Hallo zusammen,
bin neu hier und habe mal eine Frage:
Ich bin eine alleinerziehende Mutter von 2 Kids (6 und 8 Jahre) und gehe seit der Trennung auf auf 400€ Basis arbeiten, doch jetzt kommt der Fallmanager auf die Idee, das ich noch einen 1€ Job annehmen soll! Muß ich so einen Job annhemen oder reicht es weiterhin auf 400€ Basis arbeiten zu gehen, da ja der erste Arbeitsmarkt vorrang hat. meine Kids, vor allen die Jüngste sieht mich durch meinen Job schon selten da ich abends arbeiten gehe ....
Lg
mohn
Hartz 4 ... 400€ jOB UND 1€ Stelle
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Beitrag von mohn26 - 11.12.11 - 11:14 Uhr
Beitrag von seikon - 11.12.11 - 11:33 Uhr
Dein Fallmanager wird dir sicher noch ganz anders auf die Füße treten. Ein 400 Euro Job reicht nicht. Das ist kein Arbeiten um seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, sondern damit verdient man sich ein Taschengeld dazu.
Deine Kinder sind 6 und 8 Jahre alt. Gehen also vermutlich beide schon in die Schule. Dann kannst du auch vollzeit arbeiten gehen.
Beitrag von vwpassat - 11.12.11 - 11:35 Uhr
Und Du meinst ernsthaft, ein 400€-Job ist der erste Arbeitsmarkt?
Was machst Du denn tagsüber?
Beitrag von our_darkness - 11.12.11 - 11:40 Uhr
Entgegen Deiner Annahme gilt ein Minijob nicht unbedingt als "erster Arbeitsmarkt". Und mit Kindern in diesem Alter kann man mindestens einer Teilzeittätigkeit nachgehen.
Rechtlich gesehen ist es so, dass ein Minijob nicht von der Verpflichtung befreit, an entsprechenden Maßnahmen zur Eingliederung in sozialversicherungspflichtige Tätigkeit teilzunehmen. Wenn der Fallmananger zum Beispiel einer Bürokraft eine Arbeitsgelegenheit (das, was alle Welt 1,- €-Job nennt) als ehrenamtliche Hilfe eines Vereins bei der Büroarbeit anbietet, damit sie ihre Kenntnisse auffrischt, so ist das eine Maßnahme, die zur Eingliederung in sozialversicherungspflichtige Tätigkeit verhelfen soll.
Man kann Dich theoretisch auch zur Aufgabe des Minijobs zwingen. Leider musste der Gesetzgeber diese Vorschrift mit aufnehmen, da allzu viele Menschen der Ansicht waren, sie könnten sich hinter ihren Minijobs verstecken und man würde sie in Sachen Eingliederung in sozialversicherungspflichtige Arbeit in Ruhe lassen. Dem ist nicht so, siehe § 10 SGB II.
Nur, wenn deine Kinderbetreuungszeiten es absolut nicht zulassen, dass du mehr arbeitest, kann man davon absehen.
Beitrag von rosalia53 - 11.12.11 - 11:41 Uhr
Hallo mohn26,
selbstverständlich musst du einen Euro-Job annehmen. Der Fallmanager will das du einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehst. Ein 400€-Job ist kein erster Arbeitsmarkt.
Liebe Grüße
Beitrag von muppi75 - 11.12.11 - 11:48 Uhr
Leider wirst Du den EEJ annehmen müssen, allerdings würde ich nach der Zuweisung mal genau prüfen lassen wie zusätzlich dieser EEJ denn tatsächlich ist.
Und wenn dieser EEJ, wie fast 99 % der EEJs nicht den engen Regeln entspricht, ganz gemütlich arbeitsrechtlich gegen den Träger vorgehen, dann wird nämlich aus einem EEJ ganz schnell ein beendeter EEJ mit ordentlicher Nachzahlung des regulären Lohnes anstatt dem Euro, den man Dir zugestehen möchte pro Stunde. ;)
Beitrag von witch71 - 11.12.11 - 11:53 Uhr
Bekommst Du vom Jobcenter auch Vorschläge für eine höherwertige Stelle? Bzw. hast Du mal Angaben gemacht, was Du genau suchst? Ich denke doch für Dich und Deine Kinder wäre mind. eine 30-Stunden-Stelle mit Arbeitszeit Vormittags am Besten.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 12:09 Uhr
Muss Mal sagen, dass ich es gut finde, dass du trotz 2 schulpflichtiger Kinder arbeiten gehst.
Manche halten es nicht für nötig und ruhen sich auf dem ALG II aus. Dass der TE von den 400,00 € nicht viel übrig bleibt, ist ja auch klar.
Dann noch 1,00 € Job dazu, wie das zeitlich machbar ist, das frag ich mich jetzt gerade.
Warum wird man gern in die 1,00 € Jobs gesteckt, damit man beschäftigt ist? Dann wäre es doch besser, dass man Angebote über TZ oder VZ Jobs erhält, aber nicht so ein Muschibubu, wie soll man denn da aus der Arbeitslosigkeit rauskommen?
LG
Beitrag von our_darkness - 11.12.11 - 12:33 Uhr
"Dass der TE von den 400,00 € nicht viel übrig bleibt, ist ja auch klar"
Süß. Und das ALG II und die KdU, das lassen wir mal alles schön unter den Tisch fallen, was? Ich denke: Minijob und ansonsten vollumfänglich ALG II - Das dolce Vita unter den Hilfeempfängern! Es gibt Familienväter und -mütter, die malochen Vollzeit und erhalten ergänzend ALG II. Minijob ist nicht: Arbeiten. Das ist Hausfrauennebenerwerb, nichts sonst.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 12:45 Uhr
Die von dir beschriebene Situation kenne ich auch und weißt du was noch schlimmer ist, sein ALG I Anspruch erarbeitet zu haben und weniger als ein ALG II Empfänger unterm Strich zu haben. Dafür hat man gearbeitet und wird eigentlich noch dafür bestraft.
Ist ja auch net so, dass man beim ALG I alles selbst tragen muss und selbst wenn man an der Grenze liegt mit 10,00 € zuviel.
Trotz Allem, die TE ist berufstätig, ob nur auf 400,00 € Basis, aber sie tut was.
LG
Beitrag von mamavonyannick - 11.12.11 - 12:58 Uhr
Und dennoch ist sie auf Unterstützung angewiesen. Sollte nicht jeder von uns bestrebt sein, nach seinen Möglichkeiten selbst für sich und seine familie zu sorgen? Und ich denke, dass es da durchaus mehr Möglichkeiten als einen 400€-Job gibt.
vg, m.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 13:13 Uhr
ich kenne ihre quali und abschlüsse nicht, von daher halte ich mich dezent zurück.
die bestrebung gut und schön, aber wenn es nicht klappt, trotz zig bewerbungen, was dann? man hat ja auch träume und wünsche, die auch etwas geld kosten und und und...
man greift dann auch auf 400,00 € jobs zurück. ichfinde, dass es heutzutage keine schande oder erniedrigung ist.
schau dir doch einfach mal den arbeitsmarkt an und ohne vermittlungsgutschein...
8 wochen mindestens zu hause bleiben, juhuuuu
lg
Beitrag von seikon - 11.12.11 - 13:17 Uhr
Ich finde, es wird immer zu sehr auf die Hilfe von AfA und Jobcenter gepocht. Wenn das böse böse Jobcenter einem keine Weiterbildung/Umschulung/o.ä. finanziert, ja was will man denn dann machen?
Wenn man dann Alternativen wie Bildungskredit von der Kfw/Bafög/Meisterbafög o.ä. zur Sprache bringt, dann kommen so Kommentare wie "Ich möchte doch nicht mit einem Berg voll Schulden ins Berufsleben starten".
Ne, dann lieber zuhause sitzen, man geht ja immerhin auf 400 Euro Basis arbeiten. Und was will man denn machen? Lieber die Eier schaukeln und auf das böse Jobcenter schimpfen, weil die ja nichts auf die Reihe bekommen, und einen nur in sinnlose Maßnahmen stecken wollen.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 13:28 Uhr
wieso hilfe? in welcher form? ist mir noch gar net aufgefallen, dass man das bekommt?
habe meine bisherigen anstellungen ohne hilfe von der AfA erhalten und habe mich auch weitergeblidet, qualifiziert, etc.
ich habe bisher immer nur sa gehabt, die gesagt haben.... das sind ihre pflichten pflichten pflichten....aber rechte, hmmmm
dein argument einen kredit aufzunehmen und sich zu verschulden, kommt gar net in frage. außerdem muss man voraussetzungen mitbringen, um einen kredit zu erhalten.
also, so einfach ist das net und ich würde es auch keinen von vornherein anraten.
wenn du kinder hast, denkst du auch ganz anders und hast wenn sie noch klein sind, wenigere optionen als jemand der kinderlos ist.
lg
Beitrag von seikon - 11.12.11 - 13:31 Uhr
"dein argument einen kredit aufzunehmen und sich zu verschulden, kommt gar net in frage. außerdem muss man voraussetzungen mitbringen, um einen kredit zu erhalten..."
Und wieso kommt so etwas überhaupt nicht in Frage? Genau dafür gibt es Dinge wie Bafög und Co. Es handelt sich ja hier nicht um einen (sinnlosen) Konsumkredit sondern um eine lohnende Investition in seine berufliche Zukunft.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 14:20 Uhr
Bafög ist eine Möglichkeit, da geb ich dir recht.
Beim Bafög gibt es 2 Varianten, elternabhängiges und elternunabhängiges...und das bekommt man ganz sicher nicht bis 40 und länger...
lg
Beitrag von seikon - 11.12.11 - 14:27 Uhr
Sie schreibt, sie kommt aus dem kaufmännischen Bereich. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass sie eine entsprechende Ausbildung hat. Dann könnte sie z.B. Meisterbafög beantragen und eine 2 jährige Vollzeitweiterbildung an einer Fachschule machen zum Betriebswirt.
Und als alleinerziehende Mutter hätte sie gemäß dieser Beispielrechnung http://meister-bafoeg.info/de/109.php auch gar nicht soooooo wenig. Und die Kinder erhalten ja weiterhin Kindergeld, Unterhalt und ggf. Sozialgeld/Alg 2.
Und die Rückzahlungsmodalitäten sind bei der Kfw auch mehr als human. Und da sie nach über 100 Bewerbungen ja offenbar immer noch nichts gefunden hat muss sie halt zusehen, dass sie ihren Marktwert auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Denn als hochqualifizierte Frau bekommt man auch als Alleinerziehende mit zwei Kindern einen gut bezahlten Job.
Beitrag von our_darkness - 11.12.11 - 17:18 Uhr
"Und da sie nach über 100 Bewerbungen ja offenbar immer noch nichts gefunden hat muss sie halt zusehen, dass sie ihren Marktwert auf dem Arbeitsmarkt erhöht."
Oder begreifen, dass sie sich auf die falschen Stellen bewirbt und ihre Ansprüche ein einen Job zunächst mal herunterschrauben.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 17:22 Uhr
Wie kann man falsche Ansprüche an einen Job stellen?
Meist ist doch ein Anforderungsprofil ersichtlich und daraufhin bewribt man sich doch.
Man muss sich doch nicht schlechter verkaufen und die Zeugnisse, Quali, etc. sind doch Dokumente an denen kann Keiner was rütteln.
In erster Linie schaut man doch auf die Kinder, welches Alter und ob man auch länger arbeiten kann.
Es gibt verschiedene Kriterien, die es Mütter nun Mal schwer machen.
LG
Beitrag von kittythecat - 11.12.11 - 13:50 Uhr
"ein argument einen kredit aufzunehmen und sich zu verschulden, kommt gar net in frage. außerdem muss man voraussetzungen mitbringen, um einen kredit zu erhalten."
Du bist ja herzig! Was glaubst du wieviele Studenten nur durch KfW-Darlehen und Bafög überhaupt eine erste berufliche Qualifikation erwerben? Sollen die dann alle lieber Däumchen drehen, anstatt was zu lernen? Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung, manche Risiken hat man im eigenen Leben einfach selbst zu tragen. Gerade der Kredit ist dann ein wunderbarer Ansporn es auch gut zu machen. Und die Bafög-Studis bekommen ja auch nicht gerade Bafög weil sie so viele Sicherheiten haben, sondern weil sie eben nix haben. Also soviel zu den Zugangsvoraussetzungen bei Bildungskrediten.
Und der Student weiß in dem Moment auch noch nicht, ob und was er verdient. Aber das System, das für Akademiker gut genug ist, ist wohl für die Kunden der Arge nicht gut genug, oder wie?
Verwunderte Grüße,
kitty
p.S. In den USA haben junge absolventen teilweise Bildungsschulden von mehreren 10.000$. Sollen die dann auch nix mehr machen, weil das Risiko zu groß ist?!
Beitrag von sassi31 - 11.12.11 - 13:41 Uhr
Ich finde, 400 Euro-Jobs gehören abgeschafft. Die machen den ersten Arbeitsmarkt kaputt.
Beitrag von our_darkness - 11.12.11 - 17:17 Uhr
"schau dir doch einfach mal den arbeitsmarkt an und ohne vermittlungsgutschein..."
Nonsens. Die Mär, dass man ja "leider, leider" so gar keine Arbeit findet und vor allem nicht ohne VGS, die zieht nicht mehr. Wenn man einigermaßen gesund und leistungsfähig ist, findet sich etwas.
Ich habe BTW in über sechs Jahren Tätigkeit im Bereich SGB II nicht einen eingelösten VGS erlebt. Für ALG II-Empfänger reißen sich private Vermittler nämlich kein Bein aus.
Beitrag von lilianliddy - 11.12.11 - 19:14 Uhr
Das hab ich doch damit auch gar net gesagt, aber schau doch selbst auf die Jobbörse, eh du sagst..Nonsens...ZA und PA und das zu über 80 %.
Das ist auch nicht die einzigste Möglichkeit nach Jobs zu suchen, gar keine Frage.
Aber den Anspruch auf einen VGS hat man mittlerweile erst nach 8 Wochen Arbeitslosigkeit.
Sicherlich ist das auch eine Frage der Einstellung und Eigeninitiative.
Sich nur auf den VGS zu stützen, war nicht meine Absicht, das so zu verstehen, sorry.
LG
Beitrag von mohn26 - 11.12.11 - 12:28 Uhr
Laut meinem Fallmanager zählt ein 400€ Job auch zum ersten Arbeitsmarkt !!!!! Ich muß dazu sagen, das ich den 1€ Job schon nebenher für 6 Monate ausgeführt habe, aber leider hat dieses zu keiner besseren Lage geführt und ich fühlte mich nur verarscht, dort wird nur sinnloses Zeug gescannt was kein Mensch gebraucht, darunter Einkaufzettel aus dem Jahr 1950 ...) Klar die werden unbedingt benötigt ! Selbst die Angestellten sagen, das das kein Mensch gebrauchen wird, sondern nur eine Beschäftigungsmaßnahme sei ... Und genau das macht mich wütend ! Angeblich haben die die besten Kontakte ... aber es ist in der Zeit nicht mal ein vernümpftiges Gespräch mit mir geführt worden was ich suche, oder sonst was
ICH WILL VOLLZEIT ARBEITEN GEHEN, nur leider leichter gesagt als getan, immerhin bin ich nicht eine, die sich zu Hause hinsetzt und gar nichts tut, andere bewegen ihren Arsch dafür nicht, weil sie der Meinung sind, das lohnt ja nicht, es wird mir wieder abgezogen ... Na und, aber ich kann sagen, diese 400€ sind MEIN, die habe ich verdient und muß ich weniger beziehen!!!
Zum anderen gehe ich abends arbeiten, meine Jüngste sieht mich dadurch schon kaum, da sie von meinen Eltern vom Kiga abgeholt wird, und abends hole ich sie wieder ab, dann darf sie zu Hause schlafen und morgens geht sie dann ja auch schon wieder in den KIGA, der Große hat mich den ganzen Nachmittag, bis ich arbeiten fahre, wenn ich wieder den 1€ job mache, werde die beiden wieder 5 Tage die Woche bei meinen Eltern bleiben müssen, da es zeitmässig nicht zu schaffen ist die beiden vorher zur Schule, bzw. Kiga zu bringen. Genau das ist mein Problem, dann bin ich nur noch eine WE Mami und das für son " scheiß" dann ehrlich gesagt, bin ich lieber für meine Kids da ... Sie wachsen schon ohne Vater auf, aber müssen sie dann auch noch darunter leiden OHNE Mutter aufzuwachsen, für ne Vollzeitstelle würde ich das alles in Kauf nehmen aber nicht so !!!!!
Beitrag von our_darkness - 11.12.11 - 12:36 Uhr
In welchem Bereich konkret suchst du eine Vollzeitstelle? Fehlen dir evtl. Qualifizierungen? Unterstützt dich die Arbeitsvermittlung des Jobcenters? Hat sich schon mal jemand deine Bewerbungsunterlagen professionell angeschaut?
Wichtigste Frage: Hast du selbst Initiative entwickelt, ausreichend Bewerbungen geschrieben, selbst geschaut, was dich auf dem Arbeitsmarkt weiterbringt?
