Allein erziehend - nur Nachteile?

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Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 09:59 Uhr

In diversen Threads lese ich immer wieder Meinungen, dass allein erziehende Berufstätige es ja soo schwer haben. Warum?

Was nehmt Ihr als allein erziehende Berufstätige als Nachteile wahr?

Sind das wirklich alles Nachteile?

Und wie hättet Ihrs denn gern? Was würdet Ihr als gerecht empfinden?

Momentan habe ich nur ungeordnete Gedanken... angestoßen zum Beispiel durch die Diskussion, ob allein erziehende Berufstätige ein Recht auf Betreuungsunterhalt haben sollten, damit sie ihr Kind nicht Vollzeit in die Kitag geben müssen. Bei uns in der Kita sind die meisten Kinder, die spät nachmittags noch da sind, Kinder von berufstätigen PAAREN und nicht von allein erziehenden. #kratz

Beitrag von colette71 - 13.12.11 - 10:09 Uhr

Hallo,

Ich als alleinerziehende / vollberufstätige Mami, hätte schon gerne mal in der Woche ein bisschen mehr Zeit für meine Tochter #schwitz

Wir verlassen um 07:30 das Haus ,bring sie zur Schule und ich fahr zur Arbeit.
So gegen 18uhr sind wir wieder zu Hause

Schulaufgaben, Abendbrot und dann ich schon der Abend für meine Tochter gelaufen :-(

Ich habe aber gott sei dank die Wochenenden frei und da wird die Zeit zu zweit genossen ;-)

LG
Colette#winke

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 10:12 Uhr

Aber wäre das denn anders, wenn Du mit dem Vater Deiner Tochter noch zusammen wärst?

Wie war denn da Eure Planung? Würdest Du dann als Mutter eines Schulkindes weniger arbeiten?

Mich interessiert sowas wirklich sehr. Vielleicht, weil es bei uns damals eher andersrum gelaufen ist. Ich musste schon nach dem Mutterschutz wieder Vollzeit arbeiten. Mein Ex hätte nicht genug verdient um "die Familie zu ernähren".

Danke für Deine Antwort :-)

Beitrag von hauke-haien - 13.12.11 - 16:04 Uhr

Siehst du es als Vorteil einer Beziehung, dass dir die "Last des Geldverdienens" abgenommen wird und du mehr freie Zeit hast, die du deinem Kind widmen kannst?

Unter dieser Bedingung würde ich niemandem raten, sich mit dir einzulassen...

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 18:49 Uhr

Das ist irgendwie der Tenor, der mir von vielen Alleinerziehenden entgegen schlägt bzw. den ich zu vernehmen meine...

Aber Colette hat mir ihre (persönliche) Situation per PN geschildert, so hat sie es nicht gemeint ;-)

Allgemein lese ich viel vom "Spaßpapa" und dass die Mutter ja die "Arbeit" hat - dann frag ich mich, warum so viele Väter, die gerne ihre Kinder dauerhaft bei sich hätten, diese nicht bekommen können und die Mütter nicht einfach "Wochenend-Spaß-Mutter" sind? #kratz

Beitrag von badguy - 13.12.11 - 10:48 Uhr

Wenn du es alleine auf die Berufstätigkeit beziehst ist die fehlende Zeit schon ein definitiver Mangel, den du empfinden kannst. Meine Frau z. B. (wir führen eine Fernbeziehung) hat einen Sohn aus erster Ehe. Gut, der ist fast volljährig, organisiert sich im Wesentlichen selbst, hat aber auch kurz vor dem Abi seine Bedürfnisse nach Unterstützung, seine Nöte, Sorgen und Ängste. Kind, Job und Leben erfordern alles Zeit. Und die ist nun mal begrenzt. 24 Stunden, mehr ist nicht. Konkret sieht das so aus, dass ihr Tag morgens um vier beginnt und abends um kurz nach elf endet, wenn denn alles glatt geht. Ihre Wünsche sind klar umrissen. Zeit haben und ein, zwei Stunden mehr Schlaf die Nacht...

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 19:09 Uhr

#danke

:-)

Beitrag von kulka74 - 13.12.11 - 11:15 Uhr

Jap, fast nur. Es seiden, der Vater hat getrunken, Kinder verprügelt oder missbraucht.

Lese doch den Beitrag weiter unten- über Pflichtmütter und Spassväter-so ist es im wahren leben....

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 11:20 Uhr

Und wie viel sollten dann die Mütter arbeiten "müssen"? Wie viel "Entschädigung" in Form von Betreuungsunterhalt sollte der Vater wie lange zahlen müssen, damit er nur der Spaßpapa sein darf?

Ich lebe übrigens auch im wahren Leben ;-) Allein erziehend ohne Partner, berufstätig OHNE jemals (!) Betreuungsunterhalt bekommen zu haben. Vom Kindesunterhalt zahle ich gerade mal die Kita.

Trotzdem oder gerade deshalb würde ich gern mehr über die Vorstellungen mancher Alleinerziehender erfahren, was denn "gerecht" ist.

Beitrag von kulka74 - 13.12.11 - 16:43 Uhr

Nein, es geht hier nicht um das Geld und auch nicht um die "Entschädigung", denn ich denke das kann man nicht bezahlen. Es geht hier um die ungerechte Rollenverteilung, eine Sache die sich kaum änder lässt.

Die Mutter hat die pflichtzeit und der Vatter den Spass.

Die Mutter geht zu Elternabenden, bring die Kinder zum Sport, macht die Frühstüscksbrotte, Hausaufgaben und die Wäsche. Das Kind wird für das Wochenende abgehollt, hat Spass und kommt bespasst mit einem Koffer schmutziger Klammotten nach Hause...

So ist es leider und ich habe keine Ahnung ob es sich irgendwie ändern lässt, wahrscheinlich eher nicht.

Tja, so ist das Leben, in meinem nächsten werde ich mit sicherheit ein Mann sein...

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 18:54 Uhr

Wer zwingt die Mütter dazu? Würdest Du tauschen wollen?!

Viele Väter würden einem Rollentausch sicherlich nicht widersprechen und sich freuen, ihre Kinder dauerhaft bei sich haben zu wollen. Aber "nur" Wochenend-Spaß-Mutter zu sein ist den Frauen dann doch auch zu wenig... man kann aber halt nicht alles haben.

Du fragst, wie es sich ändern lässt? Naja, im Normalfall hast Du als Mutter Dein Kind doch auch jedes zweite Wochenende. Warum machst Du dann nicht ein "Spaß-Wochenende" daraus genauso wie Papa? ;-)

Ganz ehrlich - in der Haut der meisten Männer möchte ich auch nicht stecken. Zahlen dürfen sie, das Kind aber maximal alle zwei Wochen am Wochenende sehen. Und dann auch noch oftmals abhängig von den Befindlichkeiten der Mutter, da wird abgesagt und verschoben...

Und was den Koffer mit schmutziger Wäsche angeht, das lässt sich ja leicht verhindern. Mein Sohn hat z.B. ausreichend Kleidung bei seinem Vater. Teils von ihm/seiner Partnerin gekauft, teils von mir mitgegeben mit dem Bemerken "haben wir doppelt, kann bei Euch bleiben". Das wird dann auch von den beiden gewaschen und ihm bei Bedarf angezogen. Schmutzige Wäsche bekomme ich nur die wieder zurück, in der ich das Kind auch abgeliefert habe (also was er in der Kita trug).

Beitrag von kulka74 - 13.12.11 - 21:28 Uhr

Na ja, mein Mann zahlt nicht wirklich viel, das meiste übernehme ich. Anderesrum wurde es nicht funktionieren, weil er einfach spät Abends zu Hause ist. Die Arbeit die mit dem Kind verbunden ist hat er auch nicht wirklich wahr genommen zur Zeit als er noch bei uns war...

Nein, tauschen wurde ich nicht, auf gar keinen Fall. Aus einem ganz einfachen Grund: ich wurde es nicht überleben! Ich mache es eigentlich gerne und bin auch gerne für meine Tochter da!

Aber: dieses Gefühl, "nur" die Pflichten zu haben, es ist mies! Mich wurde z.B. freuen, wen mein (noch)Mann ab und zu auch zum Elternabend geht, oder zum Arzt, oder Schuhe kaufen (gut das hat er mal gemacht aber nur auf die Anordnung von mir...) oder zum Friseur, oder mal die Nägel schneiden wurde oder, oder, oder... Nich immen, aber mal. Damit ich dafür mal nur Spass mit ihr haben kann, ohne sich um solche Sachen noch kümmern zu müssen!!!!! Und das IST unfair! Auch wenn ich NIE tauschen würde!!!

K

Beitrag von a11ure - 13.12.11 - 22:18 Uhr

Die wenigsten Frauen würden ihren Kindern einen liebevollen & verantwortungsbewußten KV vorenthalten, der auch zumindest einen Teil Alltag mit den Kinder verbringen will - einschließlich KK-Tage, Fingernägelschneiden etc.

Es sind idR die KV's, die sich aus dieser Verantwortung herausziehen und meinen, zu viel Geld zu zahlen. Da man ja Umgang nicht erzwingen kann und die Berufstätigkeit des nicht-betreuenden ET aus mir schleierhaften Gründen höher bewertet wird, als die des betreuenden ET, der das ja passend einrichten MUSS, müssen betreuenden ET idR akzeptieren, was da meist halt nicht kommt. Und das ist ungerecht.

Beitrag von kulka74 - 13.12.11 - 22:42 Uhr

Ja, irgendwie ist es schon so. Der KV liebt seine Tochter. Und möchte sie so oft wie möglich sehen. Aaaaaber oft kann er nicht. Weil er arbeiten muss.... Was mach ich denn wenn ICH arbeiten muss???? Organisieren. Organisieren. organisieren.... Da kann ich nicht sagen, nö, am Dienstag wurde ich sehr gerne aber ich kann nicht, weil ich arbeite... Und ich arbeite gerne und auch nicht wenig! Natürlich nimmt er sie dann auch, aber nur wenn er kann.

So ist es. Und trotzdem wurde ich NIE tauschen wollen!!!!

Beitrag von a11ure - 13.12.11 - 22:48 Uhr

Nein, tauschen will ich auch nicht, weil die Kids an erster Stelle stehen. Umso mehr als dass sie das beim KV verdachtsweise nicht tun - der hat sich seit fast 2 Jahren nicht mal nach ihrem Befinden erkundigt.

Und wir Mami's schaffen das schon - immer wieder, irgendwie #liebdrueck

Beitrag von thea21 - 13.12.11 - 11:20 Uhr

Hallo,

ich habe zu meiner Zeit als "Alleinerziehende" keine großen Mängel erlebt.

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 11:21 Uhr

#danke Dann bin ich ja wenigstens nicht die einzige ;-)

Beitrag von scullyagent01 - 13.12.11 - 12:15 Uhr

Ich auch nicht!

Im Gegenteil es erfüllt mich mit großem Stolz das ich meine Kinder alleine aufziehe.

Und das auch noch recht gut funktioniert.

Scully

Beitrag von maschm2579 - 13.12.11 - 14:48 Uhr

Naja es hat Vor- und Nachteile AE zu sein.

Meine Tochter und ich sind von Anfang an alleine. Wir sind ein super Team, haben Spaß im Leben und sind ungemein flexibel. Wenn wir heute Lust haben Pizza essen zu gehen dann tun wir das. Wollen wir schwimmen gehen machen wir das auch und wenn wir am Sonntag mal nicht aufstehen möchte... auch das ist möglich.

ABER ich bin mit allen Entscheidungen allein. Welcher Kindergarten, welcher Kinderarzt, welche Behandlung, welche Förderung.

Kind ist krank ich bleib zu Hause. Kind bricht ich mach es weg. Kind liegt mit Fieber im Bett und ich tröste es.

Und kein Arbeitgeber der Welt findet es gut das eine/einer AE 20 Krankentage hat. Gerade bei chronisch kranken Kindern kommen die schon mal zusammen. Ich habe Glück und bin noch nie über 5 Tage gekommen.

Ich habe keinerlei Verwandschaft udn bin immer alleine... Bei Sorgen, Nöten und vor allem ÄNGSTEN!

Tja... magst Du tauschen? Ich bin glücklich und liebe mein Kind über alles. ABER es ist hart, verdammt hart wenn man dem Kind eine glückliche Zukunft bieten will.

Vom Betreuungsunterhalt halt ich persönlich übrigens nicht. Ich habe auf meinen Unterhalt verzichtet. Ich bin 32 Jahre und in der Lage Vollzeit arbeiten zu gehen. Mein Kind kam mit 6 Monaten in die Krippe, ich war nicht in Elternzeit. Wenn jemand 3 Jahre oder länger auf Kosten anderer Leben möchte soll er das, ich hätte Angst geistig zu verblöden und es wäre mit total unangehm.

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 19:07 Uhr

#danke für Deine Antwort.

Nein, tauschen möchte ich da nicht - obwohl ich außer dem Vater meines Sohnes hier auch niemanden habe, der "mal eben aufpasst" oder sich kümmern könnte, wenn der Kleine krank ist.

Ich habe übrigens nur 10 Kranken-Tage fürs Kind, eine Übertragung der Tage des anderen Elternteils ist hier nicht möglich.

Du führst ein selbstständiges, selbst bestimmtes Leben und bist niemandem Rechenschaft schuldig, das ist doch auch viel Wert*. Deine Einstellung zum Unterhalt finde ich super #pro

Gerade darum ging es mir ja u. a., weil ich so oft lese, dass der Vater ja entsprechend finanziellen "Ausgleich" zu leisten hätte, man es von AE ja nicht "verlangen" könne Vollzeit zu arbeiten usw. usf.

*)Ganz so prickelnd ist es nämlich auch nicht immer, wenn einem ständig jemand reinredet. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Natürlich ist es gut, Dinge wie z. B. eine anstehende OP vom Vater absegnen lassen zu können und nicht die alleinige Verantwortung für die Entscheidung tragen zu müssen.

Aber ein ständiges "Warum hat das Kind noch einen Schnuller? Das muss aufhören!" - "Ist er immer noch nicht trocken? Mach mal Toiletten-Training" usw. kann auch sehr nervig sein. Auch wenn es gut gemeint ist ;-)

Beitrag von a11ure - 13.12.11 - 20:32 Uhr

ich hatte schon angefangen, eine riesen lange liste an nachteilen zu schreiben, die ich meine zu empfinden - dann habe ich gerade einen blick auf meine zwei seelig schlafenden kinder geworfen und bin so dankbar, dass es sie gibt

also was soll's - sie sind alle mühe wert

schönen abend noch & viel kraft an alle mama's und kiddies - die es jeden tag schaffen - trotz allem & gerade deshalb

Beitrag von lunacy - 13.12.11 - 20:46 Uhr

Genau das meine ich! Sein(e) Kind(er) oft und vielleicht sogar ständig um sich haben zu können wiegt doch so einiges auf - finde ich. #verliebt

Beitrag von kraxy - 13.12.11 - 23:00 Uhr

Hallo,

weißt Du, was ich als wirklichen Nachteil wahrnehme - dass ich dadurch, dass wegen meiner Kinder Teilzeitsjobs wahrnehme, auch weniger in die Altersvorsorge stecken kann und dass ich nie einen Job mit hoher Reisetätigkeit annehmen konnte - das finde ich sehr schade, denn es hätte meinem Lebenslauf sicherlich bereichert - aber ok, dass ist branchenabhängig....
Achja - und dass ich immer so zeitgebunden war - also ich musste um 16 in der Kita sein, weil die dann schließt - und manche Besprechungen oder Arbeitsvorbereitungen konnte ich dann nicht wahrnehmen oder musste sie spätabends machen - und dann heißt es, nochmal reindenken.... das finde ich persönlich als Nachteil.

Grüße
kraxy

Beitrag von arienne41 - 14.12.11 - 11:20 Uhr

Hallo

Ja, es hat Nachteile.

Es fängt da bei dem Verdienst an wenn 2 arbeiten und sich die Kosten wie Wohnung teilen bleibt mehr übrig als jemand allein.
Somit kann man viel mehr für andere Dinge ausgeben.

Wenn ich als AE eine Tagesmutter brauche weil die Hortzeiten nicht reichen muß ich es allein bezahlen. sind 2 Verdiener können sie sich die Kosten teilen.

Wenn man zusammen lebt hat das Kind auch mehr Familie wie Tanten, Onkel Omas Opas und es ist leichter mal schnell eine Betreuung zu finden. Klar ist das optimal.
Als AE hast du meist nur eine Familienseite.

Wenn eine AE mal mit ner Freundin abends weg will kann der Mann aufpassen eine AE braucht einen Babysitter.

Wenn ich als AE spontan von einer Freundin eigeladen werde auf eine Pizza geht es nicht denn ich muß erstmal jemanden für mein Kind haben.

Wenn ein Partner da ist braucht man nur fragen ob es ok für ihn ist.

Als sich mein Sohn den Arm gebrochen hat vor 4 Jahren und es sich im KH hinzog hätte ich gerne jemanden gehabt der mich mal in den Arm nimmt oder den ich spät abends anrufe (weil noch andere Kinder zuhause sind und der Partner aufpaßt) und einfach ein paar nette Worte sagt, einfach sagt es wird wieder gut. Auch da ist es schwerer wenn man AE ist.

Die Last die man allein tragen muß ist mit Partner nur halb so schwer.

Beitrag von sini60 - 14.12.11 - 12:35 Uhr

Hallo

Es fängt da bei dem Verdienst an wenn 2 arbeiten und sich die Kosten wie Wohnung teilen bleibt mehr übrig als jemand allein.
Somit kann man viel mehr für andere Dinge ausgeben.

Zu zweit sind aber auch deine Kosten höher. Größere Wohnung, zweites Auto, doppelt Essen und Kleidung usw.

Wenn man zusammen lebt hat das Kind auch mehr Familie wie Tanten, Onkel Omas Opas und es ist leichter mal schnell eine Betreuung zu finden. Klar ist das optimal.
Als AE hast du meist nur eine Familienseite.

Kann sein oder auch nicht.

Bei dem Rest stimme ich dir zu.

LG