ich bekomm es einfach nicht hin

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Beitrag von christinlukas 28.12.11 - 23:15 Uhr

hallo mädels,

ich weiß es geht euch nicht anders und manche trifft es schlimmer als mich...
aber ich denke, dass ich hier mit meinen gedanken gut aufgehoben bin...

ich hatte am 27.06.2011 eine fg in der 10. ssw... die ersten wochen waren die allerschlimmsten überhaupt... ich bekam panikattaken, alpträume und konnte nur noch mit medikamenten etwas schlafen...

es wurde etwas besser, aber irgendwie trauere ich soooo extrem um mein verlorenes kind... ich weine jeden tag und bin so verzweifelt...
ich habe einen gesunden sohn (3 jahre), aber ich merke trotzdem diese riesen lücke in meinem herz... es fehlt einfach und ich vermiss es so sehr... ich habe keine ahnung, wie ich die fg verarbeiten soll... wir wünschen uns schon lange ein 2. kind. wir haben vor 1,5 jahren angefangen zu planen und übten ab märz. in april klappte es und wir waren überglücklich und dann dieser riesen schlag.

am 17.12.2011 hatte ich dann wieder eine fg... einen frühen abgang. seitdem wirds immer schlimmer und ich kann nicht richtig mit jemanden reden. mein mann verarbeitet das alles anders und kann auch nicht so darüber reden...

meine verwandten meinen, ich bin noch jung, kann noch viele kinder bekommen und sie sind schon ziemlich genervt von mir...

ich weiß gerade nicht weiter.... der schmerz sitzt so tief...

ich weiß es ist gemein, aber ich bekomm es seelisch nicht mal hin, mich mit meiner schwangeren freundin zu treffen... ich kann mir kein neugeborenes anschauen, ohne zu weinen...

wird das noch mal besser??? ich kann langsam nicht mehr... wie habt ihr das

verarbeitet???

entschuldigt den langen text, aber ich weiß sonst nicht wohin mit meinen gedanken...

Beitrag von winter2010 29.12.11 - 09:58 Uhr

Guten Morgen,

ich kann dich sehr sehr gut verstehen. Wir haben im August 2010 unser Baby beerdigen müssen, es ist unser erstes Kind gewesen und das mussten wir zu den Sternen reisen lassen. Ich war damals total fertig, konnte mir ein Leben ohne dieses Kind nicht vorstellen. Ich konnte nicht mehr schlafen, essen oder sonst etwas tun. Aber nach zwei/ drei Wochen ging es mir von Tag zu Tag besser. Und weist du auch warum?
Ich war stolz und unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit, es gibt Frauen die dürfen niemals das Glück einer SS geniesen. Wir durften es, wir haben diese unendliche Liebe in uns die nur Mütter zu ihren Kindern empfinden.
Dieses Jahr im Juli wurde ich Mama von einem kleinen Jungen und auch du wirst irgendwann wieder ein Baby unter deinem Herzen tragen und danach gesund zur Welt bringen. Aber vorher muss dein Geist und Körper dazu bereit sein.

Fühl dich lieb umarmt #winke

Beitrag von jasifrosch 29.12.11 - 12:21 Uhr

Hallo :-(

Ich kann Deine Trauer verstehen. Es ist ganz natürlich und ging mir ähnlich
Du bist aber nicht alleine. Es gibt ganz viele Frauen, denen es so geht. Leider denkt man immer alle anderen Frauen bekommen einfach so Kinder in gewünschter "Anzahl" ohne jegliche Probleme. Es wird meist nicht so offen darüber gesprochen.
Ich rate Dir eventuell zu einer psychologischen Therapie auch im Hinblick auf eine erneute SS, den die Angst wirst Du nicht los......ich spreche aus eigener Erfahrung.

Liebe Grüsse

Jasifrosch, die nach langem Weg seit 2010 Mama ist

mit Gretamaus (30+4)#verliebt an der Hand
Anton ( 30+4 geb. und verstorben) und zwei#stern#stern im#herzlich
und unverhofft Babyboy inside #ei (27+1) im Kampf um die 3 vor der SSW

Beitrag von lunamond 29.12.11 - 20:19 Uhr

Hallo christinlukas,

ich kann Dich gut verstehen mir uns ging es im Feb.2010 so.Da mussten wir unseren Krümmel zu den #stern kinder ziehen lassen. Es war unser gemeinsames Kind.Wir sind eine Patchworkfamilie.

Wir haben einen Baum in unserem Garten für unseren #stern gepflanzt.
So bin ich damit fertig geworden.

Lass Dich umarmen Du schaffst das .

Liebe Grüße lunamond

Beitrag von mumi2 30.12.11 - 14:40 Uhr

Liebe Christinlukas,

auch ich kann dich sehr gut verstehen. Unsere Zwillinge Raffael und Antonia haben uns im Juli verlassen und wir mussten sie zu Grabe tragen. Damit umzugehen ist sehr schwer und man meint es reißt einem das Herz aus der Brust. Ich habe angefangen zu verarbeiten in dem ich Lieder für meine Engelchen geschrieben habe. Ich war jeden Tag auf den Friedhof und habe das Grab neu gestaltet. Für mich musste das so sein weil andere Mutti´s sich doch auch um ihre Kinder kümmern. Da ich meine Kinder nicht im Arm halten darf kümmere ich mich so um sie. Bis heute. Ich habe Gedichte geschrieben und ausgedruckt, habe sie im Kinderzimmer aufgehangen und habe die letzten US-Bilder auf Leinwand ziehen lassen und im Kinderzimmer aufgehangen. So habe ich die beiden "einziehen lassen". So habe ich nur noch mehr das Gefühl das sie immer da sind und um mich herum.
Jetzt am 21.12.11 musste ich mein drittes Sternchen ziehen lassen und meine Hoffnung war jäh zerstört. Ich spürte wie die Welle der Trauer über mir zusammen schlug und ich dachte ich müsste vor Seelenschmerz sterben. Und es war mir auch recht...so hätte ich wenigstens bei meinen 3 Liebchen sein können.
Aber ich dachte weiter... würden das meine Kinder wollen? Das ich aufgebe und mich vergrabe? Wir haben unser Dotti bei seinen Geschwistern beerdigt und einen hübschen kleinen Stein in Auftrag gegeben.

http://www.maerchen.net/classic/b-traenenkrug.htm

Dieser Link enthält eine Geschichte die mir sehr geholfen hat. Wenn du willst kannst du sie ja gern lesen.
Entschuldige das es so lang geworden ist.
Wenn du reden möchtest kannst du dich gern jeder Zeit melden.

Liebe Grüße
mumi2 mit#stern Antonia, #stern Raffael und #stern Dotti ganz fest im #herzlich

Beitrag von christinlukas 31.12.11 - 10:31 Uhr

vielen dank... es tut mir leid, was du durch machen musstest. manchmal denke ich, dass ich nicht so sehr trauern darf, denn ich war ja "erst" in der 10. und dann in der 5. ssw... irgendwie finde ich meine trauer gegenüber denjenigen ungerecht, die ihre kinder viel später ziehen lassen mussten.
ich wünsch dir viel kraft.