Kinder zum Papa geben?

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Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 08:45 Uhr

Ich habe derzeit das Gefühl, dass ich meinen Kindern nichts Recht machen kann. Ihr Vater - den sie alle zwei Wochen am WE sehen - ist ihr persönlicher Gott, ich bin die, die die Arschkarte gezogen hat.
Ihr Vater kümmert sich nicht um wichtige Dinge, dass bekommt er nicht auf die Reihe.. Er ist eher ein "Spaßpapa", ich bin für die Pflichten und den Alltag zuständig.
Er darf sich aber Fehler erlauben, ich niemals. Dem Papa wird alles verziehen, er wird immer in Schutz genommen. Wenn ich etwas vergesse, wird es mir direkt unter die Nase gerieben und mir werden Vorwürfe gemacht. Alles ist selbstverständlich, was ich mache. Es wird nichts gewürdigt. Beim Papa wird ein großes Trara raus gemacht.

Wenn sie ihren Papa nach zwei Wochen sehen, springen sie ihm in die Arme, was ja absolut verständlich ist. Sehen sie mich nach einem Papa-WE wieder, sagen sie nur "Hallo". Keine Umarmung und nichts. Ist das einfach selbstverständlich das ich da bin??

Zum Papa sagten die Kinder auch mal, dass sie bei ihm bleiben möchten. Das haben sie hier noch nie gesagt. Genauso wenig sagen sie aber auch ,dass sie nicht zum Papa wollen.

Natürlich freue ich mich, wenn sie gerne beim Papa sind. Aber ich frage mich, ob sie beim Papa nicht glücklicher wären, als hier?

Und bitte keine Steine werfen, ich mache mir wirklich Gedanken und mir geht es echt nicht gut.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 08:46 Uhr

Ich habe noch etwas vergessen:

Alles was hier intern passiert, wird dem Papa brühwarm erzählt. Ich fühle mich so beobachtet, in meinen eigenen vier Wänden.

Beitrag von suess82 - 13.12.11 - 08:51 Uhr

Die Frage ist hier ja auch, würde es beim Papa auf Dauer nicht genau so sein? Und würde der Papa das überhaupt von der Zeit her schaffen?
Wie alt sind denn die Kinder?

Mein Ex ist auch zum Spaßpapa geworden. Aber meine Kinder sind froh wieder zu Hause zu sein. Von daher hab ich das Problem zum Glück nicht. Auch interessiert sich mein Ex nicht wirklich in der Woche was hier passiert. Arbeitszeittechnisch könnte er sie nicht von der Schule etc holen und auch nicht nachmittags betreuen. Von daher gänge das nicht einmal.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 08:55 Uhr

Ich weiß nicht, in wie fern er das realisieren könnte. Wahrschienlich wenn beide in den Ganztag gehen würden.

Das ist es, ich weiß nicht ob es auf Dauer beim Papa auch so sein würde wie hier, wahrschienlich schon.

Die Kinder sind 8 und 7 Jahre alt. Entscheiden könnten sie es selber noch nicht, weil sie die Konsequenzen nicht überblicken könnten.

Vielleicht sind sie ja Papakinder? Ich weiß es nicht.

Und ich weiß ja nicht, ob er in der Lage ist, die wichtigen DInge zu erledigen. Denn er macht eigentlihc immer nur das, was Spaß macht.

Beitrag von scullyagent01 - 13.12.11 - 08:57 Uhr

So, mal ganz langsam.

Es ist vollkommen normal das die Kinder ( zumindest eine gewisse Zeit lang ) den Spaßfaktor höher setzten als die Kür / den Alltag.

Und es ist bei Kindern eines gewissen Alters auch vollkommen normal das sie alles private weitererzählen. Das machen sie nicht nur beim Vater sondern immer - also auch im Kindergarten, bei Nachbarn etc.

Das ändert sich im Laufe der Jahre. Selbst Teenager begreifen das der Altagskram wesentlich spaßfreier, aber wichtiger ist.

Bei mir und meinem Ex ist viel vorgefallen - auch zum Schaden der Kinder - und gerade in der Pubi Zeit streiten wir auch viel ( vor allem weil ich so uncool bin ) aber sie sehen in mir den zuverlässigen Elternteil, bei dem die Liebe so stark ist, das er es aushalten kann Konflikte zu lösen / Kritik einzustecken.

Mir hat erst letzte Woche eine Psychologin gesagt: Sorgen muß man sich machen, wenn die Kinder keine Konflikte mehr austragen. Angepasst sind.

Somit siehst Du doch, wessen Liebe in Eurer Familienkonstellation als unsicher angesehen wird. Denn sonst würden sie ihrem Vater micht so um den Bart gehen

Kopf hoch

Scully

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:01 Uhr

Danke dir, für deine nette Antwort.
Aber ich frage mich, ob sie das wirklich so sehen in dem Alter? Sie sind 7 und 8 Jahre alt.

Momentan geben sie mir das Gefühl, dass ich alles falsch mache, nur meckere und Papa der Herrgott ist. Und das sie ihren Papa lieber haben, als mich.
Hier erzählen sie vom Papa so nichts, nur was sie machen und unternommen haben.

Und ich will sie auch nicht zwingen, bei mir zu leben. Wenn sie lieber beim Papa leben wollen, dann soll es so sein (auch wenn es mir das Herz bricht). Es ist wichtig, dass die Kinder glücklich sind.

Beitrag von scullyagent01 - 13.12.11 - 09:19 Uhr

Es gibt immer Phasen die mal so und dann wieder ganz anders sind.

Das deine Kinder mit Dir schimpfen und meckern ist ein sehr gutes Zeichen - auch wenn es elends nervig ist.

Scully

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:29 Uhr

Naja, es ist ja nicht das sie mit mir schimpfen oder so, damit würde ich klar kommen.
Es ist eher die Art und Weise wie sie mich begrüßen und verabschieden, wenn sie mich sehen - ohne Küsschen, Umarmung, auch nach einem Papa-WE, in der Schule, bei Hobbys.
Es ist selbstverständlich das ich MIttags pünktlich an der Schule stehe. Es ist selbstverständlcih, dass sie nicht mal warten müssen, sondern ich immer pünktlich bin.

Wenn sie ihren Papa aber nach zwei Wochen (ja, es ist eine lange Zeit und ich verstehe es auch, aber es tut weh) sehen, springen sie ihn an und sie sind weg. Sie drehen sich viell. noch einmal um und sagen tschüss, oft aber auch nur, wenn ich ihnen als Erste tschüss hinterherrufe, sonst kommt nichts. Es ist, als vergessen sie alles um sich herum. Das würde ich ja auch noch verstehen.

Aber warum kann man mir nicht morgens ein Küsschen geben und mich umarmen, wenn man zur SChule geht? Wenn man morgens aufsteht? Wenn man mich nach ein paar Stunden wiedersieht?
Warum gibt es nicht mal ein Danke?!

ich habe mich eben mal im Forum hier umgeschaut. Viele Mütter schreiben, dass die Kinder sich auf ihren Papa freuen, die Kinder die Mütter aber auch wieder strahlend empfangen. Das tut weh, das ist so nicht bzw. nur selten momentan.

Beitrag von thea21 - 13.12.11 - 10:45 Uhr

Das mit dem unbedachten weitererzählen kann ich mit 2 persönlichen Geschichten belegen...

Nr 1:

Kindergartenleitung beim Laternenfest: Oh Sophia geht ihr schon?
Sophia: Ja!
Kindergartenleitung: Schade, jetzt gibts doch erst all die leckeren Sachen.
Sophia: Ja, aber meine Mama hat kein Geld, wir müssen nach Hause....

#kratz

Hintergrund: Keine 2 Tage vorher waren wir auch auf einem Fest und ich musste Sophia so einiges "untersagen", da ich nicht genug Bargeld beihatte.

Nr 2, noch passender:

Wir zu Besuch bei meinen Schwiegereltern

Sophia, abends 21 Uhr, rennt im Schlafanzug zu Oma und Opa......

Wisst ihr wahaaaaaaas? Meine Mama schläft ja immer nackt. So richtig nackt.
Oma: Ohje, ist ihr da nicht kalt?
Sophia: Nö....aber die liegt halt grad mit dem nackten Po und der nackten Scheide auf EUREM Bett.

*Erdboden und so*

Beitrag von clementi - 13.12.11 - 09:29 Uhr

Hallo,

Du bekommst nur ein "Hallo", weil sie sich sicher sein können, dass Du immer für sie da bist. Und das ist auch wichtig :-)

Den Papa sehen sie nicht mehr jeden Tag, da ist es was ganz besonderes für sie.

Wahrscheinlich wird auch irgendwann die Zeit kommen, wo nicht mehr alles nur Spass ist. Der Papa vielleicht eine neue Freundin/Frau hat, die ein bisschen auf Ordnung und Ruhe hält und ein wenig der Alltag einkehrt.

Meine Tochter hat ihren Papa schon mehr als ein halbes Jahr nicht gesehen. Auch, wenn sie im Moment sagt, dass sie ihn nie mehr sehen will, würde sie ihm wahrscheinlich auch in die Arme springen, wenn er käme. Und ich wäre froh darüber.

So springt sie am Wochenende meinem Freund in die Arme, lässt sich von ihm bespassen. Und das nehme ich ihr auch nicht krumm.

GLG

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:32 Uhr

Er hat eine neue Freundin und diese vergöttern sie auch. Sie spielt immer, bastelt immer, backt immer, macht immer etwas mit den Kindern, teilweise sogar mehr als mein Exmann.
Es kommt nie Langeweile auf, es gibt immer Programm.

Ich freue mich, dass die Kinder sich auf ihren Papa freuen, aber ICH bin auch noch da. Wenigstens morgens ein Küsschen beim Aufstehen, mal eine Umarmung, meine eine Freude im Gesicht wenn sie mich sehen.

Beitrag von redrose123 - 13.12.11 - 09:36 Uhr

Glaubst du das sie immer Programm macht wenn sie immer da sind? Ich als zweitfrau spiel auch viel mit den Kindern, aber eben nur weil es Wochenende ist, ich alles erledigt habe. Sind sie in den Ferien da ist auch keine Dauerbespassung weil ein kleiner Alltag da ist, wo ich eben meine dinge erledigen muss.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:41 Uhr

Selbst in den Ferien - die wir uns teilen - läuft das WE-Programm. Auch in den Ferien/Urlaub hat immer einer Zeit zum Spielen und Bespaßen und wenn nicht, wird der TV eingeschaltet (und das weiß ich von den Kindern sowie von meinem Exmann, ist also keine Vermutung). Sie kennen also wirklich nur solche Tage bei den Beiden, nicht im Alltag, wo Termine erledigt werden müssen, regelmäßig früh aufgestanden werden etc.

Beitrag von redrose123 - 13.12.11 - 09:43 Uhr

Das ist leider normal. Haben wir ja auch nicht, Termine macht die KM mit den Kids, dafür durfte mein Mann auf keine von beiden Einschulungen, du siehst auch andersrum ist es nicht immer Fair. Mitzahlen an Schulranzen war mein Mann recht aber zum Einschulen durfte er nicht kommen da sie die Termine nicht mitteilt oder zu spät.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:47 Uhr

Siehst du, das ist bei uns ganz anders.
Ich versuche ihn überall mit einzubeziehen, aber je mehr ich das mache, umso mehr bin ich bei den Kindern abgeschrieben.
Aber das er Termine, zu denen ich ihn einlade nicht wahrnimmt, merken die Kinder nicht. Sie sehen nur den tollen, großartigen Papa der sich um sie kümmert.

Beitrag von redrose123 - 13.12.11 - 09:53 Uhr

Wenn es andersrum wäre würden sie es bei dir tun. Sei für sie da, sie sind so denk ich weil sie wissen du liebst sie egal was sie tun. Nimm dir nicht alles zu herzen.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 09:46 Uhr

Ich arbeite 27 Stunden die Woche, hole die Kinder jeden Tag pünktlich auf die Minute von der Schule ab, kümmere mich darum, dass die Hausaufgaben gemacht werden (und muss auch mal schimpfen), fahre sie (abwechselnd mit meinem neuen Mann) zu ihren Hobbys, kümmere mich um ihre Gesundheit (Arzttermine, Ergo etc.). Ich mache einfach alles und in der Woche haben halt wenig Zeit sie zu "bespaßen".
Wir achten darauf, dass wir zumindest das Abendbrot gemeinsam einnehmen und da essen wir dann auch in Ruhe, bereiten es oft gemeinsam vor. Dann gehen sie Zähneputzen und es gibt eine Geschichte.

Wir kümmern uns aufopferungsvoll um sie. Aber es reicht ihnen scheinbar nicht.

Beitrag von clementi - 13.12.11 - 10:16 Uhr

Hallo amy-lou 76,

hattest Du mal mit den Kindern über das Thema gesprochen? Würden sie denn gerne zum Papa ziehen? Und wie stehen Dein Ex und die Neue dazu?

Ich glaube nämlich, wenn Du das wirklich ins Gespräch bringen würdest, würde sich das Blatt schnell wenden.

GLG

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 10:21 Uhr

Da bin ich mir nicht wirklich sicher.
Meine Kinder sind momentan in der Phase, dass sie den einfachsten Weg gehen möchten und den, des geringsten Widerstandes.
Natürlich würden sie gerne zum Papa wenn ich sie fragen würde, weil bei Papa immer Spaß & Beschäftigung herrscht. Sie können aber die Tragweite nicht überblicken: ihnen würde nicht klar sein, dass sie mich dann nur jedes zweite WE sehen würden und das beim Papa dann der Alltag herrscht; mit all seinen Terminen, Verpflichtungen. Sie sind nämlich der Meinung - das haben sie schonmal zu ihm gesagt - wenn sie bei ihm leben würden, bräuchten sie nicht zur Schule, hätten nachmittags mehr Zeit und weniger Pflichten etc. Aber das stimmt ja nunmal eben nicht. Zumal er auch Vollzeit arbeitet.
Mein Sohn sagte zu meinem Exmann unmittelbar vor der Schule, dass er bei ihm bleiben will und nicht zu mir. Und was war im Endeffekt der Grund? Weil er keine Lust auf Schule hat.

Beitrag von clementi - 13.12.11 - 11:28 Uhr

Hallo amy-lou76,

dann lass sie doch mal dort 1-2 Monate Probe wohnen und zwar nicht in der Ferienzeit. Die beiden werden schnell erkennen, dass es da auch Regeln und Pflichten gibt.

Allerdings vermute ich mal, dass das der Papa respektive seine Freundin nicht mitmachen werden.

Die Kinder nur an einem Wochenende zu bespassen ist ja doch was anderes, als das volle Alltags-Programm durchzuziehen.

GLG

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 10:21 Uhr

Was erwartest Du von Deinen Kindern? Dass sie sich bei Dir für - in ihren Augen! - Selbstverständliches bedanken? ;-)

Erinnere Dich mal zurück an Deine Kindheit, vielleicht hilft das. Hast Du Deinen Eltern als Kind in dem Alter jemals dafür gedankt, dass sie mit Dir die Hausaufgaben gemacht oder Dich irgendwo hin gefahren haben? Also, ich habe das nicht gemacht. Das war selbstverständlich, dass meine Mutter all das für uns getan hat.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 10:24 Uhr

Nein, das meine ich doch nicht...........

Ich meine, dass ich mal in den Arm genommen werden möchte, wenn sie aufstehen. Nicht nur ein unfreudnliches "Guten Morgen". Dass wenn sie mich wiedersehen, sie mcih mal umarmen (zB wenn wir uns ein ganzes WE nicht gesehen haben) und nicht nur direkt losplappern oder das sie wenigstens vernünftig hallo sagen.
Das sie sich vernünftig verabschieden und begrüßen. Mehr wünsche ich mir ja schon gar nicht.

Das Hausaufgaben machen usw. selbstverständlich ist, ist doch klar.

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 10:24 Uhr

Ich bekomme kaum freundliche Worte entgegengebracht. Ihr Vater wird dagegen in den höchsten Tönen gelobt oder absolut in Schutz genommen.

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 10:27 Uhr

Was passiert, wenn Du Dein Kind beim Wecken/nach dem Aufstehen in den Arm nimmst und freundlich "Guten Morgen" sagst? Vielleicht musst DU auch den ersten Schritt für einen liebevolleren Umgang machen?

Beitrag von amy-lou76 - 13.12.11 - 10:31 Uhr

Ne, das muss ich nicht, das mache ich jeden Morgen.

Ich gehe ins Zimmer, wecke sie, streichel sie, sage liebevoll guten Morgen. Es kommt kaum Rührung wenn sie wach werden (ich brauche auch immer meine Zeit, das verstehe ich ;-) ).

Dann irgendwann stehen sie auf, kommen nach unten und setzen sich an den Tisch. Vielleicht kommt noch ein guten Morgen, das wars dann aber auch.

Mein Sohn muss ich sagen, ist da aber sonst anders. Bei ihm ist das nur in den letzten Tagen so, sonst steht er auf und kuschelt sich meist an mich und nimmt mich in den Arm. Er ist da um einiges liebevoller.

Und ansonsten gehe ich sehr liebevoll mit ihnen um, lobe sie viel, baue sie viel auf, bin immer für sie da.