Da mein Mann und ich nun mit der Planung unseres zweiten Kindes begonnen haben, möchte ich noch gerne die Geburt meiner ersten Tochter niederschreiben.
Während der Schwangerschaft lief alles super, außer die typischen Wehwechen wie Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen und Wassereinlagerungen hatte ich Null Probleme.
Der errechnete Termin für unsere Amelie war der 25.01.2009.
Da sich an diesem Tag rein gar nichts tat und ich während der gesamten Schwangerschaft nicht einmal Übungswehen etc. hatte, beschlossen wir ein wenig nachzuhelfen und verbrachten den Abend mit

gegen 11 Uhr gingen wir schlafen. genau 12 Uhr wurde ich munter mit leichten Unterleibsschmerzen wie während der Regel.
Ich dachte super es geht los! Allerdings war es noch nicht so doll, so dass ich mich wieder hinlegte und ausruhte.gegen 3 Uhr wurde es schmerzhaft und ich begann am ganzen Körper zu zittern. Ich weckte meinen Freund (jetzt Mann) doch der wollte lieber schlafen 
also rief ich einfach im Kreissaal an und fragte was ich machen soll. Die Hebamme meinte ich soll den Badewannentest machen und schauen ob die Wehen stärker wurden.
Also ab in die Wanne. Mir wurde furchtbar kalt, die Wehen hörten auf, also nach 15 min wieder raus.
Keine 5 min später kamen die Wehen so stark und mein Körper zitterte so stark, dass ich mit Dauerübergeben anfing.
Mein Mann rief sofort den Krankenwagen so gegen um 4 und keine zehn Minuten später watschelte ich von der 4. Etage runter in den KTW. Die Fahrt dauerte ganze 3 Minuten
das Krankenhaus war nämlich gleich um die Ecke (Wir hatten bloß kein Auto und draußen war es eißig kalt und dunkel um zu laufen, außerdem hatte ich noch das Problem mit dem Dauerübergeben)
Wir im Kreissaal angekommen, sollte ich doch gleich irgendwelche Formnulare ausfüllen obwohl wir uns zwei Wochen vorher schon angemeldet haben.
Die Hebamme war voll schrecklich. Während ich mich die ganze Zeit übergeben habe, sollte ich mir irgendwelche selbstgestrickten Schuhe aussuchen. Als wenn man während der Geburt sonst keine Probleme hat 
Ich hatte also voll die Schmerzen, musste die Wehen veratmen und die Hebamme werkelt an meinem Muttermund rum und war stolz, diesen einen Zentimeter geöffnet zu haben. (Ich dachte das waren Schmerzen, aber es sollte noch schlimmer kommen)
Ansonsten war sie für nichts gut. Sie vermittelte mir das Gefühl, dass ich mich nicht so anstellen soll
Um 7 Uhr kam Schichtwechsel und zum ersten Mal sah ich eine Ärztin und eine freundlich gelaunte nette Hebamme. Sobald die zwei da waren, sahen sie, dass ich ziemlich von der Rolle war und nicht mehr viel mitbekam. Ich habe noch nie in meinem Leben solche Geräusche von mir gegeben wie bei der Geburt. Ich wollte gar nicht schreien es kam ganz automatisch aus mir raus.
Jedenfalls bekam ich sofort eine Glukoseinfusion, eine Sauerstoffmaske, Wehenhemmer. Vom Wehenhemmer habe ich rein gar nichts gespürt.
Während einer der Wehen bekam ich einen Dammschnitt *aua*
Ich spürte während jeder Presswehe wie der Kopf in den Kanal runter ging und die gleiche Strecke wieder zurück
als ich schon nicht mehr konnte und am Ende meiner Kräfte war, rutschte mein Kind doch noch runter und kam innerhalb von 3 Presswehen um 8:33 Uhr raus.
Ich konnte gar nicht hinschauen. Alles war grün. Sofort musste meine Maus abgesaugt werden und eine Sauerstoffmaske tragen. Mein Mann schnitt voller stolz die Nabelschnur durch und ich bekamm die kleine auf meinen Bauch.
Dann begann meine Tortur erst richtig
die ärztin spritze mir ein Schmerzmittel und versuchte mich zu nähen (Dammschnitt, Scheidenriss). Nach 15 min kam sie nicht weiter und der oberarzt kam. er entfernte alle fäden wieder und begann von vorne. ich merkte mittlerweile jeden Stich, aber bekam keine neue Spritze. Das Nähen dauerte eine ganze Stunde. Während dieser Zeit hielt der Papa unsere Maus, ich konnte mich nur auf die lampe über mir konzentrieren sonst hätte ich wieder den Kreissaal vollgeschrien.
Nach dem Nähen legte ich meinen Schatz an die Brust und alles klappte super.
Nach 3 Tagen konnte ich halberwegs das Krankenhaus verlassen, trotz Kreislaufprobleme und starker Nahtschmerzen.
Jetzt im Nachhinein kann ich mit 4 Stunden im Kreissaal (8,5 Stunden gesamt) und ohne Schmerzmittel ganz zufrieden mit mir sein.
Hier noch die Daten:
Gewicht: 3250 g
Größe: 49 cm
Kopfumfang: weiß ich leider gar nicht
Nach fast drei Jahren soll jetzt ein Geschwisterchen folgen mit einer hoffentlich leichteren Geburt
natürliche pünktliche Spontangeburt von Amelie am 26.01.2009
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Beitrag von dienici87 - 12.12.11 - 21:51 Uhr
Beitrag von quasiratlos - 14.12.11 - 14:27 Uhr
Das finde ich ganz schön krass, warum hast du denn nicht noch eine weitere Betäubung bekommen?
Ist doch klar, dass die eine nicht so lange wirkt...
Traurig, dass es noch immer so in deutschen Krankenhäusern zugeht, da würde man dem Arzt selbst doch den Schw.... abschneiden und neu annähen, oder?
