Wer kennt sich mit Heilpädagogischen waldorkindrgarten aus?

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Beitrag von pidddy - 15.12.11 - 16:55 Uhr

Hallo :)

ich habe eine frage an alle die sich mit Waldorfkindergarten/schule ( Heilpädagogisch) auskennen oder aber von freunden und verwandten was mitbekommen haben.

ich bin am überlegen (und habe mir die einrichtung auch schon zusammen mit meinem kind angeschaut) mein kind dort anzumelden.

sie hat mit ihren 4 jahren arge sprachverzögerungen ( teilbereiche eine knapp 2 jährigen-aber trotzdem ein plappermaul in ihrer eigenen sprache-sprich sie kann es schaffen)
und dieser kindergarten ist darauf geschult, zur zeit sind 2 kinder die nicht sprechen und nicht laufen können, der rest es waren 5 können beides haben aber woanders ihre defizite.

wer hat ehrfarungen egal ob negativ oder nicht!?

Beitrag von kati543 - 15.12.11 - 18:25 Uhr

Stelle mal die Frage bei www.rehakids.de. Dort gibt es einige, die ihre Kinder dorthin geschickt hatten.

Beitrag von widowwadman - 16.12.11 - 00:25 Uhr

Ich find die Philosophie Steiners schon ziemlich zwielichtig, und wuerd allein schon daher von so einer Einrichtung absehen

http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie#Kritik

Beitrag von tripwire - 16.12.11 - 11:00 Uhr

das dachte ich mir auch. bin dann aber mal zu einem tag der offenen tür gegangen und wir waren begeistert. die philosophie steiners wird heute ganz anders umgesetzt.

unser sohn wird ab januar in den waldorf-spielkreis und ab sommer in den waldorf-kindergarten gehen.

Beitrag von falkster - 16.12.11 - 11:35 Uhr

Waldorfpädagogik heute und Anthroposophie damals sind zwei ziemlich unterschiedliche Dinge.
Wikipedia hilft in diesem Sinne zur Meinungsbildung nur sehr bedingt.

Es gibt sehr viel bessere Quellen, wenn man sich über den Anspruch der Waldorfpädagogik informieren will. Dann kommt man auch schnell zu dem Schluss, dass dieses Konzept durchaus begründet sehr viele Anhänger hat, da die Kids nicht einfach durch eine Bildungsmaschine geschickt werden, sondern sehr stark auf die einzelnen Kinder und ihre Neigungen eingegangen wird. Und das ist ja per se erst mal nicht falsch als Ansatz... ;-)

Beitrag von widowwadman - 16.12.11 - 12:19 Uhr

Meine Schwester war auf einer Waldorfschule, ich hatte Nachhilfe-Schueler die auf Waldorfschulen waren, und eins ist schon mal klar - auf ne normale Schule kann man einen Waldorfschueler nicht mehr wirklich eingliedern.

Ob das immer so gut ist, ist fraglich.

Beitrag von falkster - 16.12.11 - 21:21 Uhr

mir stellt sich die Frage, warum man ein Kind von einer Waldorfschule runternehmen sollte, wenn man dort alle Abschlüsse machen kann.

Die Wortwahl "eingliedern" lässt tief blicken... ;-) Genau DAS schätze ich nämlich an den Waldorfschulen.
Sicher richtig ist eher, dass Waldorf nicht unbedingt für jedes Kind geeignet sein mag. Da müssen Eltern und Lehrkörper allerdings ehrlich miteinander und sich selbst sein...

Beitrag von widowwadman - 16.12.11 - 21:38 Uhr

Ja, und wenn dann so ein Kind, fuer das die Waldorfschule nicht geeignet ist auf so einer gelandet ist, dann wird's halt schwer das Kind wieder in einer Regelschule einzugliedern. Da bringt alle Ehrlichkeit der Eltern und Lehrer nichts.

Beitrag von falkster - 16.12.11 - 22:48 Uhr

Aus just diesem Grund sind alle Eltern angeraten ihre Kinder bereits vor dem Schulalter in den Waldorfkindergarten zu bringen, damit bereits frühzeitig die Neigungen erkannt werden können.
Kinder, die nicht einen Waldorfkindergarten besucht haben, werden in der Regel nicht so gerne in den Schulen angenommen.

Und in dem Alter lässt sich sicher jedes Kind noch ganz einfach in eine staatliche Institution eingliedern.
Davon abgesehen, bin ich ganz froh, wenn meine Kinder nirgends "eingegliedert" werden, sondern stattdessen ihrem Wesen entsprechend respektvoll behandelt und gefördert werden...

Beitrag von netzhaut - 16.12.11 - 13:46 Uhr

Hallo,

ich hatte ein sehr negativ vorgeprägtes Bild von den Waldorfschulen (das,was man hört,ist ja schon immer eher lächerlich und überspitzt).

Bis ich dann meinen Mann und meine Schwägerin kennengelernt habe,die beide auf die Waldorfschule gegangen sind (beide allerdings ohne Entwicklungsverzögerungen,Behinderung oder ähnliches) und bis Heute total begeistert sind.

Vieles spricht dafür:Das die Klassen inkl. Klassenlehrer bis zum Abschluss nicht verändert werden (schweißt die Schüler viel mehr zusammen),viel musikalisch/handwerklich/lebenspraktisch unterrichtet und gefördert wird,viel mehr Praktika absolviert werden als auf Regelschulen (positiv für die Berufsbildung),dass es keine Zeugnisse wie an Regelschulen gibt und dementsprechend weniger Lerndruck vorherrscht und das es dort eine sehr gute Elterninitiative gibt.
Dagegen spricht,dass viele Arbeitgeber die Bewerbung direkt wieder zuschlagen,wenn sie Waldorfschule in der Vita lesen.Die meisten denken bis Heute,dort lerne man nur seinen eigenen Namen zu tanzen und Lagerfeuer zu entzünden.
So bleiben Waldorfschüler später beruflich auch oft "unter sich".
Mein Mann arbeitet übrigens Heute selbst als Betreuer in einer Steiner-Werkstatt für Menschen mit Behinderung ;-)

Du hast natürlich bessere Chancen an einer Waldorfschule angenommen zu werden,wenn deine Tochter auch schon im Waldorfkindergarten war (die legen dort schon Wert auf eine entsprechende Gesinnung).Waldorschule ist kostenpflichtig-ich meine,der Kindergarten auch.

Alles Liebe für euch!

Beitrag von flesh - 19.12.11 - 10:36 Uhr

Der Waldorfkindergarten in den wir eher zufällig reingerutscht sind (weil ich Waldkindergarten gegooglet habe :-D) ist das Beste, was meinem Sohn und uns passieren konnte.

Er musste schon recht viel ins seinem Leben ertragen, eine schwere Schwangerschaft, viel viel Ärger mit seinem leiblichen Vater....

Als er mit 3 in den Kindergarten kam, hat er kaum gesprochen, wäre mir am liebsten immer noch den ganzen Tag im Tragetuch gehangen. Im Oktober wurde er 4, am Wochenende kam zum ersten Mal eine Freundin zu Besuch und er plappert soviel, dass es mich sogar manchmal nervt... ;-)

Das alles ohne kinderquälende, anstrengende Logopädie, Frühförderung, Psychotherapie oder sonstigen SchnickSchnack den der Kinderarzt für dringend nötig erachtete.

Ich würde gern noch mehr schreiben, höre aber ein verdächtiges Aufwachgebrüll von meinem Jüngsten. :-)

LG, Tanja

Beitrag von blaue-blume - 08.01.12 - 21:32 Uhr

hi!

ob waldorf für euch das richtige konzept ist, musst du dir selbst anschauen.

meine tochter ist im waldorfkiga, ich war selbst auf einer waldorfschule. ich kann nicht bestätigen, dass man weltfremd erzogen wird oder nur mit bäumen tanzt ;)

allerdings ist es in der waldorfpädagogik, grade im frühkindlichen bis grundschulbereich schon manchmal sehr "märchenhaft" -für erwachsene manchmal etwas too much, für kinder toll.

als angehende erzieherin sehe ich folgendes:

ich lerne in der schule heute dinge/wege/mittel/pädagogische ansichten als neuheit, die in waldorfeinrichtungen seit jahrzenten gang und gebe sind...

als mutter sehe ich wie gut es meinem kind geht, wie wohl und sicher sie sich fühlt und wie selbstständig sie ist.

und zu guter letzt: die "waldis" haben einen gfanz wichtigen grundsatz: sie sind nicht defizitorientiert, was einem wie auch immer entwicklungsverzögerten kind eine ganz andere perspektive gibt, aus der es wahrgenommen wird.

ich kann dir nur raten: gucks dir selber an, schau, ob du dich in der atmosphäre wohl fühlst, und entscheide nach deinem gefühl.

lg anna