich zwei
an.
Und eine
für meine Mama, ich liebe und vermisse dich so sehr
LG schatzi + klein Maximilian
Beitrag von delphin3003 - 10.12.11 - 07:48 Uhr
Hey, lass dich auch mal von mir drücken.
Ich war auch alleine schwanger und weiß, wie wichtig da gerade die eigene Mutter ist. Ich hatte zwar auch Freunde, aber auf die Eltern kann man sich dann doch noch mal anders verlassen. Daher verstehe ich auch deine Ängste - und ich war mit einem Kind alleine und nicht mit zweien. Ich hoffe, du findest genügend zuverlässige Menschen, die dich in dieser schweren Zeit unterstützen. Meine Mutter hat mir mal gesagt: "Man bekommt immer nur so viel aufgebürdet, wie man auch bewältigen kann." Dies ist einer der wenigen Sätze, die ich mir sehr zu Herzen genommen habe. Ich denke, auch auf dich wird das zutreffen. Du hast schon sooo viel geschafft und wirst auch noch dies bewältigen.
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute! Ihr schafft das.
Delphin.
Beitrag von liebelain - 10.12.11 - 17:24 Uhr
Liebe annesusanne,
zwanzig Jahre Kampf sind eine unglaubliche Belastung für Deine Mama gewesen. Sie hat diesen Kampf für Euch geführt, ihre Familie. Hätte sie das nicht getan, hätte sie vermutlich schon viel früher gehen müssen.
Euch als den Hinterbliebenen bleibt jetzt nur dieser unsagbare Schmerz, der scheinbar nie wieder aufhören will. Aber bleib stark: der Schmerz lässt nach, wird schwächer. Er bleibt, aber er wird erträglich.
Hier noch ein Gedicht von Ricarda Huch, das Dir zeigen soll, dass jeder in seinem Leben denselben Schmerz empfindet, wenn er von jemand Geliebtem Abschied nehmen muss:
Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen,
werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere
bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle,
die blüht nicht mehr.
Sei ganz lieb umarmt.
Herzlich, liebelain
