Wie ist man konsequent? Wie verhalte ich mich bei fast Dreijährigem richtig?

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Beitrag von sonnenschein060671 - 26.12.11 - 07:31 Uhr

Hallo liebe Mamas,

ich hatte eine sehr strenge Mutter, die auch oft zugeschlagen hat. Deshalb wollte ich natürlich meine Kinder nur mit Liebe erziehen. Das das nicht funktioniert habe ich gemerkt und stehe nun vor meinen Früchten. Mein Großer wird bald drei und seit Mai haben wir ein Brüderchen. Seidem deht nichts mehr. Ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalten soll und mein Schimpfen wird zuletzt oft sehr laut. Das will ich nicht und außerdem nützt es nichts. Ich weiß, dass im Moment die Trotzphase sein kann und dazu die furchtbare Eifersucht. Ich gebe ihm so viel Zeit wie möglich, erfülle viele Wünsche und gehe deshalb auch oft auf dem Zahnfleisch. Kein bisschen Zeit mehr für mich, nur noch müde am Abend und total ausgelaugt. Der Kleine ist dagegen recht pflegeleicht, daran liegt es nicht.

Vielleicht kann mir jemand von Euch ein paar Ratschläge geben? Ich weiß nicht, wie man konsequent ist und wie man Grenzen setzt. Ich habe immer nachgegeben, auch um den Spagat zwischen dem Großen und dem Kleinen zu schaffen. Zum Beispiel wenn ich den Kleinen ins Bett bringe, dann kommt der Große hinterher und will auch kuscheln oder bei mir spielen, dann kann der Kleine nicht schlafen. Deshalb darf der Große dann Fernsehen, obwohl er das nicht dürfte.

Ich will es gern richtig machen, auch um es leichter zu haben. Gerader erst hat jemand zu mir gesagt, dass Kinder diese Grenzen brauche. Aber wie verhalte ich mich, wenn er einfach nicht hört? Mein Schimpfen nichts nützt?

Gibt es vielleicht ein sinnvolles Buch?

Danke für Eure Hilfe. Ich bin echt verzweifelt.

LG Jule

Beitrag von dore1977 - 26.12.11 - 08:06 Uhr

Guten Morgen Sonnenschein,

danke Du hast mich nach einem wirklich miesen 1 Weihnachtsfeiertag mit Deinem Nick grade zu lächeln gebracht.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben würde ich dem großen sagen er darf kein Fernsehen sondern soll in Wohnzimmer/Kinderzimmer gehen und sich dort allein beschäftigen. Das sollte für einen knapp 3 jährigen durchaus so ca 10 Minuten zu schaffen sein.

Das Problem ist das Du einen harten Kampf vor Dir hast da Du bisher, tut mir Leid, der Sklave Deiner Kinder warst. Wünsche werden promt erfüllt, Frust Situationen nicht geübt.

Mit andren Worten er wird das nicht einfach hinnehmen und wird sich wehren, dann musst Du konsequent sein und vermutlich wirst Du laut werden und Dein Baby wird nicht wie geplant schlafen usw usw.... Aber da musst Du wohl durch.

Wen Deine Kinder nicht lernen mal Frust aus zu halten werden sie salopp gesagt zu "Ego Säuen".
Ja Kinder bauchen ganz dringend Grenzen. Wir alle haben uns in unser Gesellschaft an Regeln zu halten das fängt an mit über die Straße zu gehen bis später zur SchulPFLICHT usw...
Wieso ich die Schulpflicht so betone ? Weil Kinder die keine Grenze gesetzt bekommen es meist sehr schwer in der Schule haben weil sie sich dort auf ein sehr "komplexes System" einlassen müssen und ihnen dort ganz sicher nicht sofort alles abgenommen wird.

Ich hoffe Du hast verstanden worauf ich hinaus will und wieso Kinder Regeln bauchen. Da es sehr schwer ist hier im Forum einen guten Rat zu geben. Du hast ja nur eine kleine Situation beschrieben und wir kennen Euch nicht, würde ich vorschlagen Du suchst Dir Hilfe.
Es gibt zB Kurse in der Volkshochschule/Caritas, Du könntest Dich mit andren Müttern im Bekanntenkreis besprechen, es gibt massen an Büchern über Erziehung und wie setze ich Grenzen oder Du wendest Dich ans Jugendamt Du hast ein "Recht auf Hilfe zur Erziehung". Das bedeutet NICHT das Dir irgendjemand die Kinder weg nehmen will ganz sicher nicht.

Das bedeutet Du kannst dort Tipps bekommen wie Du Grenzen setzt kannst. Unser Sachbearbeiterin würde Dir vor Freunde vermutlich um den Hals fallen wen sie sich mal um "sowas" simples kümmern dürfte.

Das wird schon, Du bekommst das hin!

LG dore (Pflegemutter mit im Moment ständigen Kontakt zum Jugendamt)

Beitrag von kathrincat - 26.12.11 - 09:36 Uhr

der große geht in den kiga? wenn nicht, besorgt euch zu min. eine vormittagsplatz, da lernt er sich schon mal unter zu ordnen und rücksicht zu nehmen. und du solltest nicht mehr alles durch gehen lassen und er erst recht nicht mehr alle wünsche erfüllen, klar am anfang wir es schwer, aber da musst du jetzt durch

Beitrag von nane29 - 26.12.11 - 11:17 Uhr

Liebe Jule,

ich kann dir dieses Buch empfehlen:

http://www.amazon.de/Smart-Love-Erziehen-Herz-Verstand/dp/3423340320/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1324893265&sr=8-1

Bei Erziehungsratgebern ist es ja so eine Sache, selten übernimmt man alles Wort für Wort.

Man sucht sich das heraus, was einen inspiriert und beruhigt und vermischt es mit den eigenen Ansichten und dem Bauchgefühl.

Du sagst, dass du deine Kinder mit Liebe erziehen möchtest, nicht mit Härte, wie deine Eltern.
Darum glaube ich, dass dieses Buch dir gefallen wird. Es erklärt ganz viel darüber, WARUM Kinder tun was sie tun und es vermittelt ganz toll, dass man sein Kind nicht als Gegner sehen muss. Ich ziehe daraus ganz viel Gelassenheit und kann viele Situationen mit Humor und Ruhe lösen, weil ich sie verstehe.
Ich habe das Gefühl, dass es für dich nur zwei Fronten gibt: Streng sein (das verbindest du mit deiner Mutter, also ganz negativ) oder weich und das klappt im Alltag nicht immer.

Vielleicht musst du erst mal versuchen, andere Vokabeln zu finden. Wenn du deinem Kleinen Grenzen zeigst, oder Konsequenzen durchziehst, dann ist das nicht unbedingt gleich "HART" und "STRENG".
Ich finde, ein gutes Wort ist KLARHEIT. Ach, ich kann das nicht so gut in Worte fassen, was ich sagen will. Schau einfach selber mal, ob dir das Buch gefällt.

Außerdem empfehle ich dir "Dein kompetentes Kind":
http://www.amazon.de/Dein-kompetentes-Kind-Wertgrundlage-Familie/dp/3499625334/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1324894125&sr=1-1

Das Buch setzt sich auch viel damit auseinander, wie die eigene Erziehung uns prägt. Das ist bestimmt sehr interessant für dich. Ich finde es ganz ganz toll.

Zu deiner beschriebenen Situation:

Ich habe meine große Tochter einfach mitkommen lassen, wenn ich den Kleinen ins Bett gelegt habe. Sie durfte sich ganz leise dazulegen. Wichtig war, dass sie sich ruhig verhalten hat. Aber wenn ich ihr gezeigt habe, dass ich ihr das zutraue und dass sie jetzt meine "Assistentin" ist, hat das auch gut geklappt.

Ansonsten finde ich es nicht so dramatisch, dass du den Großen mal vor die Glotze setzt.
Ich hatte mir auch vorgenommen, so etwas nicht zu tun. Aber ganz ehrlich: Scheiß drauf. 30 Minuten Fernsehen wird sie nicht umbringen, so lange man das in Grenzen hält.

LG J.

Beitrag von jazzbassist - 26.12.11 - 11:46 Uhr

Kinder zu erziehen heißt nicht, sich selbst »kaputt« zu machen. Ihre Kids werden Sie nämlich noch ein paar Jahre lang brauchen … daher würde ich mir irgendetwas einfallen lassen, damit Ihre einzige Hoffnung nicht bleibt, dass der Tag endlich endet und ihre Kids im Bett liegen. Haben Sie denn Jemanden in der Familie, der Ihnen da helfen kann? Ihre Eltern z.B. … im Regelfall lieben es Großeltern ja, Nachmittags mal mit dem Enkelkind alleine spazieren zu gehen, auf einen Spielplatz zu gehen, in den Zoo zu gehen, in die Stadt zu gehen etc. etc. Oder Onkels/Tanten oder die beste Freundin? Vielleicht gibt es in Ihrer Nachbarschaft ja ein nettes, älteres Mädchen, dass sich ihr Taschengeld etwas aufbessern möchte und da einfach mal als Babysitter einspringen kann? Einfach, damit Sie da Tagsüber ab und an mal mehr Zeit für sich haben? Vielleicht können Sie (sofern finanziell möglich) irgendwelche Aufgaben … wie Haushalt und/oder Garten delegieren (Haushaltshilfe o.ä.), um wenigstens diese Last nicht mehr tragen zu müssen und diese Zeit für sich selbst zu haben?

Ansonsten … das mit dem »Grenzen setzen« klingt jedenfalls in der Theorie ganz einfach. In der Praxis ist es hingegen manchmal noch viel viel leichter, weil man die ganz instinktiv … ohne es zu wissen … setzt. Wenn Sie mit ihrem Großen spazieren gehen, werden Sie ihn an einer gefährlichen Straße an die Hand nehmen … ganz tolle Grenze, denn, Sie werden Ihren Sohn da niemals anschreien müssen und trotzdem rennt er nicht blind über die Straße. Die gefährlichen/giftigen Reinigungsmittel und Chemikalien, der Arzneimittelschrank etc. sind … als unsere Kleinen anfingen, zu krabbeln, ganz automatisch in die höheren Etagen gewandert, wo sie für Kinderhände noch unerreichbar sind, ohne das wir da jemals ein Erziehungsbuch lesen mussten. Ganz tolle Grenze … Sie werden da niemals brüllen müssen und trotzdem wird ihr Sohn niemals in den Genuss vom köstlichen Toilettenreiniger kommen. Wissen Sie, warum Ihr Sohn sich niemals alleine in einer Großstadt verirrt hat? Auch hier mussten Sie niemals brüllen … die Grenze ist, dass Ihr Sohn momentan einfach noch nicht alleine in eine Großstadt gehen darf. Wenn Sie mal so die letzten 3 Jahre Revue passieren lassen, werden Sie feststellen, dass Ihr Sohn bereits so viele Grenzen kennt, dass Sie die niemals schaffen würden, aufzuzählen. Und, da sich ihr Sohn wohl bester Gesundheit erfreut, scheint dieser Ansatz wirklich zu funktionieren.

Eigentlich ist dass das einzige Geheimnis bei Kids in diesem Alter … Grenzen zu setzen, die ein Kind - selbst wenn es wollte - einfach nicht überwinden kann. Dann sparen Sie sich nämlich das anbrüllen, wenn das Kind diese Grenze mal wieder überschritten hat. Darum bauen wir um Gefängnisse auch Gitterstäbe und Zäune, weil ein: »Bleibst du hier jetzt bitte bitte bitte die nächsten 5 Jahre sitzen, sonst brülle ich ganz laut« irgendwie nicht funktionieren möchten. Im Gegensatz zu den Grenzen, die wir instinktiv setzen, ist das aber leider zugleich der schwerste Teil bei der Erziehung. Oftmals gibt es in dem Alter noch Möglichkeiten, die ganz leicht aufzuhalten. Wenn ihr Sohn am Mittagstisch mit dem Milchglas spielt und trotz Ermahnung nicht in Ruhe lässt … nehmen Sie es einfach weg … dann müssen Sie nicht brüllen, wenn er es schon wieder umgekippt hat. Er wird dann irgendwann anfangen, auf Sie zu hören … weil er die Selbstständigkeit, ein Milchglas zu haben, mit dem er selbst entscheiden kann, wann er trinkt … liebt. Wenn er sich stur stellt, die Jacke anzuziehen, wenn Sie das Haus verlassen möchten … nehmen Sie die Jacke einfach selbst mit und, dann wird ihr Sohn schon feststellen, dass das mit dem »Jacke verweigern« vielleicht doch keine so gute Idee war … darum es geht es nämlich: Die Konsequenzen von Handlungen kennenzulernen … die Konsequenz davon, das Haus im Winter ohne Jacke zu verlassen, ist, zu frieren. Die Konsequenz ist so logisch, dass Ihr Großer diese Konsequenz verstehen (und nachvollziehen) wird und die Jacke dann ganz ganz schnell angezogen bekommen möchte. Ist auch für Sie viel viel angenehmer: »Mama, ziehst du mir die Jacke an?« gegen »Wenn du jetzt nicht auf der Stelle her kommst und dir die Jacke anziehen lässt, dann setzt es aber was!« - wofür würden Sie sich entscheiden?

Was die Sache mit dem »Ins Bett bringen des Kleinen« angeht … pauschal kann ich da gar nichts zu sagen. Warum kommt der Große dann denn hinterher gerannt? Rennt er hinterher, weil er Eifersüchtig ist und natürlich jede Sekunde »Mamas liebe« abbekommen will und die nicht mit seinem Brüderlichen teilen möchte? Oder rennt er eher hinterher, weil er sich diese Zeitspanne (in der Sie weg sind) einfach noch nicht selbst/alleine beschäftigen kann? Oder rennt er hinterher, weil er einfach so auf die Mama fixiert ist und gar nicht alleine - ohne Mama - sein kann? Denn je nachdem, warum sich Ihr Sohn so verhält, wie er sich da momentan verhält, gäbe es drei völlig unterschiedliche Konsequenzen zu dem - eigentlichen - identischen Verhalten ihres Sohnes. Und in keinem dieser drei Fälle wäre es ein »anbrüllen«. Ich finde, die einzige Situation, wo Eltern brüllen sollten, wäre, wenn das Kind sich von der Hand losgerissen und plötzlich auf die Kreuzung zurennt … oder wo Ihr Sohn versucht, seinen Kopf im Pool bei den Nachbarn einzutauchen … oder wo Sie 10 Meter entfernt stehen und Ihr Sohn gerade den WC-Reiniger zum trinken ansetzt. Sparen Sie sich das brüllen viel lieber für die Pubertät :-p Keine Sorge - ich kenne auch keine Eltern, wo das mit dem »Nicht brüllen« in dem Alter funktioniert hat … Sie sollten aber schon versuchen, das Brüllen im Alltag nicht als Erziehungsmittel einzusetzen; denn »Kind hört einfach nicht« heißt nicht, dass sie nicht laut genug gebrüllt haben.

Was das mit den »viele Wünsche erfüllen« angeht … finde ich ebenfalls schwierig zu beantworten. Sie sollten keine Wünsche erfüllen, die Sie eigentlich gar nicht erfüllen wollen; Sie sollte auch keine Wünsche erfüllen, von denen Sie wissen, dass sie falsch/nicht richtig sind. Sie sollten sich vorher ganz genau überlegen, was Sie eigentlich wollen, und, dazu dann auch stehen. Ich denke, dass schlimmste, was man in dem Alter machen kann, ist, im Regelfall »Nein« zu sagen, und, nach dem 30x Bitte und Quengeln dann plötzlich doch »Ja« zu sagen. Dann werden Ihre Kids nämlich, bei allem, was sie sagen, die ersten 29x nicht hören, da Sie Ihnen dann anerzogen haben, dass Mama ihr endgültiges Wort erst beim 30x mal fällt. Also gegen Ausnahmen spricht nichts, wenn sie als Ausnahme kommuniziert werden und wirklich eine Ausnahme sind: »Oh, weil du heute so toll beim Kinderarzt mitgearbeitet hast und ich so stolz auf dich bin, …« Was das - mit dem »viel Zeit verbringen« angeht; ich denke, gerade bei eifersüchtigen Geschwistern ist das ziemlich wichtig … Sie sollten da aber schon ein wenig egoistischer denken. Es kann nicht Ziel von Erziehung zu sein, drauf zu warten, bis die Kids endlich im Bett liegen und dann nicht mal mehr Energie zu haben, noch irgendetwas sinnvolles/entspannendes zu tun. Ihr Großer ist da schon alt genug, mal ein paar Minuten ohne Mama auszukommen, wen Sie Ihm eine ganz bestimmte Aufgabe geben.

Beitrag von lisasimpson - 26.12.11 - 12:31 Uhr

der jazzman hat ja schon ausführlich geantwortet und vor allem gezeigt, was grenzen und konsequenzen in diesem altr bedeuten (können).

vielleicht solltest du dir ein paar fragen selsbt stellen.
Ich denke, mit einem baby und einem kleinkind ist es einfach stressig- da führt kein weg dran vorbei. es gibt in dieser zeit einfach tage an denne eltern abends k.o. und ausgelaugt sind.

was du jedoch überdenken solltest:
- wenn du etwas tust, was dir nicht gut tut, dann wird das auch deinem kind nicht gut tun
- wenn du nachgibst und deinem kind etwas gibst/ machen läßt, was du als schlecht erachtest, dann kann das nichts gutes sein
- wenn du "zeit verbringen" mit deinem kind als so anstregend empfindes,t dßa du das als Ursache für das "auf dem zahnfleisch gehen" siehst, dann solltest du dir andere möglichkeiten überlegen, zeit mit den kindern zu verbringen, die dich wengier kraft kosten

und dann solltest du vielleicht überlegen, was wirklich wichtig ist und was nicht. welche grenze sinnvoll ist und euch weiterhilft und welche nicht.
wenn ein kleinkind gerne bei mama sein möchte, während die den säugling ins bett bringt, dann sehe ich nicht, wo man da eine grenze setzen sollte oder warum du fernsehen als "ersatzbefriedigung" einführst (obwohl du fernsehen nicht mal als gut erachtest)
jedes baby wird lernen gemeinsam mit mama und geschwisterchen einzuschlafen- millionen von babys machen das jeden tag auf der ganzen welt.
deinem sohn aber nähe zu verweigern, die er in der situation gerne hätte wird euch dauerhaft nicht weiterbringen.

ihn fernseh schauen zu lassen und gleichzeitig zu denken, daß das nicht gut ist ist ebenfalls humbug.
wenn du davon überzeugt bist,. daß etwas nicht gut ist für dein kind, dann lass es bleiben. nur damit es "ruhe" gibt, ihm etwas schlechtes anzutun - ihm etwas als ersatzbefriedigung zu geben, was du für problematisch hälst, vermittelt ihm wirklich nicht sinnvolles.

ansonsten: ich denke aufgrund deiner eigenen kidnheit hast du sher große ansprüche an dich und erwartest viel von dir.
dir wird es aber ebenso wenig wie allen anderen müttern gelingen, daß du alles perfekt machst.
du wirst, wie alle eltern kompromisse eingehen müssen und du wirst es ertragen müsssen, daß du (sowie dein kind) manchmal so reagierst, wie du es gar nicht möchtest.
so ist das leben.
ein bißchen mehr lockerheit und ein bißchen mehr großmütigkeit dir und dem kind gegenüber entspannen vieles.

entspannt dich, such deinem kind einen kindergartenplatz, verzeih dir, wenn es mal nicht so läuft wie geplant, denn nur so kann dein sohn auch verzeihen, großmütigkeit und einen liebevollen umgang mit sich selbst erlernen!

Beitrag von widowwadman - 26.12.11 - 17:53 Uhr

"ihn fernseh schauen zu lassen und gleichzeitig zu denken, daß das nicht gut ist ist ebenfalls humbug.
wenn du davon überzeugt bist,. daß etwas nicht gut ist für dein kind, dann lass es bleiben. nur damit es "ruhe" gibt, ihm etwas schlechtes anzutun - ihm etwas als ersatzbefriedigung zu geben, was du für problematisch hälst, vermittelt ihm wirklich nicht sinnvolles."

Die Alternative waere natuerlich den Standpunkt zu ueberdenken und festzustellen, dass es dem Kind nicht unbedingt schadet auch mal ein bischen Fernzusehen, so dass man sich da gar kein schlechtes Gewissen haben braucht.

Beitrag von lisasimpson - 26.12.11 - 18:11 Uhr

ja, das wäre eine alternative.

ich denke schon, daß es einen unterschied macht, ob ich meinen kindern vermittel: so, wir kuscheln uns jetzt aufs sofa und schauen nen film, weil wir das schön finden oder wenn ich ihnen vermittle:
"du darfst nicht bei mir sein, dann setze ich dich lieber vor die glotze. die ist zwar schädlich, schlecht, will ich eigentlich nicht..., aber mir bleibt keine ander wahl als dir was schlimmes anzutun"

die eigenen wirklichkeitskonstrukte zu überdenken und gegebenfalls zu verändern, wenn sie sich als problematisch erweisen halte ich grundsätzlich für ne alternative:)

Beitrag von widowwadman - 26.12.11 - 20:34 Uhr

Tuerlich ist es besser einen Film gemeinsam kuschelnd zu schauen, und den ganzen Tag vorm Fernseher parken ist auch bloed.

Allerdings vermittle ich meinem Kind auch, dass ich auch mal ne Pause brauche (oder was tu wo ich sie nicht dabei gebrauchen kann) und sie sich dann ein halbes Stuendchen alleine beschaeftigen soll. Ob sie das mit Spielzeug macht auch allein fern schaut (weil ich nicht "Weihnachten im Ponyland" zum einundroelfzigsten Mal schauen will) kommt drauf an worauf sie gerade mehr Lust hat.

Beitrag von sonnenschein060671 - 26.12.11 - 21:57 Uhr

Hallo Ihe Lieben,

herzlichen Dank für Eure vielen Antworten und Ratschläge. Ich konnte mir einiges zu Herzen nehmen und habe mein eigenes Verhalten überdacht. Nach und nach werde ich nun versuchen, mich mit meinem Großen auseinanderzusetzen. Die vorhandenen Grenzen waren mir bisher nicht bewußt. Ein richtig gutes Erfolgserlebnis hatte ich heute auch. Da der Große alle seine Spielsachen dem Kleinen weg nimmt, aber auch mit seinen spielt, konnte ich gut ansetzten. Er wollte gern ein Spielzeug vom Kleinen. Ich habe ihm erklärt, dass er das darf, aber dafür muss er auch seinem Bruder erlauben mit seinen Sachen spielen zu können. Natürlich nicht mit allen, sondern mit welchen, die für sein Alter in Ordnung sind. Dass sein kleiner Bruder ihn beobachtet, von ihm lernen will und natürlich auch gern ein Auto will, wenn er sieht, dass er mit einem spielt. Damit war das Thema erledigt. Großzügig hat er seinem kleinen Bruder erlaubt mit seinen Sachen zu spielen und auch angekündigt, dass er es in Zukunft auch darf, da ja nichts passiert ist.

Der Große ist sehr auf mich fixiert und er geht mir hinterher, da er einfach auch mit mir schmusen will. Das ins Bett bringen hat nicht so geklappt. Jan wollte schlafen und Fabian wollte ein Märchen hören. Ich habe es probiert. Der Kleine hat dann einfach nur noch geweint. Also kam dann doch mein Mann dazu und hat den Großen ins Bett geschafft und ihm etwas vorgelesen.

Versuche nun so nach und nach mein Verhalten zu überdenken. Mal eine Auszeit zu nehmen und das auch dem Großen zu erklären. Ich verstehe, dass es meinen Kindern nur gut gehen kann, wenn es auch mir gut geht. Und es stimmt. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich. Das geht aber mit Kindern nicht mehr.

Wünsche Euch noch einen schönen Abend.

LG Jule

Beitrag von hanutella - 27.12.11 - 04:34 Uhr

Hallo sonnenschein :)

Ja, leider "funktionieren" die Kleinen nicht immer, wie Mamis und Papis sich das wünschen... Auch Konsequenz ist kein Allheilmittel. Ich schätze mich als sehr konsequent ein und dennoch ist meine Tochter manchmal auf Krawall aus.

In der speziell von dir geschilderten Situation würde es für mich darauf ankommen, wie der Grosse sich verhält.

Wenn er nicht stört, kannst du ihn einbeziehen. Lass ihn dir helfen, schliesslich "hat er als grosser Bruder auch eine Verantwortung". Es könnte beispielsweise seine Aufgabe sein, das Nachtlicht oder die Spieluhr anzumachen oder den kleinen Bruder mit einem Plüschtier zu versorgen.

Alternativ könnte er vielleicht eine andere Aufgabe übernehmen. Meine Tochter übernimmt gerne Arbeiten im Haushalt wie Tisch abräumen. Oder lass ihn in der Zwischenzeit seinen Schlafanzug anziehen, damit ihr, wenn der kleine Bruder schläft noch ganz viel Zeit zum Spielen/ Vorlesen/ Knuddeln habt.

Mit Konsequenz hat das wenig zu tun an der Stelle. Konsequenz zieht immer dann, wenn er etwas speziell machen oder lassen soll. Bei uns wird grundsätzlich etwas Gemüse gegessen (und wenn's nur ein Esslöffel ist), sonst gibt es nichts anderes (Dessert, Joghurt, Naschkram). Oder es wird vernünftig ohne grosse Spielerei gegessen, ansonsten muss meine Kleine auf ihr Zimmer und isst allein, wenn Mama und Papa fertig sind. Wichtig ist, dass die Regeln immer und überall gelten, auch wenn es gerade unangenehm ist, einen "Kampf" öffentlich, z.B. im Restaurant, auszutragen.

Beitrag von .antonia - 27.12.11 - 08:30 Uhr

Das Schimpfen ist doch am Ende nur klein Stückchen besser als das Schlagen. Das Schlagen ist in dem Sinne effektiv, weil es Schmerzen zufügt aber Schreien ??? Dann nimmt dich keine ernst = beides ist an sich falsch.

Wenn du erstmal das buch ansprichst ? Ich ging beim ersten Kind gleich ind die Buchhandlung und ich ließ mir hier absichtlich nicht sagen, welches Buch gut oder schelcht ist und hatte gut 5-6 Bücher zur engeren Auswahl. Dann verbachte ich einen Nachmittag mti dem Lesen und kaufte mir ??? zwei nahc Hause. Bereits beim Lesen wirst du dich wie im Spiegel sehen. Du wirst erkennen, wo du Fehler machst.

Ich schrieb ir damals die wichtigsten Sachen auf Zettel, klebte sie an die wand und wenn ich hochgehen wollte, ging ich zu der Wand und las. Mein Kind kannte mich nicht schreiend.

Meine Tochter, wenn sie etwas wirklich fieses macht, muss mir z.B. in die augen schauen, damit sie mich voll warnimmt. Ich sage es sehr deutlich - mit der Miik und Gestik worum es mir geht und wenn etwas nicht eingehalten wird, hat man Konsequenzen. Diese sind immer Situationbezogen. Meine tochter nimmt mich ernst, eher bin ich das gegenteil vom dir. Ich hulte neuenrdings meinem Mann ,weil ich zu streng bin.

Die Kinder brauchen einen Menschen, der ihnen den Weg vorgibt (dein Problem). Sie brauchen genauso die andere Seite - spielende, freundliche, in ihre welt eintauchende (damit habe ich manchmal mein Problem).

ich glaube, dass man beides üben muss. Je nachdem wie veranlagt man ist, muss man tagtäglich an sich arbeiten - dies tue ich und wenn es wieder Problem geben sollte, kauf ich mir ein Buch.

LG