Den Ex als Vater entsorgen...

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Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 10:31 Uhr

Moin Ihr Lieben,

mich interessiert schon ganz lange, warum viele Frauen nach der Trennung ihren Ex gleich als Vater mit entsorgen.

Mir ists selbst als Kind passiert - meine Mutter hatte einen Neuen, da störte der leibliche Papa nur. Es hieß, man sei jetzt mit dem Neuen eine Familie und Euer Vater interessiert sich eh nicht. Wenn ich mal das Thema angeschnitten habe, gabs nur hochgezogene Augenbrauen und "Dein Vater hat uns so viel angetan. Glabst Du, der will Euch ernsthaft sehen" etc.

Heute - 24 Jahre nach der Scheidung - weiß ich, es war eine glatte Lüge. Mein Papa war zwar zu feige, sich notfalls gerichtlich durchzusetzen. Hat irgendwann selbst geglaubt, dass wir nichts von ihm wissen wollen. Aber er hätte schon gern Kontakt gehabt, das schwört er heute. Er hat damals die Jugendamtsakte bekommen, in der stand, die Kinder kämen "sehr gut mit dem neuen Lebensgefährten aus und nennen ihn bereits Papa" #schock Das habe ich NIE gesagt! Mein Papa zog sich darauf hin zurück, wollte der neuen Familie nicht im Weg stehen.

Ich habe besagte Akte mit 15 gelesen und meiner Mutter um die Ohren gehauen.

Inzwischen habe mein Bruder und ich zum Papa Kontakt und es läuft super #pro Zu meiner Mutter habe ich schon länger keinen Kontakt mehr, ich kann sie also leider nicht fragen, was das sollte.

Jetzt würde mich mal von Alleinerziehenden interessieren, warum so viele nicht dran interessiert sind, dass die Kinder Kontakt zu ihrem Papa haben - oder schon Kontakt, aber bloß nicht mehr als alle 14 Tage. Also warum der Papa kein gleichberechtigter Elternteil sein/bleiben/werden soll.

Ich will überhaupt keinen Streit anfangen, mich interessieren mögliche Gründe.

Evtl:

- Hass auf den Ex?
- Meinung, der Vater sei nicht so wichtig, die Mutter wichtiger fürs Knd?

- Keine Trennung zwischen Paar und Elternsein erwünscht?
- zu viele Umstände, sich mit einer zweiten Person zu einigen?

Oder noch was anderes?

Ich müsste unsere Kinder übrigens bei eventueller Trennung mindestens 50% an meinen Mann "abgeben", denn er war in Elternzeit und Teilzeit und hätte gute Chancen vor Gericht, sie zu bekommen.

ich würde aber Amok laufen, wenn ich als Mutter aus der Familie gedrängt werden sollte.

LG, Nele

Beitrag von la-fee - 29.12.11 - 11:20 Uhr

Hallo, liebe Nele!

Ich bin die "böse" die auf den Beitrag im Trennungsforum geantwortet hat und von meiner Bekannten erzählt hat, wo der Vater das Kind gar nicht mehr sehen darf.

Das ist nicht meine Meinung, ich habe es nur erzählt.

Ich selbst lebe nicht mit dem Vater meines Kindes zusammen und finde es auch nicht gut, wenn eine Mutter dem Vater das Kind entzieht und viel. sogar den neuen Partner als Papa anreden lässt.

ABER ich finde es auch nicht gut, dass in meinem Fall zb. der Vater das Kind zu 50% bekommt.

Ich finde das hängt immer von der Situation ab. Wie sieht der bisherige Bezug aus, wie alt ist das Kind usw.

Mein Sohn ist 3 Jahre alt und ich trennte mich mit dem Kindsvater als der Kleine ein dreiviertel Jahr alt war.
In den ersten 9 Monaten sah er den Kleinen nicht viel, nur am Wochenende und da waren es dann viel. 2,3 Stunden in denen er sich mit ihm beschäftigte.

Momentan sieht es so aus, dass er einmal die Woche zu uns kommt, für einen Tag. Er nimmt ihn nicht mit, da der Kleine es nicht möchte. Er hat ihn gerne, aber er möchte eben in seiner vertrauten Umgebung bleiben. In der zeit lasse ich die beiden aber alleine.

Wenn der Kleine größer ist und selbst mehr möchte, habe ich damit kein Problem, aber momentan passt es so.

Ich habe auch einen Partner, der Kleine ist praktisch mit ihm aufgewachsen und sieht in auch wenn mich jetzt alle steinigen werden als "Papa" an. ich meine damit, er nennt ihn nicht Papa, aber für ihn ist er eben die wichtigste männliche Bezugsperson.

Er weiß wer sein Papa ist, mag ihn auch sehr, aber eben die ganzen Sachen, die ein Papa mit dem Kind macht, macht eben mein Partner.

Klar kommt auch ab und zu dieses Wechselmodell in Frage, aber meiner Meinung nach ist es auch nicht immer das Beste. Oft ist es für die Kinder total verwirrend und sie wissen eigentlich nicht wohin sie gehören.

So, das war nur meine Meinung....

Viele liebe Grüße, Anna

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 11:31 Uhr

Hallo Anna,

naja, wenn der echte Papa eh nur ein paar Stunden bei Euch zu Hause zu Besuch kommen darf, ist doch klar, dass das Kind keinen richtig tollen Bezug zu ihm haben kann, oder?
Das Verhältnis entsteht ja auch aus dem Alltag, der gemeinsam verbrachten Zeit. Klar, dass der Kleine nicht möchte, dass Papa ihn mitnimmt - er kommt viel zu selten.

Dein LG, der neue Papa, bekommt alle Zeit der Welt...

Das meine ich, der leibliche Papa bekommt so doch keine Chance, oder?

Ich war 8, als meine Eltern sich trennten. Alt genug um zu peilen, was vor sich geht, aber eben abhängig von den Entscheidungen meiner Mutter, so blöde sie auch waren.
Naja, wenigstens habe ich ihr und ihren Typen das Leben so weit es ging, zur Hölle gemacht :-)

LG, Nele

Beitrag von zonenbiene79 - 29.12.11 - 11:23 Uhr

Ich bin selber auch ohne Vater aufgewachsen, weil meine Mutter und meine Oma ihm immer wieder Steine in den Weg gelegt haben.

Nach der Trennung vom Vater meines Sohnes war sofort klar, ER ist der Vater und wird es auch immer bleiben.

Mein jetziger Freund ist allenfalls eine zusätzliche männliche Bezugsperson und irgendwann vielleicht Freund oder Vertrauter, aber nicht der Papa.
Es rutscht meinem Sohn schonmal raus das er ihn Papa nennt, aber das hat er mich auch schon ;))))

Es gibt sicher Gründe die dafür sprechen würden wenn man als Elternteil den anderen Elternteil "entsorgt" zb. körperliche Gewalt, Drogen, Missbrauch und so.

Streitereien zwischen den Eltern sollten auch bei den Eltern bleiben und hat nichts mit den Kindern zu tun. Wie oft scheisst es mich mit dem KV an, dennoch entsage ich ihm nie das Kind. Da muss man lernen zu trennen und es geht.

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 11:33 Uhr

Tja, bei vielen scheint sich da einiges zu vermischen. Ich stell es mir auch nicht leicht vor, wenn ich da an meinen Ex denke - bin ich froh, dass ich den auf Nimmerwiedersehen los bin :-)
Aber mit Kind muss man sich eben zusammenreißen. Hat ja keiner gesagt, dass es einfach wird...

Meine Mutter würde wahrscheinlich tot umfallen, wenn sie wüsste, dass ich zum Papa Kontakt habe und zu ihr nicht. Aber so kriegt man eben manchmal die Quittung...

LG, Nele

Beitrag von nibiru - 29.12.11 - 11:45 Uhr

Ich habe versucht den Vater zu erhalten und dafür mehr Ärger, Kummer und Magenschmerzen kassiert, als alles andere.
Mein Ex stellt mich heute als die "typische" böse Ex hin, die ihm, den armen lieben Papa, den Kontakt zu den Kindern verweigert und das erzählt er auch jedem.

Das dem nicht so ist und ich vieles versucht und unternommen habe, das füllt inzw. einen Ordner.
Ein Ordner voll mit den übelsten Beleidigungen,Unterstellungen und voller Hass gegen mich, der leider auch vor den Kindern keinen Halt macht.

Eines tages dürfen meine Kinder diesen Ordner lesen, wenn ich glaube das sie den Inhalt verkraften können und ich zweifel stark daran, das ich es sein werde, der sie den Ordner um die Ohren hauen werden.

Ich verweigere heute auch den Vater/Kind Kontakt, aber das in Absprache mit dem Jugendamt und der Erziehungsberatung, die ich in Anspruch genommen habe um die Kinder möglichst heil aus der Situation zu bekommen.

Dieser Mann hat aus Hass, Wut und Enttäuschung soviel kaputt gemacht und zerstört, auch bei den Kindern...... aber ich bin die böse Ex, während er das unschuldige Opfer ist.

Ich will nicht bestreiten das ich auch meine Fehler gemacht habe, aber ich habe nie versucht die Kinder zu manipulieren oder sie gegen das andere Elternteil aufzuhetzen oder Ihnen versucht ein schlechtes Geissen zu machen (du kannst mich nicht lieb haben, sonst würdest du zu mir ziehen wollen).

Nicht immer ist eine Person alleine schuld und ab und an haben Elternteile mit Sorgerecht auch eine Begründung, das andere Elternteil zu "entsorgen"

Ich würde mir wünschen, das man da ab und an auch dran denken würde.

Mir ist klar das es schwarze Schaafe gibt und das finde ich auch nciht in Ordnung.
Es geht aber eben auch anders.

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 11:59 Uhr

Sicher geht es auch andersherum.

Aber da meine Muttter ja jeglichen Kontakt zu meinem Papa unterbunden hat, kam er gar nicht dazu, uns aufzuhetzen :-)

Das, was ich meinem Vater vorwerfe ist, dass er nicht mal auf den Tisch gehauen hat, sondern den Schwanz eingezogen.

Aber den Rest werfe ich meiner Mutter vor - also dass wir Kinder keinen Kontakt haben durften, nur weil SIE da keinen Bock drauf hatte.

LG, Nele

Beitrag von nibiru - 29.12.11 - 12:16 Uhr

Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig.

Wer weiss was wirklich gelaufen ist.

mein Es stellt sich auch als Unschuld vom lande hin, der nicht fähig ist auf den Tisch zu hauen und jeder glaubt ihm.....ja, die kennen auch meinen Ordner nicht.

Deswegen hebe ich alles auf, ich möchte nicht das meine Kinder mir später vorwerfen, das ich Ihnen den Vater vorenthalten habe und die böse bin.

Beitrag von babylove05 - 30.12.11 - 08:09 Uhr

Hallo

Naja was sagt den deine Mutter dazu ? Gibt sie den zu des es so war , oder sagt dir des dein Vater nur ...

Den ich kenn es leider eben auch so des mein EX jeden erzählt ICH stehe ihm im weg um sein Sohn zusehen .... und das ist einfach eine totale Lüge ... ER ist in die USA gezogen und nicht wieder zurück als er die change hatte , ER meldet sich kaum per telefon oder Inet ( mein Sohn hat ihm auf der Cam des letze mal vor 6 monaten oder so gesehen ) , Wieso soll ICh den ihm hinterher rennen , sein Sohn hat keine Intresse an ihm , weil er sich wie dein Vater nicht drum kümmert ( Dein Vater hätte auch wege gehabt ) .... ICh bin die jenige dir regelmässig Fotos schickt ohne des er fragt , und trotzdem steh ICH als die böse da , die ihm sein Sohn wegnimmt, nur weil mein Sohn meinen neuen Patner als Männliche bezugsperson ansieht ....

Martina

Beitrag von nele27 - 30.12.11 - 09:22 Uhr

***
Naja was sagt den deine Mutter dazu ? Gibt sie den zu des es so war , oder sagt dir des dein Vater nur ...
***

Meine Mutter sagte dazu stets gar nichts oder "Das interessiert mich nicht mehr, ich habe jetzt ein neues Leben" oder "Dein Vater taugt nichts"

Weiteres Nachfragen = Mutter beleidigt.

Bei uns war es so, dass mein Vater in unserer ehemals gemeinsamen Wohnung blieb und meine Mutter 100 km weiter zu ihrem neuen Lover zog und uns ungefragt mitnahm. Schulwechsel, neue Freunde? Sch***egal, Hauptsache sie hat ihren neuen Typen.

LG, Nele

Beitrag von babylove05 - 30.12.11 - 12:45 Uhr

Hallo

des ist dann natürlich nicht ok , vorallem wenn ihr schon alt genug wart eure eigenen meinung mitzuteilen . Aer ich denk man sollte halt immer mit solchen aussagen aufpassen , ich kenn leider einige "ach so tolle Väter " sie sich immer als Helden hinstellen und die Mütter schlecht machen , und als die Böse hinstellen obwohl es leider anderstrum ist , nur des dies die Väter nicht sehen .

Lg Martina

Beitrag von comapo - 29.12.11 - 13:09 Uhr

Keine Frage, es gibt auf beiden Seiten schwarze Schafe. Du musst Dir allerdings dann auch nie den Vorwurf gefallen lassen, Du hättest den Vater mutwillig aus dem Leben der Kinder entsorgt.

LG

Beitrag von manavgat - 29.12.11 - 11:48 Uhr

Heute - 24 Jahre nach der Scheidung - weiß ich, es war eine glatte Lüge. Mein Papa war zwar zu feige, sich notfalls gerichtlich durchzusetzen. Hat irgendwann selbst geglaubt, dass wir nichts von ihm wissen wollen. Aber er hätte schon gern Kontakt gehabt, das schwört er heute.

Ich gehe mal davon aus, dass er das selbst - in der Rückschau - glaubt.

Vermutlich ist es nur die halbe Wahrheit.

Hast Du Deine Mutter heute mal damit konfrontiert, was wirklich gelaufen ist?

Ich habe jahrelang Frauen in Notsituationen beraten. Die Geschichten sind sehr ähnlich. Gewalt, Drogen, Alkohol, Verantwortungslosigkeit, Druck + Drohkulisse usw. Da sie bei offiziellen Stellen - aus Scham - nicht darüber sprechen, wird ihnen unterstellt, sie hätten den KV aus dem Leben des Kindes gedrängt.

Muss bei Euch so nicht gewesen sein, aber Du solltest Deine Mutter mal fragen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 11:58 Uhr

Ja, habe ich (als wir noch Kontakt hatten). Sie verweigert jegliches richtige Gespräch zum Thema.

Das sei nicht mehr ihr Leben und sie will mit "diesem Menschen" nichts zu tun haben. Sie hat einen kompletten Schnitt gemacht. Den musste ihre Kinder leider mitmachen. Meine Mutter ist der größte Egoist der Welt.

Ich habe die Jugendamtsakte mit den besagten Lügen ja schon vor vielen Jahren gefunden.

Dazu noch einen ganzen Haufen Fotos. Meine Mutter sagte ja immer, dass mein Vater sich nie um uns kümmerte.

Ich fand das seltsam, denn ich hatte eher positive Erinnerungen an ihn trotz einiger unschöner Vorkommnisse (lautstarke Ehestreits, Alkohol).

Ich fand dann kartonweise Bilder bei meiner Mutter in der letzten Ecke und nun auch bei meinem Vater: Nele beim Baden mit Papa, Nele auf dem Wickeltisch mit Papa, Nele auf dem Sofa mit Papa, Nele beim Ausflug mit Papa, Nele im Urlaub mit Papa.

Sehr eigenartig, wo er sich doch NIE gekümmert hat #augen
Die Bilder hat sie nach der Scheidung aus dem Album gerissen.

Mein Papa gibt wenigstens zu, dass er früher einige Fehler gemacht hat und zu früh aufgegeben - und gibt sich nun richtig Mühe.

LG, Nele

Beitrag von nibiru - 29.12.11 - 12:23 Uhr

hm...was haben denn Fotos damit zu tun???

Meine Kinder sind auch zu 99% mit ihrem Vater abgelichtet, logisch..ich habe fotografiert. Er hatte keine Lust dazu.
Ich ahbe dennoch viel mit meinen Kindern gemacht, auch wenn es keine Bilder gibt.

Mein Ex hat sich auch kaum gekümmert, da habe ich gerade die wenigen Momente festgehalten.
Oh, er wickelt mal..*Knips*
Oh, er badet sie mal *knips*
Wahnsinn, er spielt mal mit den Kindern lego *knips*

Laut Bildern ein toller fürsorglicher Vater.....die realität sah leider anders aus...

Anhand von Fotos würde ich schon einmal gar nichts ausmachen.

Wenn deine Mutter nicht drüber sprechen möchte, wird sie gründe haben, es muss nciht egoitischer Natur sein.
Hast du mal daran gedacht das dinge vorgefallen sein können, über die sie nicht reden möchte und die er beschönigt oder verschweigt?
Vielleicht auch um dich zu schützen?

Man urteilt recht schnell über Dinge die man nciht wirklich erlebt hat......

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 13:09 Uhr

Was heißt nicht erlebt - ich war ja dabei, war bei der Scheidung 8 Jahre - und mein Eindruck war ja auch, dass mein Vater sich gekümmert hat. Er hat auch vieles falsch gemacht, aber nicht so einseitig, wie meine Mutter es dargestellt hat.

Er hat übrigens NIE ein schlechtes Wort über meine Mutter verloren. Umgekehrt sah das ganz anders aus.

Und er war auch bereit, sich meinen Fragen zu stellen. Meine Mutter nicht.

Er hat mir die Fotos übrigens nicht stolz vorgezeigt, sondern ich habe danach gefragt, was er noch von früher hat. Ich wusste, dass er Dias aus dem Urlaub hat und bei der Gelegenheit fand ich dann die anderen Bilder.

Es gibt natürlich auch Fotos mit mir und meiner Mutter drauf, die durften ja auch im offiziellen Fotoalbum bleiben. Mein Vater flog raus.
In seinem Keller habe ich dann kürzlich alle möglichen Kindersachen gefunden. Jede Menge Spielzeug, was meine Mutter in der alten Wohnung gelassen hat.

Das sind alles so Dinge, von denen weiß ich nichts. Es hieß immer nur "er interessiert sich nicht für Euch, es ist ihm egal, was ihr tut". Der jeweilige neue Partner war dann der Tolle.

Beitrag von starshine - 29.12.11 - 12:52 Uhr

Es ist schade, dass Deine Mutter nicht geredet hat darüber was wirklich vorgefallen ist. Ich tue das mit meinen Kindern und sie kennen auch die wahren Gründe für die Trennung. Mit der Wahrheit können Kinder am besten umgehen.

Trotzdem stellt sich auch bei uns der Vater als Unschuldslamm hin und diejenigen, die mich nicht kennen, glauben ihm das auch.

Mir ist das egal. Meine Kinder wissen was Sache ist und ich habe sie auch erst befragt, ob sie es für richtig halten, bevor ich die Anzeige weg. Vernachlässigung des Unterhalts gestellt habe z.B.

Meine Kinder wollen ihren Vater nicht mehr sehen, wir arbeiten mit einem Psychologen an der Aufarbeitung und ich sage die Wahrheit über die Vergangenheit mit meinem Ex. Damit sollten meine kids hoffentlich nie in Deine Situation geraten. Würde ich das nicht tun, könnte sich unsere Geschichte in ein paar Jahren ähnlich anhören wie Deine.

Und auch ich führe ein Tagebuch und einen Ordner über all meine Versuche den KV zu mehr Umgang zu bewegen, die Kinder doch das ganze WE bei sich zu haben etc.etc.etc.;-)

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 13:17 Uhr

Bei uns stellt sich nicht der Vater als Unschuldslamm hin. Er sagt ganz offen, dass er einiges falsch gemacht hat. Er verliert kein schlechtes Wort über meine Mutter. Was mich wundert, denn aus heutiger Sicht müsste er sich aufregen. Aber er weiß eben auch, dass er nicht immer der beste Papa war.

Meine Mutter sieht sich dagegen als Opfer der Weltverschwörung und alle, die ihr kritische Fragen stellen, werden entweder nicht beachtet oder angepflaumt. Ihr Ex-Mann gehört nun nicht mehr zu ihrem Leben und wer das nicht beachtet, wird mit Ignoranz bestraft. Kinder sind egal, die haben zu spuren und den Papa zu nehmen, der ihnen präsentiert wird. Ich bin froh, dass ich die los bin...

Als meine Eltern noch verheiratet war, musste mein Bruder übrigens immer als Eheberater für meine Mutter herhalten, bei dem sie sich über den bösen Vater ausgelassen hat. Als sie sich nach 20 Jahren endlich trennte, durfte er kein Wort mehr über ihn sagen.

Ich merke heute noch, dass mein Bruder sich schwer aus dieser zwanghaften Solidarität lösen kann.
Ich selbst merke nur Wut an der Stelle.

Beitrag von manavgat - 29.12.11 - 14:01 Uhr

(lautstarke Ehestreits, Alkohol).

also, was ich vermutet hatte.

Wenn Deine Mutter sich so hartnäckig weigert darüber zu reden, dann ist vermutlich mehr vorgefallen. Diese Art Verdrängung kommt bei Opfern häuslicher Gewalt (sehr beschönigender Begriff) häufig vor.

Es ist einfach, wenn die Kids groß sind - und man keine wirklichen Sorgen mehr mit ihnenn hat - sich als liebender Papa zu präsentieren. Die Mutter hat ja die Arbeit und die finanziellen Sachen komplett allein oder mit dem neuen Mann gemeistert. Das Produkt kann der Herr Vater ja dann genießen.

Das ist sehr einseitig.

Ich würde Dir empfehlen, zur Klärung der Beziehung mit Deiner Mutter, eine Psychotherapie zu machen. Ich sehe die Wut bei Dir. Kann das sein?

Gruß und alles Gute

Manavgat

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 14:07 Uhr

Ja, wobei das alles auf beiden Seiten stattfand. Meine Mutter ist noch heute Alkoholikerin. Falls Du bei ihr die klassische Opferrolle siehst, muss ich Dich enttäuschen :-)

Alles weitere - wenn Dich das Thema interessiert - lieber per PN!

Beitrag von .doctor-avalanche. - 30.12.11 - 11:07 Uhr

"Wenn Deine Mutter sich so hartnäckig weigert darüber zu reden, dann ist vermutlich mehr vorgefallen. Diese Art Verdrängung kommt bei Opfern häuslicher Gewalt (sehr beschönigender Begriff) häufig vor."

Ziemich tendenziöse Sichtweise.

Menschen verdrängen vor allem ihre eigenen Fehler und je weiter es zurückliegt, desto mehr wird die Vergangenheit von eigenen Fehlern bereinigt. Und hier stehen Frauen Männern in rein gar nichts nach!

"(lautstarke Ehestreits, Alkohol).

also, was ich vermutet hatte."

Was hast Du denn vermutet? Dass er getrunken hat oder sie?

Dein fortwährendes Engagement für Frauen in Notsituationen, so wie Du sie beschreibst, ist Dir hochanzurechnen und verlangt auch eine Menge Respekt (so wie jedes soziale Engagement für seine Mitmenschen), es hat aber Deinen Blick arg eingetrübt und macht Dich nicht gerade zu einer Ikone hinischtlich Objektivität bei Paarproblemen. Sonst würdest Du nicht so investigativ nach den Problemursachen nahezu ausschließlich beim Vater suchen.

@TE: Hallo Nele,

dass Frauen, vor allem wenn ein neuer Partner im Spiel ist, den alten Partner und leiblichen Vater als Störfaktor empfinden und weiterhin ihrem Ideal von einer heilen Familie nachlaufen - zur Not eben mit neuem Mann - ist emotional nachvollziehbar. Und solche Frauen sind ebenso zu einer rein egoistischen Handlungsweise im Standen wie Männer, die sich sowohl finanziell als auch generell verantwortlich, komplett zurückziehen und eine Mutter + Kinder nach einer Trennung im Stich lassen.

Ich bin aber der Überzeugung, dass die Mehrzahl der Mütter sehr verantwortungsvoll - auch nach einer Trennung - mit dem Verhältnis Kind-Vater umgeht. Letztlich wissen sie, dass der leibliche Vater, wenn denn gewillt, immer noch einen wichtigen Part in der Erziehung der Kinder wahrnehmen kann. Außerdem kann er enorm zur Entlastung beitragen auch wenn die Mutter sich hauptverantwortlich um das Auswachsen der Brut kümmert.

Entscheidend ist natürlich auch die Trennung selbst. Hier werden nicht selten nochmal Verletzungen zugefügt, die ein wie auch immer geartetes Zusammenspiel für die weitere Zukunft erschweren.

Vermutlich bereut Dein Vater seine zu passive Haltung seinerzeit. Hat er doch sehr schöne Jahre mit seinen Kindern versäumt und die kann man auch nicht mehr nachholen.

Beitrag von nele27 - 30.12.11 - 12:49 Uhr

Hallo Doc,

#danke für die Einschätzung, ich sehe das auch so.

Meine Mutter ist ein sehr spezieller Typ. Sehr radikal und sie hat immer Recht. Wer ihr nicht Recht gibt, ist entweder dumm oder will Ihr was Böses am Zeuge flicken.

Mein Vater ist ein einfacher Mensch, er kam gegen sie nicht an.

Früher dachte ich, er ist der Böse und sie das Opfer. Sie hat das auch gern so dargestellt.

Heute weiß ich, dass er zwar desöfteren gehörigen Sch*** gebaut hat, aber SIE mitnichten das arme Unschuldslamm an der Geschichte ist. Und die Säuferin ist SIE heute - ER ist trocken. Für mich zählt da die Gegenwart.

Mein Vater ist übrigens seit einiger Zeit wieder verheiratet. Eine einfache Frau - ein guter Mensch. Sie ist etliches jünger als er, hat keine eigenen Kinder und bemüht sich sehr um uns.

Meine Mutter ist mehrmals neu verheiratet. Ihr jetziger Mann ist wirklich mal in Ordnung. Aber jetzt hab ich einfach keinen Bock mehr :-)

Beitrag von nele27 - 30.12.11 - 13:01 Uhr

Ein Beispiel mal zum Thema "sehr spezieller Typ", das bei uns in Dauerschleife lief:

Mein Papa macht Kreuzworträtsel, schaut Fußball, einen Amifilm oder dergleichen.

Mutter: "Och J." (Augenrollen). "Also willst Du damit nicht mal aufhören. Du bist sooo primitiv." (Augenhochziehen) "Du hast wirklich keine Kultur" (nimmt sich demonstrativ ein Buch), "J., was erzählst Du denn da. Also wirklich. Das solltest Du lieber bei Deinen Kollegen lassen. Das ist mir wirklich zu primitiv."

Also da würde ich auch irgendwann weglaufen oder ausfallend werden. Was natürlich nicht entschuldigt, sich daneben zu benehmen.

Beitrag von starshine - 29.12.11 - 15:27 Uhr

Ohje, dann hat Deine Mutter aber noch ganz andere Probleme! Dazu muss man eben auch sehen, dass Eltern nur Menschen sind und jeder kann nur das, was er gerade vermag.

Du solltest aber daran arbeiten ihr zu vergeben. Das ist wichtig! Nachdem Deine Mutter sich schon in die Opferrolle begibt, solltest Du ihr auf keinen Fall folgen! Und auch die Rächerrolle sollte man sich nie aneignen und Wut ist ein schlechter Ratgeber.

Ich denke, jeder versucht auf seine Art und Weise und nach seinen Möglichkeiten das beste zu tun für sich und auch für seine Kinder. Sie konnte es in dieser Zeit nicht anders - richte nicht über sie. Geniesse einfach, dass Du nun Kontakt zu Deinem Vater hast aber strafe sie nicht für ihre Versäumnisse.

Ich wünsche Dir viel Glück!

Beitrag von nele27 - 29.12.11 - 16:12 Uhr

Ojaaaaa, meine Mutter hat durchaus viele Probleme.

Ich bin aber nicht mehr bereit, ihre Selbstinszenierung als armes Opfer mitzutragen. Denn daraus leitet sie ab, dass alle genau nach ihrer Pfeife tanzen müssen, sonst leidet sie wieder so schrecklich!

Ich bin froh, dass ich diese Psychotante los bin und mein Leben recht gut im Griff habe.

Mit meinem Papa ist nicht alles perfekt gelaufen - aber der Kontakt ist heute angenehm für mich. Er interessiert sich, bietet seine Hilfe an, meine Kinder mögen ihn.

Ich habe für mich vor einiger Zeit beschlossen, mich in meiner Familie nicht zu Loyalität zu zwingen. Ich tue, was auch mir, meinem Mann und meinen Kindern gut tut, aber fühle mich nicht mehr zu unangenehmen Kontakten verpflichtet.