Hallo!
Brauche mal Hilfe für einen guten Freund.
Versuche, mich kurz zu halten!
Mein Freund arbeitet als Krankendienstfahrer, 10 Jahre als Fahrdienstleiter. Vor ca.1 Jahr wurde er- genau zur Geburt seines Kindes, als Fahrdienstleiter abgesetzt, arbeitet nun wieder als normaler Fahrer.
Sein Arbeitsvertrag ist jedoch gleich geblieben, also 40 Stunden, kein Wochenenddienst, keine Feiertage.
Natürlich hat er in diesem Jahr jedoch jedes 2.Wochenende gearbeitet- unentgeldlich, nach den 40 Stunden in der Woche.
Heiligabend und Weihnachten hatte er komplett Dienst. 1. Feiertag von 5-12 Uhr, und 18 Uhr nochmal.
Um zwölf war er gerad zu Hause, da rief sein Chef an, um zu fragen, ob es möglich wäre, seine Schwiegermutter noch zu fahren (weiter weg, Fahrt hätte 2 Stunden in Anspruch genommen). Freund war sauer und hat gemeckert, dass er gerad erst rein ist, mit seinen 2 Kindern im Flur steht und zum Weihnachtsessen fahren will, ob Chef das nicht schon eher hätte sagen können.
Daraufhin legte Chef auf. Freund rief ihn mehrmals an, Chef drückte ihn weg.
Nun hat er Urlaub und hat für heute eine Vorladung zum Chef bekommen.
Er hat Angst vor fristloser Kündigung, weil er dann ja erstmal kein Geld bekommt und Miete nicht zahlen kann.
Wäre eine fristlose K. rechtens?
Wäre es sinnvoll, sich heut noch einen Krankenschein zu holen, damit er wenigstens den laufenden Monat erstmal bezahlt bekommt?
Zum Anwalt wird er natürlich gehen, die Frage ist nur, wie er sich jetzt verhalten soll!
Vielen Dank für eure Antworten!
Brauche Hilfe im Arbeitsrecht!
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Beitrag von mondbaer - 29.12.11 - 12:10 Uhr
Beitrag von sonne.hannover - 29.12.11 - 12:19 Uhr
Also eine fristlose Kündigung wird er wohl nicht bekommen. Wartet erst einmal das Gespräch mit dem Chef ab und geht dann zum Anwalt.
Beitrag von windsbraut69 - 29.12.11 - 12:53 Uhr
Warum sollte eine Fristlose Kündigung gerechtfertigt sein, wenn Dein Freund nicht entgegen seinen vertraglich vereinbarten Verpflichtungen rund um die Uhr für seinen Chef springt?
Er sollte das Gespräch abwarten und sich dann ggf. anwaltlich beraten lassen oder auf eine evtl. schriftlich geäußerte Kündigung mittels Klage reagieren.
Zusätzlich sollte er zusehen, sich nicht weiterhin wie ein Leibeigener ausbeuten zu lassen.
LG,
W
Beitrag von mondbaer - 29.12.11 - 13:56 Uhr
Danke sehr für deine Antwort!
Leider hat er eben nochmal nachgesehen, und was ich mit der Wochenendarbeit geschrieben hab, war Blödsinn. Als er als Fahrdienstleiter abgesetzt wurde, hat er unterschrieben, dass er die normalen Arbeitszeiten eines Fahrers annimmt.
Trotzdem steht im Arbeitsvertrag, dass Sonntagsarbeit und Feiertage mit 25% zusätlich belohnt werden. Bisher hat er diese Arbeit gänzlich umsonst gemacht, weder Dienstausgleich noch irgendeine andere Vergütung fanden statt. Dazu arbeitet er dauerhaft wesentlich mehr als seine 40 Stunden, ebenso sind Nachtbereitschaften gänzlich unbezahlt- und das immerhin mindestens in einer Nacht die Woche NACH der regulären Arbeitszeit.
Für ihn hoffe ich jetzt fast, dass er die fristgerechte Kündigung bekommt, dann hat das Elend endlich ein Ende.
Vielen Dank!
Beitrag von vwpassat - 29.12.11 - 13:59 Uhr
Das ist doch mal ein Ansatzpunkt.
Dann soll er zu dem Gespräch gehen und kann gleich die Fakten auf den Tisch bringen, was ihm aus dem letzten Jahr noch zusteht.
Ich hoffe, Ihr habt das etwas dokumentiert.
Beitrag von mondbaer - 29.12.11 - 14:02 Uhr
Ja, er hat alles dokumentiert und sogar regelmäßig vom Chef unterschrieben bekommen! 
Hast du eine Ahnung ( und ich weiß, du hast oft eine Ahnung!
), wie das mit Kündigungsfristen ist?
Im Vertrag steht 4 wochen zum Monatsende. Er ist jedoch 15 Jahre im Betrieb. Steht diese Frist dann immer, oder greift trotzdem das Gesetz zur Kündigungsfrist, was überall zu ergooglen ist?
Beitrag von vwpassat - 29.12.11 - 15:59 Uhr
Der Vertrag ist nicht relevant, das BGB steht hier immer drüber (außer der AN würde durch einen individuellen Vertrag besser gestellt).
In diesem Falle bis 15 Jahre 5 Monate und ab 15 Jahre 6 Monate.
Beitrag von windsbraut69 - 29.12.11 - 14:16 Uhr
Dann soll er mal seine Unterlagen gleich mit ins Gespräch nehmen und zur Abwechslung auf den Tisch hauen.
Sind seine Chancen denn so schlecht, einen vergleichbaren Job zu finden, dass er sich so behandeln läßt und unentgeltllich für so einen Ausbeuter malocht?
Lg
Beitrag von mondbaer - 29.12.11 - 14:24 Uhr
Nein, aber er hat die Firma vor 15 Jahren mit aufgebaut und hängt dran. Ich hoffe, das hat nun ein Ende, ich dränge schon sehr lange. Zumal er jetzt noch gute Verbindungen zu Vertragspartnern und Co hat, durch seine lange Zeit als Fahrdienstleiter.
Er muß jetzt was machen, nicht erst in 3 Jahren.
Werde ihn mir jetzt mal ernsthaft zur Brust nehmen. Bisher sagt er immer Ja ja und unternimmt nix.
Danke!
Beitrag von windsbraut69 - 29.12.11 - 20:09 Uhr
Das ist doch kum so mehr Grund, die Nase voll zu haben, oder?
