Als Lehrkraft für Kurse werben... Geht's noch?

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Beitrag von morjachka - 28.12.11 - 13:49 Uhr

Hallo!

Ich arbeite seit ca. 10 Jahren als Lehrkraft für DaF, Russisch und Italienisch. Habe bereits in 3 verschiedenen Ländern gearbeitet und mache diesen Job sehr gerne.
Nebenbei bin ich noch im Tourismus beschäftigt, diese Branche gefällt mir auch sehr gut.

Aus Familiengründen bin ich in meinen Heimatsort in Italien zurückgekehrt, ein typisches Touristennest. Im Sommer Hi-Life, im Winter tote Hose. In den letzten 5 Jahren habe ich zeitweise bei einem Fremdsprachen- und Nachhilfeinstitut gearbeitet, immer für mehrere Monate am Stück.

Am Anfang war es top. Helle Räume, neues Lehrmaterial, nette Sekretärin. Dann ging Alles den Berg runter, meine Chefin hat nämlich noch gleichzeitig einen Laden und ein Reisebüro aufgemacht. Und sehr viele Mittel in die Schülerhilfe investiert, die z.Z. boomt.

Für den Inhalt der Sprachkurse war ich schon immer selbst verantwortlich. Im letzten Jahr bekam ich dann einen Schlüssel, weil das Sekretariat nachmittags und abends nicht besetzt war. Fand ich vollkommen ok. Ich musste das Geld für die Kaffeepause einsammeln. Auch ok, dafür kann man schließlich nicht extra jemanden anstellen. Leider sind wir auch umgezogen, in den hellen Räumen ist jetzt der Laden, der Unterricht findet in schlecht beheizten Räumen statt, die ursprünglich eine Wohnung waren...

Gestern hatten wir dann eine Besprechung. Chefin und Sekretärin hätten zu viel zu tun, wir sollten uns die Schüler selbst suchen, es gäbe 15 Euro Kopfgeld pro Schüler. Sobald wir eine Gruppe bereit hätten, würde der Unterricht beginnen.
Ich meinte darauf, dann könnte ich die Schüler direkt zu mir nach Hause einladen, ich wüsste sogar, wie man das auf ganz legalem Weg machen könne. Sie tat so, als hätte sie es nicht gehört.

Was mich stutzig macht, die anderen schienen die Sache ok zu finden. Was meint ihr? Findet ihr das normal? Mann arbeitet doch für ein Institut, weil man sich nicht unbedingt mit Marketing befassen möchte, oder? Wie würdet ihr der Chefin klar machen, dass ihr nicht daran interessiert seid? Bin mal auf Meinungen gespannt.

LG

Beitrag von corny123 - 28.12.11 - 13:55 Uhr

Ich verstehe nicht, wo für Dich der Vorteil sein soll, dort zu arbeiten, anstatt Dich komplett selbständig zu machen?

Beitrag von morjachka - 28.12.11 - 14:12 Uhr

Hallo corny123!

Danke für deine Antwort!

"Komplett selbständig" ist ein großes Wort. Das wollte ich eigentlich vermeiden, da ich zwar sehr gerne unterrichte, aber eben kein Händchen für Verkaufsstrategien habe. Ich hätte zwar das nötige Geld, um Räumlichkeiten zu mieten und Reklame zu machen, aber das wäre mir zu riskant. Außerdem bin ich noch im Familienbetrieb beschäftigt, der hat Vorrang.

Aber du hast deine Frage schon richtig formuliert. Ich sehe nämlich auch keinen Vorteil und Frage mich, wie ein erwachsener Arbeitgeber auf so eine Schnapsidee kommen kann.

Ich überlege mir nur, wie ich ihr sachlich beibringe, dass ich da nicht mitmache...

Beitrag von sassi31 - 28.12.11 - 14:09 Uhr

Hallo,

ich bin deiner Meinung. Du bist da schließlich angestellt und dein AG sollte dafür sorgen, dass die Kurse voll werden und Schüler da sind.

Ansonsten kannst du dich auch direkt selbstständig machen.

Gruß
Sassi

Beitrag von morjachka - 28.12.11 - 14:15 Uhr

Hallo sassi31!

Danke für deine Meinung.

"Ansonsten kannst du dich auch direkt selbstständig machen."

Eben!

Werde kein eigenes Institut gründen, aber mit ein paar Annoncen in der Zeitung und im Internet habe ich warscheinlich mehr Chancen auf Arbeit.

Beitrag von sniksnak - 29.12.11 - 22:13 Uhr

... und evtl. auch einen höheren Stundenlohn, da kein Institut mehr dazwischen ist und abknapsen kann!

LG
sniksnak