Hallo liebe Mütter!
Ich war lange nicht mehr online, da wir vor 3 Monaten aus Athen (dort haben wir 9 Jahre gelebt) wieder nach Deutschland gezogen sind.
Mein Sohn ist 3 Jahre + 3 Monate alt und hat sich in seinem Wesen total verändert.
Er ist aggresiver, trotziger, böse und laut geworden. Bis vor unserem Umzug war ein ganz fröhliches Kind, hatte immer gute Laune und war wirklich *einfach*. Natürlich bedenke ich immer mit dass er mit sehr vielen Veränderrungen konfrontiert wurde, Kindergarten (+Sprache die er noch nicht spricht), andere Menschen, anderes Umfeld, andere Wohnung und hinzu kommt, dass wir 3 Monate bei meiner Schwester gelebt haben, die auch 2 Kinder hat (6 + 11 Jahre alt). Seit 3 Wochen leben wir wieder in einer eigenen Wohnung, habe auch versucht sein Zimmer so einzurichten, wie es in Athen war.
Aber er hört nicht mehr auf mich, hängt mir ständig am Rock, kriecht hinter mir her, kreischt, weint, macht wieder nachts pippi in der Hose (waren schon seit Mai trocken), tobt wen er was nicht kriegt.......streitet mit den Kindern meiner Schwester, obwohl er ständig bei ihnen sein will, doch wenn wir dorthin gehen.....geht das Geschreie wieder los.
Ich fühle mich schlecht, weil ich immer unter Druck stehe (arbeite Vollzeit) dass ich meine Mitmenschen störe wenn ich zu Besuch dort bin, da mein Sohn sich nicht benehmen kann.
Was ist los? Warum komme ich nicht mehr klar? Waren dies zu viele Veränderungen für mein Kind? Brauche ich Hilfe?
Verhaltens-Wechsel bei meinem 3jährigen Sohn
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Beitrag von vassogav - 29.12.11 - 13:52 Uhr
Beitrag von ellannajoe - 29.12.11 - 17:46 Uhr
Hallo,
ich finde dein Sohn zeigt dir gerade, wie schwer er es hat und wie ätzend dieser Wechsel für ihn ist.
Für mich hört es sich an, wie ein Schrei nach aller Liebe und aller Aufmerksamkeit, die du gerade hast, wenn du nicht arbeitest.
Besuche sind gerade schwierig, lass sie weg und kümmere dich jetzt ausschließlich um deinen Sohn. Setze nur dir wichtige Regeln konsequent durch, sei Zuverlässig und vorallem sei nachsichtig und höre auf dich für ihn zu schämen, steh voll hinter ihm und zeig ihm er ist das Wichtigste für dich.
Sobald er seinen Platz in der neuen Welt gefunden hat, wird sich die Situation wieder entspannen.
Wir sind nur innerhalb Deutschlands umgezogen und ich kann dir gar nicht sagen, wie ich schon als Erwachsene gelitten habe, scheinbar hat mein Sohn alles gut weggesteckt, aber wenn man genau hinsieht, dann sieht man auch, wieviel Nähe er aufeinmal braucht, was davor schon gar nicht mehr nötig war.
Ob du Hilfe brauchst kann ich dir natürlich nicht sagen, aber schaden kann sie bestimmt nicht.
Beitrag von zauberelfe - 29.12.11 - 21:08 Uhr
WOW, ich bin ein wenig perplex...
Du beschreibt all diese Veränderungen/Ereignisse
- Umzug in ein neues Land
- Sprache nicht können
- 3 Monate bei der Tante leben
- neue Kita
- Weihnachten
- neue Wohnung
- neue Arbeitsstelle von dir
- ...
in eurem Leben und bist erstaunt, dass sich dein Sohn verändert...
Das sind so viele Ereignisse in eurem Leben in soooo kurzer Zeit, kein Wunder, dass der kleine Mann gerade regelrecht entwurzelt ist!
Mein Sohn war nur mit dem Beginn der Kita schon 8 Wochen lang völlig ausgelastet und hat sich komplett anders als vorher verhalten...
Ich glaube, es ist wichtig für euch, dass ihr euch Zeit nehmt füreinander und für euer neues Leben. Klar ist es anstrengend, wenn sich das Kind plötzlich völlig anstrengend verhält und man selbst komplett ausgepowert ist durch all die neuen Sachen - ABER er ist doch erst 3 Jahre alt!!!
Nehmt euch den Stress aus eurem Alltag, nehmt euch Zeit, in Ruhe in der neuen Welt anzukommen!
Mir fallen spontan folgende Punkte ein, die helfen könnten:
- Wenn er nachts einpinkelt (irgendwie muss er seinen Stress ja verarbeiten), denkt darüber nach, ob er wieder eine Windel umbekommt, bis alles eingespielter ist. Sprich auf jeden Fall mal mit ihm darüber, warum er wieder einpinkelt
- Nimm dir Zeit für dich alleine, falls dies möglich ist, damit du wieder Kraft und Energie tanken kannst (vielleicht können deine Kinder mal bei deiner Schwester schlafen oder sie kann bei euch aufpassen)
- Versuch dir im Alltag Zeit mit deinem Kleinen allein einzubauene - oder entwickelt ein Ritual für euch alle zusammen (abends gemeinsam eine Geschichte lesen o.ä.)
Vielleicht sind ja Ideen dabei für dich.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg beim Ankommen in Deutschland!
Beitrag von otgi - 29.12.11 - 21:21 Uhr
Hallo,
da habt Ihr ja wirklich eine anstrengende Zeit hinter Euch. Ich denke auch, dass vieles mit dem Streß den Ihr hattet zusammen hängt. Allerdings hat mein Sohn sich in diesem Alter auch extrem geändert. Er wurde plötzlich sehr aufsässig, patzig, eigensinnig und störisch. Vielleicht hat Dein Sohn sich auch den Gegebenheiten bei Deiner Schwester angepasst. Soll heißen: dort sind ältere Kinder, sie haben wie Geschwister gelebt und er mußte sich durchsetzen. Ab einem gewissen Alter müssen die Kleinen lernen Ihren Platz (im Rudel) zu finden. Worüber Du auch nachdenken solltest ist die Ernährung. Habt Ihr in Athen wesentlich anders gegessen als jetzt? Ich meine damit andere Lebensmittel, andere Essenszeiten usw... Einige Kinder tun sich auch damit schwer, bzw. haben vielleicht eine Unverträglichkeit auf Lebensmittel, mit denen er vorher gar keinen Kontakt hatte.
Auf jeden Fall würde ich Dir auch empfehlen Rituale für den Alltag zu schaffen, und (im Gegensatz zu meinen Mitschreiberinnen) den Alltag normal weiterzuführen. Er muß sich eingewöhnen, und dass kann er nur, wenn er seinen Alltag kennenlernt.
Ich wünsche Dir gute Nerven und viel Glück,
Rebeka
Beitrag von vassogav - 04.01.12 - 11:26 Uhr
Hallo nochmal!
vielen Dank für euere ANtworten, ich fühle mich jetzt nicht mehr ganz so allein! Ich habe gestern auch mit der Erzieherin gesprochen, die für meinen Kleinen Prinzen zuständig ist und sie hat mich beruhigt......alles sei normal, hat mit den Veränderrungen zu tun. Am Wochenende haben wir ganz viel miteinander unternommen und ich habe auch viel mit ihm gesprochen, da hat er mich ständig geknuddelt und war ganz fröhlich.
Ihr habt Recht, ich habe mir das auch schon gedacht dass das mit dem Umzug zu tun hat. Ich leg ihm jetzt nachts wieder die Windel und habe ihm gesagt dass wenn er wieder soweit ist.......wir diese wieder ausziehen. Da hat er ganz süss gesagt: OK Mama, ich brauche die jetzt bis wir wieder nach Hause fahren........!!!!! Oh je, das hat mir richtig weh getan.......ich hätt heulen können. Das bedeutet dass er im Kopf noch gar nicht begriffen hat oder nicht begreifen will dass diese Veränderrung entgültig ist.
Aber ich fühle mich besser und gestärkter, das packen wir schon!!!!
Vielen Dank nochmal!
Beitrag von marion2 - 04.01.12 - 17:04 Uhr
Hallo,
Hilfe brauchst du wahrscheinlich nicht, aber Zeit.
Dein Sohn ist 3 Jahre alt und dürfte damit in der besten "Selbstfindungsphase" sein.
Dazu all die vielen neuen Eindrücke und... und... und...
Kein Wunder, dass er austickt.
Er braucht Ruhe und Liebe, um sich zu finden und vor allem, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten.
LG Marion
