Frage zum Pfändungsschutz bei Kontopfändung ab 2012

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Beitrag von risala - 28.12.11 - 14:59 Uhr

Hallo!

Ich habe mit og Thema ein Verständnisproblem.

Basis: Wir haben Schulden aus zwei langen Arbeitslosigkeiten meinerseits. Beide die EV abgegeben. Meine läuft Ende Januar 2012 aus. In diesen letzten 3 Jahren haben wir mehrere Tausend Euro an Schulden tilgen können, weitere 4 Gläubiger fallen in den nächsten 6 Monaten weg (wieder fast gut 1500€ weniger *freu*) und ein teurer Kredit (umgeschuldeter Dispo & Autokauf) läuft im Oktober aus. Es geht also aufwärts und wir haben die Hoffnung, allerspätestens in 3 Jahren (eher früher) schuldenfrei (unsere Hausfinanzierung ist da außen vor) sein zu können - ohne Privatinsolvenz.

Allerdings habe ich einen Gläubiger, bei dem ich die Schulden nicht verursacht habe, aber aus Dummheit dafür gerade stehen muss. Und das ist auch der absolut größte Gläubiger von der Summe her. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren immer geweigert einer Ratenzahlung (50€ monatlich - mehr geht einfach nicht, wenn auch die kleineren Summen in absehbarer Zeit bezahlt werden sollen) oder Stundung ohne Zinsberechnung zuzustimmen, obwohl ich (voreheliche Schulden) nachweislich kein Vermögen habe und auch mein Nettoeinkommen unter der Pfändungsfreigrenze liegt. Immer wieder kamen Mahnung mit Rechtsanwalts- und Mahngebühren, was das ganze ja nun immer weiter verteuert. Rechtlich einwandfrei, aber moralisch naja. Sein Geld soll der Gläubiger ja bekommen, aber auf einmal oder in 6 großen Raten á 750-1000€ (so stellt der Gläubiger sich das die letzten Jahre vor) geht einfach nicht.

Wegen diesem Gläubiger habe ich nun die Befürchtung, dass er mir mit Ablauf der EV eine Kontopfändung reindrücken wird - und mit der neuen Gesetzteslage bin ich überfordert. Ich weiß, dass ab Januar auch ALG2 etc. gepfändet werden können (bekommen wir nicht). Ich weiß auch, dass ich ein P-Konto einrichten kann (hat mein Mann zwangsweise seit 2,5 Jahren für sein minimales Einkommen als Zeitungsausträger). Einkommensschutz auf dem Konto ist nicht mehr so einfach möglich, da auch die Verfügungen durch das amtsgericht bezüglich Pfändungsschutz nicht mehr greifen sollen?

Was ich nicht verstehe: Soll man das P-Konto dann einrichten, wenn man eine Kontopfändung befürchtet / angedroht bekommt, um sein Geld zu schützen oder richtet man das weiterhin dann ein, wenn die Pfändung eingegangen ist? Die Bank ist mir hier keine Hilfe - die sehen das nicht gerne (verständlich), dürfen aber nicht ablehnen und raten zum Abwarten.

Meine Angst ist, dass ich eine Kontopfändung bekomme (Lohnpfändung habe ich bereits - fruchtlos und ruhend, da Ratenzahlungsverinbarung getroffen werden konnte) und dann mein Einkommen weg ist, ohne dass ich die Raten für Haus, NK, andere Gläubiger und unseren Lebensunterhalt etc bezahlen kann. Klar - 3-4 Monate so eine Kontopfändung und der Gläubiger hat sein Geld - dafür hänge ich anderweitig in der Sch... bzw dann auf der Straße, weil die Hausraten nicht bezahlt werden.

Und nochetwas verstehe ich nicht: wer entscheidet über den Freibetrag? Ich bin unterhaltspflichtig für 2 Personen - die Bank richtet aber, so wie ich es verstanden habe, erstmal nur den Grundbetrag für eine Person ein - was ist mit den weiteren Freibeträgen? Wer entscheidet das?

Könnt ihr mir helfen? War das verständlich geschrieben? Falls nicht, bitte nachfragen.

Danke und Gruß
Kim

Beitrag von tessi1984 - 28.12.11 - 15:21 Uhr

Hallo

ich weiss nur durch meine Bank soviel das ab 2012 wirklich ALLES Gepfändet wird wenn man kein P-Konto hat. Ich hatte damals eine Pfändung drauf und wollte dann mein Konto umstellen als schon Gehalt drauf war und ich hatte große Rennereinen und Probleme damit. Dennoch klappte nach langem hin und her alles.

Meine Bank hat mich sehr gut beraten dazu.

Mit den freibeträgen ist es so das es für 1 Person diese Pfändungsfreigrenze von 1.028,89 jede weitere person muss bei uns hier von einer Schuldnerberatungsstelle bescheinigt werden.

ansonsten vielleicht hilft Dir das hier weiter

http://www.jetzt-weiss-ich.de/pfandungsschutzkonto-pfandungsfreibetrag-p-konto.html

lg tessi

Beitrag von risala - 28.12.11 - 16:06 Uhr

Hi,

Danke Dir!

Dann werde ich wohl sicherheitshalber auch ohne Kontopfändung ein P-Konto einrichten.

Gruß
Kim

Beitrag von msfilan78 - 28.12.11 - 17:56 Uhr

Dann würde ich aber sofort morgen zu deiner Bank gehen.
Denn bis 31.12 gibt es das P-Konto nur nur. Wir haben es letzten Dienstag umstellen lassen

Beitrag von felidae01 - 30.12.11 - 11:43 Uhr

"Denn bis 31.12 gibt es das P-Konto nur nur."

was denn, danach nicht mehr? Wäre ja irgendwie total blödsinnig. Denn auch in Zukunft wird es Menschen geben, die Konten eröffnen und/oder Schulden anhäufen und daher mit Pfändungen zu kämpfen haben.

Ergo sollte man ja auch danach noch P-Konten bekommen können.

LG #katze

Beitrag von bea_23 - 28.12.11 - 18:47 Uhr

Hallo Kim, zum Pfändungsfreibetrag bei 2 Unterhaltspflichtigen hast du 1631,84€ Freibetrag.

Lg Bea

Beitrag von risala - 29.12.11 - 08:20 Uhr

Hi,

Danke!

Da liege ich locker drunter... ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.

Gestern rief mich mein Bankberater noch zurück und stimmte mir zu, dass ich mein Konto sicherheitshalber umwandeln soll. Kostet mich zwar dann monatlich 20€, aber besser, als daß irgendwann mein ganzes Geld weg ist und wir wieder ganz tief in den mist reinrutschen.

Gruß
Kim

Beitrag von demy - 29.12.11 - 09:26 Uhr

Hallo,
bist du sicher dass es 20€ im Monat an Gebühren kostet?

Kann ich mir fast nicht vorstellen.
Wenn ja, dann ist der Preis für das Konto völlig inakzeptabel und ich würde die Bank wechseln.

Gruß
Demy

Beitrag von risala - 29.12.11 - 12:32 Uhr

Hi,

ja - kostet um genau zu sein 19,90€ - dafür kkosten daueraufträge, Überweisungen etc nichts. Ist aber bei fast allen Banken so - die nehmen dafür zw. 10€ (da kommen aber dann Gebühren für Kontobewegungen dazu z.B. KSK) - 30€ monatlich. Da ich generell sehr zufrieden mit meiner Bank bin steht ein Wechsel nicht zur Diskussion.

Trotzdem empfinde ich diese Gebühren ebenfalls als unverschämt. Ein deutlich größerer Bearbeitungsaufwand ist hier nicht vorhanden (habe bei der Deutschen Bank gearbeitet). Eine einmalige Bearbeitungsgebühr könnte ich eher nachvollziehen. Aber wie so oft: wer nichts hat, muss noch was mitbringen und wer viel hat bekommt noch was geschenkt. Will aber nicht jammern - wir können die Gebühren recht problemlos bezahlen (wenn wir das Geld auch gut für andere Dinge gebrauchen könnten), anderen wird das sehr viel schwerer fallen.

Gruß
Kim

Beitrag von msfilan78 - 29.12.11 - 16:55 Uhr

Hallo

Ich muß für mein P-Konto nix xtra bezahlen. Finde ich schon frech von den Banken/SParkassen da noch erhöhte Gebühren zuverlangen. Nur wechseln und dann ein P-konto machen geht leider auch nicht.

http://www.pkonto.org/vergleich/

Beitrag von msfilan78 - 29.12.11 - 16:56 Uhr

Achso warum bezahlst du den Gläubiger nicht einfach 50€ monatlich? Er bekommt da ja auch so an sein Geld.

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 17:08 Uhr

Sie hat doch geschrieben, warum das nicht geht?!

Beitrag von werner1 - 29.12.11 - 08:35 Uhr

Hallo,

#Mahngebühren, was das ganze ja nun immer weiter verteuert. Rechtlich einwandfrei, aber moralisch naja. #

du findest es also moralisch einwandfrei, deine Schulden NICHT zu bezahlen ?
Du hast schon eine seltsame Einstellung.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 10:05 Uhr

So wie ich das verstanden habe, will sie 50 Euro bezahlen, obwohl sie nicht müsste und sobald andere Kredite abbezahlt sind auch mehr.

Wer seine Schulden nicht bezahlen will wäre hier wohl in die PI gegangen, nicht wahr?

In dem Fall finde ich den Vorwurf, man wolle wohl nicht bezahlen, fehl am PLatz...

LG, Nele

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 14:48 Uhr

<<<Wer seine Schulden nicht bezahlen will wäre hier wohl in die PI gegangen, nicht wahr?>>>

Auch DAS stimmt SO erstmal nicht.

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 15:05 Uhr

Warum nicht?

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 15:06 Uhr

WARUM nicht?

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 15:19 Uhr

Weil eine Privatinsolvenz nicht heißt: "Keine Schulden mehr, fein raus, weil nix bezahlt."

Ottonormalverdiener verschuldet sich über beide Backen, lebt allein, kriegt das mit all den Gläubigern keinesfalls gewuppt, alle gehen ihm auf die Pelle, er hat gar keine Chance mehr angemessen zu reagieren.

Ottonormalverdiener geht in PI, und muss laut Pfändungsgrenze klar Geld abgeben und das 6 Jahre lang.

Weiterhin wird jeder Schuldner (sofern er die Denkmurmel da oben auch nutzt) wissen, das Schulden da sind und sich einmal mehr in den Arsch beißen. Allerdings gibt es manchmal Situationen im Leben, da ist man froh um einen Strohhalm.

Wenn also jemand alleinstehend, 1400 netto verdient, drückt er allein da schon knappe (ich überschlags) 400 Euro jeden Monat an den Treuhänder ab, hat allerdings die Sicherheit, das kein Gläubiger ihm das Konto unter dem Arsch wegpfändet, weil ihm die Ratenzahlung nicht schnell genug geht.

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 15:36 Uhr

Sicher muss man da auch Geld zahlen, schon klar. Man muss aber nur in diesen 6 oder 7 Jahren bezahlen und ist hinterher raus, auch wenn man nicht die ganze Summe bezahlt hat.
Wenn man also wenig verdient und hohe Schulden hat, lohnt sich das. Die TE scheint auch nicht reich zu sein, da wäre das also evtl. eine kostengünstigere Opition gewesen.

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 15:40 Uhr

Nunja, das ist immer die Frage, ob Pest oder Cholera die bessere Wahl ist.

Fakt ist, das wahrscheinlich der verschwindend geringste Teil in die PI geht, damit er seine Ruhe hat, nix zahlen muss und danach fein raus ist.

Manchmal spielt das Leben blöd, man baut scheisse, war einfach kurzfristig geistig umnachtet und bedachte nicht die Folgen seines Handelns.

Es gibt sicher mehr Menschen die bluten und später sehen: Scheisse, nix geht mehr, als solche die sich leichtgläubig in die Hängematte legen und "nach mir sie Sintflut" denken.

Für erstere ist es dann ein Neustart mit Option "Beim nächstes Mal gehts besser und der Fehler ist zum Lernen da"

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 15:57 Uhr

Ich glaube auch gar nicht, dass die Leute mit Absicht locker Schulden machen, so nach dem Motto "muss eh nicht alles abzahlen".

Ich bin aber immer mal im Zwiespalt, ob ich die PI, also de facto die Möglichkeit, weniger abzuzahlen als man Schulden verbockt hat, gerecht zu finden.

Einerseits gönne ich Leuten, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommnen. Andererseits ist es eben den Gläubigern gegenüber nicht gerecht, die ihre Kohle nicht sehen und auch nicht unbedingt das richtige Signal...

Ich bin mir da unschlüssig.

Und wenn man z.B, einiges über den Ehepartner finanziert, kann man auch noch ein recht lockeres Leben haben. Habe so einen Fall im Bekanntenkreis. Ich bin nicht neidisch, möchte nicht so auf Kante leben.
Aber der Lerneffekt ist auf jeden gleich Null

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 16:02 Uhr

Das Problem ist, dass man es einfach nicht allen Recht machen kann.

Es wird immer "Ungerechtigkeiten" geben.

Und im sozialen Zusammenleben ist es noch 3-4 Mal größer, weil es um viel Geld geht.

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 16:15 Uhr

Das stimmt.

Wie gesagt, ich gehöre nicht zu denen, die auf jeden einprügeln, der fnanziell einen Nutzen hat, den ich gerade nicht habe.
Aber da die PI eben so einige Möglichkeiten bietet sich zu entlasten, finde ich, dass man nicht, wie der User dem ich geantwortet habe, bei einer 50-Euro-Rate (anstelle PI) in de Fall der TE von nicht zahlen wollen sprechen kann.

Oje, das war jetzt kompliziert. Na, Du verstehst schon.

Beitrag von thea21 - 29.12.11 - 16:17 Uhr

Ich verstehe ;-)

#winke

Beitrag von risala - 29.12.11 - 16:33 Uhr

Hi,

Danke dir und Thea21 dafür, dass ihr mich wegen den Schulden nicht aburteilt!

Kurze Antwort zu

"Die TE scheint auch nicht reich zu sein, da wäre das also evtl. eine kostengünstigere Opition gewesen."

Reich sind wir nicht (Durchschnittseinkommen eben), Vermögen ist keines da - und der Hauskauf vor 6 Jahren war ein Notkauf (haben keine Wohnung mit Kind gefunden) - kostet uns weniger als eine normale Mietwohnung (!) und war nur mit großartiger Unterstützung meiner Mutter & Oma möglich.

Bei einer PI wäre das Haus auch weg. Aber auch ohne wäre die PI für mich keine Wahl gewesen - das ist mMn etwas für Leute mit deutlich höheren Schulden als wir sie haben/hatten und die ohne PI niemals wieder finanziell auf die Füße kommen würden.

LG
Kim