ALGII-Bezug im zweiten Elternzeitjahr?

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Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 12:46 Uhr

Das interessiert mich jetzt aber was das Jobcenter dazu sagt! Sind hier nicht ein paar Experten?

Die Frau bleibt ein zweites Elternzeit-Jahr zuhause bei ihrem Kind und das Einkommen des Mannes reicht aber hinten und vorne nicht...

Zahlt dann das Amt ergänzendes ALGII oder bleibt die Familie davon ausgeschlossen, da die Frau ja eine Arbeitsstelle hat?

Ganz lieben Dank für die Antworten!

Beitrag von vwpassat - 28.12.11 - 12:50 Uhr

Jede Frau in D hat (leider) das Recht, 3 Jahre Elternzeit zu nehmen.

Beitrag von lila567 - 28.12.11 - 13:31 Uhr

Sie zahlen.

LG

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 15:39 Uhr

wow ... #schock

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 18:03 Uhr

Und stell' dir mal vor: Im dritten Elternzeitjahr zahlen sie AUCH NOCH! Und sogar noch, wenn das Kind älter ist, falls die Frau nur Teilzeit arbeiten kann und das Einkommen immer noch nicht ausreicht. So was aber auch.

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 19:22 Uhr

oh, das ist ja cool! weißt du ob/wie ich jetzt nochmal Elternzeit nehmen kann? Wo muss ich da hin? Welche Anträge muss ich stellen? Was steht mir zu? Meine Kleine ist gerade mal 17 Monate alt... und ich glaube unsere TM ist nicht länger bereit ein so betreuungsintensives Kind zu versorgen...

Und mach dir keine Sorgen, dass ich mich unwohl oder so fühle, wenn ich am Minimum lebe. Jetzt habe ich sicher auch nicht viel mehr und das wäre es mir wert, wenn ich ausschlafen kann und ganz viel Zeit habe und den ganzen Tag mit meinem süßen Baby spielen und singen kann... #huepf

Beitrag von windsbraut69 - 28.12.11 - 15:46 Uhr

Rechtlich ist das problemlos möglich, auch für die vollen 3 Jahre Elternzeit ALGII zu beziehen.

Moralisch ist es für mich allerdings überhaupt auch nicht nachvollziehbar, sich bewußt bedürftig zu machen.

LG

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 17:23 Uhr

Moralisch ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass die Regierung Geld in eine Herdprämie zu blasen, statt zügig für den Ausbau der U3-KiTa-Plätze (und Ganztagsschulen, Horte...) Sorge zu tragen.

Beitrag von windsbraut69 - 28.12.11 - 18:48 Uhr

Auch nen angenehm sonnigen Tag verbracht?

Die Frage war, ob es möglich ist, sich wegen "Kinder gehören zur Mutter" in den ALGII-Bezug zu bringen trotz Arbeitsplatz und meine Antwort war sachlich darauf bezogen.

Wenn Du als Mitarbeiterin im Jobcenter belegen kannst, dass max. 1% derjenigen, die während der Elternzeit ALGII beziehen, das freiwillig tun, rückt das mein Stammtisch-Weltbild beruhigend wieder gerade.
Danke für das Input.

Möge Dein (Feier)abend genau so sonnig verlaufen wie der Tag!

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 19:13 Uhr

Da stimme ich dir vollkommen zu!

Die Herdprämie ist das Kontraproduktivste was man sich ausdenken konnte ... damit will man sich eindeutig nur von diesem Ausbau drücken.

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 17:24 Uhr

Nachtrag: Es ist nämlich in 90 % der Fälle auf Grund fehlender Kinderbetreuung kein "bewusst bedürftig machen", das ist nur mal wieder eine blödsinnige urbia-Stammtisch-Mär.

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 19:11 Uhr

so ganz kann ich das nicht glauben, zumindest nicht für meine Region!

Ich habe leider zwei Wochen vor meinem Arbeitsbeginn (nach 4 Monaten Elternzeit) eine überraschende Absage von der KITA bekommen und hatte noch am GLEICHEN TAG eine Tagesmutti organisiert ... und das zwischen Neujahr und Weihnachten. Und das obwohl mein Kind behindert ist und nicht jede TM ein behindertes Kidn betreut. Ach ja... als meine beiden Großen klein waren war die KIGA-Situation 1000x schlimmer und auch die hatte ich untergebracht bekommen um zu arbeiten und zu studieren. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Im Übrigen hat auch meine Tochter ihre Kleine untergebracht direkt im Anschluss an ihren Mutterschutz, und das ohne "Beziehungen". Man muss sich (hier in meiner Gegend) nur einfach ein bisschen anstrengen und hartnäckig sein. Meine Nachbarin ist ALGII-Empfängerin. Sie geht seit mindestens 5 Jahren nicht arbeiten, sie sagt, weil sie keine Betreuung für ihre jetzt 3jährige Tochter findet (vorher wars ihr Sohn)...

Im Übrigen entstammt meine Frage aus einem Post hier heraus, in der eine TE fragt was sie denn nun im zweiten Elternjahr noch so alles bekommt... keine Rede von Betreuungsengpass etc.... einfach nur Elternzeit... deswegen wunderte es mich, ob das so einfach geht ...

Ich finde es unverschämt sich freiwillig bedürftig zu machen. Und damit meine ich nicht die, die keine Betreuung finden, sondern die, die es machen weil sie die Elternzeit voll ausschöpfen wollen und offenbar auch können.

Die Antwort, die mich nicht "WOW"en hätte lassen, wäre: wenn eine Mami für ihr Kind nachweislich keine Betreuung findet, und somit trotz job nicht arbeiten KANN, DANN bekommt sie ALGII ... daran ist ja auch nichts auszusetzen, oder?

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 21:20 Uhr

Du denkst typisch kurz und typisch politisch ungebildet. Typisch für eine aus der unteren Mittelschicht (die ja immer ach so stolz ist, dass sie gerade so mit einem Bein NICHT in der Unterschicht hängt und deswegen wie ein blödsinniger Angstbeißer nach unten tritt und schnappt. Und das bösartig.).

Warum wohl gibt es die Regelung in § 10 SGB II, dass die Kinderbetreuung erst ab dem dritten Lebensjahr als gesichert gelten kann? Genau: Weil es erst ab dann den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt. Warum wohl werden es sich etliche Kommunen verkneifen, ihre ALG II-Empfängerinnen mit Kindern unter drei in Arbeit zu "prügeln"? Genau: Weil sie sowieso nicht genügend Betreuungsplätze bereit halten könnten und wenn, wären die teurer für die Kommune (schon an sich und erst recht, wenn die KiTa-Kosten bei zu geringem Einkommen der Mutter bezuschusst werden müsste) als der Teil, der als ALG II fließt. Bezuschusste Tagesmütterplätze erst recht. Denn kaum eine Frau schafft es ohne bezuschusste Kinderbetreuung aus dem ALG II raus, weil die meisten dieser Frauen nicht unbedingt hochbezahlte Akademikerinnen oder gut qualifizierte kaufmännische Fachfrauen sind.

Wir werden sehen, was passiert, wenn ab 2013 der Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr in Kraft tritt. DANN, und nur DANN (aber auch nur, wenn der Staat ÜBERALL! genügend Plätze vorhält) kann man von Müttern verlangen, dass sie ab dem zweiten Jahr wieder loslegen sollen. Und ich bin beileibe keine Verfechterin von "Mutti sollte sich mal schön drei Jahre hintern Herd verziehen dürfen", das ist hier wohl bekannt.

Nur: Dein selbstbeweihräucherndes Geschwafel, mit welchem du nach unten trittst und dich und dein heiliges Töchterlein aufwerten möchtest, geht mir einfach auf den Geist. Und so eine will studiert haben, Abitur haben - also gelernt haben, differenziert zu denken? Im Leben nicht!

Ich weiß, wie viele dieser Mütter "beschaffen" sind, die ALG II beziehen, ich sehe es seit fast sieben Jahren. Und nein, es sind nicht viele, die bewusst bedürftig bleiben wollen. Ich erlebe zudem auch, wie eine Mutter z.B. kämpfen (und sich umgekehrt von den nicht arbeitslosen Müttern bösartigst anfeinden lassen) muss, nur weil sie zur Arbeitssuche den Platz für ihre 18monatige Tochter BEHALTEN wollte, nachdem ihr befristeter Vertrag auslief. In vielen Gegenden SIND Plätze und Tagesmütter rar, das ist einfach Fakt.

Aber es labert sich ja so leicht, so von da oben, vom hohen Ross herunter ohne den Hauch einer Ahnung, welche berufliche Möglichkeiten ALG II-Bezieherinnen zumeist haben. Tipp: Einen Job im Verkauf, einen Job als Empfangskraft (oft über Sicherheitsfirmen nur mit 12-Stunden-Schichten angeboten) oder Contischicht als Produktionshelferin - jau, mach du doch mal mit Kind unter drei. Das ist mit Kind über drei schon ein Kraftakt. Finde doch mal die Tagesmutter, die das mitmacht! Achso: Und bitte von dem fürstlichen Salär in diesen Branchen dann die Betreuung schön selbst zahlen.

Und, noch etwas, wo du zu kurz denkst: Nicht alle Frauen und Kinder halten ein Betreuungsgewurschtel mit Tagesmutter, KiTa, Oma, die Nachbarin springt mal ein... PLUS Job (die Anforderungen sind heute zumeist schärfer als vor 20 Jahren) plus Haushalt auf Dauer nervlich gut aus. Das funktioniert einfach für alle Beteiligten ab dem dritten Geburtstag viel besser. Die Kinder sind größer und deutlicher abgenabelt, die Mütter plagt nicht mehr so sehr das Gewissen dem Kind gegenüber, folglich machen sie ihren Job auch besser und mit leichterem Herzen etc. pp.

Aber egal, prügeln wir sie doch sogleich in Arbeit, wurschtegal, ob sie uns in einigen Jahren ein Vielfaches kosten könnten, weil sie oder die Kinder einen Knacks weg haben...

Ch.
...die BTW auch schon früh mithilfe einer Tagesmutter wieder Vollzeit gearbeitet hat...

Ach, und: Verschone mich bitte mit "damals war's schlimmer"-Blabla. Mein Sohn ist immerhin auch schon in etwas mehr als einer Woche 21 Jahre alt! Es war damals weder besser noch schlechter. Schlimm genug: Die Situation war genauso beschissen wie heute.

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 21:38 Uhr

*Du denkst typisch kurz und typisch politisch ungebildet. Typisch für eine aus der unteren Mittelschicht (die ja immer ach so stolz ist, dass sie gerade so mit einem Bein NICHT in der Unterschicht hängt und deswegen wie ein blödsinniger Angstbeißer nach unten tritt und schnappt. Und das bösartig.).*

da muss ich glatt schmunzeln, Frau Psychologin, knapp daneben wäre auch vorbei, leider muss ich dich aber enttäuschen, mit deiner HobbyAnalyse liegst du ganz weit daneben! Deine Menschenkenntnis, die du so hochhältst ist ja echt umwerfend!

Wozu versuchst du mich hier zu degradieren? Die Antwort liegt nahe ...

Ich werde mich hier nicht auf dein Niveau begeben, denn dort schlägst du mich mit deiner Erfahrung!

Alles Gute!

Beitrag von caligirl88 - 28.12.11 - 22:54 Uhr

Was denn für ein Niveau?

Sie weis einfach von was sie spricht....und sie hat durchaus Recht damit.

Schönen Abend noch#winke

Beitrag von windsbraut69 - 29.12.11 - 08:11 Uhr

Sie arbeitet im Jobcenter, ja.
Sie hat auch sicher mehr Erfahrung mit ALGII-Empfängern und dem Bezug aus erster Hand als andere hier.

Ihre unflätigen Ausbrücke schicken sich allerdings nicht für jemanden, der der unteren Mittelschicht gerade so entflohren und sich jetzt auf dem Weg womöglich in die höhere Mittelschicht wähnt...DAS hat mit NIVEAU zu tun und bevor sie wild um sich schlägt und Angstbeisserei unterstellt, sollte sie gelegentlich mal in sich gehen, ob diese Aqngst vielleicht bei Ihr aufgrund schlechter Erfahrungen naturgemäß auch noch schlummern könnte...

Gruß,

W

Beitrag von our_darkness - 29.12.11 - 17:52 Uhr

Süß. Blinde erklären die Farbe "Grün".

Als ob es sehr "niveauvoll" ist, ständig und blindlings bei 99,9 der Fragen zum ALG II immer wieder die gleiche Leier von "bewusst bedürftig machen" etc. pp hinzuschreiben - ob es nun zum Sachverhalt konkret passt oder nicht.

Stell' dir mal vor: Ja, ich bin von der untersten Stufe der sozialen Leiter mit meinem Mann zusammen zu den - man nennt es wohl so - "Besserverdienern" (aufs Jahreseinkommen gesehen) "aufgestiegen". Ich habe jedoch nicht vergessen, wie man sich fühlt, so da unten. Wenn selbst Leute auf einen herab blicken, die einem weder intellektuell noch menschlich das Wasser reichen können und sich Menschen mit einem Bildungsniveau auf Stammtischhöhe erdreisten, mit Fingern auf "Sozialfälle" zu zeigen ohne die geringste konkrete Ahnung von der Materie zu haben.

Und das wird mich immer wieder zornig machen und nein, es hat nichts mit Angst zu tun. Nur mit Zorn über diese Überheblichkeit. Diese Menschen verdrängen zu gern, dass auch sie selbst ganz schnell ganz unten landen können. So gut wie JEDEM kann das passieren. Jedem. Deswegen halte ich diese Leute, die sich selbst immer wieder für ihre angeblich so tollen Selbstversorgergroßtaten lobhudeln und im Gegenzug dafür andere runter machen müssen für: Angstbeißer.

Beitrag von ohiticawin - 29.12.11 - 18:39 Uhr

*Stell' dir mal vor: Ja, ich bin von der untersten Stufe der sozialen Leiter mit meinem Mann zusammen zu den - man nennt es wohl so - "Besserverdienern" (aufs Jahreseinkommen gesehen) "aufgestiegen". Ich habe jedoch nicht vergessen, wie man sich fühlt, so da unten. Wenn selbst Leute auf einen herab blicken, die einem weder intellektuell noch menschlich das Wasser reichen können und sich Menschen mit einem Bildungsniveau auf Stammtischhöhe erdreisten, mit Fingern auf "Sozialfälle" zu zeigen ohne die geringste konkrete Ahnung von der Materie zu haben.*

Da hast du und dein Mann ja echt was geleistet *kotz*

btw: ich habe im Teenageralter zwei Jahre lang mehr oder weniger "Platte machen" müssen. Falls du wirklich so weit unten warst weißt du vielleicht was ich meine oder frage deinen Freund google. Das war MEIN Ausgangspunkt der sozialen Leiter.

Deine Selbstverherrlichung und Vorverurteilungen die du dir hier erdreistest nehmen echt pathogene Züge an. Du solltest dir Hilfe suchen.

Beitrag von windsbraut69 - 30.12.11 - 15:00 Uhr

Du hast es weiterhin nicht leicht im Leben. Dafür kann hier aber niemand etwas.

Beitrag von ohiticawin - 29.12.11 - 12:23 Uhr

*Was denn für ein Niveau?*

DAS hast jetzt DU gesagt … ;-)

*Sie weis einfach von was sie spricht....und sie hat durchaus Recht damit.*

Da du ja offensichtlich auch eine Glaskugel besitzt und so viel über mich weißt will ich mal einiges klarstellen:

*Du denkst typisch kurz und typisch politisch ungebildet. *
FALSCH wobei ich kein Politikstudium aufweisen kann. Allerdings habe ich meine Frage gestellt um mich in diesem Bereich, in dem ich mich nicht gut auskenne „fortzubilden“. Daraufhin bekam ich von darkness eine kindische undifferenzierte Ätschibätschi-Antwort. Es folgte darauf von mir ein ebenso kindischer und undifferenzierter Kommentar, an dem ihr euch jetzt so aufhängt

*Typisch für eine aus der unteren Mittelschicht*

FALSCH. Btw: Habt ihr was gegen die untere Mittelschicht? Ich nicht, wobei ich nicht in Schichten denke sondern versuche den Menschen zu beurteilen egal wo er herkommt.

*die ja immer ach so stolz ist, dass sie gerade so mit einem Bein NICHT in der Unterschicht hängt*
Wenn allein meine (aufgrund der Situation meines Mannes) momentane schwierige finanzielle Situation, in der ich mit meinem Einkommen 6 Mäuler stopfen muss, mich in eure Unterschicht verfrachtet, dann gehöre ich wohl jetzt dazu *seufz*

*Warum wohl gibt es die Regelung in § 10 SGB II, dass die Kinderbetreuung erst ab dem dritten Lebensjahr als gesichert gelten kann? Genau: Weil es erst ab dann den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt.*

Ja, an der Versorgung mit Kindergartenplätzen muss noch gearbeitet werden, um es dezent auszudrücken.

*Warum wohl werden es sich etliche Kommunen verkneifen, ihre ALG II-Empfängerinnen mit Kindern unter drei in Arbeit zu "prügeln"? Genau: Weil sie sowieso nicht genügend Betreuungsplätze bereit halten könnten und wenn, wären die teurer für die Kommune (schon an sich und erst recht, wenn die KiTa-Kosten bei zu geringem Einkommen der Mutter bezuschusst werden müsste) als der Teil, der als ALG II fließt.*

Das ist doch mal ein Anfang. Warum nicht gleich so? Ich habe nach Expertenwissen gefragt und habe von der Expertin Ch. keine differenzierte Antwort bekommen, die mir irendwie Einsicht in diese Handhabung verschafft. Stattdessen will sie mich mit Ätschibätschi- und Pauschalaussagen ins offene Messer laufen lassen… um mir dann triumphierend meine Unwissenheit unter die Nase zu reiben… Mit dieser Aussage lässt sich doch endlich mal was anfangen!

*Bezuschusste Tagesmütterplätze erst recht. Denn kaum eine Frau schafft es ohne bezuschusste Kinderbetreuung aus dem ALG II raus, weil die meisten dieser Frauen nicht unbedingt hochbezahlte Akademikerinnen oder gut qualifizierte kaufmännische Fachfrauen sind.*

Werden nicht alle Betreuungen (auch die der Akademikerinnen und Fachfrauen) mindestens bezuschusst, wenn nicht gerade eine Nanny zuhause angestellt wird? Und für Niedrigverdiener voll übernommen? Und zur Not mit ergänzendem ALGII aufgefangen? Ihr dürft mich gerne aufklären, sehe aber jetzt auch nicht den Bezug zu meiner Frage.

*Wir werden sehen, was passiert, wenn ab 2013 der Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr in Kraft tritt. DANN, und nur DANN (aber auch nur, wenn der Staat ÜBERALL! genügend Plätze vorhält) kann man von Müttern verlangen, dass sie ab dem zweiten Jahr wieder loslegen sollen.

Ich hoffe man wird diesem Versprechen wenigstens ein wenig gerecht….

ABER: Muss denn den Menschen alles auf einem Silbertablett serviert werden? Wieso ist ein fehlender Rechtsanspruch ein Grund von den Müttern nicht zu erwarten, dass sie einen Platz suchen?

Gibt es einen Rechtsanspruch auf Arbeit? Ich weiß davon nichts, lass mich aber gerne von euch belehren. Trotzdem werden ALGII-Empfänger dazu aufgefordert sich Arbeit zu suchen. Bekommen sie keine Arbeit hilft ihnen ALGII, das ist auch gut so. Wieso kann man ähnliches nicht auch von Müttern erwarten?

*Und ich bin beileibe keine Verfechterin von "Mutti sollte sich mal schön drei Jahre hintern Herd verziehen dürfen", das ist hier wohl bekannt.*

Das wisst nur ihr mit euren Glaskugeln

*Dein selbstbeweihräucherndes Geschwafel, mit welchem du nach unten trittst und dich und dein heiliges Töchterlein aufwerten möchtest, geht mir einfach auf den Geist.*

NIVEAULOS. Mit Diffamierungen versucht ihr euch Erfahrungen, die eine andere Sprache sprechen, vom Leib zu halten. Argumente Fehlanzeige

*Und so eine will studiert haben, Abitur haben - also gelernt haben, differenziert zu denken? Im Leben nicht!*

NIVEAULOS. Zum Thema Differenzieren habt ihr hier ja schon Glanzleistungen vollbracht … Wie man in den Wald hereinruft…

*Ich weiß, wie viele dieser Mütter "beschaffen" sind, die ALG II beziehen, ich sehe es seit fast sieben Jahren.*
Vielleicht solltest du mal überdenken inwieweit das Bild das die Mütter, die dich im Job aufsuchen, bei dir hinterlassen (wollen), zwangsläufig dem realen Bild entsprechen.

(Differenzierungshilfe: „(wollen)“ und „zwangsläufig“ beachten!

*Und nein, es sind nicht viele, die bewusst bedürftig bleiben wollen. Ich erlebe zudem auch, wie eine Mutter z.B. kämpfen*
Also gibt es sie doch, die bewusst Bedürftigen …

Es ist zwar jetzt echt eklig, aber für euch beide betone ich noch mal: Ich bin froh dass wir ein gutes Sozialsystem haben und Menschen in Notlagen Hilfe bekommen. Ich hätte auch nichts gegen eine „Verbesserung“. Allerdings denke ich, dass gerade dies erhalten werden muss (und auch die Würde der Menschen) indem man dem Missbrauch nicht dermaßen Tür und Tor öffnet.

*Aber es labert sich ja so leicht, so von da oben, vom hohen Ross herunter ohne den Hauch einer Ahnung welche berufliche Möglichkeiten ALG II-Bezieherinnen zumeist haben *

Wenn eure Glaskugeln nur annähernd funktionieren würden: Meine Chronik lässt eure Aussage über meine Ahnung mehr als lächerlich aussehen..

.*Tipp: Einen Job im Verkauf, einen Job als Empfangskraft (oft über Sicherheitsfirmen nur mit 12-Stunden-Schichten angeboten) oder Contischicht als Produktionshelferin - jau, mach du doch mal mit Kind unter drei. Das ist mit Kind über drei schon ein Kraftakt. Finde doch mal die Tagesmutter, die das mitmacht!*

Ist das die Regel oder sind das Extremfälle? Ich empfinde das als sehr pauschal…Hier bieten sich auch wieder schöne Ansätze für differenzierte Aussagen … ?

*Und, noch etwas, wo du zu kurz denkst: Nicht alle Frauen und Kinder halten ein Betreuungsgewurschtel mit Tagesmutter, KiTa, Oma, die Nachbarin springt mal ein... PLUS Job (die Anforderungen sind heute zumeist schärfer als vor 20 Jahren) plus Haushalt auf Dauer nervlich gut aus. Das funktioniert einfach für alle Beteiligten ab dem dritten Geburtstag viel besser. Die Kinder sind größer und deutlicher abgenabelt, die Mütter plagt nicht mehr so sehr das Gewissen dem Kind gegenüber, folglich machen sie ihren Job auch besser und mit leichterem Herzen etc. pp.*

Das stimmt, ich stoße auch ständig an meine Grenzen. Manchmal gehe ich auch darüber hinaus. Sicherlich geht das den meisten Müttern so … für mich und meine Familie wäre es wohl auch besser ich würde meine Elternzeit wiederaufleben lassen … und das ist jetzt mein Ernst!

Jetzt aber mit weniger Ernst: Mit der gleichen Argumentation könnte man Eltern mit Kindern bis 12 zuhause lassen ?
Und verschone mich bitte mit vor 20 Jahren-BlaBla!

*Aber egal, prügeln wir sie doch sogleich in Arbeit, wurschtegal, ob sie uns in einigen Jahren ein Vielfaches kosten könnten, weil sie oder die Kinder einen Knacks weg haben...*

Hmm… ich will auch keinen Knacks bekommen und ich will schon gar nicht dass meine Tochter einen bekommt! (auch mein Ernst)

*...die BTW auch schon früh mithilfe einer Tagesmutter wieder Vollzeit gearbeitet hat...*

Willst du dich mit dieser Anmerkung etwa doch noch von deinen Kunden abgrenzen?

* Ach, und: Verschone mich bitte mit "damals war's schlimmer"-Blabla. Mein Sohn ist immerhin auch schon in etwas mehr als einer Woche 21 Jahre alt! Es war damals weder besser noch schlechter. Schlimm genug: Die Situation war genauso beschissen wie heute.*

Hier bietet sich ebenso eine differenzierte Betrachtung an: Vor 20 Jahren unterschieden sich die neuen und alten Bundesländer in Bezug auf die Kleinkinderbetreuung erheblich. Hier in den alten Bundesländern war sie extrem schlechter. Ein Kind unter 4 Jahren hat man kaum untergebracht.
So, und nun freue ich mich darauf was eure Glaskugeln noch so über mich rauslassen!

Beitrag von caligirl88 - 29.12.11 - 16:42 Uhr

Oh man liebe Damen, warum fühlt sich hier immer gleich jeder angegriffen????#gaehn

Ich habe dich gefragt "was denn für ein Niveau?"
ich bezog meine Frage auf deine Aussage :
"Ich werde mich hier nicht auf dein Niveau begeben, denn dort schlägst du mich mit deiner Erfahrung!"

Sorry der Nachfrage wollte dich damit auch keineswegs angreifen. Hab ich auch nicht.

Das was du alles aufzählst, habe und werde ich bestimmt nicht behaupten.

Beitrag von ohiticawin - 29.12.11 - 17:20 Uhr

Ich fühlte mich angegriffen weil ich beleidigt wurde mit völlig an den Haaren herbeigezogenen erfundenen Behauptungen und miserablen Schlussfolgerungen. Auf DIESES Niveau wollte ich mich nicht begeben.

Deine Antwort darauf habe ich dann wohl missverstanden, das tut mir leid.

lg

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 17:22 Uhr

Die Familie kann ergänzend ALG II erhalten. google ist dein Freund: § 10 SGB II, Stichwort gesicherte Kinderbetreung.

Ch.
Mitarbeiterin Jobcenter

Beitrag von ohiticawin - 28.12.11 - 20:07 Uhr

Das Jobcenter sagt also: oh, Elternzeit... schön dass Sie bei Ihrem Kindbleiben wollen, hier ist der Antrag ...

Oder sagt das Jobcenter: oh, sie sind in Elternzeit und haben eigentlich eine Arbeitsstelle.... können Sie denn nicht die EZ verkürzen? Achso, Sie finden keine Kinderbetreuung? Ok, dann füllen Sie diesen Antrag hier aus ... bemühen Sie sich aber trotzdem bitte eine Betreuung zu bekommen... etc ...

DAS wollte ich wissen, und da scheinbar ersteres gilt: "wow!"

PS: Als "Mitarbeiterin Jobcenter" hat man sicher einen guten Blick hinter die Kulissen des Jobcenters. Allerdings dürfte der Blick hinter die Kulisse in umgekehrte Richtung gänzlich ausbleiben. Selbst im Privaten werden sich dir gegenüber die Akteure kaum eine Blöse geben....

Beitrag von our_darkness - 28.12.11 - 21:30 Uhr

". Allerdings dürfte der Blick hinter die Kulisse in umgekehrte Richtung gänzlich ausbleiben. Selbst im Privaten werden sich dir gegenüber die Akteure kaum eine Blöse geben.... "

Quark.

"Das Jobcenter sagt also: oh, Elternzeit... schön dass Sie bei Ihrem Kindbleiben wollen, hier ist der Antrag ..."

Und nochmal: Quark. Wir bieten Unterstützung bei der Suche an, verpflichten aber zu nichts. Dürfen wir gar nicht, siehe gesetzliche Regelungen.