Nichts für zarte Gemüter....

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von mamita2012 - 21.12.11 - 09:37 Uhr

Unser Sohn ließ ewig auf sich warten. Wir waren schon 6 Tage über den Termin und haben beschlossen einleiten zu lassen. Morgens im tiefsten Schnee sind wir ins Krankenhaus gegangen. Ich bekam gegen Mittag meinen Wehencocktail und ich stellte fest, dass der gar nicht soooooooooo eklig war, wie er immer beschrieben wurde. Danach bin ich erstmal mit meinem Mann hin und her gelaufen, Treppen gestiegen, wieder runter, angezogen, draußen spazieren gelaufen, wieder rein und alles von vorne. Das Mittagessen hatten sie irgendwie vergessen zu bestellen, aber irgendwie war mir da auch nicht danach. Anfangs tat sich lange nichts. Dort mal ein Ziepen, da mal ein kurzer Schmerz, aber nichts aufsehenerregendes. Ich sah Frauen in den Kreissaal kommen und auch schon wieder gehen. Irgendwie dachte ich mir noch so, dass wird heute nix. Doch nach Stunden des Wartens kamen dann die Wehen. Sie waren zwar stark und schmerzhaft, aber es war für mich noch auszuhalten. Ich lief mit meinem Mann weiter, immer einen Stuhl im Schlepptau, weil ich herausgefunden hatte, dass ich mich da am besten Abstützen konnte und so auch am besten veratmen konnte. Mein Mann machte alles mit, versuchte mir den Rücken zu massieren, atmete mir vor (wir hatten keinen Geburtsvorbereitungskurs, aber es war für uns beide auch nicht unser 1. Kind) und war mir eine richtige Hilfe. Ich musste dann zur Hebamme, zur Untersuchung. Liege da und sage ihr noch so lapidar, ich habe Muschikrämpfe. Sie schaut mich an und lachte, tastete ab und sagte, das sind keine Krämpfe, das sind Wehen! Sie schickte mich nochmals los und ich musste dann irgendwann auf die Toilette. Dort kam dann schon eine Blutung. Ich war total aufgeregt, weil ich jetzt instinktiv wusste, dass mein Kind bald kommt. Wieder ab zur Hebamme, der Muttermund war nun fast ganz geöffnet und sie schickte mich erneut los. Der Arzt kam mir entgegen und fragte mich, wie es aussehen würde und ich sagte, ich glaube, es geht bald los, ich hatte schon etwas Blut in der Hose. Er winkte ab und meinte, das kann noch dauern. Tja, keine 1/4 Stunde später stand ich wieder auf der Matte, weil die Wehen so stark wurden, dass ich sie kaum mehr beatmet bekommen habe. Jede Bewegung tat mir irgendwie einfach nur noch weh und ich weiß, dass ich alle um mich herum angeschrien habe, dass ich nicht mehr kann. Wollte dann die PDA, aber dafür wars dann schon zu spät, weil die Presswehen schon im Anmarsch waren. Mein Mann hat tapfer durchgehalten. Mir immer wieder vorgeatmet, mich mit Traubenzucker gefüttert und mir Wasser zu trinken gegeben und immer wieder beruhigend auf mich eingeredet. Ich bin soooooooo stolz auf ihn!! Während der Geburt bekam ich dann noch einen Sensor bei meinem Baby eingesetzt, weil die Herztöne nicht mehr zu hören waren. Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet und habe so verkrampft, dass es einfach nur noch weh tat. Dann kamen die Presswehen und das richtig heftig. Während der Presswehen sollte ich dann auch noch meine Stellung ändern?!?!?! Was hab ich gebettelt, dass ich so liegen darf und behauptet, ich könne mich gar nicht drehen. Aber es half alles nichts und letztendlich hatte die gute Hebamme ja auch recht, kaum hatte ich mich gedreht, kamen noch 3 Presswehen und das Kind war da!!!! Ich habe es gesehen und habe nur noch gejammert: "Oh ist der hübsch!!!!".

Ich dachte, ich hätte das Schlimmste hinter mir, aber das stand mir erst noch bevor. Ich war fix und fertig von der Geburt, aber glücklich, unsagbar glücklich. Der Kleine lag kurz auf meinem Bauch, als man mir in der Zeit die Plazenta rauszog. Die Form werde ich nie vergessen. Sie war herzförmig. Unser Kind war aber auch ein Kind der Liebe!

Als die Plazenta draußen war, kam ein riesen Schwall aus mir heraus. Ich habe nur gespürt, wie alles nass wurde und alles blutig war. Man nahm mir das Kind von der Brust, streckte es meinem Mann entgegen und dann war nur noch Hektik. Die Frauenärztin wurde gerufen und eine Menge anderer Leute. Der Anästhesist war auch gleich mit dabei. Man hat mir eine Infusion gesetzt und die Hebamme sagte nur, sie versteht es nicht und war ganz außer sich. Die Frauenärztin schaute nach, es tat alles so unheimlich weh und sagte:" Ich finde es nicht, ich finde die Bluttungsstelle nicht!". Andererseits versuchten mich die anderen zu beruhigen und ich dachte in diesem Moment nur noch an mein Kind und meinen Mann. Ich schaute zurück, wo mein Mann mit dem Kleinen stand und ich sagte mir immer wieder "nur nicht einschlafen, nur nicht einschlafen, du darfst nicht einschlafen". Ich hatte keine Kraft mehr und ich wusste auch nicht, woher ich sie zu diesem Zeitpunkt holte. Aber ich habe durchgehalten. Ich hatte aber in diesem Moment wirklich Todesangst und mein Mann hat mir danach erzählt, dass er auch Angst davor hatte, dass er nun mit den Kindern alleine da steht und mich verlieren würde.

Ich wurde immer wieder gebeten, den Po hoch zu machen, damit sie die Unterlagen wechseln konnten und irgendwann hatte die Frauenärztin die Blutungsstellen und vernähte sie. Wo genau sie waren, weiß ich bis heute nicht. Ich bin der Meinung, dass man die Plazenta einfach zu früh herausgezogen hat. Als ich dann in das normale Bett umgelagert wurde, sah ich erstmal, wieviel ich überhaupt geblutet haben muss. Die Schränke waren vollgespritzt, der ganze Boden voller Blutlachen. Ich war so fix und fertig mit der Welt und wollte einfach nur noch meinen Sohn kuscheln. Das tat ich auch, während mein Mann, so hilfsbereit wie er war, der Hebamme beim Putzen half.

Leben und Tot können so nahe aneinander liegen, genauso wie Glück und Unglück. Wir sind alle nur so dankbar, dass wir dieses Familienleben leben dürfen und wir denken oftmals noch an diese Zeit zurück, obwohl es nun bald 2 Jahre her ist. Wenn man weiß, was man hätte verlieren können, dann hält man es umso mehr fest. Dieses Ereignis hat unsere Beziehung und unsere Liebe stärker werden lassen.

Weder mein Mann, noch ich haben dieses Erlebnis wirklich jemals verarbeitet, auch wenn in der Zwischenzeit Kind 3 und bald Kind 4 auf die Welt gekommen sind. Es kommt immer wieder hoch und ich muss immer wieder weinen, wenn ich daran denke. Mein Sohn hat eine besonders enge Bindung zu seinem Vater. Er ist ein absolutes Papakind und lässt sich lieber von ihm trösten, als von mir. Anfangs hat das manchesmal weh getan, aber ich verstehe es schon. Die erste halbe/dreiviertel Stunde seines Lebens hat er mit Papa verbracht und nicht wie üblich, mit seiner Mama. Ich genieße es mittlerweile zu sehen, wie die beiden aneinander hängen.

So, das war mein Bericht..

Beitrag von nacktschnecken - 21.12.11 - 11:52 Uhr

#liebdrueck

wenn ich das lese, bin ich doch froh, das ich bei der zweiten geburt mit morphium abgeschossen wurde und nicht mehr viel von weiß.

mein mann ist im rettungsdienst tätig und hat sich um uns beide große sorgen gemacht. mein sohn war mit der schulter schecken geblieben.

ich wünsche dir/auch viel kraft, auch nach 2 jahren, diese geburt zu verarbeiten. einen weg hast du schon gefunden, indem du uns davon berichtet hast.

#winke bettina

Beitrag von mamita2012 - 21.12.11 - 12:10 Uhr

Danke dir für deine Zeilen. Es ist schon erschreckend, was in der heutigen, fortgeschrittenen Zeit doch alles bei einer Geburt passieren kann. Irgendwie ist man darauf auch nicht wirklich vorbereitet, finde ich. Man bereitet sich auf die Schmerzen vor, auf das Schöne danach, aber nicht darauf, dass wirklich was passieren könnte und wenn es so ist, steht man doch sehr allein gelassen da.

Wichtig und das einzige was zählt ist, dass alles gut gegangen ist, auch bei euch!

Liebe Grüße
Mamita

Beitrag von nacktschnecken - 21.12.11 - 15:53 Uhr

das stimmt, aber wenn ich mir vorstelle, was hätte sein können, wenn ich ihn nicht in der klink bekommen hätte #augen.

hier mal der bericht von sohnemanns geburt:
http://www.urbia.de/forum/43-geburtsberichte/1380083-nichts-fuer-schwache-nerven-sehr-lang/8893528

ich wünsche dir schöne, besinnliche weihnachtstage mit deinen liebsten :-).

Beitrag von golm1512 - 26.12.11 - 09:05 Uhr

Aber findest du nicht, dass sowohl bei dir und auch bei der TE ordentlich am Geburtsverlauf herummanipuliert wurde? Wehencocktail, Wehentropf, ständig kontrolliert jemand irgendwas, nie ist mal Ruhe und Zeit da.
Ich habe meine Kinder NICHT in der Klinik bekommen. Ich habe keine Ahnung, zu welchem Zeitpunkt der Mumu auf wie viel Zentimeter auf war. War mir auch schlicht egal. Ich wollte und brauchte meine Ruhe und man hat sie mir gelassen und die Kinder purzelten aus mir heraus. Okay, mit dem ersten musste ich bisschen länger arbeiten, aber das Zweite flutschte nur so.

Ich bin sehr dankbar für meine Geburten und mich schaudert es immer wieder, wenn ich Berichte aus der Klinik höre. Ich denke wirklich, dass sich der größte Teil der Komplikationen an einem anderen Ort gar nicht erst eingestellt hätten.

Dennoch viel Spaß mit euren Kindern!

Beitrag von julchen.1988 - 21.12.11 - 11:59 Uhr

Guten Morgen,

wow, wenn ich das lese bekomme ich Gänsehaut...es ist fast wie bei mir, bei meinem zweiten Kind....

Ich hatte eine wundervolle schnelle Geburt von 4 einhalb Stunde, in der Wanne, ohne PDA alles top, eine Geburt wie aus dem Bilderbuch....

Aber bei mir wollte die Plazenta nicht raus....ich habe auch einen Haufen Blut verloren und mein Mann sagte mir so ziemlich das selbe wie deiner zu dir, er hatte Angst mich zu verlieren und über all war Blut, die Schränke der Boden alles voll

Ich hab davon gott sei dank nichts mitbekommen, bin immer wieder ohnmächtig geworden und dann in Vollnarkose gesetzt worden , damit die Plazenta manuell entfernt werden konnte, ich war auch knapp am Tod vorbeigeschlittert und wenn die Ärzte sich nicht beeilt hätten, hätten sie mir fast die Gebärmutter entfernen müssen....und das mit 20 !!!!! #zitter #schwitz #schmoll

ICh wünsche euch alles Glück der Welt .... !!!!

Beitrag von mamita2012 - 21.12.11 - 12:14 Uhr

Ohje, das tut mir schrecklich leid. Ja, wie ich eben oben schon geschrieben habe, man ist irgendwie auf alles vorbereitet, auf die Wehen, die Schmerzen bei der Geburt und auch auf das Schöne danach, aber nicht darauf, dass was passieren könnte. Ich habe mich danach sehr allein gelassen gefühlt, mit meinem seelischen Schmerz, obwohl ich ihn mit meinem Mann teilen konnte und noch immer teile.

Ganz allein wichtig ist, dass unsere Kinder gesund sind, dass wir gesund sind und dass wir unsere Kinder aufwachsen sehen dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, das weiß ich seit dieser Geburt.

Ich wünsche dir auch alles, alles Gute!!

Beitrag von julchen.1988 - 21.12.11 - 12:17 Uhr

Du hast Recht, mein Mann war auch soooo toll für mich da und er leidet auch heute immer noch mit mir und redet auch nicht gerne drüber, mnachmal leider, denn ich finde sowas sollte man aufarbeiten....

Es war einfach schrecklich, vorallem der Gedanke " Mein Sohn hätte seine Schwester mal sooo gehasst, wenn ich gestorben wäre , er würde doch immer denken sie ist schuld " Soche Gedanken sind soooo grauenhaft, aber man hat sie leider.... auch noch 3 Jahre danach !

Wünsche dir auch alles alles erdenklich gute !

Beitrag von firdaus - 21.12.11 - 14:13 Uhr

ich dachte erst "was hat sie denn, hoert sich doch perfekt an!" und dann kam der teil mit der plazenta :S

wow du hast recht, wir sollten uns wirklich bewusstsein wie nah leben und tod aneinander haengt und dankbar fuer jeden augenblick sein, den wir mit unseren liebsten verbringen duerfen

Beitrag von midnight19 - 21.12.11 - 18:24 Uhr

Einfach nur WAHNSINN #verliebt#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von vchilde1976 - 21.12.11 - 19:54 Uhr

Danke für Deinen offenen Bericht! Auch ich hatte Gänsehaut, nachdem ich ihn gelesen hatte. Du bist eine starke Frau und hast für Deine Kinder und Deinen Mann durchgehalten - Respekt!!!

Ich wünsche Dir und Deiner Familie frohe Weihnachten!

vchilde1976 mit Simon Andreas (*13. Oktober 2010)

Beitrag von pinkfuchs - 22.12.11 - 09:22 Uhr

Der Bericht ist wirklich zu blutig, als Leihe ist es immer schwer einzuschätzen, wieviel Blut man wirklich verloren hat. Interessant wäre die Frage wie sehr der Hb abgesunken ist? Ich denke solche Worte wie "Schränke waren vollgespritz" und "ganzer Boden voller Blutlachen" ist sehr subjektiv und macht vielen werden Mamas sicher Angst. Und dafür sollten diese Berichte doch auch nicht sein, oder sehe ich das falsch? Klar sind auch die negativen Erfahren wichtig und hilfreich, aber die Wortwahl sollte nicht aus einem Horrorfilm kommen. Ist nur meine Meinung :)

Beitrag von babygirl2010 - 22.12.11 - 13:41 Uhr

Ich frag mich auch, wenn das wirklich so viel Blut war, wieso bekam sie dann keine Bluttransfusion?

Bei meinem Not-KS da hab ich auch so viel Blut verloren, sodass ich ne Bluttransfusion bekam. Ich weiß allerdings nicht, wie viel Blut da lief, da ich in Vollnarkose war...

LG

Beitrag von tragemama0709 - 22.12.11 - 16:11 Uhr

Ich habe nicht mal 1 L verloren und das sah schon aus wie in einem schlachtfeld.

Beitrag von pleo - 22.12.11 - 21:42 Uhr

"Ich frag mich auch, wenn das wirklich so viel Blut war, wieso bekam sie dann keine Bluttransfusion?"

Das hab ich mich allerdings auch gefragt... Ich hatte selber auch viel Blut verloren und war ehrlich gesagt dadurch kreislaufmäßig so angeschlagen, dass ich nicht dazu in der Lage war, mich noch groß umzuschauen und die Schränke und den Boden zu begutachten. Ich konnte nur noch liegen und gegen dieses Schwächegefühl ankämpfen.
Wenn man wirklich zwischen Leben und Tod schwebt, dann hat man für solche Inspektionen erst recht keine Muße... Meine Meinung!

Beitrag von julchen.1988 - 24.12.11 - 14:00 Uhr

Mir ging es auch so

Und ich habe es aus den Erzählungen der Ärzte, Hebammen und meinem Mann erfahren wie es dort aussah, ich schätze das es der TE hier auch so ergangen ist...

Und ich finde auch das es dazu gehört auch mal sowas zu erzählen, denn nicht jede Geburt ist wie aus dem Bilderbuch !

Beitrag von charls - 28.12.11 - 16:35 Uhr

Und geht es jetzt hier darum, wer am meisten Blut verloren hat und den dramatischsten Bericht abliefern kann? Den Wahrheitsgehalt eines Berichtes anzuzweifeln, auch wenn er natürlich immer subjektiv ist, und das mit der Überzeugung (Überheblichkeit?), dass man selber es ja wissen muss, weil man es ja noch viel schlimmer hatte,... ist absolut daneben. Todesangst hatte sie trotzdem, und ihr Mann auch - darum geht es doch im Kern, und nicht um den genauen Blutverlust.

Beitrag von willow19 - 28.12.11 - 17:42 Uhr

Erstmal top, was Du geschrieben hast. 3 von meinen 4 Geburten waren echt nicht schön und bei zweien kam die Nachgeburt auch nicht. Die 3. Geburt war im Allgemeinen absolut der Horror. Erst dachte ich, mein Kind überlebt das nicht und dann verlor ich viel zu viel Blut. Ich selbst merkte davon nicht mal sehr viel, außer dass mir ständig etwas Warmes unten raus lief. Mein Mann, der noch nie großartig eine Regung bei den Geburten gezeigt hat, außer Freude, war urplötzlich kreidebleich und das machte mir echt Angst. Lauter Ärzte kamen, sie fragten mich, wie ich heiße, ob mir schon schwindelig sei usw..... Dann ging alles ganz schnell. Ab in den OP. Kurz vor der Narkose spürte ich, wie nochmals ein richtiger Schwall Blut abging und noch heute sehe ich das Gesicht der Ärztin vor mir, als sie mich ganz seltsam ansah.

Als ich wieder aufwachte, war ich sogar recht fit, aber die nächsten paar Tage bin ich im Stehen eingeschlafen, wegen des Blutverlustes. Mir wurde gesagt, dass normal eine Transfusion nötig gewesen wäre, aber mein Kreislauf sei so stabil gewesen, dass sie es nicht taten. (Kann nur das widergegeben, was mir gesagt wurde)
Aber es ist doch wirklich, um es mal klar auszudrücken, scheiß egal, wie viel Blut man verliert, oder wie es aussieht. Man muss doch nicht nach der Geburt den Kreissaal durchforsten, um eventuell das Blut in einen Eimer zu sammeln, um dann ganz genau sagen zu können, wie viel Blut man verloren hat, oder doch???!!!!
Ich weiß, dass es beim 3. Kind heftig ausgesehen hat, beim 4. Kind war das alles nicht so schlimm und es eilte auch nicht so sehr, in den OP zu kommen. Aber sollte ich jemals noch ein Kind bekommen, was eigentlich nicht der Fall sein wird, nehme ich mir höchst persönlich einen großen Messbecher mit, damit man hier genaue Angaben machen kann......

Manchmal kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.

LG

Beitrag von pleo - 03.01.12 - 14:32 Uhr

Wer so übertreibt bei seinem Bericht ("zwischen Leben und Tod", etc.) braucht sich nicht wundern, wenn Leute, die ähnliches erlebt haben, das ganze ein bisschen auf den Boden zurück holen.

Mir ging es eben NICHT schlechter, sondern wesentlich besser, da ich ja nicht mal eine Transfusion brauchte, aber nichtmal ICH konnte mir da noch den Kreißsaal anschauen. Da verwundert es einen eben, dass jemand, der nach eigenen Worten zwischen Leben und Tod schwebte, noch Muße hat, sich gemütlich umzuschauen.

Hat nichts mit Wettbewerb zu tun, da verstehst Du das völlig falsch.

Beitrag von jokur - 29.01.12 - 23:06 Uhr

also ich habe als medizinstudentin eine geburt in malawi miterlebt, bei der eine frau eine PPH (postpartale hemorrhagie) hatte. Diese frau hat innerhalb von 4 minuten soviel blut verloren, dass sie halb in ihrem eigenen blut lag (es war eine gummimatratze, die dem gewicht der frau nachgab, sodass sich das blut um sie herum sammelte), ich habe das nie vergessen, ich geriet in panik, alle anderen gerierten in panik, alle, ausser der frau. Die war zu erschöpft, allerdings sah sie alles, und blieb bei bewusstsein- obwohl sie etwa 3,5 l blut verloren hatte, sie fing nur an zu zittern. Gott sei dank stoppte die blutung durch ein medikament und das abdrücken des uterus.

Nur soviel: ich bin bei meiner geburt mit einem hb von 12,5 in die geburt gegangen. Keiner der ärzte hatte mir gesagt, dass ich stark nachgeblutet hatte (ich trug meine brille nicht und hab nix mitbekommen) ausser dass die plazenta nicht vollständig war!.

Seltsamer weise bin ich aber bei jedem versuch, aufzustehen kollabiert- hier in bosnien hat man nach der geburt keinen bluttest gemacht.

Nachdem ich weiterhin auch zu hause tagelang immer wieder fast kollabiert bin, wenn ich nur 2 minuten auf den beinen war, wurde eine schwere anämie diagnostiziert.
Ich hatte einen hb von 7. Ich nahm dann eisen und es ging mir nach 10 tagen super!

damit ein hab soweit absackt, muss man ca. 2 l Blut verlieren!! -bei einer normalen geburt verliert man durchschnittlich 500 ml blut.

also ist das, was man erlebt echt absolut subjektiv!! Trotzdem, ich denke man sollte den bericht der frau ernst nehmne, der mensch hat ein gefühl, wenns gefährlich wird! und sie fühlte sich in ihrem leben bedroht. Und: auch wenn eine geburt was natürliches ist, ist sie doch eines der risikoreichen natürlichen ereignisse. Ich bin froh, dass wir doch so ein gutes gesundheitssystem haben, dass viele der frauen rettet, die noch vor 50 jahren gestorben wären...

Aber die regel ist trotzdem die "normale" geburt :)

Beitrag von xemi80 - 22.12.11 - 15:46 Uhr

...deswegen steht in der Überschrift: "Nichts für zarte Gemüter"

Dass eine Geburt auch sehr blutig sein kann, sollte jedem klar sein.

...."Ich denke solche Worte wie "Schränke waren vollgespritz" und "ganzer Boden voller Blutlachen" ist sehr subjektiv und macht vielen werden Mamas sicher Angst.".....
-Anders als subjektiv kann man einen solchen Bericht nicht schreiben. Schließlich schreibt sie über ihr Erlebnis. Das ist objektiv nicht möglich..

Ist nur meine Meinung!

Beitrag von stuchen - 23.12.11 - 14:01 Uhr

Wow, ich muss sagen, dass ich eben echt Tränen in den Augen hatte!!

Bei mir war die Geburt ähnlich, bis der Kleine da war lief alles glatt, die Plazenta hat allerdings etwas auf sich warten lassen. Die Hebamme hat mir dann auf dem Bauch rumgedrückt, was etwas schmerzhaft war. Hat dann bestimmt ne halbe Stunde gedauert, bis sie da war und danach hatte ich auch starke Nachblutungen. Ich hätte währenddessen aber nie gedacht, dass was passieren könnte. So dramatisch wie bei dir war es nicht, aber ich kann da richtig nachempfinden. Echt heftig! Aber zum Glück ist alles gut gegangen #liebdrueck

Beitrag von treesa - 26.12.11 - 22:37 Uhr

gott sei Dank ist alles gut gegangen, bei meiner Mama haben sie auch an der Plazenta gezogen, sie wäre beim 6.(!) Kind fast verblutet, davor hat sie 5 Kinder völlig komplikationslos geboren.. sie war 3 Wochen später noch Leichenblaß und wackelig, aber es ist alles nochmal gut gegangen, meine jüngste Schwester ist mittlerweile 15 :o)

Beitrag von klari198512 - 02.01.12 - 13:01 Uhr

wow heftig!

mir wurde auch die plazenta rausgezogen. fand das im nachhinein bissl komisch. da ist dir wohl ein grosses gefaess gerissen, weil die zu frueh drangezogen haben. frage mich, warum die dat so machen?
sicher, ist manchmal von noeten, aber nu isses standart ist es wird nicht mehr gewartet bis frau es selber rausdrueckt?

na, es ist ja grad noch alles gut gegangen.

liebe warme gruesse,

klari