...kennt die wer?
Hallo erstmal,
bin mal wieder unschlüssig wg. der Wahl des richtigen Forums. Aber hier sind ja zumindest einige kompetente Menschen unterwegs, daher poste ich mein Anliegen mal hier...
Meine Schwiegermutter hat eine Postsendung mit "Herz & Venen Kapseln intens" bekommen, lt. Telefonat soll dies am 14.12. vereinbart worden sein. Sie selbst behauptet, nie ein Telefonat mit dieser Firma (Vita Confort Solutions AG) geführt zu haben bzw. ein rezeptfreies Medikament bestellt zu haben. (Allerdings bin ich mir da nicht so sicher, ob das stimmt, da sie manchmal - krankheitsbedingt - ein bisschen gaga ist, jedoch noch nicht soweit, dass ein Vormund bestellt werden müsste.) Hab im Internet was gefunden, dass der Firmeninhaber wohl in einige dubiose Geschäfte verwickelt sei (Schweizer Internet-Seite, ein gewisser Roland De Vallier).
Nun sollen 9,90 € an besagte Firma gezahlt werden UND, wenn meine Schwiegermutter zufrieden sei, dass im nächsten Monat automatisch eine größere Lieferung versandt würde zum Preis von 19,90 €...
Wie sollen wir uns nun richtig verhalten? Zurücksenden per Einschreiben und "Rücktritt" von einem Kaufvertrag, den es nie gegeben hat?
Kennt jemand diese Firma, diese Masche, dieses Produkt?
für eure Hilfe!
LG,
Becca
Abzocker? Vita Confort Solutions AG
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Beitrag von becca78 - 21.12.11 - 08:25 Uhr
Beitrag von risala - 21.12.11 - 08:48 Uhr
Hi,
ich würde
1. niemals etwas bezahlen
2. schriftl. per Einschreiben mitteilen, dass kein Vertrag geschlossen wurde und gleichzeitig mit der Einschaltung eines RA drohen, falls ich nochmals Post bekomme. außerdem - falls Ware geliefert wurde, diese unfrei als Paket (wg. Sendenachweis) zurückschicken.
3. abwarten ob was kommt und alles ignorieren
Gruß
Kim
Beitrag von kathi.net - 21.12.11 - 11:07 Uhr
Per Fax oder email mitteilen, dass nichts bestellt wurde und somit auch kein Vertrag vorliegt und die Firma in Kenntnis setzen, dass Ware zur Abholung bereitliegt bzw. nach Frist von XX Tagen unfrei zurückgeschickt wird.
Beitrag von joshy2310 - 01.01.12 - 21:41 Uhr
Bei einer Tante (geistig behindert) von mir hat diese Firma auch angerufen und ihr anschließend Pillen geschickt. Meine Tante hat das Päckchen rumliegenlassen, bis es uns aufgefallen ist. Wir haben versucht es zurückzuschicken, auch mit einem Schreiben, dass keine Vertrag zu Stande gekommen ist. Die Annahme wurde von der Firme verweigert und das Päckchen ihr zurückgeschickt. Sie hat ebenfalls die Annahme verweigert und es lag somit im Postdepot.
Der Anwalt der Familienhilfe im Ort sagte uns, dass es schwer wäre aus so einem am Telefon gemachten Vertrag rauszukommen. Die Firmen zeichnen alles auf.
Letztendlich haben wir nochmal persönlich mit der Firma telefoniert, denen gesagt, dass sie mit einer geistig behinderten Person gesprochen haben und nur mit einer Kopie des Behindertenausweises haben die das Päckchen zurückgenommen und meine Tante muss nun nichts bezahlen.
So ist es bei uns gelaufen...ich gehe davon aus, dass deine Schwiegermutter mit denen telefoniert hat und sich nicht traut es zuzugeben o.ä.
Leider sind die 14 Tage Frist um einen Vertrag zu stornieren auch schon abgelaufen. Aber vesuchen würde ich es auf jeden Fall. Und den Rat eines Anwalts kann auch nicht schaden, wenn ihr die Möglichkeit habt kostenlos an einen ran zu kommen. Ansonsten lohnt sich das bei dem Betrag nicht.
Beitrag von thatsme67 - 06.01.12 - 18:30 Uhr
Hallo,
bin über Suchmaschine hierher gekommen. Gestern bei meiner Mutter auch so ein Päckchen abgefangen. Angeblicher Vertragsschluss am 30.12.11, Lieferung prompt am 04.01.12. Abotermin mit weiteren Lieferungen (5x 19,90€ !!, das sind dann fast 100€ !) auch schon drin vermerkt. Scheint also eine Masche zu sein.
Habe via Email den angeblichen Vertrag widerrufen. Ich denke aber das dies einfach ignoriert wird, da keine Lesebestätigung o.ä. nachweisbar sein wird.
In den AGB ist ein 14-tägiges Rücktrittsrecht gegen freigemachte Rücksendung der Ware an eine VT Outsourcing in 72805 Lichtenstein vermerkt, daß ich wohl nutzen werde. Unfreie Rücksendungen werden da grundsätzlich abgelehnt (EU-Recht läßt grüßen, ist leider legitim).
Leider kann man kaum anderst darauf reagieren, dass läßt unsere liberale Handelspolitik so zu. Vertragsabschluß nur schriftlich gegen Unterschrift bei solchen Abo's, und schon wäre Ruhe damit.
Zu eurem konkreten Fall, falls noch aktuell: Laut Anschreiben kann das Abo angeblich jederzeit gekündigt werden. Dies würde ich sofort per Einschreiben auf den Weg bringen. Interessanterweise ist die Widerrufsadresse allerdings die in der Schweiz.
Wünsche Euch viel Erfolg.
Grüße
W.
Beitrag von becca78 - 07.01.12 - 22:17 Uhr
Hallo an alle, die geantwortet haben und Danke erstmal!
Ich habe mich zunächst an die Verbraucherzentrale gewandt, die mich allerdings an eine Rechtsberatung (kostenpflichtig) verwiesen hat.
Die Anwältin dort diktierte mir ein Widerrufs-Schreiben (wer Interesse am Text für ein solches Schreiben hat, einfach PN an mich...), dass an die Schweizer Anschrift zu senden ist. Um der Annahme-Verweigerung vorzubeugen, sollte es als Einwurf-Einschreiben versandt werden. Ein Widerruf per E-Mail sei rechtlich nicht sicher.
Dies haben wir fristgerecht gemacht und bisher noch keine Reaktion der "Firma" erhalten.
Die Ware haben wir noch bei uns (natürlich ordnungsgemäß gelagert, da rechtmäßiges Eigentum des Absenders) und warten, ob die die Ware wieder haben wollen. Dann sollte diese lt. Anwältin zu unseren Kosten an die deutsche Adresse gesandt werden.
Falls sich noch was tut, melde ich mich noch einmal hier.
LG,
Becca
Beitrag von becca78 - 18.01.12 - 20:18 Uhr
Hallo!
Update zum obigen Beitrag:
Inzwischen hat die Firma unseren Widerruf erhalten und lt. Schreiben sollen keine weiteren Lieferungen mehr erfolgen...
Allerdings kam eine Zahlungserinnerung, in der "scheißfreundlich" daran erinnert wird, welch große Freude meine Schwiema sicherlich mit den Kapseln habe und sie sich daher auch sehr freuen würden, nun die Zahlung dafür zu erhalten.
Ich bin beim Stöbern darauf gestoßen, dass für unbestellte Ware nicht zu zahlen ist (da ja sonst ein Kaufvertrag geschlossen würde) und diese auch nicht auf eigene Kosten zurückzusenden ist. Weiterhin kann u.U. sogar über die Ware verfügt werden...
Die Firma wurde durch mich nun per Mail angeschrieben, dass sie innerhalb einer Frist die Ware entweder abholen kann oder uns die anfallenden Versandkosten in Form von Briefmarken zusenden soll. Bisher warten wir auf eine Reaktion.
Wir sind gespannt 
LG,
Becca
Beitrag von mcburner2012 - 24.02.12 - 18:41 Uhr
Hallo.
Suchfreund google hat mich auf diesen Beitrag gestoßen. Auch ich durfte - für meine Verwandschaft - jetzt entsprechend auf diese "Falle" reagieren. Wobei ich zunächst sagen muss - man hat auf meinen Widerruf reagiert und auch erwartungsgemäß.
Ich habe einen Widerruf formuliert und an die im Schreiben der ersten "Testlieferung" genannten Adressen verschickt. Sogar mehrfach: eine Version ging per FAX raus, ein Widerruf in Briefform per Einschreiben und dann sogar noch das Produkt selbst - an die abweichende aber ebenfalls genannte Adresse.
Die Bestätigung des Widerrufs kam, allerdings wie bei Becca - mit einer netten kleinen Rechnung hinten dran von wegen man möge doch bitte an die noch ausstehenden 9.90 Euro denken.
Man möge mich korrigieren - aber wenn ich eine Lieferung bzw. eine Bestellung oder einen Vertrag widerrufe - dann erlischen doch auch die Forderungen seitens des Anbieters oder? Ich sehe mich nicht in der rechtlichen Verpflichtung die 9.90 Euro zu bezahlen - zumal das "Testprodukt" ungeöffnet zurückgegangen ist - ebenfalls per Einschreiben.
Gabs da hier von anderer Seite evtl. zwischenzeitlich Updates?
Beitrag von mcburner2012 - 24.02.12 - 18:46 Uhr
Ich hab vergessen meine Befürchtung zu formulieren. Die ist nämlich die, das - wenn ich die 9,90 Euro bezahle - doch wieder ein Vertrag geschlossen wird. Sprich: versucht man mich da auszuhebeln? Nach dem Motto - Bezahlen = Bestätigung des Vertrags?
Beitrag von knuffel03 - 29.02.12 - 21:15 Uhr
Guten Abend,
ich habe heute abend ebenfalls einen Anruf meiner Schwiegermutter bekommen, der genau das Gleiche passiert ist. Bei ihr hat der Anruf definitiv stattgefunden. Trotzdem, also auch wenn sie die Kapseln bestellt hat, gehe ich davon aus, dass man das Ganze ohne Weiteres widerrufen kann (es gibt im Begleitschreiben ja auch eine ganz normale entsprechende Widerrufsbelehrung), und dann selbstverständlich auch nicht die 9,90 Euro bezahlen muss - sofern man das Produkt zurückschickt ("die beiderseitigen Leistungen zurück gewähren"). Das ist ja der normale Verlauf bei solchen "Haustürgeschäften". So werden wir das tun. Alles per Einschreiben zurück und Widerruf. Sollte dann tatsächlich nochmal eine Zahlungsaufforderung kommen, werden wir die getrost ignorieren.
Alles Gute!
Beitrag von mirakles - 09.03.12 - 19:21 Uhr
Guten Abend,
vermutlich hat mich diese Firma gerade angerufen.
Sie haben eine Umfrage mit drei Fragen vorgegaukelt, alles vom Band.
Vernünftige Antworten habe ich nicht gegeben.
Als Dankeschön für die Teilnahme an der Umfrage erhalte ich demnächst ein Paket im Wert von 35 Euro für das ich aber 9,90 Euro Versandkosten zahlen soll.
Dann haben sie nach meinem Namen und nach "Straße, Postleitzahl und Wohnort" gefragt.
Ich habe natürlich meinen Namen nicht genannt und als Antwort auf die zweite Frage habe ich die Frage wiederholt. Das mochte der Telefoncomputer nicht und hat aufgelegt.
Über meine Telefonnummer könnten sie meine Adresse herausbekommen.
Sollte tatsächlich ein Paket kommen, mache ich GAR NICHTS.
Sollen sie doch mal klagen. Die Gesprächsaufzeichnung nutzt ihnen auch nichts.
So und jetzt schreibe ich noch eine E-Mail an die Bundesnetzagentur.
Schönen Abend!
Beitrag von oeni7733 - 28.03.12 - 02:49 Uhr
Tach Leute!
Begeistert darüber, endlich etwas über dieses obskure Unternehmen gefunden zu haben, habe ich gerade Eure Beiträge verschlungen. Ja, mich hat es auch getroffen, na eigentlich meine demente Mutter.
Rechtsauffassungen zu diesem Thema sind bekanntlich - getreu dem Motto "Zwei Anwälte, drei Meinungen" - unterschiedlich. Das gilt insbesondere zur Frage, ob ein Vertrag zustandegekommen ist oder nicht. Ich vertrete die Auffassung, dass dem nicht so sei. Es dürfte in meinen Augen keine rechtliche Deckung für solch möglichen telefonischen Überfälle geben. Und egal, ob das Opfer nun dreimal ja, nein oder vielleicht gesagt hat, dürfte dies kein Richter als Zustandekommen eines Vertrages werten. Wir wissen doch alle, wie gerade ältere Menschen in solche Gepsärche verwickelt werden.
Problem bei allen gemachten Vorschlägen: die Frage der Kostenübernahme. Schaltet jemand einen Anwalt ein, kostet's. Wird das Päckchen zurückgesendet, kostet's. Gleichermaßen Widerrufserklärungen, "Vertragsrücktritte" etc. pp. per Einschreiben/Rückschein. Gut, die 4,60 Euro habe ich mir auch ans Bein gebunden.
Meine Strategie ist allerdings eine andere: Ich habe als bevollmächtigter Vertreter meiner Ma sämtliche Ansprüche verworfen und zurückgewiesen. Zudem habe ich deutlich gemacht, dass kein Auftrag erteilt worden sei und kein Interesse an einem Abo bestehe. Weiter sei keine Bestellung erfolgt und auch keine Lieferung. Sollen die doch nachweisen, dass die Sendung ausgehändigt worden ist. EIN UNMÖGLICHES UNTERFANGEN!
Und wenn sie von Vertrag reden sollten, sollen sie auch das nachweisen - ebenfalls nahezu unmöglich. Auf diese Art und Weise schiebe ich aber Zugzwang und Beweislast an die umstrittene Versandfirma zurück. Und so will ich uns schadlos halten.
Zu guter Letzt mache ich denen noch eindeutig klar, dass ich mich nicht scheue, Anzeige zu erstatten und Strafantrag bei der zuständigen Staatsanwaltschaft zu stellen. Das führe ich ggf. dann allerdings auch aus. Und als Schlusspunkt unterstreiche ich, dass ich den Fall unterschiedlichen Verbrauchermagazinen bekanntmachen werde. Ich glaube, ganz viel Energie werden die nicht mehr aufbringen, die 9,90 Euro unrechtmäßig eintreiben zu wollen.
Ich werde meine Erfahrungen hier gerne weiter mitteilen.
Ciao oeni
Beitrag von becca78 - 11.05.12 - 22:58 Uhr
Hallo!
Update: Nach knapp 4 Monaten gab es keine Rückmeldung mehr. Daher betrachte ich unsere Angelegenheit tatsächlich als erledigt... 

LG
Beitrag von tinamarie2012 - 17.03.12 - 21:10 Uhr
Hallo Becca,
könntest du mir den Text des Widerrufschreibens zur Verfügung stellen ?
Mein Partner hatte heute auch diese Pillen im Kasten und ist sich sicher, dass er keinen Vertrag geschlossen hat.
Nun ist das ja so eine Sache mit den Verträgen. Ich denke da insbesondere auch an mdl. Verträge. Außerdem kann die Fragestellung der Firma ja versteckt Vertragsinhalte deklarieren. Leider kann er sich nicht ganz genau an die entsprechende Kommunikaton erinnern, da er wohl Anfang Februar das Gespräch führte.
Ich halte das ganze eigentlich für sittenwidrig. Aber die entsprechende Nachweis-führung aufgrund telefonischer Gespräche ist m.E. schwierig.
Hinzu kommt, dass er wohl die 9,90 € bereits gezahlt hat. Nunmehr denke ich, dass mit diese Anzahlung ein Vertrag zustande gekommen ist. Wir möchten aber nichts unversucht lassen und auch keine weiteren Zahlungen leisten.
Danke im Voraus.
LG
tinamarie2012
Beitrag von mcburner2012 - 28.04.12 - 09:28 Uhr
Hi zusammen.
Also für mich bzw. meine Mutter ist dieser Sachverhalt wohl aus Sicht von "Vita-Confort Solutions" noch nicht abgeschlossen. Mittlerweile wurden 5 Euro Mahngebühren aufgeschlagen. Ich habe zwischenzeitlich ein weiteres Einschreiben verfasst mit welcher ich diesen Verein "freundlich bestimmend" auf die gültigen und bereits von denen bestätigten Widerruf hingewiesen habe und daher jegliche weitere Zahlungsforderung als nichtig ansehe. Das ist doch der Sinn eines Widerrufs!
Man besteht aber weiterhin auf die Zahlung der 9,90 Euro zusätzlich der Mahngebühren. Mein ursprünglicher Verdacht, dass man hier versucht künstlich eine Vertragsannahme zu forcieren bleibt also nicht nur bestehen, ich fühle mich darin bestätigt.
Ich beabsichtige nun abzuwarten was an Schriftverkehr noch kommt. Die Mahnungen des Anbieters haben ja - soweit mir das bekannt ist - keinerlei rechtliche Relevanz. Interessant ist es doch frühestens dann, wenn es Post von einem Amtsgericht - also das regelrechte eingeleitete Mahnverfahren - gibt. Ist das so korrekt?
Wie ist die Situation für die anderen betroffenen verlaufen? Diese halbgare Drohung, man hätte ja am Telefon der Zusendung zugestimmt spielt doch überhaupt keine Rolle. Wofür ist denn der Widerruf sonst da?
Ich wäre an weiterem Erfahrungsaustausch interessiert. Ich werde wohl heute auch mal mein Glück bei der Verbraucherzentrale versuchen. Wird sicherlich auch auf den Verweis zu einem Rechtsbeistand hinaus laufen.
