Eine halbe PDA ist besser, als gar keine! ;-)

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Beitrag von juliet1311 - 17.12.11 - 18:51 Uhr

Hallo zusammen!

Ich habe gerne die Geburtsberichte gelesen und fand das oftmals beruhigend und informativ, weil der kleine Mann in meinem Arm mein erstes Kind ist und deswegen möchte ich euch unseren „großen Tag“ nicht vorenthalten.

Es ist ja nun mal so, daß man auf den errechneten Termin hinarbeitet und ihn herbeisehnt und man blendet völlig aus, daß jede Hebamme der Meinung ist, daß 14 Tage später auch noch „normal“ sind, solange es Mutter und Kind gut geht. Und uns ging es gut! Bei den Vorsorgeterminen wurde immer ein CTG geschrieben, als ob ich mich in der 20. Woche befinden würde, körperlich hatte ich kaum Beschwerden, ich schlief jede Nacht wie ein Stein.

Und so wurde es der 26. November, der errechnete Geburtstermin. Mein Gebärmutterhals war seit 2 Wochen verstrichen und der Muttermund 1-2cm geöffnet, der Kopf lag fest im Becken, die Plazenta begann ganz langsam zu verkalken. Wegen mir konnte es losgehen und so wartete ich und fragte mich bei jedem Ziehen, ob das jetzt eventuell Wehen sind. Und so verging der Tag und der nächste Tag und der Tag darauf... #gruebel

Die Anrufe, Emails und SMS aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis wurden mehr und auch meine bessere Hälfte rief vermehrt an, wenn er auf der Arbeit war. Ins Abendessen wurde von ihm mehr Ingwer dazugegeben, als die Zutatenliste vorgab, ständig wurde ich gefragt, ob ich denn nicht noch einen Himbeerblättertee trinken möchte (obwohl der ja nur das Gewebe weich macht, aber das war ihm anscheinend egal), an ET+6 wurde ich morgens unheimlich zärtlich geweckt! #hicks
Niemand wird je herausfinden, ob das der Schlüssel zum Glück war, aber kaum saß ich am Frühstückstisch, da bekam ich regelmäßiges Rückenziehen im Abstand von 12 Minuten. #huepf Mein Freund schickte ich dennoch zur Arbeit, weil er im gleichen Krankenhaus arbeitet, in dem ich entbinden wollte. Also konnte er mich zur Not am Eingang einsammeln, mit dem Taxi würde ich eh fahren müssen.

Und so fing ich an Zeiten aufzuschreiben, aber es blieb immer ein regelmäßiger Abstand von 10-12 Minuten bis zum Abend. Dann auf einmal wurden es 8 Minuten, kurze Zeit später 6 Minuten und ich atmete schon unsere Kommode an. Also haben wir noch ein Stück der Pizza gegessen, die gerade aus dem Ofen kam, schnell den Klinikkoffer vervollständigt, Taxi gerufen, Jacke an, ab ins Taxi...“Klinikum, bitte!“ Da war es halb 9!
Der Fahrer hat glaube ich bis heute nicht verstanden, daß ich hochschwanger war, denn er fragte noch nett, ob er uns später wieder abholen soll. „Ähm, nein. Also ich brauche heute kein Taxi mehr, denke ich jedenfalls...!“ #kratz #augen
Also auf Richtung Kreißsaal, zwischendurch Wehe veratmen, klingeln. „Ja bitte?“-“Hier ich, Wehen alle 5 Minuten, bitte um Einlaß!“-“ICH KOMME!“

Die Tür flog auf und die Hebamme leitete uns Richtung Untersuchungszimmer. CTG wurde angelegt, keine einzige Wehe ist zu sehen. Mir wird erklärt, daß das schonmal vorkommen kann, daß der Wehenschreiber nichts aufzeichnet. Sie würden mir aber durchaus glauben und ich dürfte bleiben! #ole #danke
Wir werden auf einen 1,5-stündigen Spaziergang geschickt, auf dem ich alle zehn Meter die Wand oder ein Geländer dafür benutze die Wehen zu veratmen. Auf dem Rückweg habe ich alle 3 Minuten Wehen.

Wieder am Kreißsaal angekommen wird mir mein „reservierter Bereich“ gezeigt. Ein Bett, ein Kreißbett, der Pezi-Ball, das CTG-Gerät, die Kommode mit der Waage, Maßband und ein Strampler, Body, Pullover und Söckchen liegen auch schon da. Und in dem Moment wird es mir bewußt. Ich werde Mama und das in nicht allzu ferner Zukunft!!! #zitter
Zum CTG schreiben lege ich mich aufs Bett. Kaum hat die Hebamme den Raum verlassen, tritt mein Sprößling mit einer Wucht gegen den Schallkopf, daß es nur so scheppert. In mir merke ich ein „Plöpp“. Ich frage meine bessere Hälfte, ob er das gehört hat. „Ja, wieso? Was war das?“-“Meine Fruchtblase!“ Wir rufen die Hebamme und ich werde wieder untersucht. Muttermund 3-4cm.
Ab jetzt kommen die Wehen alle 2 Minuten, sie schmerzen unheimlich und ich versuche so gut ich kann, sie zu veratmen bzw. wenn ich ehrlich bin, schreie ich, als ob man mich bei lebendigem Laib aufschlitzen würde. #schock
1,5 Stunden später die nächste Untersuchung. Der Muttermund ist bei 5cm und ich werde gefragt, ob ich einen Schmerztropf oder eine PDA möchte. Ich entscheide mich für die PDA!
Die Hebamme gibt den Anästhesisten Bescheid und nimmt mich mit in einen anderen Raum, damit sie mir noch einen Einlauf geben kann. Dazu kommen wir aber nicht mehr, weil ich jede Minute eine Wehe habe und nicht mehr in der Lage bin diesen Einlauf „auszukosten“! Stattdessen versuche ich wieder in Richtung meines Bettes zu kommen. Der Weg ist wirklich nicht lang, aber ich muss 4 Wehen im Vierfüßlerstand in verschiedenen Bereichen des Kreißsaals abwarten, bis das Ziel erreicht ist.

Und dann kommt die Anästhesie um die Ecke und beginnt damit, mich zu erlösen! So dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt!!! Sie betäuben, setzen die Nadel, ich bekomm das „Mittel der Erlösung“ und meine rechte Seite wird taub. Meine RECHTE Seite! Und wieso kann ich mit der Linken noch Fußball spielen? #kratz „Es kann sein, daß es etwas dauert, bis es wirkt. Ich komme in 1 Stunde nochmal vorbei.“ Sprach er und verschwand!
Und so lag ich da und bekam linksseitig die volle Breitseite der Wehen mit, röchelte, atmete, schrie, zerdrückte meinem Freund die Hand und nickte zwischendurch doch immer mal wieder weg.

Nach einer Stunde kam mein „Freund in Grün“ wieder und versuchte die Nadel zu versetzen. Es half nicht viel, aber wenigstens etwas. Ich konnte in etwas längeren Abschnitten schlafen und meine Kräfte sammeln.
Morgens um 7 war dann Hebammenwechsel. Meine Hebamme, die sich bislang rührend um mich gekümmert hatte, verabschiedete sich und stellte mir ihre Kollegin vor, die in einem früheren Leben vermutlich Oberst bei der Armee war. Aber genau das war es, was ich jetzt brauchte. Der Muttermund war bei 10cm und mit den Worten „Frau …, ich sage, sie machen, wir bringen jetzt ihr Kind auf die Welt“ wurde ich aufs Kreißbett verfrachtet.

Und nach 6 oder 7 Mal Pressen erblickte unser kleiner Schatz am 03.12. um 08.01 Uhr mit 3260g, 54cm und 34,5cm KU das Licht der Welt! #verliebt

Beitrag von ein-kleines-hexchen - 18.12.11 - 08:29 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!!!#fest

Klasse geschrieben - hab gerade ein paar Tränchen verdrückt. Ist doch immer wieder was Tolles, so eine Geburt. Geschieht sooo oft und jede ist dennoch einzigartig!

Beitrag von schnuffelschuh - 19.12.11 - 10:32 Uhr

Hallo #winke

Ich habe gerade deinen wunderschönen Geburtsbericht gelesen

und musste des öfteren mal schmunzeln #rofl

Hast du echt sehr erfrischend geschrieben danke dafür #pro

ich wünsche euch und eurem kleinen Mann eine schöne Kennenlernzeit #klee#klee

#herzlich Bianca

Beitrag von susann1986 - 19.12.11 - 13:59 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Mann und eine wunderschöne Zeit zu dritt!!! #herzlich#klee

Danke für deinen wirklich tollen und sehr amüsanten Geburtsbericht #danke Das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht #huepf #pro

Beitrag von hubi1108 - 19.12.11 - 14:33 Uhr

Herzlichen Glückwunsch !!!!#fest

Das Spiel mit der einseitig wirkenden PDA kenne ich gut. Bei Tochter Nr. 1 hat sie nur rechts gewirkt, bei Tochter Nr. 2 nur links. Die Wirkung ließ insgesamt jeweils schon nach 60 min wieder nach. Beide male war es zu Nachspritzen/ Nadel neusetzen zu spät. Aber es geht auch ohne, wieman sieht.

Wünsche Euch tolle Weihnachten

Hubi 1108 mit zwei Minizicken ( 4 Jahre und 11 Monate )