Nun endlich der Geburtsbericht meines Sohnes ;-)

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von geotina - 11.12.11 - 07:11 Uhr

Hallo Mädels....

nun ja ich muss erst einmal sagen, dass dieser Geburtsbericht meines Sohnes eigentlich schon 12 Jahre lang fällig ist :-p aber damals gab es meines Erachtens noch kein Urbia und auch das Internet war lange nicht so gut ausgebaut.

Nicht desto trotz möchte ich den Geburtsbericht meines Sohnes nicht vernachlässigen, da etwa im Februar schon das Schwesterchen von meinem Großen auf die Welt kommt und mein Sohn war als erstes da... und deshalb jetzt nach 12 langen Jahren der Tag der Geburt, die ich noch heute weiß, als sei es vor einem Jahr gewesen.... irgendwie vergißt man ja nichts #verliebt

Es war der Sonntag der 14.03.99. Mit dem Vater meines Sohnes war ich nicht mehr wirklich zusammen, es gab mehr Stress als mal die Frage wie es uns geht.

Unser Sohn war nicht geplant. Aber ich habe ihn schon zu Beginn der SS geliebt, als ob er gewünscht gewesen wäre, auch wenn es allein nicht einfach war.

Ich hatte nebenbei noch einen Nebenjob in der Fa. in der ich zuvor meine Ausbildung gemacht hatte und habe das Labor gereinigt. Dies habe ich auch noch am 14.03.99 morgens getan. Ich war die ganze SS über fit gewesen und außer nachts die Rückenschmerzen ging es mir richtig gut. Selbst einen Umzug und die Renovierung meiner neuen Wohnung habe ich noch geschafft im 7. SSM. Darauf bin ich heute noch verdammt stolz.

Nach meiner Arbeit bin ich nach Hause und habe mir einen gemütlichen Tag gemacht, auf der Couch gelümmelt, mal mit meiner Freundin telefoniert und um 18 Uhr nach meinem Essen bin vor dem Fernsehen eingeschlafen. Um 21.30 Uhr bin ich wieder aufgewacht und wollte mal aufs WC und dann ins Bett.

Ich setz mich auf und denke noch: "Mensch hast du gut geschlafen!". Stehe auf und gleich macht es PLOPP! PLATSCH! und ich stand in einer riesigen Pfütze. Also da kein Mann da war der das hätte trocknen können - Putzlappen geholt#putz auf dem Weg dorthin weitergetröpfelt und das nicht wenig... und aufgewischt. Ich hatte absolut die Ruhe weg und freute mich auf den Zw4erg, der sich jetzt wohl unwiederbringlich auf den WEg macht! Nachdem ich aufgewischt hatte, schnappte ich mein Telefon und rief meine beiden Freundinnen an: "So es geht los, ich will abgeholt werden!":-p während ich mich nun selbst im Badezimmer trocknete und unten rum abduschte. Leider musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach war mich trocken zu bekommen, da es immer weiter tropfte.... Also ein fettes Handtuch genommen und zwischen die Beine geschoben und Jogginghose drüber #rofl Ich fühlte mich wie mit einer Megapampers und konnte kaum laufen, aber meine Jogginghose bliebt trocken.

Während ich auf meine Freundinnen wartete rief plötzlich, als ob er es geahnt hätte mein (Noch)-Freund an und ich sagte ihm das es los geht. Seine Reaktion: Na toll, jetzt kann ich nicht mehr schlafen. Aber ins KH kommen wollte er auch nicht! Na egal, ich bin stark, ich schaffe das auch alleine!

Kurze Zeit später waren meine Freundinnen da #verliebt Meine Tasche geschnappt - im Auto eine Tüte unter den Hintern #rofl denn so ganz dicht fühlte ich mich doch nicht! Und ab ins Krankenhaus!

Im Kreissaal um 22 Uhr angekommen, begannen auch die Wehen. Ab ans CTG, meine eine Freundin war nervöser als ich und wippte immer mit ihrem Fuß und stieß dabei jedes Mal an mein Bett, das machte mich auch nervös und ich sagte ihr sie solle es lassen. Im Anschluss bot mir die diensthabende Hebamme ein Bad an, das ich dankend annahm, aber ich habe es nicht lange in dem Wasser ausgehalten... danach wurden die Wehen auch stärker. Irgendwie total das Zeitgefühl verloren war es plötzlich schon halb 1, die Hebamme sagte, der Kleine kommt heute nicht mehr - meine Freundinnen sollten nach Hause fahren, was sie auch taten. Ich widerrum sollte auf die Wöchnerinnenstation dort wurde mir ein Zimmer zugewiesen und ich sollte noch was versuchen zu schlafen. Ich habe heute immer noch das Gefühl, dass die Hebamme keine wirkliche Lust mehr hatte in der Nacht ein Baby auf die Welt zu bringen, aber wenn ich nicht alleine sein wollte, könnte ich ja wieder runter kommen.

So war ich nun alleine auf meinem Zimmer und die Wehen wurden so stark, dass ich mich krümmte vor Schmerzen und nicht mehr wußte, wie ich mich stellen, legen oder setzen sollte. Nach etwa einer Stunde ging ich zurück zum Kreissaal... ich wollte nicht allein sein und selbst wenn ich dadurch bei der naja nicht sooo freundlichen unlustigen Hebamme sein musste.

So bekam ich dann ein Kreissaalbett, wo sie auch nicht unbedingt oft zu mir kam! :-(

Nun kamen die Wehen in 2-3 Min. Abständen, dazwischen habe ich immer wieder geschlafen... Wehe - schlafen - wehe - schlafen... so ging es bis morgens um 06.30 Uhr.
Ich war so erschöpft, dass die Wehen weniger wurden... ich glaube es hätte besser getan und wäre schneller gegangen hätte man mir gesagt, ich solle rumlaufen, denn mein Sohn war ja auch schon fest im Becken gewesen! So wurde mir von der neuen Hebamme zwischen 07.00 - 07.30 Uhr ein Wehentropf gelegt und gleichzeitig eine PDA, damit ich noch etwas schlafen konnte. Die Nacht hatte ganz schön geschlaucht. Bis 09 Uhr schlief ich dann auch noch mal feste. Um 09:30 Uhr kam meine Freundin wieder, die ruhigere von Beiden #verliebt Es war schön, dass endlich jemand da war.

Um halb 11 hörte ich im Nebenkreissaal Schreie von einer anderen Schwangeren und dann das Weinen des Babys, das steigerte noch einmal meine Vorfreude... die Wehen spürte ich durch die PDA nur noch leicht und um kurz vor 11 Uhr spürte ich den unheimlichen Pressdrang und ließ meine Freundin die Hebamme holen. Nach 3 Presswehen war mein Sohn um 11:05 Uhr geboren. Wurde gleich erst einmal zum Fruchtwasser absaugen weggeholt und ich sagte immer nur noch: Mein Baby!#verliebt Die Hormone schossen sofort nach dem er auf der Welt war ein. Und dann hörte ich meinen Sohn das erste Mal und das was ich nicht geschriehen habe während der Geburt, das schrie er danach eine halbe Stunde lang. Während dessen hat er sich vor lauter Aufregung ein Z in die Wange geritzt mit seinen spitzen Fingernägeln. Also Verwechslung danach ausgeschlossen #verliebt

Danach war es wunderschön ihn in den Armen zu halten und müde war ich überhaupt nicht mehr. Sein Vater wurde angerufen und dieser kam dann gütigerweise Nachmittags in die Klinik.... und warf mir vor, dass ich ihm das nicht hätte sagen sollen, dass es los geht. Der Arme hätte die ganze Nacht nicht schlafen können ;-)

Mir war ab dem Moment alles egal, das einzige was zählte war mein Sohn Pierre, der mit 50 cm und 3220 gramm auf die Welt kam, mittlerweile fast 13 Jahre alt, 150 groß und über 45 kg schwer ist und bald zum glücklichen großen Bruder wird und einen tollen Ersatzpapa hat#verliebt

Ich hoffe es war nicht zu lang... ihr seht auch nach sovielen Jahren vergisst man nichts, weil die Geburt eines Kindes, auch wenn sie schwer ist, das Wunderbarste auf der Welt ist#verliebt

LG Tina
fast 32. SSW #verliebt mit Prinzessin

Beitrag von geotina - 11.12.11 - 07:21 Uhr

Übrigens bin ich bei der Geburt gerissen, das wurde im Nachhinein genäht, obwohl ich eine lokale Narkose, war es dann unangenehmste, weil ich jeden Stich merkte...

Und ich vergaß die Hebammen, die morgens den Dienst übernahm, war supernett und klasse. Ich glaube sie verstand wirklich auch was es heißt, als Frau alleine zu sein und ohne Partner das Kinder zur Welt bringen zu müssen. Das war nicht schön, so gerne hätte ich jemanden dabei gehabt. Diesmal wird mein Schatz bei mir sein und ich bin überzeugt er wird mir wie ein Held zur Seite stehen und wissen was ich brauche - ich freue mich die schönste Sache der Welt nun auch gemeinsam mit meinem Partner erleben zu dürfen. Dies ist übrigens sein erstes Kind #verliebt

Beitrag von evrika-87 - 13.12.11 - 23:54 Uhr

Ich schließe mich an: Ein wirklich schöner Bericht. Und du bist eine wirklich starke Frau. Ich hätte das Atmen vergessen, wäre mein Freund nicht dagewesen und du schaffst das ganz alleine :-)

Ich kann mich auch noch an jedes einzelne Detail erinnern, an ihren Geruch, an ihren Blick, wie sie sich angefühlt hat. Diese Erleichterung, aber auch an die Schmerzen. Ich hoffe, diese Erinnerungen werden nie verblassen.

Alles Liebe für dich und deine Kids.

evrika mit Nora, 16 Monate

Beitrag von erdbeer-hase - 11.12.11 - 13:48 Uhr

Ein wunderschöner Bericht :-)
Und trotz den vielen Jahren hast du es wirklich detailliert niedergeschrieben
So etwas vergisst man einfach nie

Gruß und alles Gute fürs zweite Krümelchen #klee
Erdbeer-#hasi & Hosimatz (10 Monate) #verliebt