Prost Neujahr!!
Ich habe einen kleinen Gewissenskonflikt: in zwei Wochen wird mein dreijähriger Sohn operiert (nix schlimmes) und ich gehe natürlich mit ins KH. Als ich bei der Terminvereinbarung beiläufig erwähnte, dass ich mir noch Urlaub nehmen muss, sagte die Sprechstundenhilfe: sie werden doch dann krank geschrieben. Daran hatte ich nicht gedacht und natürlich freut mich das, weil ich nur wenig Urlaubstage habe (arbeite auch nur Teilzeit) aber wenn ich jetzt daran denke, zu meinem Vorgesetzten zu gehen und zu sagen, ich bin dann mal ne Woche krank, habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, weil ichdann unter anderem Angst habe, er denkt nun negativ über mich, zum anderen bin ich so geprägt, so selten wie noetig "krankzufeiern"... Jedenfalls fuehle ich much schlecht... Was würdet ihr machen???
Hatte die Kinder im Krankheitsfall immer bei der Oma bisher...
Wie ist eure Einstellung und wie sind die Reaktionen eurer Vorgesetzten??
Lg betty
Kinderkrankentag oder Urlaub
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von betty38 - 01.01.12 - 16:08 Uhr
Beitrag von betty38 - 01.01.12 - 16:15 Uhr
... Nicht zu vergessen, das schlechte Gefuehl meiner kinderlosen bzw, Kollegin mit erwachsenen Kindern gegenüber...
Beitrag von dore1977 - 01.01.12 - 16:23 Uhr
Hallo,
ich würde mich "Kinderkrank" schreiben lassen. Dein Urlaub ist da zu da das Du Dich erholen kannst nicht um Dein Kind im Krankenhaus zu versorgen.
LG dore
Beitrag von mami18052010 - 01.01.12 - 16:25 Uhr
Krank mit Kind!
Diese Tage gibt es nicht für umsonst! Außerdem entstehen deinem AG doch keine Nachweile, außer, dass er für Ersatz sorgen muss! Für die Krankentage bekommst ja Krankengeld von der Kasse!
Beitrag von muppi75 - 01.01.12 - 18:55 Uhr
Kommt darauf an, wie es im Arbeitsvertrag geregelt ist, schließt der Arbeitsvertrag die Lohnfortzahlung in solch einem Fall nicht aus, gibt es ganz normal Lohn weiter.
Krankengeld von der KK gibt es nur, wenn der Arbeitsvertrag es ausschließt.
Beitrag von miau2 - 01.01.12 - 16:47 Uhr
Hi,
ich sehe das nicht ganz so locker nach dem Motto "dem AG entstehen ja keine Nachteile".
Er hat mich schließlich eingestellt, weil er mich braucht. Und nicht, weil er ein so sozial veranlagter Mensch ist dass er gerne Müttern mit zwei Kleinkindern eine Freude macht (was er natürlich mit der Einstellung gemacht hat).
Von daher würde ich gerade bei geplanten Sachen sehr genau abwägen, welche Möglichkeiten es gibt.
Fakt ist, du hast natürlich das Recht dich "kind krank" schreiben zu lassen. Kann dich niemand dran hindern. Allerdings sind dann natürlich schlagartig die HÄlfte deiner "Tage" dafür weg (10 pro gesetzlich versichertem Elternteil pro Kind pro Jahr). Willst du das schon im Januar?
Variante 2 wäre eine, die ich meinem Chef zumindest anbieten würde: eine Kombination. Überstundenabbau z.B., oder das Angebot an anderen Tagen nachzuarbeiten (so ein paar Stunden mehr pro Woche schaffe ich schon mal für eine WEile) - meine Arbeit ist zwar wichtig, aber nur selten extrem eilig. Ein bißchen verschieben wäre meistens möglich. Und so müsste er eben keinen Ersatz suchen (ERsatz hieße, dass jemand anderes Überstunden machen muss - ausgelastet sind nämlich alle).
Vielleicht auch ein oder zwei Urlaubstage, oder mein Mann (der hat nicht mal Kind-krank-Tage, zumindest keine "normalen" - unser AG gewährt aber 5 Tage "extra" bei vollem Gehalt) springt für ein, zwei Tage ein.
Und dann ggfs. halt noch mit Kind-krank aufstocken.
Hängt halt auch ein wenig davon ab, wie viel Urlaub man hat. Ich habe z.B. deutlich mehr als der Gesetzgeber als Mindestanspruch verlangt. Und wenn 24 zum Erholen reichen müssen kann ich auch mal bedarfsweise ein oder zwei für anderes opfern.
Aber ich habe auch keine so bequeme "Kind-krank-Lösung" wie du. Keine Oma o.ä. in der Nähe - wenn unsere Kinder krank sind müssen wir selbst Lösungen finden.
Wenn du also davon ausgehen kannst, dass diese 5 Tage so ziemlich die einzigen Kind-krank 2012 sein werden, weil du eben so eine praktische alternative bei normalen Krankheiten hast - dann sieht das wieder anders aus. In dem Fall würde ich vermutlich auch Kind-krank nehmen.
Pauschal würde ich dir das halt nicht beantworten wollen. Außer halt damit: wenn du gesetzlich versichert bist und dein Kind auch, dann hast du Anspruch auf 10 Tage Kind-krank im Jahr. du erhältst für die Tage von deinem AG kein Gehalt (quasi unbezahlter Urlaub), und die Krankenkasse ersetzt ca. 2/3 vom Nettogehalt, das dir so entgeht. Das ganze unterliegt dann auch noch dem Progressionsvorbehalt, wobei es ja hier nicht um Riesensummen gehen wird.
Viele grüße
miau2
Beitrag von manavgat - 01.01.12 - 18:50 Uhr
Warum glauben Frauen eigentlich immer, für alles und jeden (und vor allem für die Motive und Empfindlichkeiten von Männern!!!) verantwortlich zu sein.
Du kriegst keine Tapferkeitsmedaillie, wenn Du auf Deine Rechte verzichtest.
Im übrigen habe ich Frauen gefressen, die im Arbeitsleben mit anderen Frauen konkurrieren über die
ich bin ja so loyal/lieb/treudoof-Schiene.
Kein Wunder, dass so viele Frauen, die schlicht nur ihre Rechte wahrnehmen, gemobbt werden. Findet sich ja immer eine Barbie, die es sich gefallen lässt.
Gruß
Manavgat
Beitrag von miau2 - 02.01.12 - 14:36 Uhr
Ich kriege vielleicht keine Tapferkeitsmedaille.
Aber mit Gegensatz zu vielen, vielen anderen Frauen etwas für mich persönliches sehr viel wertvolleres: einen unbefristeten, ordentlich bezahlten Teilzeitarbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten.
Wenn derartiges für dich vollkommen uninteressant ist - dein Pech.
Für mich ist es das nicht.
Und dabei ist es eben für mich selbstverständlich, für meinen Chef die Nachteile, die er durch mein "Muttersein" hat auf ein notwendiges (und von ihm problemlos akzeptiertes) Minimum zu reduzieren.
Und das bedeutet für mich auch mal nachzudenken, statt einfach "ich habe aber ein Recht auf!!!!" zu schreien. Wenn das für dich "treudoof" ist - bitteschön.
Mobben tue ich übrigens niemanden. Warum auch. Soll jede selbst entscheiden.
Aber wenn es schon zu Beschimpfungen und Vorwürfen oder auch Beleidigungen führt, wenn man mal zum Nachdenken anregen will - arme (Arbeits)welt.
Beitrag von gr202 - 02.01.12 - 19:31 Uhr
Danke für Deinen Beitrag!
Ich habe früher auch mal gedacht, ich bin unersetzbar und hätte alles getan, damit meinem AG keine Nachteile entstehen. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich ganz schön blöd bin.
Wenn mein Kind krank ist, bleibe ich zu Hause, wenn nicht meine Mutter vorbeikommen kann.
Gruß
GR
Beitrag von susannea - 01.01.12 - 19:10 Uhr
"Fakt ist, du hast natürlich das Recht dich "kind krank" schreiben zu lassen. Kann dich niemand dran hindern. Allerdings sind dann natürlich schlagartig die HÄlfte deiner "Tage" dafür weg (10 pro gesetzlich versichertem Elternteil pro Kind pro Jahr). Willst du das schon im Januar?"
Wieso das denn, TAge mit Kind im Krankenhaus gehen extra und zählen dabei nicht mit!
Beitrag von miau2 - 02.01.12 - 14:29 Uhr
Ernsthaft? Und wieder etwas gelernt.
Beitrag von manavgat - 01.01.12 - 18:47 Uhr
Gewöhn Dir das ab.
Das Gesetz ist da, also nimm die Kinderkranktage. Das kostet den AG nichts! Und ersetzen muss er Dich in der Zeit so oder so.
Gruß
Manavgat
Beitrag von tinaxx - 01.01.12 - 19:02 Uhr
Hallo!
Meine Tochter wird im März operiert und ich werde mir (wie bei der letzten OP auch!) die mir zustehenden "Kinder-Krank-Tage" nehmen.
Da ich Lehrerin bin, müssen etliche Kollegen für mich Vertretung machen - das ist dann eben so. Ich habe die OP schon so gelegt, dass die Erholungsphase in den Ferien liegt.
Du bekommst keinen feuchtwarmen Händedruck oder irgendeine Anerkennung, wenn du die Kinder-Krank-Tage verfallen lässt und stattdessen Urlaub nimmst, der eigentlich zu deiner Erholung dienen soll.
In diesem Sinne viele Grüße,
Tina.
Beitrag von susannea - 01.01.12 - 19:11 Uhr
Du hast zusätzlich Tage fürs Krankenhaus, du musst die "Kinder-Krankentage" dafür nicht opfern!
Beitrag von tinaxx - 02.01.12 - 08:45 Uhr
Hallo!
Als Beamtin ist das leider nicht so...
Pro Kind stehen einem 5 Tage pro Jahr zu, auf Antrag wegen bes. Gründen 10 Tage. Dafür bekommt man das volle Gehalt weiter, was bei gesetzlich Versicherten wohl nicht so ist, oder?
LG,
Tina.
Beitrag von susannea - 02.01.12 - 10:28 Uhr
Ja, da bekommst du volles Gehalt weiter. Wieviele Tage das sind ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und ich meine, dass es inzwischen auch dazu ein Urteil gibt, dass eben 10 Tage pro Kind freizustellen sind, wenn dann auch ohne Bezüge den Rest der tage. Da bin ich mir aber nicht mehr sicher oder ob das nur ein Erlass in einem Bundesland war.
Wobei das alles nur gilt, wenn du privat versichert bist, sonst müsstest du je nach vertrag auch die "normalen" Kinderkrankentage haben.
Beitrag von tinaxx - 02.01.12 - 10:35 Uhr
Hallo!
In Niedersachsen kannst du auf Antrag weitere freie Tage gegen Stundenverlagerung bekommen, musst die Stunden also vor-/nacharbeiten. Das ist eigentlich das einfachste, wenn die 10 Tage nicht ausreichen. Plusstunden haben wir ja alle...
LG,
Tina.
Beitrag von susannea - 01.01.12 - 19:12 Uhr
Du bekommst in der Regel vom KKH eine Bescheinigung, dass du mit aufgenommen worden bist und damit gehen die nicht zu LAsten der Kinderkrankentage. Schließt der Arbeitsvertrag die Lohnfortzahlung aus, gibts aber trotzdem nur Ersatzleitungen in Höhe des Krankengeldes von der KK.
Beitrag von betty38 - 03.01.12 - 06:23 Uhr
Danke an alle!
Ich wusste gar nicht, dass diese Krankentage zu Lasten der KK gehen und nicht des Arbeitgebers (ausser Vertretung suchen etc)..
Ich werde daher die Krankentage nehmen und keinen Urlaub. ( sorry, dass ich nun die Solidargemeinschaft ausnutze; mache ich so selten wie noetig ;)
Vor kurzem musste ich leider schreiben, dass ic bei einem Vorstellungsgespräch genau wegen dieses Grundes abgelehnt wurde (Zwillinge werden oft nacheinander krank...)
Ich bin zwar sehr zufrieden auf der Arbeit, aber mache seit der Elternzeit ehrlich gesagt nur noch Aushilfsarbeiten. Das stört mich sehr, aber ich kann aufgrund der Entfernung (knapp 100 km einfach) nicht mehr als zwei Tage pro Woche arbeiten. Wuerde ich gerne, wenn ich teilweise Homeoffice hätte, das wollen sie aber nicht (manche Mutterkollegin darf es, der große Teil aber nicht...).
Es fällt also nicht wirklich ins Gewicht, wenn ich fehle...
Nur mein direkten Vorgesetztem u Kollegen Gegenueber ist es mir unangenehm...
Vg betty
Es fällt also nicht wirklichbins Gewicht
