Das Lob

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Beitrag von marion2 - 15.12.11 - 21:18 Uhr

Hallo,

angeregt von http://www.urbia.de/forum/21-erziehung/3410822-kein-tv-konsequenz-oder-strafe/21665252, möchte ich folgendes zur Diskussion stellen:

"Die Überzeugung, dass positive Bewertungen immer gut für Kinder sind, ist "eine durch nichts bewiesene Annahme", sagt etwa der Mediziner und Buchautor Herbert Renz-Polster von der Universität Heidelberg. Selbstwertgefühl entwickelten Kinder entgegen der landläufigen Meinung nicht dann, wenn sie von den Eltern besonders viel gelobt werden. Wichtiger ist, dass sie selber ihre Erfahrungen für gut befinden: "So wenig es dem Kind hilft, wenn Eltern immer gleich in Lobeshymnen ausbrechen oder vor Freude fast einen Anfall bekommen, wenn ihm einmal etwas gelingt, genauso wenig hilft es ihm, wenn die Eltern vor Mitleid zerfließen, wenn etwas misslingt. Kinder lernen im Kleinkindalter, diese Sachen selbst zu regeln.""

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/motivation-von-kindern-loben-lernen-1.3831

Wie haltet ihr es mit dem Lob=

Gruß Marion

Beitrag von natascha88 - 15.12.11 - 21:53 Uhr

Hmmm....

Also wenn mein Sohn etwas sehr gut gemacht hat (z.B. als er trocken wurde) lobe ich ihn schon. Oder wenn er ein großes Puzzle alleine geschafft hat kommt auch ein: "Super, das hast du gut gemacht!"

Allerdings lobe ich ihn nicht, wenn er sich auf Aufforderung anzieht oder mittlerweile selbstverständlich auf Klo geht. Oder wenn er mir Lieder vorsingt oder "gut isst".

Wenn er mir hilft, bedanke ich mich, lobe ihn aber eigentlich nicht.

Ich denke, eine gesunde Mischung machts. Nie loben käme für das Kind wahrscheinlich wie Ignorieren vor, wenn ich es für jede Kleinigkeit lobe, fühlt es sich irgendwann sicher veräppelt.

Lg,

Natascha

Beitrag von binecz - 15.12.11 - 23:49 Uhr

Wenn sie etwas macht was für sie selbstverständlich ist wird sie nicht gelobt. Ich muss sie ja nicht loben weil sie so schön läuft. Das macht sie ja einfach.
Als sie das erste mal (auf Bitten) ihre Windel in den Müll gebracht hat, mit Tür auf, Tür zu und allem, da habe ich ihr schon gesagt das sie das gut macht.

Aber wenn sie wie wild auf dem Schaukelpferd tobt sag ich nicht "toll wie du das machst" sondern eher so was wie "na, das sieht ja auch als hättest du eine Menge Spaß."
Ich glaube nicht das Kinder ständig gelobt werden wollen. Das bringt ja auch so einen Erwartungsdruck immer alles gut machen zu müssen mit sich....

Beitrag von thyme - 16.12.11 - 09:21 Uhr

Ich lobe, wenn mein Sohn etwas speziell gut gemacht hat. Z.B. hat er neulich sein Fenster mit ausgeschnittenen und gezeichneten Feuerwehrautos, -männern etc. dekoriert. Ich fands toll und hab das auch gesagt.

Zum Loben gehört für mich auch das Bedanken. Ich bedanke mich für erledigte Arbeiten und lobe evtl, wenn sie ohne Druck meinerseits ausgeführt wurden.

Selbstüberwindung erhält mein Lob oder auch uneingennütziges Verhalten.

lg thyme

Beitrag von zahnweh - 16.12.11 - 16:35 Uhr

Hallo,

ich setze es dosiert ein.

Gar nicht loben halte ich für schwierig. Auf Dauer kann das Selbstwertgefühl dadurch Zweifel bekommen.

Ständig loben finde ich auch nicht sinnvoll.

Wenn mein kind über sich hinauswächst oder etwas tut, wo sie sich selbst erst dazu überwinden musste oder großer Anstrengung brauchte, so zeige ich ihr durchaus meine Anerkennung.

Wenn sie etwas nicht schafft, dann ermuntere ich sie dazu, es erneut zu probieren.
(es ist nicht schlimm, etwas nicht zu schaffen, aber schade, wenn man es deswegen aufgibt)

Je nach Situation unterstütze ich sie durch Fragen. Wenn ich merke, dass sie am Frustrationspunkt angekommen ist, tröste ich sie auch. Aber nicht darüber, dass sie es nicht geschafft hat, sondern tröste sie, weil sie sich schlecht fühlt.

Beitrag von ilva08 - 16.12.11 - 21:01 Uhr

Mein Stöppke ist noch recht klein, ich antworte mal als Lehrerin. ;-)

1.) Lob ist wichtig.

2.) Anzustreben ist das differenzierte Lob. Also nicht: "Toll! Super! Klasse Bild!", sondern: "Mir gefällt, wie genau du die Einzelteile des Autos gestaltet hast!"

3.) Differenziertes Lob ist nicht immer durchzuhalten. Versuchs mal im Kunstunterricht mit 30 Kindern, wenn die "Kuck mal!" - Lawine losgeht. Viel Glück. #rofl

4.) Kinder brauchen Bestätigung. Das richtige Maß zu finden, dafür kann man ein Gefühl entwickeln. Die meisten Kinder gucken komisch, wenn man sie übertrieben lobt.

5.) Kinder, die im Überfluss gelobt werden, haben oft ein schlechtes Selbstbewusstsein.

So, das wars, was mir brainstormingmäßig einfiel...

LG #winke

Beitrag von schokostreusel - 16.12.11 - 21:24 Uhr

Ich denke Lob muss ehrlich sein und ein halbherziges "Oh toll.." bei jedem

" Guck mal, Mama!" bringt nicht halb so viel wie ein aus tiefstem Herzen ausgesprochenes Lob, weil eine Aktion das Elternteil wirklich vom Hocker reisst. Die Kinder spüren das.