8 Jahre und ein kleines Ungeheuer

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Beitrag von mamatessi - 17.12.11 - 20:34 Uhr

Hallo!

Unser Sohn ist 8 Jahre alt und im Moment nicht zu ertragen.

Auf Aufforderungen von uns antwortet er mit Nö, Wieso oder anderen Widerworten.

Generell gibt es nur Gemotze. Anfangs hab ich gedacht, kommt aus der Schule, wird schon vorbeigehen.

Heute war auch wieder so ein furchtbarer Tag. Er war Do. u. Fr. krankheitsbedingt nicht in der Schule. Es geht ihm aber wieder gut. Heute Vormittag sollte er also ein paar seiner verpassten Schulaufgaben nachholen. Es ging sofort wieder mit Trotz los. In meiner Verzweiflung fiel mir nichts anderes ein, als ihm zu erklären, wo er endet, wenn er schlechte Zensuren bekommt und wegen Faulheit sitzen bleibt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Morgens wird er nicht fertig. Schule ist ja soooo doof. Er braucht da nicht hin. Wir wollen ihn ja nur loswerden, usw.... Dass wir dann aber auch zur Arbeit fahren, blendet er einfach mal aus.

Auch die Ordnung in seinem Zimmer lässt sehr zu wünschen übrig. (Ich weiss, das ist auch normal.)

Sein Argument: Ich fühl mich so wohl. Gut, nun dachte ich, lass ihn mal machen. Ich hab nicht mehr geschimpft, ich hab ihm den Kram nicht vom Bett geräumt...

Wenn er zum Üben an seinen Schreibtisch musste, hab ich nicht gemotzt. Ich hab ihm mit dem Arm alles runtergewischt. Dass fand er alles gar nicht merkwürdig. Am ersten Abend hab ich zu ihm gesagt, wenn du schlafen gehen willst, musst du erst die Legosachen vom Bett räumen. Da meinte er dann, dass hätte ich doch sonst immer gemacht.

Aber nicht mal, als er auf so ein Pin von der Pinnwand getreten ist, fiel ihm auf, dass er ja mal aufräumen könnte.

Gestern kam er dann an, um mich zu fragen, ob ich mit ihm sein Zimmer aufräume. Ich hab natürlich mitgemacht und ihm gleich erklärt, dass ich es alleine nicht mehr machen werde. Meine Freude war ja groß. Heute morgen beim Aufstehen dann der Schock. Es sah noch schlimmer aus, als gestern vor dem Aufräumen.

Hilfe! Sind alle 8jährigen kleine Ungeheuer?(bitte nicht ganz so ernst nehmen.)

Beitrag von taenscher - 17.12.11 - 22:10 Uhr

....naja -

meiner motzt sehr, sehr viel - aber ich übergehe das eigentlich. zimmer muss abends vor dem fernsehen aufgeräumt sein. wenn er nicht rechtzeitig fertig ist - pech!

manchmal nervt mich die motzerei schon gewaltig - und ich erinnere ihn dann an den guten ton. ab und zu klappt es dann auch.

LG Taenscher

Beitrag von anja1968bonn - 18.12.11 - 11:46 Uhr

Also, im Aufräumen ist mein Sohn auch kein Meister, und wenn ich ihm einfach mal so sagen würde "Bring Dein Zimmer in Ordnung", sähe es hinterher auch nicht besser aus, Zum einen muss man, denke ich, lernen zu akzeptieren, das ein 8-Jähriger vielleicht andere Ordnungsvorstellungen hat als seine Mutter, zum anderen gibt es aber auch Dinge, die einfach klar sein müssen. Bei uns ist das z. B.: kein Spielzeug im Bett und ein aufgeräumter Schreibtisch.

Offenkundig braucht Dein Sohn Unterstützung beim Ordnung machen und klare Ansagen.

Noch ein Nachtrag wegen der Schule: Ich denke nicht, dass bei einem Kind die Argumentation zieht: Ich muss ja auch arbeiten, also musst Du in die Schule. Dein Sohn muss eben in die Schule, ob er will oder nicht, wenn es ihm nach Krankheit wieder einigermaßen geht, muss er eben auch mal was nachholen (und damit im Vergleich ja doch viel weniger Schule ertragen als seine nicht-kranken Mitschüler).

Ja, manchmal können Jungs einen schon ganz schön nerven (meiner ist heute auch nicht so friedlich wie ich es mir an einem Adventsonntag gewünscht hätte), aber bald ist ja Weihnachten und dann auch erst mal Ferienzeit!

LG

Anja

Beitrag von binnurich - 18.12.11 - 13:15 Uhr

mit dem Aufräumen ist so eine Sache.
meine mutter ist bis ich mit 18 ausgezogen bin regelmäßig entsetzt gewesen über die Ordnung in meinem Zimmerm, auch so war ich alles andere als hilfsbereit im Haushalt.

Als ich dann meine eigene Wohnung hatte, hab ich 1 x pro Woche geputzt (ich gehöre zu den Leuten, die nach der Waschbeckenbenutzung immer noch mal trocken wischen, damit es blank ist) und ich brauche eine perfekt aufgeräumte Wohnung, damit ich mich wohl fühle, ich geh nicht aus dem Haus, wenn die Betten nicht gemacht sind....

ich glaube, man muss den Kids da auch helfen, damit sie das Grundsystem lernen.
Nicht zuviel Kram im Kizi
Ein übersichtliches System vorgeben
einmal pro Woche macht Mama mit dem Ordnen
pinwände find ich wegen der Nadeln doof
eine Ecke schaffen, wo die Sachen auch stehen oder liegen bleiben können

Das wird dann glab ich von allein.

Und nein, alles andere was du beschreibst klingt nicht so ganz unnormal: morgens keine Lust haben, keine Hausaufgaben machen wollen etc....
wichtig ist, dass man es trotzdem macht, auch wenn man keine Lust hat und das das nicht zum Machtkampf Mutter - Kind oder schlimmer Eltern - Kind wird

Beitrag von sassi31 - 18.12.11 - 14:19 Uhr

Hallo,

ich würde ihm klar machen, dass er ab sofort ganz allein in seinem Zimmer aufräumt. Mit 8 Jahren ist er alt genug und braucht eigentlich keine Hilfe mehr. Aber ich würde ihn auch täglich aufräumen lassen. Alternativ verschwinden die Sachen halt, die er nicht weg räumen mag. Und damit meine ich nicht irgendwelche Lego-Städte oder sowas, womit er länger als einen Tag spielen würde. Die dürfte er natürlich schon stehen lassen.

Wenn er deine Auffroderungen immer mit einem "Nö" beantwortet, mach es doch einfach mal genauso, wenn er etwas von dir möchte. Dann wird er fix merken, wie blöde das eigentlich ist.

LG
Sassi

Beitrag von zwillima - 18.12.11 - 14:34 Uhr

Hallo,
bei uns wird jeden Tag aufgeräumt. Abends nach dem Essen bevor noch eine Sendung geschaut wird, wird kurz Ordnung gemacht. Klappt das nicht, gibts auch kein Fernsehen oder Spiel.
Da jeden Tag aufgeräumt wird, entsteht auch kein Riesenchaos. Ich hab ehrlich gesagt gar keine Zeit, mich mit drei Kindern herum zu streiten, ob jetzt jemand Lust zum Aufräumen hat oder nicht. Es wird gemacht, ansonsten gibts nichts anderes.
Da ich das schon immer so mache, wird es nicht hinterfragt und ist ganz selbstverständlich.

Bevor wir mit Spiel oder Fernsehen anfange, frage ich kurz: "Alles in Ordnung im Zimmer?" Bei "Ja" gehts los, bei "Nein" wird erst die Arbeit erledigt.
Ich bin weder ein Putzteufel, noch ein Ordnungsfanatiker, aber wenn ein Kind täglich sein Zeug wegräumen muss, kommt es damit gut selbst zurecht und ist nicht überfordert. Ich glaube das Problem ist die große Menge an Unordnung, wenn mehrere Tage nichts gemacht wird und natürlich auch die Diskussionen, die darüber geführt werden.
Es gibt keine Diskussionen, mir räumt auch keiner meine Unordnung weg.

L.G.
zwillima

Beitrag von marion2 - 19.12.11 - 10:12 Uhr

Hallo,

für gewöhnlich gehen Kinder gern zur Schule. Wenn dein Sohn das Gefühl hat, du willst ihn nur abschieben, geh dem auf den Grund.

Fühlt er sich von dir unverstanden?
Fühlt er sich in der Schule nicht wohl?
Hat er anderen Ärger oder Probleme, die du noch nicht kennst oder unterbewertest?

"Am ersten Abend hab ich zu ihm gesagt, wenn du schlafen gehen willst, musst du erst die Legosachen vom Bett räumen. Da meinte er dann, dass hätte ich doch sonst immer gemacht."
Wenn das so ist, dann kann ich seinen Einwand sehr gut verstehen.

Du kannst nicht von heute auf morgen deine ganze Erziehung über den Haufen schmeißen, nur weil dir das Ergebnis nicht gefällt. Dein Kind braucht einen festen Rahmen.

Dein Kind ist das Produkt deiner Erziehung.

Gruß

Beitrag von marysa1705 - 19.12.11 - 10:23 Uhr

Hallo,

mir ist bei Deinem Posting spontan eingefallen, dass DU bei all den aufgezählten Punkten Verantwortung für Dinge auf Dich nimmst, die eigentlich in der Verantwortung Deines Sohnes liegen.

Unser ältester Sohn ist auch 8 Jahre alt:
- Er ist selbst für seine Hausaufgaben verantwortlich. DASS sie gemacht werden und WANN sie gemacht werden.

- Er räumt sein Zimmer selbst auf.

Aufgefallen sind mir in Deinem Posting z.B. folgende Sätze:
- "Heute Vormittag sollte er also ein paar seiner verpassten Schulaufgaben nachholen."
Er "sollte", also hast Du das bestimmt.

- "Morgens wird er nicht fertig."
Überlass doch ihm die Verantwortung.

- "Gut, nun dachte ich, lass ihn mal machen."
Eigentlich ein guter Anfang, aber: "Ich hab ihm mit dem Arm alles runtergewischt." Warum DU? So merkt er das doch gar nicht. Warum bist Du in seinem Zimmer dabei, wenn er etwas am Schreibtisch zu tun hat?

Meiner Meinung nach solltest Du ihm endlich die Verantwortung für SEINE Angelegenheiten übertragen. Sein Verhalten in diesen Punkten würde ich jetzt bei unserem 2-Jährigen akzeptabel finden, aber nicht bei unserem 8-Jährigen. Das Problem liegt aber nicht bei ihm, sondern es ist einfach so, dass Du ihm diese Verantwortung - wenn alles genauso war, wie Du es in Deinem Posting beschreibst - nie wirklich überlassen hast.

Ich würde Dir raten, dass ihr euch zusammensetzt und Du ihm das genau erklärst. Dass es seine Angelegenheiten sind und dass er ab jetzt die Verantwortung dafür übernehmen muss. Falls er es noch nicht gleich von 0 auf 100 kann (was ja verständlich ist), dann könnt ihr "Zwischenschritte" einbauen, z.B. sagst Du ihm morgens zwei Mal die Uhrzeit durch bzw. wie viel Zeit er noch hat, bis er aus dem Haus muss. Oder Du erinnerst ihn noch einmal daran, dass er noch Hausaufgaben auf hat.

Sprecht solche Dinge genau ab. Und dann übernimmt jeder von euch einfach seinen Teil.

LG Sabrina