Schon verhaltensauffällig?

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Beitrag von anni_78 - 22.12.11 - 21:04 Uhr

Hallo,

manchmal verwirrt mich das Verhalten meines Sohnes (7 1/2 Jahre) und ich weiß nicht, ob das (noch) normal ist.
Er geht in die 2. Klasse, ist ein sehr guter Schüler und im Unterricht auch aufmerksam und wißbegierig. Bei den Hausaufgaben gibt es selten Probleme, egal, ob er sie zu Hause oder im Hort macht.

Aber in den Pausen piesakt er ganz oft seine Mitschüler. Er stänkert rum, nimmt Stifte weg, zieht Mützen vom Kopf, stellt anderen ein Bein... und hört nicht auf, auch wenn er mehrfach von ihnen oder vom Lehrer ermahnt wird.

Seine Mitschüler nervt das regelrecht, ich wurde schon ein paar mal von ihnen darauf angesprochen. Ein Gespräch mit der Lehrerin gab es auch schon. Ich selbst habe mit meinem Sohn geredet - leider ohne langfristige Wirkung. Er hat meist Ausreden parat: die andeen hätten angefangen. Das meistens gehen die Stänkereien tatsächlich von ihm aus.

Zu Hause ist er ähnlich. Mal ist er total lieb, hilfsbereit, kuschelig und verständnisvoll. Und ein anderes Mal flippt er wegen irgendwelchen Kleinigkeiten aus - dann schreit er rum, schmeißt Türen, zerrt und beißt in seine Klamotten, zerknüllt Arbeitsblätter, versucht mir oder seinem kleinen Bruder wehzutun... hat richtigte Wutausbrüche! Konsequenzen sind dann meist ab ins Zimmer oder je nach Situation Fernsehverbot, Nintendo weg für einen Tag. Anschließend reden wir auch über die Situation und er entschuldigt sich. Ich selbst versuch bei seinen Wutausbrüchen ruhig zu bleiben. Gelingt mir aber nicht immer.
Manchmal kommt er mir wirklich vor wie Dr. Jeckyll und Mr. Hyde.

Zum Glück überwiegen die guten Zeiten. Anlass zum Nachdenken hat mir allerdings der letzte KiA-Besuch gegeben. Ich war eine Woche mit beiden Jungs zu Hause - Fieber, Husten...
Der Kleine hatte noch Fieber, der Große war schon wieder halbwegs fit, allerdings total unausgelastet, weil zu Hause nicht viel los war (ausruhen angesagt), wir nicht viel raus konnten und er selbst zu nix Lust hatte.
Beim KiA hat er dann mal eben sein T-Shirt nicht ausgezogen und den Mund nicht aufgemacht. Hat sich total stur und bockig angestellt.
Die KiÄ fand sein Verhalten sehr auffällig und hat mir, nachdem ich ihr vom Sozialverhalten in der Schule und den Wutausbrüchen zu Hause erzählt habe, vorgeschlagen eine Kinderpsychologen aufzusuchen. Da war ich geschockt.

Findet ihr sein Verhalten noch normal oder wirklich schon therapiebedürtfig. Hab leider keine weiteren Vergleichsmöglichkeiten.

Sorry, ist ganz schön lang geworden. Aber danke fürs Lesen!

Liebe Grüße

Anni

Beitrag von ellannajoe - 22.12.11 - 21:27 Uhr

Hallo,

vorab ich habe keine Ahnung was normal ist, oder nicht.

Sind wir immer nur nett? Haben wir manchmal auch einen schlechten Tag und funtionieren dann nicht so, wie andere es von uns erwarten?

Die Sohn meiner Freundin hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Mädchen zu ärgern mit allen Facetten. Meine Freundin hat geredet und geredet und meine Güte M...hör endlich auf die Mädchen zu ärgern...mittlerweile ist er aus dem Stänkeralter rausgewachsen...

Ist dein Sohn nicht ausgelastet? Wenn er in den Pausen so rumstänkert, dann würde ich ihn mal über den Pausenhof laufen lassen, denn anscheinend hat er aufgestaute Energie die unbedingt raus muss. Er scheint ja ansonsten ein super nettes und liebes Kind zu sein und irgendwo muss diese Energie der Kinder auch mal raus.

Wenn ich die Lehrerin wäre, dann würde ich ihn mal ein paar Runden um den Schulhof laufen lassen, damit er seine überschüssige Energie los wird.

Mein Kind ist ein absolutes liebes, nettes und artiges Kind, aber nur wenn ich ihn jeden Tag in den Wald scheuche, außerdem braucht er sein Karate und zusätzlich gehen wir schwimmen. Er muss einfach seine Energie loswerden und wenn das nicht Sport ist, dann wird er zu einem Teufel, der seine Mitmenschen plagt.

Nintendo und Fernsehverbot sind in meinen Augen total unsinnig, denn mein Sohn nutzt diese zwar, aber es gibt viel wichtigere Dinge für ihn.

Was ich dir damit sagen will: Vielleicht braucht dein Sohn auch etwas, um seine Energie umzuleiten. Wir haben am Anfang seine Energie in den Boxsack gelenkt, immer wenn er ausgeflippt ist, haben wir ihn zu dem Teil hingebracht und gesagt, hier ist der richtige Ort, um so richtig die Sau raus zu lassen.

Vielleicht denkst du mal drüber nach.

#winke

Beitrag von anni_78 - 22.12.11 - 21:40 Uhr

Danke für deine Antwort!
Du hast völlig recht, wenn er nicht ausgelastet ist (wie z.B. bei ner Erkrankung) ist es schlimmer.

Wir sind am Woende viel draußen (auch wenn er vorher meist meckert, dass er keinen bock hat. Unter der Woche geht er zweimal zum Karate und einmal zur Feuerwehr.

Aber über nen Boxsack werd ich mal nachdenken!

Beitrag von witch71 - 23.12.11 - 12:04 Uhr

Warum erschrickst Du denn so sehr, wenn die Kinderärztin einen Vorschlag macht, der dazu dienen soll, abzuklären, woher Dein Sohn diese Wutanfälle hat? Willst Du nicht wissen, wie man ihm helfen könnte? :-)

Beitrag von suzzi2 - 23.12.11 - 17:13 Uhr

Ich habe wegen meines 3jährigen von selbst einen Psychater aufgesucht, weil ich ihn nicht normal finde, was andere aber nicht finden...
Jedenfalls denke ich, dass das keine SChande ist und Du diesen Weg einfach ausprobieren solltest. Vielleicht lernst Du dabei auch, (gelassener) mit der Situation umzugehen o. ä.. Wenn sich dadurch für Euch etwas bessern kann, wieso sollte man das dann nicht machen. Ein Verbrecher wird Dein Sohn dadurch nicht werden.

Beitrag von noch-ne-mama-in-spe - 27.12.11 - 21:56 Uhr

Hallo Anni,

wenn sich dein Sohn ein Bein bricht, gehst du mit ihm zum Arzt, weil etwas nicht stimmt. Wenn er sich so wie du es beschreibst auffällig verhält und du nicht weißt, was er hat, aber fühlst, dass was nicht stimmt, gehst Du auch zum Arzt. Und der richtige Arzt in dem Fall ist ein Psychologe. Sieh' es mal so, der Kinderarzt nimmt dich und deine Unsicherheit sehr ernst und schickt dich zu einem Spezialisten.

Ich bin sicher, der kann dir bessere Ratschläge geben, als ihn über den Schulhof zu jagen...

Alles Güte!