Ich bin am Ende...

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Beitrag von annesusanne - 18.12.11 - 20:24 Uhr

... und lebe quasi nur noch für meine beiden Kinder, mein geborenes und mein ungeborenes in meinem Bauch. Das wurde mir heute bewusst. Seit spätestens 10 Tagen, seitdem meine Mutter, meine große Stütze und einzige Lebenshilfe, verstarb, funktioniere ich nur noch. Es ist niemand sonst da.

Seit dem heutigen Tag, an ich erfahren habe, dass mein Ex, der Vater von meinem Großen, quasi eine Neue hat und die ganze Nacht kuschelnd mit ihr verbracht habe, während ich vor lauter Tränen seit 10 Tagen nicht mehr geschlafen habe, fühle ich mich nur noch stumpf und tot. Nicht einmal mehr Tränen kommen.

Ich existiere nur noch für meine Kinder, wenn sie nicht da wären, dann wär ich, so in diesem Zustand, auch nicht mehr da. Das weiss ich.

Ich lache mit meinem Sohn, streichle ihn, bin für ihn da, aber es ist nur noch eine Puppe, nicht ich selbst.
Ich bewege mich in einem tiefen schwarzen Loch und seit heute bin ich mir nicht sicher, ob ich jemals wieder herauskomme. Warum auch, es wird ab Februar, wenn meine Kleine kommt, noch schlimmer. Dann bin ich mit einem Großen und einem Baby völlig allein. Ich weiss nicht, wie ich das schaffen soll. Es ist mir im Moment auch total egal. Ich funktioniere eh nur noch, da kann es ja auch so weitergehen.

Dieses Jahr werde ich nie vergessen: Ich habe nur Stress mit einem Mann, werde von ihm ungewollt schwanger, entschließe mich, das Kind zu behalten, er wendet sich komplett von uns ab. Meine engsten Freundinnen lassen mich im Stich. Meine geliebte Mutter, die bei meiner Geburt und im Wochenbett für mich da sein wollte, stirbt. Mein Exfreund, dem ich gestern Abend quasi meine Noch-Liebe gebeichtet habe, hat seit zufälligerweise gestern abend eine Neue. Ich werde Silvester allein verbringen, kein Vertrauter ist mehr da. Keiner, mit dem ich reden kann, mit dem ich meinen Kummer teilen kann. Der Letzte, der mir geblieben war, war mein Exfreund. Bis gestern abend.

Ich weiss, das ist eine Depression, aber selbst, wenn ich mir Hilfe suchen würde, es würde nichts ändern. Ich wär immer noch allein. Allein und einsam mit zwei Kindern.

Ich werde weiter funktionieren, für meine Kinder. Das muss ich. Es bleibt mir nichts anderes übrig. Aber insgeheim hoffe ich, dass ich nicht mehr lange mache. In meiner Familie ist Krebs stark verbreitet, bereits mit Mitte 30. Ich hoffe, es ist bald vorbei.

Ich danke für dieses Forum und fürs Zulesen.
Anne mit Jonathan (4 Jahre, fast 5 Monate) und #schwanger 29+6

Beitrag von 2mama - 18.12.11 - 20:41 Uhr

Hallo Anne,

komm nochmal her#liebdrueck. Mir geht es heute auch wieder sehr, sehr schlecht. Vor 2 Wochen war auch meine Mama noch am leben#heul.

Ich funktioniere auch nur noch. Habe das gefühl, ich bin nicht ich selbst, sondern so wie du es beschreibst, wie eine Puppe. Es fühlt sich ganz komisch an.

Aber du musst da nicht allein durch. Hol dir Hilfe, bitte. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen. noch hast du das gefühl, dass du dann trotzdem noch allein bist. Aber dann hast du jemanden zum Reden, es tut unbeschreiblich gut#liebdrueck.
Ich war bereits in psychologischer Behandlung, habe seit einiger Zeit keine Sitzungen mehr. Die Zeit, in der ich in Behandlung war, war nicht leicht, tat aber unbeschreiblich gut und ich habe das Gefühl, es wenigstens ein Stück weit verarbeitet zu haben.

Hol dir Hilfe#liebdrueck

Beitrag von annesusanne - 18.12.11 - 20:45 Uhr

Hallo, du,

ich weiss ja, dass ich Hilfe brauche, aber die kann mir doch auch nicht mein Baby abnehmen oder einen Partner ersetzen. Mir graut es so vor der Geburt und dem Wochenbett. Ich weiss nicht, wie ich das schaffen soll. Meine Mutter wollte da sein, jetzt ist wirklich niemand mehr da. Ich hatte gehofft, meinen Ex noch "bequatschen" zu können, dass er zumindest die erste Zeit nach der Geburt hier ist und sich um seinen Sohn kümmert, aber das kann ich jetzt auch abhaken. Und ich will nicht betteln kommen bei ihm...

Ich habe Dienstag ein Beratungsgespräch bei der Donum Vitae, also für Schwangerschaftskonfliktberatung usw. War da schon, als ich überlegt habe, abzutreiben. Da gibt es auch einen Psychologen. Ich versuche da mal einen Termin zu kriegen. Aber ich denke, vor Weihnachten wird das nichts.

Wie kommt man denn sonst an Psychologen ran? Man geht doch nicht einfach eine Praxis und fragt nach einem Termin, oder?

Beitrag von 2mama - 18.12.11 - 20:48 Uhr

Geh zu deinem Hausarzt, der kann dir weiterhelfen#liebdrueck
Sicher kann dir eine psychologin oder ein psychologe nicht dein Baby abnehmen oder einen Partner ersetzen, aber er/sie kann dir helfen mit der Situation besser zurechtzukommen. auch eine Hebamme kann eine Unterstützung sein#liebdrueck

Lass dich nicht so hängen#liebdrueck

Beitrag von atebe3004 - 18.12.11 - 20:44 Uhr

Hallo Anne

Es tut mir wirklich sehr leid, was du in der letzten Zeit durch machen musstest. Es scheint sich eine Katastrophe an die andere zu reihen. Das schafft man alleine nur schwer.

Es ist sehr wichtig, dass Du Dir Hilfe holst.

Dein letzter Absatz macht mich wütend, traurig und hilflos zugleich. Wie kann man sich Krebs wünschen?? Oder habe ich das falsch verstanden?
Weißt Du wie viele Menschen diesen Kampf täglich aufnehmen und Du wünscht es Dir? Das ist krank und ein Schlag ins Gesicht für Betroffene!

Versteh mich bitte nicht falsch! Ich kann Deine Verzweiflung völlig verstehen, aber das geht wirklich zu weit!

Ich wünsche Dir Menschen in dieser schwierigen Zeit, die Dir beistehen. Schliesslich kommen jetzt auch noch die Feiertage und die machen es nicht leichter.

Also, ein Weihnachtsengel für Dich und deine Zwerge

Gruss Beate

Beitrag von annesusanne - 18.12.11 - 21:01 Uhr

Meine Mutter hatte seit 20 Jahren Krebs, meine ganze Familie, meine Oma, mein Opa, mein anderer Opa, die ich selbst nie kennengelernen durfte, hatten alle Krebs. Alle sind daran gestorben, mal mehr, mal weniger qualvoll.

Es wär ja dann so, dass ich mir keinen Grund suchen müsste, sondern mir ein Grund gegeben wird, damit ich eventuell bald mit dem Leben abschließen kann. Glaub mir, mir tut dieser Gedanke unheimlich weh. Ich liebe meinen Sohn über alles, er ist im mein Lebensinhalt und mein einziger Grund zu lachen und zu leben. Ich wünsche mir, dass ihm nie etwas Schreckliches passiert, dass er sein Leben genießen kann. Aber mein Leben, mein Ich, ist abgeschlossen. Ich sehe keine Möglichkeit, wie es mir besser gehen kann. Es gibt da keinen Ausweg.

Es sind einfach keine Leute da, die mir beistehen (wollen/können, wie auch immer). Meine Mutter und mein Expartner waren die Einzigen, die da waren. Und nun sind sie beide weg. Ich kann lose Freundschaften nicht damit belasten, zumal ich es auch versucht habe in den letzten Tagen. Ich habe versucht, mit ihnen zu reden, aber von ihnen kam kaum etwas. Die einzigen Menschen, die mir zuhören würden, wären Menschen, die dafür Geld kriegen. Klingt abartig, aber diese Welt ist auch hart und kalt.

Ich hoffe, am Dienstag hört mir jemand zu, der dafür Geld bekommt. Und kann mir ein wenig bißchen helfen...

Beitrag von 2mama - 18.12.11 - 21:06 Uhr

hör auf mit solchen Gedanken! Was meinst du, wie es deinem Sohn gehen würde, wenn du nun mit dem Leben abschließt? Besser als dir jetzt?

Sorry, ich weiß es hört sich hart an, aber versuch dich zu erfreuen an deinem Kind und den schönen Sachen

Beitrag von atebe3004 - 18.12.11 - 21:14 Uhr

Hallo Anne

ich möchte Deine Gedanken ja verstehen, aber Du musst auch verstehen, dass ein gesunder Verstand Deinen Text nur schwer nachvollziehen kann. Du kannst Dir doch nicht eine verfluchte Krankheit wünschen, damit Dir jemand die Entscheidung zum Gehen abnimmt. Deine Kinder brauchen Dich und wären als Halbwaise für immer aufgeschmissen und alleine (so wie Du)

Ich glaube, dass ich mir kaum vorstellen kann, wie viel Kraft es kostet Dein Chaos wieder in richtige Bahnen zu lenken. Aber Du solltest alles auf Dich nehmen.

Versteht Dich denn Dein Mann auch überhaupt nicht? Empfindet er keine Trauer für die verstorbene Schwiegermutter?

Ich finde den Weg, den Du am Dienstag gehst richtig und wichtig. Hoffentlich kannst Du Deine Texte hier in einigen Wochen/Monaten auch mit Kopfschütteln lesen und man kann Dir helfen!!

Ganz lieben Gruss
Beate

Beitrag von annesusanne - 18.12.11 - 21:26 Uhr

Welcher Mann? Es gibt keinen Mann.
Der Vater des Großen hat seit gestern nun eine Neue und der Erzeuger des Zweiten hat uns verlassen.

Beitrag von atebe3004 - 18.12.11 - 21:33 Uhr

Oh sorry, das hatte ich falsch verstanden. Aber trotzdem muss doch der Vater des Grossen auch eine Beziehung zu Deiner Mutter gehabt haben, oder??

Na, ich wünsche Dir für den Termin alles erdenklich Gute
Gruss Beate

Beitrag von sternenschnee - 18.12.11 - 23:27 Uhr

So und jetzt hör mir bitte zu#liebdrueckes ist auch nicht böse gemeint wirklich nicht.
Ich bin alleine mit 3 Kindern.2 meiner Kinder sind krank und nicht nur mal eben krank,sondern erheblich krank.Eine kleine Tochter musste ich gehen lassen.
Meine beiden kranken Zwerge sind Früchen und wir haben viel viel durch.
Familie habe ich nicht.
Der Vater der Kinder,nein gibt es nicht.
Ja ich bin oft alleine und viele Tränen habe ich gelassen,viele Situation wo ich dachte es geht nicht mehr,ich schaffe es nicht mehr.
Ich hatte auch schon die Gedanken meine Kinder in eine Pflegefamilie zu geben und mich von der Brücke zu schmeißen.
So ab dem Punkt,bin ich zu meiner Ärztin und habe ihr sehr offen und erlisch gesagt das ich Hilfe brauche und es alleine gar nicht mehr auffangen kann,die Erkrankung meiner Kinder nicht mehr aushalte und ich alleine bin.Ich habe Hilfe bekommen und bin keinen einfachen Weg gegangen,aber es hat sich gelohnt,sehr sogar.Schau in die Augen deines Kindes und denke das was du im Augenblick fühlst.Wenn du in die Augen deines Kindes siehst,wirst du dir keine Krankheiten mehr wünschen oder aufgeben wollen,weil dann fängst zu kämpfen an.
Eine Mama darf auch mal schwach sein und auch verzweifelt,aber eine Mama hat Verantwortung und wenn es alleine nicht mehr geht,dann hol dir Hilfe,weil das darf eine MAMA auch.#liebdrueck

Beitrag von kulka74 - 19.12.11 - 00:12 Uhr

Hallo Anne,

ich kenne diese Gedanken so gut... Nachdem mich mein Mann vor wenigen Monaten auf übelste Art und Weise vom heiterm Himmel verlassen hat ist meine Welt zusammengebrochen... Ich war so tief am Abgrund, ich wusste einfach nicht mehr weiter. Und irgendwann stand ich einfach nachts auf der Brücke und wollte nicht mehr. Ich habe auf das tiefe schwarze Wasser unter mir und wollte nicht mehr...

Warum ich nicht gesprungen bin? Weiss ich eigentlich selber nicht was mich davon abgehalten hat, ich denke ich habe einfach Angst bekommen...

Doch heute bin ich froh, dass ich es nicht gemacht habe, obwohl es immernoch alles andere als einfach ist und obwohl es mir immernoch oft sehr schlecht geht. Warum bin ich so froh? Ganz einfach: weil ich dann nie wieder "Mama, du bist die beste Mutter auf der ganzen Welt" hätte hören können! Nie wieder diese kleinen warmen Füsse unter der Bettdecke hätte spüren dürfen, nie wieder mir ihr streiten, spielen, sie umarmen sie riechen... Nie wieder...

Heute schaue ich mir mein Kind ganz bewust an und ich bin jedes Mal so froh noch hier zu sein!!!

Ja, ich kenne das Gefühl eine leere höhle zu sein. Bin ich immernoch ganz oft. Doch ich habe gelerent mich immer wieder ein wenig zu füllen. Mit kleinen Erlebnissen, Erfolgen, Freuden. Bis vor kurzem ging die Leere bis in meine Arme rein, heute ist es nur noch der Brustkorb der noch leer ist, die Arme und der Bauch fühlen sich schon fast "normal" an. Es wird auch bei dir so sein, es braucht einfach Zeit. Blöder Spruch, weiss ich selber, ist aber wirklich so.

Man muss auch lernen sich hilfe zu hollen, oder auch geben zu lassen. Ich waar am Anfang auch ganz alleine, doch irgendwann habe ich angefangen Leute zu Hilfe zu "zwingen". Mit einem direktem: ich brauche Hilfe. Von Dir. Jetzt. Es wirkt, ich glaube Menschen helfen gerne, sie wissen nur nicht wie.

Hier in Forum habe ich auch ein Paar Leute kennengelernt, die mich sooooo sehr unterstützt haben und auch immernoch unterstützen. Dafür bin ich so daankbar. Ob sie dafür bezahlt werden glaube ich nicht, ich denke es sind auch Leute die mal Hilfe bekommen haben und versuchen sie weiter zu geben. So wie ich es jetzt versuche und so wie Du es wahrscheinlich in ein Paar Monaten machen wirst!

Und wenn auch die Menschen die Dir helfen Geld dafür kriegen, ist es wirklich so schlimm? Und glaubst Du wirklich, dass der Psychologe es nur wegen des Geldes macht? Wurdest Du Dir wirklich nur wegen des Geldes das jammern anderer Menschen ständig anhören? Ich nicht... Deswegen glaube ich auch dass die das auch aus überzeugung machen.

Alleine zur Geburt zu gehen ist heut zu Tage nich wirklich weit verbreitet. Aber vor wenigen Jahren hat man es immer so gemacht. Und es gibt da auch Hebammen. Ich glaube nich dass sie es nur wegen des Geldes machen, gerade die nicht, bei dem Gehalt was eine Hebamme bekommet ;-) Denn es gibt nichts schönneres als ein Kind auf dem Weg ins Leben begleiten zu dürfen und ich bin mir auch sicher, dass sich deine Hebamme genau so an deinem Baby erfreuen wird! Und sie wird auch deine Hand halten, nicht nur weil sie dafür bezahlt ist, sondern um dir zu helfen!

Nun ist es lang geworden, ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen?

Ich wünsche dir viel Kraft!!!!

K

Beitrag von schatzi2005 - 19.12.11 - 01:12 Uhr

Das hast du sehr schön geschrieben#pro

Ja so hilfe bräuchte ich auch, eben von Freunden.

Ich hoffe sie nimmt deinen Beitrag zu Herzen, denn es geht immer irgendwo weiter.

Ich kann es verstehen wie sie sich fühlt, habe selbst meine Mama im Februar verloren und ich hatte auch diese Leere und das habe ich heute noch ab und zu. Das dauert auch bis man diese Leere wieder füllen kann. Aber ich habe für meinen kleinen Sohn gekämpft und werde es auch noch weiter tun. Schon alleine weil ich es nicht ertragen könnte ihn alleine zulassen!

Ich fange nächstes Jahr eine Therapie an und ich muss nichts zahlen, dafür sind diese Leute eben da. Und ich weiß das es mir dann besser gehen wird, weil mir endlich jemand richtig zuhört und mir hilft mit allen besser klar zu kommen.

Liebe annesusanne ich wünsche dir ganz viel Kraft und du wirst sehen, am Ende jedes Tunnels ist wieder Licht. Sei stark für deine Kinder und hole dir bitte hilfe. Auch wenn du reden willst und musst, dann gibt es auch solche Sorgentelefonnummern, da kannst du auch mit jemanden reden.

Ansonten schreib mich an, denn du bist wirklich nicht alleine#liebdrueck

Eine #kerze für deine Mama, die sicher nicht will das du jetzt einfach aufgibst.

Alles liebe für dich.

LG schatzi + klein Maximilian#verliebt

Beitrag von .mama.dada - 19.12.11 - 00:09 Uhr

Anne,

das nächst Jahr kann nur besser werden. Es tut mir schrecklich leid, was dir passiert ist.

Eine #kerze für deine Mama

Eine#sonne auf deinem Weg

#herzlich

Beitrag von asimbonanga - 19.12.11 - 01:21 Uhr

Hallo Anne.
du bist jetzt in einer ganz schlimmen Situation.Die Trauer nimmt dir die letzten Kräfte.
Gib nicht auf.Denk an deine Kinder.Irgendwie geht es immer weiter, klingt banal , ist aber so.
Glaube mir ich war auch schon mal ganz unten, alleine mit Mitte 40 und drei kleinen Kindern.
Wenn du es irgendwie schaffen kannst , such dir eine Gruppe Alleinerziehender in deinem Ort, vielleicht auch eine Trauerbewältigungsgruppe.Dort findest du Leute in ähnlicher Lage zum Reden, vielleicht kannst du auch Freundschaften schließen.Ich würde einfach mal drauf los googlen.
Deine Mutter kann dir niemand ersetzen, aber Freundschaften geben Kraft und Halt.
Für deinen Sohn und besonders für dich, wäre es wichtig sich nicht zu verkriechen, auch wenn dir genau danach zu Mute sein mag.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft um diese schreckliche Zeit zu meistern.#klee#klee#klee#klee

L.G.

Asbo

Beitrag von sonntagsmalerin - 19.12.11 - 08:44 Uhr

Liebe Anne,

es tut mir sehr leid, was du in diesem Jahr alles erleben musstest :-( Du hast wirklich ein schweres Päckchen zu tragen, was alles andere als einfach ist.

Aber wenn man aus deiner Visitenkarte mal herausliest, was du alles schon geschafft hast - Abi, Studium, du erziehst deinen Sohn alleine und hast dich bewusst für das zweite Kind und nicht dagegen entschieden: Du bist eine sehr starke Frau, auch wenn du dich momentan vielleicht nicht so fühlst. Andere wären längst verzweifelt oder den bequemeren Weg gegangen - du hast dich durchgebissen und gekämpft! Dafür bewundere ich dich!

Sieh nach vorne - wenn es dir schwer fällt, das für dich zu tun, dann tu es für deine Kinder. Auch wenn man ganz unten angekommen ist, geht es irgendwie weiter - und es wird besser. Langsam und nicht sofort, aber es wird besser. Du musst jetzt für deine Kinder da sein! Deine Mama hätte nicht gewollt, dass du dir ein frühes Ende deines Lebens wünschst. Sie hätte gewollt, dass du am Leben festhältst, ganz sicher!

Du hast einen süßen Sohn, bald noch eine tolle Tochter - und damit eine wunderbare kleine Familie, die deinem Leben Sinn gibt! Du wirst es schaffen und dich durchboxen, da bin ich überzeugt davon.

Wenn du dich einsam fühlst, überwinde dich und suche Kontakte. Manchmal will man sich am liebsten verkriechen, aber wenn man sich überwindet und auf andere zugeht, merkt man,dass das sich doch viel besser anfühlt. Vielleicht entwickelt sich eine "lose Bekanntschaft" zu einer Freundschaft?

Auch professionelle Hilfe ist nicht verkehrt, wenn man das Gefühl hat, festzustecken. Ruf Therapeuten in deiner Gegend an und vereinbare einfach mal eine Probesitzung, du hast ja nichts zu verlieren, du kannst nur gewinnen.

Meld dich doch mal per VK bei mir, dann können wir ausführlicher reden - ich bin gerne für dich da #liebdrueck

Liebe Grüße und ein großes Kraftpaket für dich,

Clarissa

Beitrag von woman123 - 19.12.11 - 10:52 Uhr

liebe annesusanne,

ich weiss wie du dich fühlst. ich weiss das es anders wird, ich weiss - das es zu schaffen ist!

warum? ich habe letztes jahr geheiratet. für diesen mann alles aufgegeben, aus gutmütigkeit meine schwester aufgenommen....fazit: ich habe vor 5 monaten: meinen mann an meine schwester verloren. meine schwester damit auch. mein zu hause, meine arbeit (hab in seiner firma gearbeitet) und dann ist am 13.10 auch mein einziger halt - meine mama gestorben - an krebs.

es war so unerträglich ZU viel, schock, leere, boden weg, sinnlosigkeit, tiefe depression.
ich habe mir hilfe geholt. ich wollte nicht daran zerbrechen. wollte meine tochter nicht ganz alleine lassen - sie hat ja nun auch nur noch mich. ich habe mich in eine phsychatrische klinik eingewiesen, gespräche gehabt, tabletten, sortiert und mit kleinen schritten hol ich mir jetzt das leben zurück.

ich esse wieder, ich lache auch schon wieder, ich kann wieder musik hören und freue mich sogar auf ein gemütliches weihnachten mit meiner tochter und vielen tollen freunden. ich habe meinem bald ex-mann fast verziehen. er ist ein idiot und er tut mir nur noch leid. ich spüre meine mutter bei mir als engel, meiner eigenen tochter bin ich wieder eine gute mutter. und ich habe sogar, das war überhaupt nicht geplant und eigentlich unmöglich, einen wirklich netten mann kennen gelernt. der mit ganz viel empathie für mich da ist, zuhört und halt gibt. mal schauen ob mehr draus wird. ich brauche natürlich noch viel zeit für mich. mein kopfkino ist weg, ich sehe wieder sonne.

liebe annesusanne, ich weiss wie du dich fühlst, halt durch, du musst da durch. immer nur diesen einen tag. du schaffst es, genauso wie ich und viele vor und nach uns. es ist unerträglich, du bist nicht alleine. ich #liebdrueck

Beitrag von liebelain - 21.12.11 - 15:37 Uhr

Liebe Anne,

ich packe Dich an Deinen Schultern und schüttle Dich jetzt mal feste durch!
Solche Sätze wie "Ich hoffe, es ist bald vorbei." vergessen wir ganz schnell und verwenden sie niemals wieder!
Du hast ein kleines Kind und bekommst bald noch eines. Du wirst dringend gebraucht. Du wirst keinen Scheiß machen! Du wirst diese trüben Gedanken verscheuchen! Und Du wirst gut auf Dich aufpassen!
Und es wird Dir auch irgendwann besser gehen.
Jetzt nehme ich Dich in den Arm und drücke Dich.

Du hast Deine Mama verloren. Wenn man ohnehin schon nur eine kleine Familie hat, ist jeder Verlust einer geliebten Person noch wesentlich schmerzlicher, als wenn da ein ganzer Kreis ist, der einen auffängt, wärmt, tröstet und beschützt. Ich weiß, wovon ich rede, denn als ich in Deinem Alter war, war meine Mama schon 19 Jahre tot. Ich war damals auch fast ganz allein, aber ich habe mich durch mein Leben gebissen. Das ist nicht wirklich schön - insbesondere wenn man sieht, wieviel leichter es die anderen um einen herum haben. Aber es hat mich stark gemacht. Von dieser Stärke profitieren jetzt auch meine Kinder.

Auch nach Jahrzehnten wirst Du Deine Mama noch immer vermissen. Man lernt, mit dieser unumstößlichen Tatsache zu leben und der Schmerz lässt mit der Zeit nach. Er kommt zwar immer wieder zurück - mal stärker, mal schwächer -, aber er geht auch immer wieder vorbei. Und die Zeitspanne dazwischen wird langsam größer.

Natürlich haderst Du mit Deinem Schicksal, das ist völlig normal und absolut in Ordnung. Du hattest Deine Mama fest in Deiner Planung und jetzt hat Dir Fortuna einen dicken, fetten, hässlichen Strich durch Deine schöne Rechnung gemacht. Dann kalkulierst Du eben um. Du änderst Deine Pläne, erkundigst Dich nach jeder Art von Hilfe, die Du brauchst und die Du bekommen kannst. Du hast das Glück, in oder nahe bei einer Großstadt zu leben, in der ein Betreuungsangebot nicht nur ein leeres Wort ist, sondern etwas, das tatsächlich besteht.

Reiß Dich zusammen. Du bist selbst Mutter. Da sind zwei kleine Schätze, die ihre Mama lieben und sie dringend brauchen.

Du kriegst das hin. Zwei Wochen nach einem derart heftigen Genickschlag mag man das beinahe nicht glauben, aber es ist wirklich so. Du kriegst das hin. Und es wird wieder schön. Du wirst wieder glücklich sein. Und mit Dir Deine Kinder.

Verlier nie die Hoffnung. Und bitte nie wieder ein Gedanke wie "Ich hoffe, es ist bald vorbei."! Du hast noch viele wunderschöne Tage vor Dir. Es wäre dämlich, das alles wegzuschmeißen.

Herzlich, liebelain

P. S.: Heute ist Wintersonnenwende, d. h. wir haben bald die längste Nacht des Jahres hinter uns und die Tage werden ab morgen wieder länger. Das ist wie das Licht am Ende des Tunnels: es ist in Sicht.

Beitrag von pinktier - 21.12.11 - 20:49 Uhr

[... Text vom urbia-Team entfernt.]

Beitrag von rusu74 - 22.12.11 - 18:26 Uhr

Liebe Anne,

eins kann ich Dir versprechen und ich weiß es ganz genau: Wenn Du nicht aufgibst und Dir Hilfe holst, wird es besser werden. Es gibt kirchliche Einrichtungen, Selbsthilfegruppen, allein erziehende Mütter, usw. Mach einen Aushang. Hier oder in Deinem Ort. Woher kommst Du denn?

Weine, wenn Du traurig bist. Schreibe Dir alles von der Seele. Aber raff Dich auf, morgen oder in den nächsten Tagen und hol Dir Hilfe!
Sag Dir einmal am Tag "ich schaffe es" und vertrau darauf das es besser wird.

Glaub mir, Du wirst irgendwann zurückblicken und sagen "ich bin froh, das die Zeit vorbei ist. Mir geht es wieder gut".
Wenn Weihnachten vorbei ist, wird es auch schon besser werden. Das sind nur noch zwei Tage, dann ist der ganze Spuk vorbei..

Konzentriere Dich doch so lange auf die Kinder. Geschichten vorlesen, spazieren gehen usw.
Bei uns gibt es indoor Spielplätze (Kaffee und Spielplatz für Mütter und Väter).

Vielleicht gibt es sowas auch bei Dir?

Kopf hoch. Du schaffst das!
#liebdrueck