Hallo!
Ich habe ganz viele Geburtsberichte gelesen und den Eindruck, daß es doch bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen helfen kann.
Zuerst möchte ich aber deutlich sagen, daß ich die Geburt von Leo nicht als Trauma bezeichnen möchte, aber es war doch ein sehr einschneidenes Erlebnis.
Unser eigentlicher ET wäre der 24.10.11 gewesen.Wir feierten am 24.09. in den Geburtstag meines Vaters am 25.09. rein. Ich weiß noch daß ich einen guten Bekannten fragte, ob er das Gefühl kennt, kurz vorm "platzen" zu sein. Mein Bauch war mittlerweile auf 125 cm Umfang gewachsen (bei einer Körpergröße von 157 cm!) und nein, es waren keine Zwillinge darin! naja ich hab dann kurz vor Mitternacht gewußt, wie es ist zu "platzen". Entweder bin ich spontan inkontinent geworden oder es ist dann doch FW gewesen. Wir haben dann also noch lieb meinem Vater zum Geburtstag gratuliert und uns dann mal für die Fahrt zum KH. verabschiedet. (Selten so überraschte Gesichter gesehen).
Im Krankenhaus angekommen meinte dann der Arzt beim US, es wäre noch so viel FW da, daß er nicht an einen Blasensprung glaubt. Ich hab mir nur gedacht, daß es mir ziemlich egal ist, was er glaubt, ich wollte wissen was Sache ist. Aufeinmal sprach er davon daß das Kind ziemlich gr0ß wäre und ich mit aller Wahrscheinlichkeit einen KS brauchen würde? Davon war während der ganzen VU nie die Rede gewesen. nachdem er also dann mittels pH-Test rausgefunden hatte, daß es wirklich FW war, sollte ich im KH. bleiben. Ich wußte nicht ob ich mich freuen sollte oder nicht, denn ich wollte eigentlich nichts lieber als mein Baby endlich im Arm halten und die so mühselig gewordene SS beenden, andererseits waren 4 Wochen vor ET doch noch sehr früh. Wir wollten dann abwarten was unser Leo so dazu meint. Er machte keinerlei Anstalten sich irgendwie auf den Weg zu machen, die ganze Zeit ging es ihm super und er schwamm in meinem Bauch so vor sich hin. Nach 8 (!) Einleitungsversuchen in 5 Tagen und mindestens 50 Std, CTG wurde dann beschlossen einen letzten Versuch mit dem Wehentropf zu wagen. also am 29.09. morgens um 8.30 Uhr in den Kreissaal an den Tropf. Um 12.00 Uhr ist mein Freund zur Kantine und hat uns erslmal was zu essen geholt ( Currywurst mit Pommes). war auch lecker, auch das Eis zum Nachtisch und die Gummibärchen und,... Was also bedeutete, das der WT auch nicht wirklich effektiv war. Um 19.00 Uhr hat mir die Oberärztin dann die Fruchtblase gesprengt (eigentlich sollte die doch auf sein, darum die ganzen Einleitungsversuche wegen der Infektionsgefahr?!),Ok. aber dann gingen endlich Wehen los, die ich aber allesamt im Liegen bekämpfen mußte, weil ich wegen dem CTG nicht aufstehen durfte. Um 21.00 Uhr war der Muttermund immer noch nur fingerdurchlässig ( trotz zweimaliger manueller MM-Aufdehnung) Meine Hebamme hat dann für eine PDA- plädiert welche nach Diskussionen mit der Ärztin dann endlich gelegt wurde und dafür gesorgt hat, daß der MM beim nächsten Hebammenwechsel ( wir dürften übrigens so ziemlich alle in der Zeit kennengelernt haben) komplett offen war. Die Hebamme konnte es gar nicht glauben, Insgeheim hat niemand mehr damit gerechnet, das wir noch spontan entbinden können. nachdem zwischendurch die Wehen wieder schwächer wurden, ich aufgrund der ganzen Mittelchen völlig neben mir stand und nur noch Angst hatte die Geburt nicht zu überleben. durfte ich endlich pressen( obwohl Leo noch nicht komplett ins Becken gerutscht war) Ich hab in 3 Wehen dreimal gepresst und hätte noch weiter pressen können, aber er war da!! ( Im nachinein stellte sich raus die NS war zu kurz und auch noch um den Fuß gewicklet) Mein Freund meinte, so wie ich gepreßt habe, hätte ich sogar einen Kartoffelsack rausgepresst.
Da war er also, ich hab vor lauter Freude nur noch geheult, bis ich gemerkt habe, daß Leo sich von mir anstecken ließ und auch anfing. Da wurde mir zum erstemal bewußt, das mein Verhalten direkte Auswirkung auf meinen Sohn hat und ich jetzt nicht mehr nur für mich verantwortlich bin.
So wurde also Leo am 30.09.2011 um 00.57.Uhr mit 49 cm und 3230 gr.
geboren.
Ich wurde direkt im Anschluß noch notfallmäßig operiert, weil die Plazenta sich nicht löste, hatte einen starken Blutverlust,
einen Dammriß 2. Grades,
eine zweite "Entbindung" dank der Eisentabletten,
eine Analvenenthrombose, die auch noch operiert werden mußte
einen Karpaltunnelsyndrom in beiden Händen
und mußte eine woche nach der Geburt mit einer Gebärmutterentzündung nochmal mit hohem Fieber für 5 Tage ins Krankenhaus.
Obwohl ich wirklich gedacht habe ich werde die Geburt nicht überleben, habe ich jetzt mit drei Monaten Abstand die Hoffnung,
BEIM NÄCHSTENMAL WIRD ALLES BESSER!!
Danke fürs lesen( wenn sich einer dadurch getraut hat)
Leo ist da
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Beitrag von pia-74 - 30.12.11 - 21:00 Uhr
Beitrag von skorpion82 - 01.01.12 - 17:27 Uhr
Herzlichen Glückwunsch zu Eurem Kind!
Wow, Dein Bericht war überwältigend und Du hast ja wirklcih vielmit gemacht. Aber ich freue mich für Euch, dass es dann trotzdem spontan geklappt hat! :)
Meine Geburt war nicht annähernd so spektakulär, aber auch meine Plazenta wollte sich nicht lösen und ich hatte einen sehr hohen Blutverlust, es dauerte Wochen, ehe ich wieder den Weg vom Bett ins Badezimmer schaffte, ohne völlig außer Atem zu sein. 
Ich hoffe, es geht Euch jetzt gut und wünsche Euch alles Gute!
Beitrag von pia-74 - 01.01.12 - 19:47 Uhr
Vielen Dank für die Wünsche (und fürs durchlesen). Ja, es geht uns jetzt gut. Leo wächst und gedeiht.
Euch wünsch ich auch alles Gute und ein erfülltes Jahr 2012
Beitrag von lilaluise - 02.01.12 - 19:28 Uhr
Hallo
mensch da hast du ja was hinter dir!!!
Wir haben echt viele Paralellen:
- ich bin 1,57
- mein Sohn hatte an einem 24 Et kam aber an einem 30- auch fast 4 Wochen zu früh
- hatte auch einen Blasensprung,der aber am Anfang nicht ernst genommen wurde weil ich viel Fruchtwasser hatte
- und ich habe auch einen kleinen Leo (eigentlich heisst er Leonell)
lg luise
Beitrag von pia-74 - 02.01.12 - 19:47 Uhr
Hallo Luise,
Haben Dich im Krankenhaus denn auch auf einmal alle nach deiner Schuhgröße gefragt? Ich wußte zuerst überhaupt nicht was das soll, aber mittlerweile glaube ich fast, die hatten die Befürchtung ich wäre "zwergwüchsig".
Hatte euer Leo denn Anzeichen einer Frühgeburt?.Mein Sohn war halt noch voller Käseschmiere, aber ansonsten voll entwickelt und wächst und wächst und wächst.
Liebe Grüße Pia
Beitrag von lilaluise - 02.01.12 - 20:08 Uhr
Witzig ne haben sie nicht. Die kannten mich in dem Kh alle schon weil ich dort von der 18-31ssw (wegen Blasensprung und partieller Plazentalösung) lag.
Das lustige bei mir war dass sie nicht glaubten dass es wieder einen Blasensprung ist und haben mich deshalb zum Shoppen zum H und M geschickt, damit ich mich nicht unnötig im Krankenhaus langweile- der Weg zurück vom H und M war dann schon nicht mehr so schön....Wehen!!!
Ne eigentlich hatte er keine Anzeichen- es waren alle erstaunt wie sein Zustand war- hat ja ganz schön was mitgemacht in der Schwangerschaft- und dass er gar nicht so mini ist. Vor der GEburt meinten 2 Ärzte er sei nicht mal 2kg schwer
hatte dann aber 2,7kg! Käseschmiere war nicht mehr so viel da- aber er hatte noch ziemlich viel von der Lanugobehaarung!!
Hat dann nach ein paar TAgen leider eine etwas schwerere GElbsucht bekommen- aber das war dann zum Glück auch schnell wider vorbei. Am Anfang ist er auch total viel gewachsen..und hat schnell alles aufgeholt- irgendwann ging es langsamer und jetzt ist er schon ein Stück kleiner als gleichaltrige Jungs....meine Gene halt
Papa ist 1,90- Leo hat anscheinend nix von ihm geerbt!
lg
